http://www.savetheday.de/?p=82

Germany
Date: 2007-01-02

Unser erstes Interview durften wir mit dem zurzeit heißesten Metal-Outfit aus Stuttgart, Crisis Never Ends, machen. Danke nochmal an die Jungs!

Hey Stephan, erzähl doch einfach mal was über Crisis Never Ends, wie alles begonnen hat, aktuelle Bandbesetzung usw.!

Also, die aktuelle Besetzung besteht aus Michael (Bass), Sascha (Drums), Heiko (Vocals), Jürgen (Klampfe) und mir, Stephan, ebenfalls an der Klampfe. Weiterhin unglaublich wichtig und unersetzbar sind unser Fahrer Rene und unser Mercher Nobby, zwei richtige Teufelskerle, hahaha! Sehr witzige und zuverlässige Dools, ohne die wir echt aufgeschmissen wären. Begonnen hat das ganze, wenn ich mal weit aushole, zu Beginn 1997 als Michael und ich zusammen Mucke machten. Da gabs dann auch ein Demo, aber keiner weiß wo das hin ist, ham da so 150 losbekommen. Ich hab keins mehr, wunderbar, haha. 199 kam Jürgen dazu, 2000 Sascha, und Heiko so 2003/04 um den Jahreswechsel herum.
Und seitdem sind wir konstant was das Line-up anbelangt, worüber ich auch sehr froh bin, ich mag die Jungs, wir sind echt gute Freunde. Wär ja ein Albtraum mit irgendwelchen Idioten, die man nicht leiden kann, ständig auf so engem Raum rumzuhängen.

Alright, ihr habt ja vor kurzem auf der Persistence Tour in München mit Szenegrößen wie Sick of it All, Madball, Terror usw. gespielt. Wie war es für euch im Rahmen einer solchen großen Veranstaltung zu performen? Würdet ihr es eher bevorzugen auf Veranstaltungen wie eben jener zu spielen oder dann doch eher im kleinen Juze?

Es war ein Riesenerlebnis für uns die Bühne mit Bands wie SOIA zu teilen. Mit Madball, Terror und Comeback Kid hatten wir teilweise schon gespielt oder in der Vergangenheit selber Konzerte veranstaltet. Es ist immer was besonderes mit Bands auf der Bühne zu stehen, die einen früher mehr oder minder zur Musik / zum Hardcore gebracht haben. Ich mein, jeder, wirklich jeder, der harte Mucke hört, kennt SOIA. Die Jungs sind das was ich als eine lebende Legende bezeichnen würde, unglaublich! Für mich eine meiner wichtigsten Hardcorebands überhaupt. Die Persistence Tour war auch publikumstechnisch ein Erlebnis. In München waren es 1300 Leute die da waren… das ist schon total verrückt. Es ist natürlich ein großer Reiz immer vor noch mehr Publikum, in noch größeren Hallen etc zu spielen. Wobei mir persönlich die kleinen ausverkauften Clubshows am meisten Spaß machen. Es gibt nichts besseres als 200 Leute die einfach Bock auf Dich haben und am Rad drehen dass alles zu spät ist, weil sie bock auf Spaß und feiern haben!

Auf jedenfall! Was hat euch bewegt CNE ins Leben zu rufen?

Wir waren damals so ungefähr 16 – 17 Jahre, hatten in lokalen Punkbands oder Rockbands so lausig Musik gemacht, und irgendwann haben wir gejammt, und so fing alles an. Damals war klar, dass wir ein Teil der Szene waren und was beitragen wollten. Außerdem, du kaufst dir doch nicht nen Amp, ne Klampfe, nen Bass oder eine Schiessbude, um dann keine Band zu haben. Du hast das Zeug, also musst du auch spielen. Ich mach mit Michael jetzt über 10 Jahre Musik zusammen, und ich weiß zumindest für meinen teil, dass die Musik ein zentraler Bestandteil meines Lebens ist. Und ich denk, dass kann ich für alle sagen. Wir werden nie aufhören zu spielen, was sollen wir denn sonst machen ;-) .
Ja, und wie das in dem Alter eben so ist, man will seine Sicht der Dinge raushauen und sie der Welt ins Gesicht schreien und das ist im Prinzip bis heute unverändert geblieben.

Da es sich bei Savetheday ja um ein Zine aus dem Süden handelt, würden wir gerne von euch wissen was ihr über die Szene hier im Süden im Vergleich mit beispielsweise dem Pott denkt.

Ich kann dir da keine konkrete Antwort geben, da ich mir nicht anmaßen will, über Szenen zu urteilen die ich nicht kenne. Was mir hier in Stuttgart gefällt und was ich persönlich voll abfeier, ist dass es sehr cool abläuft, sehr entspannt. Hier wird Respekt gegeben und empfangen. Wir sind ganz klar ne Metalband, aber trotzdem kommen Jungs aus Stuttgart zu uns, die absolut nur alte Schule hören, einfach weil wir Kumpels sind, man sich kennt und gegenseitig unterstützt. Mit den Bands ist es ähnlich, alle kennen sich, und man hilft sich irgendwie gegenseitig. Ebenso gibt es bei uns keine Probleme, so von wegen edge vs. Bier, oder so was. Das interessiert hier einfach keinen. Wenn ich dran denk, wie besoffen wir alle waren als Final Prayer in Backnang gespielt haben, und da waren alle, Jogges Sidekick, Nobby One on One, Rene Punchline, wir alle, da waren gefühlte 80 Millionen Leute und es wurde gefeiert, dass alles zu spät war. Super! Das hab ich so selten wo anders erlebt. Viele kochen halt lieber ihr eigenes Süppchen, anstatt mal über den Tellerrand hinauszuschauen.
Was ich nicht abkann, und auch nie verstehen werde ist diese Kickbox-Scheiße, ich hasse das. Und auch die Dudes mit ihren Bandanas oder Staubmasken vor den Fressen, was soll das? Oder im Pit, oder beim stagediven die Kapuze aufhaben, wie lächerlich für mich. Da drin hat’s gefühlte 200 grad Celsius, aber ich harte Sau lass meine Kapuze oben, ja ,is kla, hahaha !!

Haha, super, auf den Punkt gebracht, so, nächste Frage…Was für Bands waren denn konkret ausschlaggebend für euren heutigen Stil?

Musik jeglicher Art, ich kann dir jetzt ne Woche lang Bands und Musiker aufzählen. Schwierig sich da zu begrenzen, aber ich probiers mal: Iron Maiden, Thin Lizzy, At the gates, alte Metallica, Strife, Suicidal Tendencies, Cro-mags, Testament, Johnny Cash, Ramones, The Clash etc. pp. Klar, manche Bands haben musikalisch weniger Einfluss, aber auf die Attitude kommt’s an, zumindest für uns. Ich scheiß auf die fettesten Riffs, wenn die Band aus Trotteln besteht. Bei Metalbands ist das klar was anderes, wie oft wird da über Hobbits gesungen, aber die haben einen anderen Anspruch an sich. Wenn ich das Wort „yxz-core“ sehe, dann will ich auch „core“ haben und zwar in Form von Attitude und Texten. Und nicht so ne „ich bin härter und tougher als du“-scheisse !

Yeah, was hört ihr privat denn so?

Siehe oben und noch mehr. Ich steh voll auf die alten Bluesklampfer, hier Robert Johnson, Muddy Waters oder auch Stevie Ray Vaughan, John Lee Hooker und auch Country a la Hank Williams oder Johnny Cash feier ich ab, dann viel Punkrockzeugs, Hardcore klar, und halt Metööööööl !!!

Seit ihr selbst auf Konzerten unterwegs, wo kann man euch sonst so antreffen bzw. welche Locations sollte man auf jedenfall hier mal besucht haben?

Klar gehen wir auf Shows, nicht mehr so oft wie früher, einfach weil wir selbst soviel unterwegs sind, und da soviele Bands sehen, dass mir dann an nem freien Wochenende oft auch die Motivation fehlt. Aber naja, manchmal kriegen wir unsere alten Ärsche schon noch hoch, hahaha!! Shows sind ja öfters mal im Juha West, ansonsten Locations? kein plan, das 1210 is ne ganz nette Kneipe, wenn man mal zwei bis zwölf Bierchen verhaften will,hahaha!

Wie waren die Reaktionen auf die neue Platte?

Durchweg positiv, so nicht von uns erwartet, aber erhofft, hahaha. Nein, wir können uns nicht beschweren, es war wirklich beunruhigend, kein schlechtes Review zu bekommen, aber dann kam doch noch eins, hahahah! Also von daher, wirklich, ich bin zufrieden. Es gibt einem ja auch ne art Bestätigung, dass man nicht allein ist mit der Musik die man gerne macht. Ich meine wir machen die Musik so, wie wir sie haben wollen, und wenn dass dann noch jemand gut findet, dann ist das schon gut.

Was unterscheidet euch von anderen Bands und was ist euer Erfolgsrezept?

Kein cleaner Gesang, keine Schminke, weniger Moshparts, und mehr Melodien. Ich weiss nicht, ich kann und will das eigentlich nicht beurteilen, da ich zutief drinsitze, aber ich denke, wir unterscheiden uns erheblich von Bands wie Caliban oder Maroon, oder Heaven Shall Burn, und das war keine Kritik an diesen Bands, aber ich denke unsere Mucke ist nich so aggressiv, sondern baut eher auf melodischen Riffs auf. Erfolgsrezept? Ich wusste nicht mal dass wir eins haben, muss gleich mal Heiko anrufen, hahaha ! kein plan, ham wir keines, alles was bei uns läuft hat sich sehr organisch so entwickelt, da war kein Masterplan dahinter, den gibt’s heut noch nicht, obwohl ab und zu ein Plan bestimmt nicht schlecht wär, hahah! Ich muss ja selbst heut noch auf unsere Homepage kucken um keinen Gig zu vergessen, hahaha !

Saugut! Gibt es Vorsätze fürs neue Jahr? Was erwartet ihr persönlich, politisch und mit der Band von 2007?

Band: mehr Shows, mehr tightness in musikalischer Hinsicht, mehr neue Songs, starke Scheibe einspielen.
Politisch: ich erwarte nix mehr, sorry, ich denke, aber die Probleme im Nahen Osten werden sich verstärken und eine Lösung in naher Zeit liegt nicht.
Persönlich: besserer Musiker zu werden, mehr zu üben, meinen Abschluss an der Uni zu machen, nen Job finden.

Zum Abschluss noch ein paar Stichwörter:

* Fundamentalistische Religion

Wäre das fundamentalistisch nicht davor gestanden, hätte ich gesagt, Religion ist eine persönliche Sache jedes einzelnen, solange dir Rechte und dir Freiheit Dritter dadurch nicht angetastet wird. Aber zu fundamentalistischen Religionen gibt’s ein klares nein. By the way, es sind immer Menschen, die eine Religion fundamentalistisch machen, es ist nie die Religion selbst.

* das Internet an sich

man kommt nicht mehr dran vorbei. Es ist da, und doch auch ganz nützlich. Eher sorgen bereitet mir der Einfluss des Internets auf unseren Sprachgebrauch: „wart, Schatz, ich google mal eben wer Horst Köhler ist.“ Du weißt wie ich’s meine. Ahahahha!

* Spätzle

Junge, ich bin hier geboren! Spätzle sind das beste, das allerbeste überhaupt! Wer Spätzle noch nicht probiert hat, hat nicht gelebt! Ein Teufelszeug aus Mehl und Eiern! Meiner Meinung nach muss ein Spätzlebrett zu den Besitztümern einer jeden Schwäbin gehören, weil sonst gibt’s keine Spätzle! und das wäre ein Albtraum !

So das war’s dann auch schon, wir danken vielmals für das witzige und natürlich hoch informative Interview, gibt’s noch etwas, das euch auf der Seele brennt und ihr loswerden möchtet?

Hmm, Kässpätzle sind auch echt lecker, hahah! Nein, Spaß beiseite, wenn ihr noch mehr wissen wollt, checkt folgende Homepages:

www.crisisneverends.de
www.myspace.com/crisisneverends
www.letitiburn.de

Ansonsten, hört mehr Punkrock! Dir vielen Dank für dein Interesse und das Interview.

CNE loves pfeffi and you !


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Partyausfall

Date: 2006-12-11

partyausfall.de: Hallo Heiko, Du bist der Sänger von Crisis Never Ends und damit ich nicht alles stückchenweise aus Dir rauskitzeln muss, stell unseren Lesern doch mal fix CNE im Einzelnen vor!

Heiko / CNE: Hi Niffi, also Crisis Never Ends besteht aus 5 bzw. 7 Leuten. Ich fang mal mit den wichtigesten an: unsere Mercher / Fahrer / Läuse Rene und Nobby. Rene ist 27 und arbeitet als Maschinist. Nobby ist 24 und arbeitet auf einer Zulassungsstelle... der Rest unserer Band ist eher uninteressant... alles harmlose Langweiler...

partyausfall.de: nanana.... raus mit der Sprache!

Heiko / CNE: Na gut, wenn Du unbedingt willst... also da gibt es noch unsere zwei Gitarristen Stephan und Jürgen. Stephan macht gerade seinen Abschluss als Lehrer, Jürgen arbeitet im Feinmechanikwerkzeugbau. Bass spielt Michel, momentan ist er in Ausbildung zur Kranken"schwester" und unser Schlagzeuger ist Sascha. Er arbietet genauso wie ich als Sozialpädagoge. Vom Alter her bewegen wir uns alle zwischen 26 und 30.

partyausfall.de: ok.... und eure Groupies? Namen, Maße, Anschrift?

Heiko / CNE: Wenn ich da jeden mit einbeziehen würde der schonmal einen Pfeffi mit uns getrunken hat, dann sind es einige haha… um mal wieder das Pfeffi-Vorurtiel aufzugreifen. ;-)

partyausfall.de: Ich schätze mal das trifft auch auf gewisse Bewohner ostsächsicher Ortschaften zu... haha! Nun, Dich kann man ja gut als alten Hasen bezeichnen, seid wann tust Du Dir diese Musik eigentlich an, und wie kamst Du dazu?

Heiko / CNE: ... ich hab mit 12 eine Guns´n´Roses Scheibe meines Bruders gehört und ab da war es um mich geschehen... dann kam der übliche Stuff wie IRON MAIDEN, MANOWAR etc... ich hatte das Glück in einem unheimlich kleinen Kaff, 45 Kilometer weg von Stuttgart, zu wohnen. Von dort stammten auch zufällig drei der vier SIDEKICK Mitbegründer. Die gabs damals zwar noch lange nicht, aber mit Fabi und Jogges bin ich auf meine ersten HC-Shows gefahren... damals war ich 15. Ja das Ganze ist jetzt 12 Jahre her und ich bin immer noch nicht müsig von der ganzen Sache. Ich hab da relativ viel in der ganzen Zeit erlebt und Gesehen. Viele Leute die gekommen und gegangen sind, viele Bands die es gleich taten und auch die ganze Veränderung die "unsere" Szene durchgemacht hat...

partyausfall.de: Und die anderen CNE Leute, auch aus Deinem "Kaff"? Oder wo habt ihr euch kennengelernt?

Heiko / CNE: Wir kennen uns mehr oder weniger schon lange. Die Stuttgarter Szene war durch die Jahre hinweg immer cool. Es gab irgendwie Gott sei Dank nie Beef und man hat sich ständig auf Shows oder Partys getroffen. Ich hatte früher eine Oldschool-Band ("ALL RIOT"... falls das irgendjemand noch was sagt) und mit der haben wir damals auch ein paar Shows mit CNE gespielt und uns daher besser kennengelernt. Eines Tages rief Hildi (Gitarrist) bei mir an und meinte ob ich nicht Bock hätte bei ihnen mal den Gesang auszutesten, da sie sich gerade von ihrem alten Sänger getrennt hatten. Ich hatte Bock drauf, die Jungs auch und so bin ich nun seit fast 4 jahren mit am Start. Achja, um die Kaff-Frage nochmal aufzugreifen, wir kommen alle aus dem Umland von Stuttgart und haben dort auch unseren Proberaum. Stuttgart ist quasi unsere Homebase.

partyausfall.de: Ich warte immer noch auf die erste "Wir kennen uns alle schon aus dem Kindergarten und haben davor auch schon 10 Jahre in anderen Bands gespielt." - Geschichte... aber das war ja dann bei Euch auch nicht der Fall. Ich muss gestehen das ich CNE erst von der Split mit FINAL PRAYER kenne und da mochte der Funken noch nicht so recht rüberspringen. Die neue Scheibe dagegen gefällt.

Heiko / CNE: Danke für das Kompliment... CNE hatte das Pech früher eben Mucke zu machen, die den Leuten entweder damals zu krass war oder noch nicht in den Kram passte. Die Jungs machen den Style von Mucke schon fast 10 Jahre zusammen... als ich dazu kam hat sich, klaro, ein bisschen was verändert, aber nicht viel. Mit der Zeit werden eben auch die Jungs besser an ihren Instrumenten... mehr Zweistimmiges etc... aber der rote Faden ist durch alle Releases erkennbar. Deshalb wollen wir auch nichts vom sogenannten Metalcorehype - wie ich dieses Wort hasse - hören. Wir sind einfach Punks mit Hardcore Roots, die verdammt viel Spass am Metal haben und deshalb machen wir die Mucke, wie wir sie machen... früher fehlte CNE eben ein gutes Label im Rücken. Jemand der sich den Arsch aufreisst etc.! Mittlerweile passt das alles und deshalb läuft der ganze Laden auch ganz gut. Was das neue bzw. aktuelle Album angeht, sind wir allerdings das erste Mal komplett zufrieden mit einer Auskopplung von uns. Das Artwork ist super, die Aufnahme kann sich sehen lassen und wir haben immer noch Spass daran die "alten" Songs zu spielen... dann hat man denke ich vieles richtig gemacht.

partyausfall.de: Du bist also der Auffassung, dass Euch damals ein "besseres" Label heute einen besseren Standpunkt verschafft hätte?

Heiko / CNE: Egal wie oft sich die Band den Arsch wundgespielt hatte, CNE hatte einfach das Pech zuwenig gepusht worden zu sein in der Vergangenheit. Das hat sich schon sehr viel verändert in den letzten 4 Jahren. Unsere alten Aufnahmen können sich auch sehn lassen und sind mittlerweile auch alle ausverkauft, aber hat eben alles seine Zeit gedauert bis die Welt reif für uns war, hahaha... es ging aber nicht nur CNE damals so. Wenn ich an Disrespect aus Berlin denke... Mann oh Mann, die haben quasi damals den Metal wieder zurück in den Hardcore gebracht und interessiert hat es bedeutend wenig leute. Wäre die Band 5 Jahre später dran gewesen, hätten die alles abgerissen...

partyausfall.de: Das klingt mir dann aber schon etwa wehmütig nach "Mist, >Trend< verpasst!" oder?

Heiko / CNE: Neee warum denn??? Wir scheren uns eigentlich ein Scheissdreck danach was "in" ist. Trends haben eh im Punk/Hardcore nichts zu suchen. Jeder soll sein Ding machen und wenn mehrere Leute manche Sachen gleichzeitig gut finden, ist das für mich immer noch kein Trend. Das passt in die Modebranche, aber nicht hierher. Wir sind froh, dass wir soviel Shows spielen dürfen und soviel verdammt coole Leute auf unseren Shows kennen lernen können. Das ist doch der Grund warum Du die ganze Kacke Wochenende für Wochenende mitmachst: um Spass zu haben und mit Leuten die ähnlich / gleich denken wie Du abzufeiern... thats the real deal. Ich hab kein Bock auf so "ich hasse die welt und euch alle"- Kacke... yo. Shows sind dazu da um Spass zu haben, ob besoffen oder nüchtern, ob Bollo oder Punk. Es geht einfach darum zusammen ein Fass aufzumachen, wahlweise auch eine Flasche Sprudel... haha

partyausfall.de: Musikalisch erfolgreich zu sein, ist das aber nicht auch eine der Hauptintension einer Band?

Heiko / CNE: Ich sags mal so: wir machen Musik ja auch unter anderem weil wir etwas zu sagen haben, uns Dinge beschäftigen die wir in die Welt hinaus schreien möchten oder weil wir über bestimmte Dinge zum Nachdenken anregen wollen. Je mehr Leute deine Musik hören / mögen, umso grösser ist ja auch dein Einflussbereich! Und das ist Super, keine Frage. Es ist ja auch eine Wertschätzung, wenn Du nur sehr gute Reviews zurück bekommst und alle die Platte geil finden. Eine ganze ganze Menge Zeit, Schweiss und Herzblut stecken da drin. Schön wenn es honoriert wird. Es wäre aber definitiv extrem schlimm, wenn alle unsere Mucke geil finden würden, nur wir nicht mehr. Was ich damit sagen will ist, dass wir mit unseren Songs zufrieden sind, wenn man sie auch noch ein halbes Jahr später anhören kann und sagt: man der Song ist echt gut... das stellt mich mehr zufrieden als 100 gute Reviews. Momentan läuft es bei uns eben absolut Bergauf, wir finden die Songs immer noch gut und viele Leute hier in Europa auch. Das ist, na klar, der Wahnsinn.

partyausfall.de: In diese Phase des "Berganstiegs" kam ja auch der Labelwechsel zu LET IT BURN Records zu stande, erzähl uns doch mal wie es dazu kam?!

Heiko / CNE: Wir hatten ja die letzte Full Lenght "A HEARTBEAT AWAY" bei Beniihana Records veröffentlicht. Das Ganze lief gut, aber leider fehlte Björn letztendlich die Zeit und Energie uns weiterhin so zu unterstützen wie es wichtig gewesen wäre. Ich will an dieser Stelle keine Dreckwäsche waschen. Wir sind immer noch gut befreundet und es war uns wichtig, dass die ganze Sache sauber abläuft. Eine weitere Zusammenarbeit machte eben keinen Sinn mehr. Unsere CD ist quasi ausverkauft und Björn konnte und wollte nicht nachpressen. Deshalb war es für uns logisch, uns nach einem anderen Label umzusehen das Bock drauf hat die Scheibe als Re-Release rauszubringen. Wir kennen Chris von LET IT BURN schon eine halbe Ewigkeit und er sagte spontan zu. Wir sind sehr glücklich mit unser Entscheidung, er reisst sich echt den Arsch für seine Bands auf. Das nächstes CNE Album wollen wir nächstes Jahr nachschieben. Wir haben schon 8 Songs fertig und werden demnächst die Vorproduktion machen. Aufnehmen wollen wir dann nach einer Tour im Juni, ich schätze mal das im Juli alles im Kasten ist und wir zwischen September und November 2007 dann die Platte veröffentlichen können. Das Re-Release erscheint dagegen schon am 01.01.2007 mit verändertem Layout. Achja und vor kurzem wurde das Album als Vinyl Gatefold 12" released ... wer das Teil noch nicht hat, sollte schnellstens bestellen... ist quasi auch schon vergriffen :-)

partyausfall.de: Kannst Du schon ein paar Worte zu den neuen Songs verlieren? Was erwartet uns da?

Heiko / CNE: Noch mehr zweistimmige Melodien, noch mehr Motorradrock, noch mehr Aggro - die Songs gehen sehr ins Ohr, sind melodischer und gleichzeitig härter als die Lieder auf "A HEARTBEAT AWAY". Wer sich selbst einen Eindruck machen will, kann uns ja mal wieder auf einer Show auschecken... werden jedesmal Einen oder Zwei live zocken...

partyausfall.de: Haha, plant Ihr wieder eine so ereignissereiche Tour wie dieses Jahr mit FINAL PRAYER? Wo bis heute noch Dinge ungeklärt scheinen, wenn man Euren doch sehr unterhaltsamen Tourrückblick liest?

Heiko / CNE: haha... die Tour war einfach der Hammer... FINAL PRAYER sind schon ewig Freunde von uns... schon zu Zeiten der Vorgängerbands. Die Jungs um Felix haben einfach den gleichen Schaden wie wir... ich denke aber dass vorerst nichts aus einer weiteren gemeinsamen Tour wird. Aber ich hoffe dass es in Zukunft wieder klappt! Spass steht eben bei CNE und FP eindeutig im Vordergrund. Wir werden aber definitiv wieder im Sommer für zwei Wochen "on the road" sein. Mit wem checken wir gerade noch ab...

partyausfall.de: Und dann sicherlich auch wieder im Osten unterwegs? Auch Europaweit?

Heiko / CNE: Mit Sicherheit wieder im Osten... spielen ja liebend gerne dort. Da macht es einfach noch Spass. Die Leute haben Spass und Style spielt weniger eine Rolle als woanders in Deutschland... wir planen definitiv wieder nach Polen, Holland und Dänemark zu gehen. Haben auch gute Anfragen aus Schweden, aber das ist ja so arsch weit weg... mal sehn was sich da ergibt. Ich werd dich auf dem Laufenden halten, ist noch zu früh da jetzt zu spekulieren. Zuerst mal freuen wir uns auf unsere Show am 13.01. in Lichtenstein im Riot... Greyli feiert bekanntlich da seinen 30. und wir dürfen mit von der Party sein... haha, übrigens ist er einer der Gründe warum wir "addicted to pfeffi" sind.

partyausfall.de: haha... wo ich Dich grad an der virtüllen Strippe habe, Ihr habt ja zu "friends like you" ein recht abgedrehtes Video aufgenommen. Wie kam es dazu?

Heiko / CNE: Die Sache war eine ganz witzige Geschichte: ich saß eines morgens bei meinem Friseur und wir hielten den üblichen Smalltalk ab: na wie gehts und so palaber... er hatte irgendwo her mitbekommen dass ich in einer Band spiele und unterwegs bin und erzählte nebenbei, dass sein Sohn auch "auf so verrückten Scheiss" steht... und nebenher low-budget Horrorfilme dreht. Da bin ich neugierig geworden und wir haben uns mit Patrick von Night-Fall-Entertainment getroffen und eine Idee erarbeitet und schon gings los... hat einfach eine Menge Spass gemacht und war quasi umsonst. Wir wollten irgendein Gimmick auf die CD packen, aber mit Livevideos ist das immer so eine Sache, da die meistens extrem lausig sind... also haben wir uns entschlossen was zu machen, das eben ganz CNE ist. Haha und ich denke das ist uns gelungen. Wir planen ein neues Video für die nächste CD und es wird mindestens genauso abgefahren sein... haha

partyausfall.de: Fand das Video noch woanders Verwendung?

Heiko / CNE: Es wurde auch für einem Videosampler verwendet: HARD TO EARN - JOINING FORCES - da sind unter anderem auch FEAR MY THOUGHTS, CALIBAN, KORODED und viele andere mit vertreten.

partyausfall.de: Ja die Samplerreihe kenn ich, glaub mittlerweile ist die 4. Auflage erschienen. Ich meinte aber eher eine Veröffentlichung ausserhalb des Musikbereiches?

Heiko / CNE: Soweit ich weiß hat Patrick da bei einigen kleinen Videopreisverleihungen mitgemacht und auch den einen oder anderen Preis abgesahnt. Ist mir aber nichts grosses drüber bekannt. Das Video haben wir ja auch eigentlich nur "just for fun" gemacht ham... Mann oh Mann war das viel Kunstblut haha... wir sahen aus wie geschächtete Schaafe...

partyausfall.de: War aufjedenfall mal etwas anderes, also die Standardvideos.

Heiko / CNE: Eben und das sollte es auch sein... wir sind eben in vielen Dingen ein bisschen anders als andere Bands haha. Wie eben bei allem war es uns wichtig, dass auch rüberkommt wie zynisch, sarkastisch oder auch bescheuert CNE und seine Members sind... der Seher / Hörer will doch Entertainment und denke das bietet das Video auf jedenfall.

partyausfall.de: Wohl war. Wer jetzt vielleicht neugierig geworden ist, unter www.crisisneverends.de könnt ihr Euch das Splattervideo zu "friends like you" kostenfrei downloaden.

Allseits beliebt bei Interviews sind ja auch immer die Fragen zur allgemeinen Situation innerhalb der Szene und wie das die Bands so sehen. Da Du ja schon etliche Jahre Deine Zeit mit dieser Musik verbracht hast, möchte ich diese Frage auch gern an Dich weiterleiten. Mich würde gern auch Deine Meinung zum Internet im Bezug auf diese Entwicklung interessieren.

Heiko / CNE: Sich dem Internet zu verschließen ist absoluter Blödsinn. In keinem Job der Welt kommt man heute noch ohne PC oder Internet aus, da ist doch klar das sowas auch auf die Szene überschwappt. Damit habe ich ansich kein Problem. Nur leider nutzen die Leute diese Plattform um einen auf dicke Hose zu machen, ohne das sich etwas dahinter verbirgt. Ein Post in einem Forum unter einem Pseudonym ist eben schnell gemacht. Themen werden einfach tot diskutiert und es ist einfacher als jemand die Meinung ins Gesicht zu sagen. Musik ist und bleibt eben Geschmackssache!!! Und das ist ja auch gut so. Was mich definitv an der Entwicklung des Hardcore/Punk stört ist dass die ganze Sache zu unpolitisch geworden ist! Hardcore bedeutet sein Ding durchzuziehen, egal was andere darüber denken. Seine Meinung zu sagen und auch nicht den Schwanz einzuziehen... Hardcore ist antifaschistisch und ist nicht Trendkonform. Mir fehlt das kantige in unsere Szene etwas... aber das ist eben meine persönliche Empfindung.

Ausserdem muss endlich wieder kapiert werden, dass die ganze Internetpiraterie und Brennscheisse nicht nur die Kommerzbetriebe kaputt macht, sondern auch die kleinen Bands und Labels. Die investieren ihre letzten Kröten und bleiben dann auf den Scheiben sitzen weil sie sich jeder schon im Netz gezogen hat... das sag ich jetzt nicht weil ich in einer Band spiele und wir unbedingt Scheiben verkaufen wollen. Aber man sollte manchmal drüber nachdenken ob man nicht lieber die 10,- EUR investiert und eine Band unterstützt... nur mal so ein kleiner Denkanstoss. Keine der vielen kleineren Bands können davon leben oder werden reich davon. Wenn man Glück hat, kommt man auf Null und sogar das ist selten!

partyausfall.de: Jetzt hast Du mir schon wieder den Wind aus den Segeln genommen, zur "Piraterie" wollt ich nämlich nachher extra noch kommen. Also befassen wir uns kurz nochmal mit der direkten Entwicklung. Ich selbst bin ja auch kein großartig politischer Typ, von daher leg ich wohl auch nicht so das Augenmerk auf politische Textinhalte, zumal sich wohl auch einfach das Denken und die Probleme der Leute geändert haben.

Heiko / CNE: Hardcore ist und bleibt aber Hardcore! genauso wie Fussball Fussball bleibt und nicht Handball wird!

partyausfall.de: Sollten dann aber nicht in erster Linie die Bands wieder dafür sorgen diese politische Attitüde in den Vordergrund zu drücken?

Heiko / CNE: Definitiv. Aber meistens bestehen Bands ja aus Szenegängern! Also ändert das nichts an der Sachlage!

partyausfall.de: Du meinst wohl eher Trendgängern?!

Heiko / CNE: Nein, ich habe bewusst Szenegängern gesagt... Szene ist nicht gleich Trend... deshalb heisst es ja auch Szene und nicht Trend ;-)

partyausfall.de: Nunja es klingt etwas wiedersprüchlich. Einerseits bist Du definitiv der Meinung das in erster Linie Bands daran was ändern sollten, weil sie Szeneleute sind, andererseits ändert sich deshalb nichts an der Sachlage. Oder versteh ich das grad falsch?

Heiko / CNE: Es geht ja nicht nur um die Texte der Bands, sondern auch darum was man sonst so macht... Demos etc... Hardcore war ja seit jeher mehr als nur Musik. Es geht vielmehr darum was drumherum passiert. Ich geh selten auf Shows damit ich Band XYZ sehe, sondern eben weil mir die Leute dort wichtig sind, sie was gutes machen und sich engagieren! Live versteht man doch eh so gut wie keine Texte... es kommt auch drauf an was zwischen den Songs gesagt wird. Nur mal so als Beispiel! Da hören einem doch die Leute zu!

partyausfall.de: Nur das da die Bands kaum noch was ablassen...

Heiko / CNE: Eben oder sie lassen Sachen ab wie "fickt die Bude kaputt"... sorry nicht meine Welt!

partyausfall.de: Na vielleicht liest das ja manch Einer der sich dieser Worte auch an nimmt... zu hoffen bleibt es!

Heiko / CNE: Dann hab ich ja nichts falsches gesagt...

partyausfall.de: Durchaus nicht. Sprechen wir nochmal zur Piraterie.... grundsätzlich gebe ich Dir recht das der Download aus dem Internet gerade die kleinen Labels kaputt macht, nur ist die Flut an Releases ja kaum noch zu finanzieren. Ich will das jetzt nicht legitimieren, nur irgendwann muss ja die Kohle knapp werden und letztlich setzten sich wohl nur die absoluten Knaller durch. Man kauft nur das was man wirklich zu 100% will. Test- und Glückskäufer werden verschwindend gering.

Heiko / CNE: Da spricht ja auch nichts dagegen... es ist nur dummerweise eine Selbsverständlichkeit geworden CDs zu rippen und zu kopieren. Mir geht es nicht um die Leute die die Kohle nicht dicke haben und sich deshalb alles brennen. Es geht mir darum, dass als erstes mal geschaut wird ob es auf Soulseek oder anderen "Tauschbörsen" die Scheibe schon gibt, und sie nur dann einer kauft, wenn sie dort nicht verfügbar ist. Auf der anderen Seite kann man sich aber dann als Veranstalter oder Konzertbesucher nicht beschweren wenn die Band 50,- EUR mehr kostet als im Vorjahr, da eben sonst die ganze Sache nicht mehr zu halten ist... ich geb Dir recht dass es unendlich viele Bands gibt. Ist mir aber lieber, als wenn sich keiner mehr für irgendetwas engagiert!

partyausfall.de: Gut ich hab da etwas mehr Glück, da ich ja oftmals die CDs als Promo bereits vorher bekomme. Prinzipiell find ich es als Käufer aber schon besser vorher mal reinzuhören als blind zu kaufen. Nur halt eben blöd das es bei vielen Leuten dann wohl nicht mehr zum Kaufen kommt. MySpace ist da ja ein gutes Format diesen "Trend" etwas einzudämmen, da man ja dort bereits um einiges früher in die neuen Sachen reinhönren kann. Wie steht ihr zu MySpace?

Heiko / CNE: Wie gesagt ist das Internet eben die Werbemaschine Nr. 1 und MySpace "ersetzt" oder "ergänzt" die homepages. Aber Musik muss man ja Gott sei Dank trotzdem noch selber machen ahaha

partyausfall.de: wer weiß wie lang noch... haha... ok, Heiko, ich danke Dir für diesen netten Plausch und geb Dir noch die Chance ein paar Sätze los zu werden wenn Du möchtest:

Heiko / CNE: Letzte Worte: Danke für das Interview. Hat sehr viel Spass gemacht mal über "mehr" als nur Musik zu reden. Danke an alle die uns jemals in irgendeiner Art und Weise unterstützt haben. Wie sagt der Hagebaumarkt so schön: "Mach Dein Ding!"


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Boardmag

Germany
Date: 2006-10-17

Tanja hat sich am 16.10.2006 mit Heiko, dem Sänger von Crisis never Ends getroffen und mit ihm unter anderem über Nutten, Koks, Iron Maiden und vorallem das neue Album A heartbeat away geplaudert...

1. Wie ist denn das jetzt mit Koks und Nutten? Seid ihr denn schon so berühmt, da geht sicher einiges oder? (grinst)

Schön wär’s (grinst), ist aber nicht so, noch nicht sag ich mal, mit einem leichten Hoffnungsschimmer in den Augen. Dass wir eine Band sind, die gerne Spaß macht, wird ja sicherlich bekannt sein. Man sollte alles immer mit ein bisschen Humor sehen, was wir von uns lassen. Das Leben alleine ist schon viel zu ernst, da braucht man nicht auch noch "ich hasse alles"-Bands!

2. Euer neuestes Werk "A heartbeat away" ist auf Beniihana Records erschienen. Wie seid ihr denn zu denen gekommen? Seid ihr glücklich dort?

Ja, die Geschichte mit Beniihana ist leider auch schon wieder Geschichte, so ist das. Wir haben mit den Jungs um Björn gut und auch gerne gearbeitet, aber Probleme seinerseits im Privaten haben schließlich dazu geführt, dass er einfach nicht mehr die Kraft hatte, uns mit seinem vollen Potential zu unterstützen, so dass leider auch Labelaufgaben an uns hängengeblieben sind. CNE ist in letzter Zeit, was den Zuspruch von vielen Seiten betrifft, sehr gewachsen. Es ist immer schwierig für die Zusammenarbeit mit einem Label, wenn man selber schneller wächst als das Label und nicht mehr genügend investiert wurde, um einen dementsprechend noch ein Stückchen weiter zu bringen. Aber Schwamm drüber, es gab keinen Streit, wir sind immer noch Kumpels, und konnten das für alle Beteiligten zufriedenstellend klären. Es war uns wichtig, dass die Sache mit Björn eben so sauber wie möglich abläuft, da sich auch durch die gemeinsame Arbeit eine Freundschaft entwickelt hat! An dieser Stelle noch mal danke an Björn.

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3. Erzähl doch mal bitte mehr über euer neues Werk. Stilistisch bedient ihr euch ja im Schwedensektor und man hört, dass Iron Maiden für euch keine Unbekannten sind.

Echt ? Ist mir nicht aufgefallen. Iron Maiden ? Nie gehört !! Ok, Spaß beiseite, Maiden sind ne Killerband, und was Schwedenmetal angeht, na ja, At the Gates, In Flames, The Duskfall, usw. sind schon sehr gute und einflussreiche Bands, möcht ich mal sagen. Besonders At The Gates mit Lindberg am mic, was ein Sänger, unglaublich. Oder The Haunted, eine super Band. Wobei ich auch sagen muss, dass die zweistimmigen Gitarren bei uns nicht nur von Maiden, sondern eher bei Thin Lizzy "ausgeliehen" worden sind, hahahah. Wir wollten ne Platte aufnehmen, die Melodien enthält, immer nur stumpfes Gemoshe, das sind keine Platten, die man nach 3 Jahren noch hört. Wir wollten ne Platte haben, die man nach 2-3 Jahren noch aus dem Schrank zieht und sagt, man, "friends like you", super Refrain. Das war der Plan, sofern es den gab, weil eigentlich spielen wir solche Sachen, auf die wir auch Bock haben, und wenn das mal nur Gebolze sein sollte, dann wird da so sein. Nichts schlimmeres, als sich selbst zu limitieren. CNE haben immer ihr eigenes Ding gemacht und das hört man auch durchweg bei allen Auskopplungen. Mal kommen die Leute mehr auf uns klar, mal weniger. Es ist eben wichtig, dass man immer noch gern proben geht und von seinen eigenen Songs überzeugt ist. Wir sind zufrieden, wie das alles glatt ging. Ich hör mir die Scheibe immer noch gerne an und mir gehen die Songs immer noch nicht auf den Sack. Das ist ein Zeichen, dass man echt mit dem Geleisteten zufrieden sein kann. Natürlich will man im Nachhinein immer was anders machen, aber dafür macht man schließlich wieder neue Songs und davon haben wir jetzt schon ein halbes Album auf Tasche…

4.Zudem gibt’s auf der Scheibe ja noch ein Video zu "Friends like you" zu sehen. Wieso habt ihr das da mit draufgepackt?

Naja, wir wollten nen kleinen Gimmick draufpacken, und da wir die Gelegenheit bekamen, für ein "lowest of the low-budget" ein Video zu drehen, haben wir das dann gemacht. Und deswegen natürlich auch auf die Scheibe gepackt, sonst wär’s ja nur auf der Homepage oder bei youtube und so is nochmal ein kleiner Gimmick auf der Platte und man sieht, was wir für Äffle sind. Der Spaß hat bei uns kein Loch und das sieht man in dem Video ziemlich deutlich. Wie ich schon einleitend sagte, ist das eben an sich schon ernst genug. Ich brauche keine "ich hasse alle und jeden"-Band, sondern jemand der mich entertained und ehrlich ist und ich denke man merkt, dass beides auf CNE zutrifft.

5. Du bist ja jetzt seit 2004 als Sänger mit dabei. Wie denkst du hat sich der Sound seither verändert und welche Einflüsse hast du mitgebracht?

Ich wage zu behaupten dass sich der Sound von CNE ständig entwickelt. Es gibt kein Album, auf dem sich Songs oder Riffs wiederholen, da wir uns sehr viel Gedanken über Songwriting machen. Musik ist eben was total subjektives und man wird durch so viele Sachen beeinflusst, die man selber nicht beeinflussen kann. Ich denke man hört bei uns durchweg, dass wir Fans von Iron Maiden oder alten Metallica sind. Daher auch unsere Metalkante. Ich denke, dass man schon sagen kann dass ich die Band beeinflusst habe, aber in welcher Weise sollten andere beurteilen und nicht ich selber. Was sich definitiv verändert hat ist, dass wir in vielen Sachen versuchen professioneller zu sein. Ich habe bis vor kurzem die ganze Booking, Merch und Promoarbeit bei CNE gemacht. Dafür fühlte sich vorher irgendwie niemand zuständig und es wurde so halbherzig gemacht. In diesem Bereich hat sich definitiv einiges verändert. Im Bereich Musik kann und will ich definitiv nicht behaupten in welcher Weise wir uns durch mich verändert haben, da es auch verdammt schwierig ist, die eigenen Songs zu beurteilen. Das machen andere schon zur Genüge. Uns gefallen sie, wir spielen sie gern und das ist das was zählt!

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6. Was und wen wollt ihr mit Eurer Musik erreichen?

Wir wollen Leute erreichen, die unsere Musik mögen, die uns als Menschen mögen, wir wollen keine Rockstars oder so was werden, ok, das mit dem Koks und den Nutten wäre ein Argument, sich das noch mal zu überlegen, nein, mal im Ernst, wir wollen Hardcorekids, Metaller und Punks erreichen, weil ich denke, dass es bei allen diesen Stilen am ehesten darum geht,dass man sich nicht irgendeine Scheiße vorsetzen lässt und die dann einfach konsumiert, sondern sich eigene Strukturen aufbaut, auf kleine Dhows geht, in kleinen Distros Cds und Platten kauft, und nicht einfach nur sinnlos konsumiert, sondern auch auf andere Sachen als nur die Musik achtet. Das fehlt mir heute bei vielen, ich denk an da an die ganzen Karate-kids mit ihren Staubmasken und Bandanas vor dem Gesicht. Dabei weiss doch jeder, und zwar wirklich jeder, ein Bandana gehört um die Stirn und drüber ne Meshcap mit hochgeklapptem Schirm, und dazu "possessed to skate" ausm Tapedeck. Wunderschön !! Nein, dafür gibt's ein Wort, und das heißt "Attitude", und ich hab das Gefühl, dass die eben vielen Kids heute fehlt. Nicht allen, aber vielen. Und Attitude kann man auch nicht bei ebay kaufen!

7.Wie steht ihr dazu, dass momentan vermehrt rechtes Gedankengut über Musik verbreitet wird? Ich denke da an die "Schulhof-CD’s".

Zuallererst mal ist rechtes Gedankengut völlig inakzeptabel. Da brauchen wir nicht drüber zu reden, Hardcore/Punk ist ant-fascist und muss das auch bleiben. Die von dir angesprochenen Sampler, sind ein anderes Problem. Im Prinzip machen die Faschos das Gleiche wie wir Punks und Hardcore-Leute. Sie haben ne Meinung und verpacken diese Scheiße dann in Musik. Auf diese Weise sollen wohl schon Jugendliche herangezogen werden, um nachher so ne Scheiße zu denken. Schlimm ist dass man nicht entsprechend reagiert oder reagieren kann. Lass die Scheiben irgendwo in Taka-Tuka-Land pressen, und keiner weiß mehr, wer der Verantwortliche ist. So werden eben nicht die Jungs in den Anzügen und mit den Unidiplomen erwischt, sondern die armen Idioten, die so dumm sind, und die Dinger verteilen, das Fussvolk eben. Aber die gefährlichen Typen, die die was in der Birne haben, die kriegt man nicht. Ich denke, dass wichtigste ist Prävention, man muss den Kids Bildung und Perspektiven geben, dann haben es solche Rattenfänger viel schwerer, die Jugend zu beeinflussen.

8. Was tut ihr dafür, solche Ansätze im Keim zu ersticken und wie würdet ihr reagieren, wenn auf einmal ein Song von Euch dabei wäre?

Was kann eine Band wie wir dagegen tun? Nun, wir können das machen was jeder machen kann, wir können den Mund aufmachen und nein sagen zu Faschos und rechtem Gesockse. Wir machen auf der Bühne das Maul auf und sagen unsere Meinung. Zivilcourage ist denke ich das große Stichwort. Wenn ein Song von uns dabei wäre, würde ich mich zuerst wundern, woher die uns kennen, hahaha. Ehrlich gesagt, hab ich mir da noch nie Gedanken drüber gemacht, aber dann müssten wir wohl rechtliche Schritte einleiten und entsprechend reagieren, um klar zu machen, dass wir mit so rechter Scheiße nichts zu tun haben wollen.

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9. Ihr wollt ja noch eine Repress rausbringen. Habt ihr da schon ein Label gefunden und wie sieht es mit einer Vinylversion aus?

Zu unsere Vinylauskopplung passt wirklich: Crisis never ends… ne Spaß beiseite. Nach 3 Monaten im Presswerk!!! haben wir nun endlich die ersten Kopien hier und das Teil sieht einfach Hammer aus… haha. Ich bin einfach n Vinyljunkie und es ist das Größte seine eigene Scheibe auf Vinyl zu haben. Super, dass uns Supreme Chaos Records diesen Traum verwirklicht hat!
Zur Repress haben wir auch brandheisse News für dich: wir sind uns mit Chris von Let It Burn Records (Final Prayer, Dark Day Dungeon…) aus München einig geworden. Wir hatten ein paar Interessenten für die Scheibe, aber haben ihm den Zuschlag gegeben, da wir ihn schon lange kennen und er sich für die ganze Scheiße sehr reinhängt. Das Teil wird Anfang des Jahres zu haben sein und leicht verändert auf den Markt kommen.

10. Wie waren eigentlich bisher so die allgemeinen Resonanzen auf Euer neues Werk? Seid ihr zufrieden damit?

Auf jeden Fall sind wir zufrieden damit. Die Reaktionen waren bis auf ein oder zwei Reviews durchwegs sehr gut. Klar, erhofft haben wir uns das schon, aber so recht dran geglaubt hat auch keiner. Man ist ja selbst nie 100 % zufrieden, obwohl ich sagen muss, dass ich mir die Songs immer noch anhören kann, und zufrieden bin, und das ist eigentlich auch unser Ziel gewesen. Ne platte mit Songs zu machen, die so ein wenig den Test of Time bestehen, sag ich mal. Ich will mir die Platte in ein paar Jahren anhören können und sagen, man, wir haben ne gute Platte mit amtlichen Songs aufgenommen.

11. Was ist als nächstes geplant?

Wie gesagt kommt jetzt zuerst mal die Vinyl und die Repress über let it burn. Wir sind kaum aus dem Studio raus gewesen und haben schon wieder neue Songs geschrieben. Momentan sind 6 Songs plattenreif, der Rest wird in den nächsten 3 Monaten fertig sein. Ende des Jahres werden wir mit ein paar Labels in Verhandlung treten und es wird sich denke ich bis zum Frühjahr entscheiden haben, wer die neue Full-Length von CNE rausbringt. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man sagen, dass die Songs noch melodischer sind, aber gleichzeitig auch etwas tanzbarer und aggressiver. Man darf also gespannt sein. Wen interessiert wie sich die neuen Songs anhören, darf uns gern auf ner live Show besuchen, wir werden jede Show einen anderen neuen Song performen um auch zu sehen ob ihn die Leute genauso gut finden wie wir…
Im punkto Shows und Booking hat sich auch einiges bei uns getan. Wir haben von Avocado zu MAD gewechselt und sind bereit wieder massig Shows zu spielen.

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12. Momentan gibt es ja etliche Bands die auf das Zugpferd Metal-HC aufspringen. Wie versucht ihr euch von der großen Masse abzugrenzen?

Wir schminken uns nicht, haben keine cleanen Gesang, hahahha. Das reicht doch schon. Nein Spaß beiseite, ich denke, dass man uns nicht mit Bands wie bspws. Caliban oder AS IS LAY DYING vergleichen kann. Ich muss auch sagen, dass bis auf die alten Sachen von Caliban die ganzen Metalcorebands an mir vorübergehen. Da gibt es wenige, die hängenbleiben. Unearth beispielsweise, die Jungs können einfach spielen, oder Cataract, aber das is auch eher ne Trashdampfwalze mit Schweizer Präzisionsfahrwerk. Darkest hour noch, wobei die ja auch eher die Schwedenschiene fahren. Metalcore ist für mich das Unwort des Jahres. Was ist Metalcore??? Wir sind definitiv eine Band, die ihre Roots schon seit über 10 Jahren im Hardcore hat, aber einfach Spaß dran hat, zweistimmige Gitarren in unsere Songs einzubauen. Die Beschreibung Metalcore passt mir persönlich nicht in den Kram. Wir sind Kids mit Hardcore-Roots, Metalriffs und Punkrockattitude. Nicht mehr, nicht weniger!

13.Woher kam die Idee mit dem Herzschlag am Anfang der Scheibe. Und wie seid ihr auf den Titel gekommen?

Wir wollten, dass die ganze Platte in sich ein rundes Ding wird und daher auch Intro und Outro auf der Platte. Der Herzschlag kommt klar vom Titel, passt ja gut zusammen. "a heartbeat away" steht für die ganzen Sachen im Leben, wo gute und schlechte Zeiten, positive und negative Aspekte des Lebens so nah beieinander liegen, dass oft eben nur ein Herzschlag zwischen Freude und Trauer ist. Man weiß nie, was einen Herzschlag weiter im Leben passieren wird.

14. Was gibt’s noch besonders wichtiges zu sagen?

Wir ham nen Song geschrieben der THE MIRROR heißt. Der Song beschäftigt sich nicht damit, dass man morgens ne Stunde vorm Spiegel stehen soll um zu checken ob die Frisur auch richtig sitzt, sondern es geht darum, dass man sich so verhalten sollte, dass man morgens noch in den Spiegel schauen kann… ein guter Freund von mir hat mal gesagt: du musst morgens noch hinter dem stehen können, was du gestern gesagt hast! Und damit hat er vollkommen recht. Also STOP AND THINK!

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15. Erzähl doch mal noch ein wenig über die Personen, die hinter CRISIS NEVER ENDS stehen.

Also CNE sind außer mir am Mic, noch Jürgen an der Gitarre, Stephan ebenfalls an der Gitarre, Michael am Bass und Sascha ist der Schlagzeuger. Wir sind alle Mitte zwanzig, sehr umgänglich und stubenrein, hahaha, also man kann uns gefahrlos für ne Show buchen, wir spielen in jeder Besenkammer und räumen nach der Party auch wieder auf.

16. Besten Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg für Euch!!

Hey, wir haben zu danken! Wenn das Interview Lust auf mehr gemacht hat, dann checkt doch einfach mal unsere Seite oder macht ne Show mit uns. Danke fürs Lesen und danke für eure Zeit!


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Metal Inside

Germany
Date: 2006-07-06

CRISIS NEVER ENDS haben mit "A Heartbeat Away" eine starke Scheibe beim rührigen Beiinhana-Label veröffentlicht und präsentieren diese sehr ausgiebig an der Live-Front. Gerade zurück von ihrer Tour mit FINAL PRAYER, stand mir Sänger Heiko zur Verfügung und gab Auskunft über hosenlose Mercher, die Tour, die Pläne für den Rest das Jahres und natürlich das neuen Album.
Eure "Final Crisis"-Tour ist vorbei. In Hamburg hattet ihr erkennbar Spaß, auch wenn das Publikum etwas lahm war. Wie siehst du die Tour im Rückblick?

Die Tour mit Final Prayer war ein voller Erfolg! Wir hatten ne Menge Spaß, ne Menge netter Typen und Mädels kennen gelernt, die besten Aftershowparties der Welt und überweigend sehr gute Shows. Wer Bock hat das alles nachzulesen kann sich auf unserer Homepage das Tourtagebuch downloaden, geschrieben von unserem Mercher Nobby!

Habt ihr euren Merchandiser wieder wohlbehalten abgeliefert? Auf normalen Wege seit ihr ja nicht an den gekommen...

Also ich fang mal bei Adam und Eva an…
Vor der ersten Show haben wir bei Würzburg an nem Rasthof gehalten… als wir wieder aus der Raststätte zum Van zurückliefen quatschte uns n Typ im Champion Shirt an…
Er: „Hey Jungs, seid Ihr ne Band?“
Wir: „Ja“
Er: „Seid Ihr auf Tour oder was macht Ihr?“
Wir: „Ja, heut ist unser erster Tag von 10!“
Er: „Hey, ich hab nix zu tun, bin arbeitslos und hab Bock n bisschen in der Welt rumzukommen. Braucht Ihr nen Mercher?“
Wir: „Alter geht klar. Du bist dabei!“
Wir nennen ihn alle nur Nobby No Pants weil er bei jeder Gelegenheit in Bierlaune seine Hosen runtergelassen hat und es total abgefeiert hat. Crazy Dude, aber es war die beste Entscheidung Ihn mitzunehmen. Da Nobby ja auch n bisschen Kohle brauchen kann, ham wir ihm dann von jedem Merchartikel den er verkauft hat 30ct zukommen lassen…
(Anm.: Für alle die diese Geschichte cool finden bitte hier NICHT weiterlesen: wer wirklich wissen will was passiert ist, sollte sich unser Tourtagebuch auf unserer Homepage downloaden… Nobby hat dieses verfasst und wir hams online gestellt… lachkrämpfe garantiert ;-) )

Habt ihr für 2006 noch weitere Tourpläne?

Puh, wir sind die letzten zwei Jahre ständig On The Road gewesen. Ham letztes Jahr weit über 50 Sjows gespielt und zwei Europa Touren mit Balkan, Österreich, Schweiz, Belgien etc… und dieses Jahr waren wir auch schon zweimal auf Eurotour. Einmal um unser neues Album im Vorfeld zu pushen, das andere mal eben jetzt mit Final Prayer. Ist eben immer auch ne Urlaubssache bei uns, wir ham alle mindestens einen Job an der Hacke. Eigentlich ist für dieses Jahr geplant, dass wir im Herbst und Winter noch massig Wochenendshows spielen, ich denke es werden dieses Jahr insgesamt 70 Shows, und Anfang nächsten Jahres zuerst Touren und danach unser neues Album aufnehmen, welches für Herbst nächsten Jahres geplant ist.
Falls jemand Bock hat uns mal live zu sehen, einfach anmailen. Wir sind eigentlich dafür bekannt, dass wir in jeder Besenkammer für coole Konditionen zocken…

Kommen wir mal zu eurer aktuellen Scheibe, "A Hearbeat Away". Wie sind bisher die Reaktionen darauf?

Die Reaktionen sind durchweg Hammer. Wir sind sehr zufreiden mit dem Album. Ein Album ist für mich gut, wenn ich ewig Zeit im Studio verbracht habe, die Songs zehntausend Mal angehört hab und sie mir immer noch gefallen… dann komm ich klar auf das was ich / wir produziert haben, aber ich denke du meinst hauptsächlich wie die Presse darauf reagiert hat.[och, beides – lh]
Also wir ham für „A Heartbeat Away“ durchweg sehr gute Rezensionen bekommen, ob das in kleinen Magazinen oder in großen wie dem Metal Hammer oder Legacy war. Dass unsere Scheibe wohl nicht ganz schlecht sein kann, zeigt auch, dass wir zur der Juli Ausgabe des Metal Hammer nen Song beisteuern durften.
Wir haben massig Reviews bekommen, langsam wurde uns unheimlich, dass kein einziges schlechtes dabei war. *lacht*. Aber wir ham dann doch noch n schlechtes Review bekommen und waren alle glücklich darüber ;-) Nachlesen kann man alle auf unsere Homepage, falls es jemanden interessiert.

Bist du selbst zufrieden mit dem Album? Auch wenn es im Nachhinein immer Sachen gibt, die man ändern möchte...

Ich bin eigentlich durchweg zufrieden. Wir ham verdammt viel an den Songs gearbeitet und es steckt verdammt viel Herzblut drin. Natürlich denkt man manchmal ob man Kleinigkeiten an dem einen oder anderen Song ändern würde, aber die Frage ist doch ob die Songs dann wirklich noch so sind wie sie sind! Sachen ändern werden wir an neuen Songs, wir arbeiten schon kräftig an unserem nächsten Album, aber der berüchtigte Rote Faden der durch alle unsere Releases geht wird auch weiterhin bestehen.
Bei so viel Arbeit und Herzblut ist es schön zu hören, dass die Songs nicht nur uns gefallen… CNE machen seit Jahren ihr Ding. Soll heissen wir machen eigentlich den Sound den wir immer gemacht haben, haben jetzt n gutes Label im Rücken und das zahlt sich für uns jetzt eben aus, dass wir uns die letzten Jahre den Arsch wundgespielt haben.

Wer hat das wirklich schöne Cover gestaltet? Wie steht es in Verbindung zum Platentitel?

Das Artwork wurde von Phil von Beniihana Records entworfen. Wir haben Ideen und Vorschläge gesammelt und er hat das Artwork daraus gebastelt. War uns wichtig, dass wir diesesmal nicht alles am Album machen müssen, sondern uns auf die Aufnahmen und die Songs konzentrieren konnten. War im Nachhinein richtig so, denn Phil hat nen verdammt guten Job gemacht! Phil hat von uns Alle Songs im RoughMix und die Texte dazu bekommen und sollte sich dazu dann noch Sachen einfallen lassen. Uns war wichtig zu wissen wie das Album auf andere als uns wirkt. Wir wollten es passend zu den Songs machen. Das ist uns denke ich dadurch sehr gut gelungen! Sollte eben von vorne bis hinten ne runde Sachen werde, deshalb auch Intro und Outro auf der Platte…

Worum geht es in den Texten, gibt es sowas wie einen roten Faden? Wie wichtig sind die Texte für dich?

Also gleichmal vornweg: die Songtexte von CNE schreibt unser Basser Michael und nicht ich. Hängt einfach damit zusammen, dass Michael das schon bei Crisis gemacht hat bevor ich 2004 zur Band gestossen bin. Michael ist der Lyriker bei uns, er kann sich sehr gut in englischer Sprache ausdrücken und spricht uns mit seinen Texten allen aus dem Herzen.
Eine kleine Erläuterung dazu, ich finde es sehr wichtig, wenn man schon englisch singt, oder schreit, sollte das wenigstens in nem praktikablen bzw. guten Englisch geschehen. Da haben wir mit Michael den perfekten Mann für.
Als Roten Faden kann man aber gut sagen, dass die Texte von CNE durchweg persönlicher Natur sind, mit denen sich aber jeder identifizieren kann und sich ein Stück weit selber findet. Bei uns in der Band ist es eher so verteilt, dass jeder das macht was er eben am besten kann…
Meine Stärken liegen im ganzen Verwaltungs und Organisationskrimskrams und ich mach im Endeffekt in der Band alles vom Booking bis zum Merch. Andere der Band sind eben im Songwriting stark und kümmern sich hauptsächlich darum. Wir ham das so ganz gut unter Kontrolle und passt so am Besten, deshalb gibt es da für uns auch keinen Grund da was zu ändern.
Allerdings muss man sagen, dass wir uns sehr wohl über Songtexte unterhalten. Es ist uns wichtig, welche Themen dort angesprochen werden und wie das rüberkommt. Ein Beispiel dazu: wir ham die Schnautze voll von dem „Ich bin böser als du…“ unsere Texte werden sich nie mit „Ich hau Dir aufs Maul“ befassen, dass können gerne weiterhin andere Bands übernehmen. Wir wollen durch unsere Texte eher zum Nachdenken anregen.
Moshen mit Attitude ist denke ich da das richtige Stichwort!

Wie wichtig ist für dich eine Sortierung in ein Genre? Klappt das bei euch überhaupt? Ich hatte in HH das Gefühl, das euch viele HC-Kids geschnitten haben, weil ihr denen zu metallisch wart... ärgert dich sowas?

Puh, also zuerst mal muss jeder selber entscheiden in welche Schublade er uns steckt. Wir sind einfach Hardcore Kids die Ihre Roots im Metal haben und einfach verdammt viel Spass daran haben zweistimmige Gitarren zu spielen. Über uns wurde mal in nem Live-Review gesagt: Hardcore Roots – Metal Skills – Punkrock Attitude!
Ich denke das trifft es genau. Uns interessiert es ehrlich gesagt nicht wer unsere Musikstil wie betitelt. Wer uns schon mal live gesehen hat, weiss dass wir ganz einfach unterhalten wollen und ich denke das gelingt uns ganz gut! Liest man Reviews der neuen Scheibe merkt man, dass unser Musikstil vom melodic Deathmetal, über Metalcore, bis hin zu TrueCore beschrieben wird. Jeder empfindet diese CD anders und genau das wollten wir bewirken!
Ich hatte weniger das Gefühl, dass wir von diesen Hc-Kids in Hamburg geschnitten wurden. Es ist ganz einfach so, dass wir eben keine reine Moshband sind, sondern viele Melodien und auch Blastparts haben. Das moderne Hardcore-Kid tanzt doch nur noch auf Songs bei denen man die Arme kreisen lassen kann. Unsere Songs sind für viele von denen eben nicht tanzbar. Da ist einfach Schädeln angesagt und das geht ja mit abrasierten Haaren schlecht *lacht*
Wir spielen 90% unsere Konzerte im Hardcore-Sektor und das macht im Jahr ca 60 Shows aus, also kann eigentlich von „Schneiden“ keine Rede sein und unsere Platte würde sich dann wohl auch nicht so gut im Hardcorebereich verkaufen… Ihh habt 2005 eine Split rausgebracht, habt ihr das in Zukunft auch wieder vor? Wenn ja, wer wäre euer Wunschpartner?

Splits sind ne tolle Sache, weil man eben was mit befreundeten Bands machen kann und es einfach immer gutes Zeugs für schmales Geld für den Endverbraucher gibt. Das ganze hängt allerdings von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Split mit Final Prayer kam zustande, da ich damals neu zur Band gestossen bin und wir ein Lebenszeichen geben wollten bevor die neu Full-Length rauskommt. Ausserdem kenne ich Felix von FP schon über zehn Jahre und Berlin und Stuttgart verbindet seit vielen Jahren vieles in der Hardcore Szene… so kam das damals zustande…
Eine Split in Zukunft wäre super, ham uns da auch schon was witziges für überlegt, aber das ist noch nicht so spruchreif. Prinzipiell hängt die Sache aber vom Release unseres nächste Albums ab, das hat natürlich Vorrang. Splitprojekte sind in meine Augen Freundschaftsprojekte, ich hab keinen Bock ne Split mit ner Band zu machen, die ich musikalisch mag, aber die Typen nicht ab kann…
Kann gut sein, dass wir noch mal was mit Final Prayer aus Berlin machen… Bock hätten beide Seiten, aber das wird sich zeigen. Zuerst mal wird unser Album über n süddeutsches Death Metal Label namens Supreme Chaos auf Vinyl released in lim. Gatefold Version. Anfang nächsten Jahres werden wir wieder mit unserem Produzenten Vagelis Maranis unser nächstes Full – Length in den Maranis Studios in Backnang produzieren.
Wo dass rauskommt wird sich denke ich auch in der zweiten Jahreshälfte klären, aber wir sind sehr zufrieden mit unserem Labelboss Björn von Beniihana-Records. Die neue CD verkauft sich sehr sehr gut und evtl. kommt noch mal n Spezial nach den Sommerferien raus, aber das sind bisher alles ungelegte Eier…

Und ein paar letzte Worte?

Diese Shoutouts nutze ich gern um einfach mal an dich danke zu sagen, dass wir auch langsam im Metal zu manchen Gehörgängen finden… Danke für das Interview und dein Interesse an uns. Danke an alle, die nicht in Discos gehen sondern CDs von Bands kaufen und auf Shows gehen, ohne Euch würds uns nicht geben und der ganze Scheiss würde nur halb soviel Spaß machen…
Danke An ALLE die das hier lesen und nicht wissen warum sie ihre Zeit damit verschwenden und an ALLE die an irgendwas und irgendjemand glauben, ob Metal, Hardcore oder Punk. Checkt unsere Homepage und trinkt nen Pfeffi mit uns auf einer unserer Shows. Danke


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Metal.de

Germany
Date: 2006-05-28

Deutschland ist voll von hoffnungsvollen Undergroundacts, vor allem im Bereich des boomenden Metalcore. Manchmal gestaltet es sich schwer, den Überblick zu behalten zwischen der nicht enden wollenden Veröffentlichungsflut und den kaum zu durchschauenden Möglichkeiten, beinahe jeden Tag in der eigenen Umgebung auf Konzerte zu gehen. Dies alles sind Faktoren, die aufstrebenden Formationen ihren Weg nach oben nicht gerade vereinfachen. Umso wichtiger ist es, kleine Perlen des Undergrounds wie z.B. "A Heartbeat Away", das neue Werk der Schwaben CRISIS NEVER ENDS, größer hervor zu heben. Frontmann Heiko Blocher stand Rede und Antwort.

Crisis Never Ends - "Metalcore ist für mich das Unwort 2006!"


Moinsen! Was geht gerade ab im CRISIS NEVER ENDS-Camp?

Hi! Wir sind gerade tierisch im Stress wegen unserer kommenden Eurotour im Juni zusammen mit FINAL PRAYER aus Berlin. Wie das immer ist bei so Touren, werden einem ab und an Shows gecancelt, weswegen ich gerade heftigst nach Ersatz suche. Merch muss auch noch gemacht werden. Das übliche Programm eben. Aber muss ja auch so sein… unseren Spass haben wir auf Tour!

Auch wenn diese Frage unbeliebt ist: Stell Dich und Deine Jungs doch mal kurz unseren Lesern vor!

CRISIS NEVER ENDS bestehen aus Heiko Blocher (26, Vocals), Stephan Hildebrand (26, 6-String), Jürgen Kurz (28, 6-String), Michael Hafner (25, 4-String) und Sascha Beul (26, Drums). Ich denke, ich spreche im Namen aller, wenn ich behaupte, dass Musik seit jeher unser grösstes Hobby ist. Sei es aktiv als Band oder passiv als Konsument auf Konzerten oder aus der Konserve. Michael, Sascha und ich sind eher die Sporties unserer Band. Stephan ist ständig am Gitarrespielen. Außerdem ist er verdammt gut am "Halbeglas". Jürgen fährt in seiner Freizeit BMX und MotoCross.

Eure zweite Full-Length-Platte "A Heartbeat Away" ist vor kurzem erschienen. Wie sind die Reaktionen?

Reaktionen gab es vielerseits und vielerorts. Beschränkt man sich auf das, was die Presse von sich gibt, waren die Reaktionen durchweg positiv. Wir hatten nur ein einziges, nicht so gutes Review. Wäre das nicht dabei gewesen, hätte ich mich aber auch langsam verarscht gefühlt, so gut waren die Reaktionen. Natürlich haben wir uns das erhofft, aber damit gerechnet haben wir nicht. Nachlesen kann man alles auf unsere Homepage, falls es jemanden interessiert. Jedoch sind Reviews für uns alle mehr oder weniger Schall und Rauch. Wichtig ist, dass wir der Meinung sind, eine gute Platte rausgebracht zu haben. Ich kann sie mir immer noch anhören, obwohl ich die Songs schon 10.000 Mal gehört habe. Ich denke, es ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Platte doch ganz gut Gas hat. Es steckt auf jeden Fall eine ganze Menge Arbeit, Schweiß und Blut darin. Hat sich aber zweifelsohne alles gelohnt!

Welche Krise ist es, die laut Eurem Bandnamen nie endet?

Gegenfrage: Heute schon Nachrichten geschaut? Schau dir doch an, was in unserer Welt abgeht. Ich denke, dadurch beantwortet sich die Frage von selbst.

"A Heartbeat Away" ist ein vielseitig auslegbarer Plattentitel. Was genau steckt dahinter?

Genau das war unser Ziel. Ich denke, wenn man unsere Platte anhört, kein Foto von uns sieht und uns nicht persönlich kennt, könnte "A Heartbeat Away" auch von langhaarigen Kuttenträgern geschrieben und gespielt sein. Wir wollten einfach ein Artwork und einen Albumtitel zur Platte haben, ohne welchen wir sofort in eine bestimmte Schublade gesteckt werden. Uns war wichtig, dass ein objektives Urteil über die Songs gefällt wird und wir nicht von vornherein in eine bestimmt Ecke gedrängt werden. Ziel war es, dass jeder Hörer sich selbst ein Urteil bildet. Deshalb haben wir auch keine Bandfotos mit ins Booklet gepackt. "A Heartbeat Away" steht für die ganzen Sachen, die einem am Herzen liegen. Wir machen Musik/Krach, da uns die ganze Szene, oder wie du das auch immer nennen willst, am Herzen liegt. "A Heartbeat Away" steht dafür, wie eng Freud und Leid im Leben beieinander liegen können. Wir sind keine Band, die nur negative Texte schreibt. Wir leben hier am Rande der schwäbischen Alb, nicht im Ghetto in der Bronx. Ich brauche nachts keine Angst haben, das Fenster offen zu lassen. Außerdem hängt uns die ganze Bösetuerei und Bad-Guy-Kacke aus dem Hals raus. Das Album so neutral zu benennen, war im Nachhinein die richtige Entscheidung. Liest man Reviews der neuen Scheibe, merkt man, dass unser Musikstil vom Melodic Death Metal über Metalcore bis hin zu True Core beschrieben wird. Jeder empfindet diese CD anders und genau das wollten wir bewirken!

Wie würdest Du CRISIS NEVER ENDS jemandem beschreiben, der von jeglichen Fachtermini wie Metalcore oder von Bands wie AS I LAY DYING oder HEAVEN SHALL BURN keine Ahnung hat?

Ich denke, CRISIS NEVER ENDS sind schwierig oder auch ganz einfach zu beschreiben. Wir machen schon seit vielen Jahren genau diese Musik. Es gab Jahre, in denen interessierte sie weniger Leute. Wir wurden als Metal abgestempelt, da Metal wohl uncool war. Jetzt interessiert es wieder mehr. Jetzt sind wir plötzlich wieder Metalcore, da es einen Hype gibt. Metalcore ist für mich das Unwort 2006! Wir sind einfach Hardcore-Kids, die ihre Roots im Metal und einfach verdammt viel Spaß daran haben, zweistimmige Gitarren zu spielen. Über uns wurde mal in einem Live-Review gesagt: "Hardcore-Roots – Metal-Skills – Punkrock-Attitude!" Ich denke das trifft es genau.

Ihr verbindet auf Eurer neuen Platte diverse Metalspielarten, angefangen von schwedisch inspirierten Melo Death bis hin zum Hardcore. Sind dies privat auch Eure Vorlieben?

Du meinst meine Lieblingsbands? Puuh, bei Favourites wird es immer unheimlich schwer. Wenn ich nennen müßte, wer damals, als ich angefangen habe, Hardcore zu hören, gut war, müßten Namen wie MIOZÄN, TEN YARD FIGHT, DISRESPECT, TRUE BLUE, MOURNING AGAIN, H2O, INDECISION, SICK OF IT ALL, UNBROKEN, CHAIN OF STRENGTH, REFUSED und natürlich GUNS N’ ROSES fallen, hehe. Die letzten Scheiben, die mich total umgehauen haben, waren COMECLOSER, BOLT THROWER und ZERO MENTALITY. Müßte ich meine Alltime Top 5 benennen, würde das ungefähr so aussehen: ALL OUT WAR, SADE, TEN YARD FIGHT, LEEWAY, CRO MAGS und MANOWAR. Wie Du siehst, eine bunte Mischung durch alles, was Musik so zu bieten hat. Mit persönlich ist es wichtig, dass Musik aus dem Herzen kommt und nicht irgend so eine Kommerzkacke ist, um Kohle zu verdienen. Ich denke, man merkt einem Song schon beim ersten Mal hören an, ob er einen bewegt oder nicht. Genauso ist es bei allen meiner Bandkollegen. Bei uns ist es im Tourbus keine Seltenheit, dass Johnny Cash, MISFITS, Frank Sinatra und MANOWAR nacheinander aus dem Tapedeck schallen. Definitiv stehen wir alle auch auf Zeugs wie die alten METALLICA, MANOWAR oder SLAYER. IN FLAMES und THE HAUNTED nicht zu vergessen.

Habt Ihr keine Angst, trotz der Qualität Eurer Scheibe in der momentanen Flut ähnlich gearteter Veröffentlichungen unter zu gehen?

Wie ich schon sagte, sind die Resonanzen auf "A Heartbeat Away" durchweg sehr gut. Ich denke, das liegt daran, dass wir einfach die Musik machen, die uns am Herzen liegt und die uns Spaß macht. Das hört man auch. Wir spielen die Songs so, wie wir sie wollen, und nicht, wie irgend jemand sie toll finden könnte. Untergehen kann man nur, wenn man sich dementsprechend verkauft. Was heißt denn Untergehen schon? Wir spielen momentan 70 bis 80 Konzerte im Jahr. Die Band ist Hobby. Alle haben noch mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Berufe nebenher. Wir haben Spaß und kommen viel in Europa herum. Was will man mehr? Und mal ganz ehrlich: Was die anderen für Mucke machen oder releasen, geht mir echt am Arsch vorbei. Es gibt Bands, die waren früher old-school, als das angesagt war, sind jetzt MetalCore und in 3 Jahren? Wir sind unserem Style immer treu geblieben. Das wird auch in Zukunft so sein. Dafür liegt uns unsere Musik und das, was wir machen, viel zu sehr am Herzen!

Woran liegt es, dass gerade Deutschland Weltmeister darin ist, Metalcore-Kapellen hervor zu bringen?

Keine Ahnung. Ich nutze die Chance hier einfach, mich über den Begriff MetalCore zu amüsieren. Für mich gibt es nur wenige MetalCore Kapellen, wenn es sie überhaupt gibt. MetalCore bedeutet, seine Roots im Hardcore zu haben und Metal mit Hardcore-Elementen zu vermischen. Wer macht denn das von den ganzen Bands? Ich bin lange genug in der Szene unterwegs, um die letzten zehn Jahre gut verfolgen zu können. Es gibt Bands wie MAROON, HEAVEN SHALL BURN oder CATARACT. Diese Bands haben sich schon vor vielen Jahren mit genau derselben Mucke die Ärsche wundgespielt und wurden oft nur belächelt. Diese Bands spielen für mich MetalCore, wenn es dieses Wort gibt. Diese Bands haben den Hardcore-Background und rennen auch noch daheim mit einem GORILLA BISCUITS-Shirt rum. Andere Bands, die nur auf diesen so genannten Metalzug aufspringen, haben doch mit Hardcore so wenig am Hut wie ich mit Rostbraten.

In Kürze geht Ihr schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit auf Tour. Rentiert sich dies für eine Underground-Kapelle überhaupt? Wie sichert Ihr Euch finanziell ab? Wo nehmt Ihr die Zeit her?

Ich beschreibe Dir kurz unseren Tourablauf und gebe die Frage an Dich zurück, ob es sich rentiert.
Wir sind zehn Tage unterwegs, lernen verdammt viele nette Typen kennen, kommen an Orte in Europa, an die ich wahrscheinlich niemals reisen würde, haben eine verdammt coole Zeit und jeden Tag eine Aftershowparty bis morgens um Fünf. Mehr braucht man, denke ich, nicht zu sagen. Zum Thema Unkosten kann ich nur sagen: Wir wissen von vornherein durch die Erfahrung der vergangenen Touren ziemlich genau, was an Kosten auf uns zukommt. Wir kalkulieren unsere Gagen so cool, dass wir immer auf Null kommen. Uns ist es wichtig, dass auch kleine Veranstalter die Möglichkeit haben, uns zu buchen. Deshalb versuchen wir immer, faire Gagen anzubieten. Ausserdem sind ausverkaufte kleine Clubshows eh das Beste, was einem passieren kann.

Vergleicht man Underground-Gigs im HC/MC-Bereich mit denen anderer Metalsparten könnt Ihr Euch nicht über mangelndes Zuschauerinteresse und fehlenden Merchabsatz beklagen, obwohl doch gerade Eure jüngere Zielgruppe finanzschwächer sein sollte. Wie kommt das? Wo sparen die Kids das Geld für die Konzerte?

Klaro merken wir auch, dass die Kids immer weniger Geld haben. Aber das Problem an der ganzen Sache ist, dass für manche Dinge eben immer mehr Geld ausgegeben wird, für andere eben immer weniger. Ich will mal behaupten, dass wir wie alle anderen Musiker Künstler sind. Meine Oma würde das bei dem Krach zwar bestreiten, hehe… Anyway, keine Sau der jüngeren Generation sieht es mehr ein, für eine CD zwölf Euro auszugeben. Da wird runtergeladen und gebrannt, was das Zeug hält. Aber im gleichen Atemzug werden die neusten Nikes für 180 Euro bestellt. Es hat einfach ein Umdenken stattgefunden. Viele wissen gar nicht, wie viel Arbeit in einem so verfluchten Album steckt, wie viel Zeit man investiert, wie viel Geld ein Studio kostet etc… Wir hatten letztens Release Party in einem Alternative Club in Stuttgart. Es war Freitag und 800 Leute waren da. Sie haben den ganzen Abend zu Konservenmucke gemosht. Aber von diesen 800 sehe ich vielleicht drei oder vier am Wochenende auf einem Konzert, das evtl. nur einen Euro mehr Eintritt kostet. Das ist doch verrückt! Trotzdem gibt es in unserer Musik momentan wenig zu beklagen. Wir spielen je nach Ort und Tag vor 100 bis 300 Leuten. Damit können wir sehr gut Leben, da wir wie schon gesagt sowieso lieber kleine Clubshows spielen. Wir haben schon seit jeher versucht, alles, was CRISIS NEVER ENDS betrifft, in den eigenen Händen zu behalten. Wir produzieren und drucken unseren Merch selbst und können es dadurch billig anbieten. Wie schon erwähnt, versuchen wir immer, coole Deals für Konzerte anzubieten. Wir machen selber die Promo und haben bis vor kurzem sogar alle Konzerte und Touren selbst gebucht. Mittlerweile hat das aber leider so Überhand genommen, dass ich das Booking alleine nicht mehr schaffe. Eine befreundete Bookingagentur hilft uns dabei. An dieser Stelle sei Danke an Nanouk und Avocado-Booking gesagt.

Welche Erwartungen habt ihr an die kommende Tour?

Wir werden mit Sicherheit verdammt viel Spaß haben und verrückte Sachen erleben. Darauf freue ich mich jetzt schon wie ein kleines Kind. Das ist das Einzige, was zählt! Wenn's Euch interessiert, was so auf Tour abgeht: Wir haben geplant, ein Tourtagebuch für die neue Tour zu schreiben, welches dann täglich auf unserer Homepage nachzulesen sein wird.

Auf Eurer Homepage steht zu lesen, dass Ihr Eure Fans auf der kommenden Tour dazu einladet, ein paar "Pfeffi" mit Euch zu trinken? What the hell is "Pfeffi"?

Ich wusste dass das kommt, hehe. Pfeffi steht für Pfefferminz, ist ein Likör aus der ehemaligen DDR, der immer noch produziert wird, und nur im Osten verkauft wird. Wir haben letztes Jahr auf dem Sucks n' Summer Festival in Leisnig gespielt. Dort ist das so was wie ein Nationalgetränk. Wir konnten diesem Teufelszeug einfach nicht widerstehen, hehe. Wir sind im Osten Deutschlands sehr bekannt und haben dort schon viele Shows gespielt. Deshalb haben wir dort auch schon einige Pfeffis getrunken. Wir haben viele Bands im wahrsten Sinne des Wortes "pfeffiziert". Also laß deine Finger davon sonst kannst du nicht mehr aufhören.

Wie haltet Ihr es als Band mit Straight Edge oder einer vegetarischen bzw. veganen Lebensweise, was in der Szene ja recht angesagt ist?

Drei von fünf bei uns sind Veggies, der Rest frisst Fleisch. Einer ist Straight Edge, die anderen vier sind Raucher und Trinker. SxE oder nicht spielt für uns keine Rolle. Ob Punk oder Metaller, wir sind doch eh alle das gleiche. Einer besser als der andere? Damit hatten wir vor 60 Jahren schon Probleme genug. Auf unseren Shows ist das Publikum durchweg gut durchmischt und das ist auch gut so!

Ihr habt kürzlich ein relativ cooles Video zu "Friends Like You" abgedreht. Was macht es heutzutage überhaupt für einen Sinn, Videos für teures Geld zu drehen, wenn man sie sowieso nur über die eigene Homepage, Myspace oder Youtube an den Mann bringen kann?

Was heisst hier relativ cool? Das Ding ist der Hammer! Ne, Spaß beiseite. Dazu eine kleine Geschichte: Ich saß beim Frisör.
Frisör: "Habe gehört, du hast eine Metal-Band!"
Ich: "Yo!"
Er: "Habt Ihr Bock ein Video zu drehen? Mein Sohn macht Hobby-Horror-Filme und hört auch so Krach!"
Ich: "Gib mir bitte seinen Nummer!"
So ist das entstanden. Wir wollten das Video einfach als kleines Plus auf die CD packen. Es sollte ein Video sein, das zeigt, wie verrückt wir von CRISIS NEVER ENDS sind. Schaut's Euch auf unserer Homepage an und Ihr wißt, was ich meine. Wir haben das mit einem dermaßenen Low-Budget produziert, dass es sogar noch Punkrock ist, hehe.

Was können wir von CNE sonst noch im restlichen Jahr erwarten?

Wie schon gesagt, werden wir im Juni mit FINAL PRAYER aus Berlin auf Tour sein. Checkt unsere Homepage, um zu wissen wo. Hoffentlich zeitgleich wird unsere Vinyl-Version auf dem süddeutschen Metallabel Supreme Chaos Records erscheinen. Danach werden wir auf einigen Samplern vertreten sein, u.a. auch auf der Video-Compilation "United Forces". Im Sommer werden wir einige Festivals wie das Metallic Noise oder das Hades Festival spielen. Im Herbst stehen dann wieder massig Shows an. Ende des Jahres werden wir mit unserem Produzenten Vagelis Maranis unser nächstes Full-Length-Album in den Maranis Studios in Backnang produzieren. Wo es rauskommt, wird sich in der zweiten Jahreshälfte klären. Aber wir sind sehr zufrieden mit unserem Labelboss Björn von Beniihana-Records. Hoffe er ist es auch mit uns.

Dein bis dato größter, unerfüllter musikalischer Traum?

Ich würde so gern ein Instrument spielen können. Und zwar mehr als die Tonleiter!

Deine bisherigen musikalischen Highlights 2006?

Konzerte, die ich besucht habe:
ZERO MENTALITY in Ludwigshafen
BOLT THROWER in Stuttgart
COMECLOSER überall

Konzerte, die ich selber gespielt habe:
Alle. Alle Shows haben ihr Gutes und ich freue mich auf jede einzelne weitere. Ein Highlight war mit Sicherheit unsere CD-Releaseparty in Backnang in einem ausverkauften Club.

Auf CD:
BOLT THROWER
IN FLAMES
RISE AND FALL
GOOD CLEAN FUN
ROCKY VOTOLATO

Jetzt mal zu etwas ganz anderem: Wie schätzt Du die Chancen der Deutschen Nationalelf bei der WM ein?

Spiel um Platz drei und vier, denn da hab ich Karten für, hehe!

Was hältst Du von "Kumbls" bzw. "Habichten"?

Props raus an die Kumbls, Shame an die Habichte, haha. War mir klar, dass du diesen Insider aufgreifen mußt. Das sind alles Wörter, die im Tourbus solange zelebriert wurden, bis sie sich unlöschbar in die Festplatte meines Gehirns gebrannt haben. Ich versuche mich zu bessern.

Letzte Frage: Was bedeutet Dir der Metal?

Ich würde nicht dafür sterben, Joey DeMaio und Thyssen Krupp schon.

Any last words?

Danke an Dich für das Interview und das Lachen über meine dummen Witze. An alle, die das hier lesen und nicht wissen warum sie ihre Zeit damit verschwenden, und an alle, die an irgendwas und irgendjemand glauben, ob Metal, Hardcore oder Punk. Checkt unsere Homepage und trinkt einen Pfeffi mit uns auf einer unserer Shows.


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Embrace

Germany
Date: 2006-05-10

Ihr seit im Moment gerade fleißig am Songs schreiben. Im Herbst geht’s dann ab ins Studio, eine zweite Full Lenght aufnehmen. Das Release ist für Januar 2006 angedacht. Kannst du mir mehr erzählen?
Also die Songs für die neue Scheibe sind quasi geschrieben. Im Moment geht es im Proberaum nur noch darum ein paar Feinheiten wie Melodien oder den einen oder anderen Ablauf zu vollenden. Die Platte ist zu 95 Prozent fertig und wir sind schon richtig heiß darauf Ende September wieder ins Studio zu gehen. Wie bei den Aufnahmen zu unserer MCD und der ersten Full Lenght werden wir unsere Songs wieder Vagelis Maranis von den Maranis Studios in Backnang anvertrauen. Er weiß einfach genau wie unser Sound zu klingen hat, und eher würde er sich die Hände abhacken lassen, bevor sein Studio eine Aufnahme verlässt, die nicht tight ist. Von daher vertrauen wir ihm voll und ganz und freuen uns auf die erneute Zusammenarbeit.
In den letzten Wochen hat sich ja auch geklärt, bei welchem Label die neue CRISIS CD erscheinen wird. Wir hatten einige Angebote für die Scheibe, doch letztendlich entschieden wir uns für BENIIHANA RECORDS, da sie sich einfach super um uns bemüht hatten, und dazu auch noch ein richtig faires Angebot gemacht haben. An dieser Stelle also schon mal ein Shout-Out an Björn und Dan von BENIIHANA. Ich denke, dass es für die Band ein Schritt in die richtige Richtung ist, da wir einfach die Möglichkeit haben auf diesem Label zu wachsen. Sollte alles nach Plan verlaufen wird die Scheibe dann Anfang 2006 erhältlich sein.

Ihr macht schon seit 1997 die Art von Musik, die heute oft als „Metal-Hardcore-Hype“ verschrien ist..... wie geht’s euch damit?
Ich denke als wir 1997 damit angefangen haben die Art von Musik zu spielen, lief unser Sound noch unter New School Hardcore. Unsere Musik veränderte sich die Jahre über aber immer mehr zum Metal. Meiner Meinung nach ist das eine logische Konsequenz daraus, das wir alle als Musiker besser geworden sind. Wir wollten bestimmt nicht irgend welchen Trends nachlaufen. Es ist halt so, wenn die 16tel Dir auf einmal tight von der Hand gehen, Du sie auch unbedingt in einen Song einbauen willst. Wenn Du durch jahrelanges Üben auf einmal checkst wie zweistimmige Melodien funktionieren, dann musst Du es natürlich auch auf der Bühne zeigen, so einfach ist das. Ich denke ohne diese Entwicklung wäre es uns schon längst zu langweilig geworden Musik zu machen. Der momentane Hype um Metal-Hardcore hat natürlich nicht nur positives. Ich finde, dass es viel zu viel schlechte Bands in diesem Genre gibt. Da siehst du Videos von Bands auf MTV die einfach nichts besonderes haben und die stehen dann repräsentativ für die Szene. Auf der anderen Seite kommen einfach mehr Leute zu den Shows was eine gute Sache ist für die Bands, die sich wirklich schon jahrelang den Arsch abspielen, ohne das auch nur ein Euro hängen bleibt. Die Sache wird eben nur die sein das, wie alle Trends, die Welle eben irgendwann vorbei sein wird, und die ganzen Mitläufer die gestern Hip Hop, heute Metal-Hardcore und morgen vielleicht Techno hören wieder weg sein werden. Darauf komm ich allerdings klar. Da die neue Scheibe sich aber eher wie eine Mischung aus IRON MAIDEN und AT THE GATES anhören wird und nicht wie ein Mix aus SLAYER und HATEBREED wird der Begriff des Metal-Hardcore auf unsere Band bezogen eh überflüssig werden. Ich denke das man es musikalisch als reinen Metal bezeichnen sollte. Hardcore Roots, Metal Skills, Punkrock Attitude, das ist CRISIS NEVER ENDS!

Anfang 2004 hattet ihr einen sehr gewichtigen Line Up Wechsel. Euer alter Sänger Martin verließ die Band, Heiko Blocher ist seitdem euer neuer Mann. Wie kam es dazu?
Nun, wir waren einfach an einem Punkt angelangt, an dem wir auf der Stelle traten. Martin war in all den Jahren seit Beginn der Band immer ein treuer Teil der Besetzung und sehr guter Freund gewesen, jedoch entwickelten wir uns immer mehr und er blieb irgendwie zurück. Die Band wollte unbedingt etwas erreichen und war einfach zu mehr Opfer bereit als er. Wir hatten nie Streit oder so, jedoch muss in einer Band wirklich jedes Mitglied 100 Prozent geben, ansonsten kommt man nicht vorwärts. Wir standen dann also vor der Wahl die Band aufzulösen oder uns einen neuen Sänger zu suchen. Wir saßen dann im Proberaum zusammen und überlegten wer schon alles wo gesungen hatte und irgendwie kamen wir da auf ALL RIOT und den Heiko. Wir luden ihn dann einfach mal zur Probe ein und alles war richtig tight, von dem ersten Moment an. Da wir mit Heiko also relativ schnell einen exzellenten Ersatz gefunden hatten, war der Gedanke die Band aufzulösen gleich vom Tisch. Heiko brachte einfach neuen Wind in die ganze Sache. Er ist ein „hammers charismatischer“ Frontmann, passt genau in unsere Assi-Truppe und reißt sich wirklich einen Arm aus um die Band zu pushen. Einen besseren Ersatz hätten wir nicht finden können, obwohl uns die Trennung von Martin wirklich sehr schwer gefallen ist.

Im Januar seid ihr zwei Wochen auf Europatour aka „Final Crisis Over Europe Tour“ gewesen. Ihr seid hauptsächlich in Osteuropa getourt. Erzähl mal wie war’s?
Unsere Final Crisis Over Europe Tour hat uns von Berlin über Luxemburg durch die Schweiz, Österreich und Slowenien bis nach Belgrad geführt, wo wir überall unsere neue Split-CD mit FINAL PRAYER auf PUNCHLINE RECORDS „representet“ haben. Wir haben also halb Europa abgegrast, und bis auf eine Show waren alle der Killer. Besonders in Serbien und in Slowenien waren unsere Shows unvergesslich. Ich habe den Eindruck, dass die Leute dort einfach noch um einiges mehr sich begeistern können für die Bands und sich wirklich von ganzem Herzen auf den Auftritt freuen. Allerdings waren die Shows mit unseren Buddies von CATARACT und TEAMKILLER in Gleisdorf und FINAL PRAYER in Berlin auch Nächte, die in Erinnerung bleiben werden. Für uns waren das zwei unvergessliche Wochen und ich denke es hat uns um einiges zusammengebracht als Band. Es steht im November auch schon die nächste kleine Tour an, so watch out for shows near your town!

Ihr fünf kommt von sehr unterschiedlichem musikalischen Background: Metal Hardcore und Punk. Wer schreibt die Songs? Wie funktioniert das zusammen?
Mann kann schon sagen, dass wir aus verschiedenen Ecken der Musik kommen, so ist der Sascha einfach ein alter Punker, Jürgen ein Diehard METALLICA Fan, Stefan und ich mehr aus der Hardcore und Rock Ecke und der Heiko ein gnadenloser Mosh-Metal Freak. Ist jetzt zwar ein wenig vereinfacht gesagt, doch irgendwie ist schon was dran. Zwischen diesen Stilen gibt es aber Überschneidungen und das ist im Endeffekt unser gemeinsamer Nenner für die Band. Im Prinzip lieben wir einfach alle Musik zu hören, spielen und letztendlich zu erschaffen. Wir leben für Musik und die Band, geben unsere letzte Kohle für einen neuen Verstärker aus, auf die Gefahr hin das die Freundin Schluss macht, weil man in den letzten Fetzen rumläuft, nur um Geld für die nächste Gitarre zu sparen. Im Proberaum läuft es dann meistens so ab das der Stefan mit einem Riff ankommt und dann gibt jeder seine Ideen dazu. Auf der neuen Platte gibt es allerdings auch Songs, die komplett von Stefan oder von mir geschrieben wurden.

Ihr habt sehr lange Texte, die sich wahrlich mit krisenhaften Zuständen beschäftigen..... ist euer Bandname Programm?
Irgendwie ist schon etwas dran. Ich meine würde ich jeden Morgen mit einem Grinsen über beiden Ohren aufwachen, würde ich nicht solche Texte schreiben und in einer Metalband spielen. Es ist eben ein Weg mit seinen Gefühlen umzugehen und sie in eine Form zu bringen, in der man sie nach außen tragen kann. Dafür sind Songtexte ideal. Das ist meine Art und Weiße wie ich Dinge verarbeite und deshalb werden die Lyrics von CRISIS NEVER ENDS immer persönlicher Natur sein. Sind wir doch mal ehrlich, die besten Lieder die es gibt handeln nun mal von gebrochenen Herzen. Es ist irgendwie weniger mein Ding über politische oder weltanschauliche Dinge zu schreiben. Ich denke das so was oft zu komplex ist für einen Songtext, da man die Sachverhalte dann meistens zu sehr vereinfacht.

Ihr spielt noch ein paar Festivals diesen Sommer.... Was geht sonst noch?
Wir haben schon auf dem Mosh’n Roll sowie dem Born in Flames Festival gespielt. Als nächstes steht dann das Sucks’n Summer Festival an, auf das wir uns sehr freuen. Ansonsten werden wir im November zwei Wochen auf Tour gehen und noch jede Menge Einzelshows im Herbst spielen. Gebucht werden wir seit neuestem von Penguins Collapse Booking. Ist jetzt brandneu am Start und ins Leben gerufen von Sinan von For Heaven’s Sake. Unterstützt den Shit! Dieses Jahr ist echt busy. Platte aufnehmen, an die fünfzig Shows spielen und noch ein Video für die neue Platte drehen.

Möchtest Du zum Abschluß noch etwas sagen?
Erst mal vielen Dank für das Interview. Wenn ihr noch mehr Infos über Crisis braucht, checkt einfach:


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