INTERVIEWS OF THE BLACKOUT ARGUMENT

01. Burn Your Ears (Germany) | 2009-02-20
02. Metal Inside (Germany) | 2009-02-15
03. Helldriver Magazine (Germany) | 2009-02-09
04. Stereop Magazine (USA) | 2009-02-08
05. CD Starts (Germany) | 2009-02-07
06. Music Scan (Germany) | 2009-02-07
07. Smash Mag (Germany) | 2009-02-04
08. Fuze (uncut) (Germany) | 2008-12-17
09. Allschools (Germany) | 2008-12-11
10. Sweetjanemusic (Germany) | 2008-12-10
11. Slam (Austria) | 2008-12-05
12. Allschools (Germany) | 2008-07-22
13. Musicscan (Germany) | 2008-06-26
14. Fuze (Germany) | 2008-05-01
15. Stardust Magazin (Germany) | 2008-05-01
16. Heartbeat Media (Germany) | 2008-01-25
17. Squealer Rocks (Germany) | 2007-09-13
18. Metal News (Germany) | 2007-09-09
19. Partyausfall (Germany) | 2007-08-05
20. Fuze (Germany) | 2007-08-01
21. Legacy (Germany) | 2007-08-01
22. Musicbeat (Germany) | 2007-08-01
23. Stardust (Germany) | 2007-08-01
24. Blood Chamber (Germany) | 2007-07-28
25. Skartnak (French) (Switzerland) | 2007-07-27
26. Skartnak (English) (Switzerland) | 2007-07-27
27. Sweet Jane Music (Germany) | 2007-07-26
28. FoMP (Germany) | 2007-07-25
29. Newcore (Germany) | 2007-07-18
30. Fenix Webzine (Portugal) | 2007-07-01
31. Heartbeatmedia (Germany) | 2007-07-01
32. Eightball (Germany) | 2007-06-01
33. Ownblood (Germany) | 2007-06-01
34. Wastin (Germany) | 2007-06-01
35. Fuze (Germany) | 2007-05-01
36. Handle Me Down MAG (Germany) | 2007-05-01
37. Scarred For Life (Germany) | 2007-05-01
38. Metal News (Germany) | 2007-04-26
39. Metal News (Germany) | 2007-04-25
40. Allschools (Germany) | 2007-04-12
41. Joining Forces (Germany) | 2007-04-01
42. Metal Rage (Netherlands) | 2007-04-01
43. Rock ´n´Riot (Germany) | 2007-04-01
44. Stardust (Germany) | 2007-04-01
45. The Insider (Belgium) | 2006-10-29
46. Pitfire (Switzerland) | 2006-09-19
47. Shredder Mag (Germany) | 2006-08-20
48. RBTL Mag (Germany) | 2006-08-10
49. Trueside Music (Germany) | 2006-06-11
50. FFM Rock (Germany) | 2006-06-06

Burn Your Ears

Germany
Date: 2009-02-20

THE BLACKOUT ARGUMENT sind in München ansässig und beweisen, dass man modernen Hardcore mit eigener Identität spielen und dabei eigene Wege gehen kann. Obwohl sich eigentlich kein Metal in ihrer Musik findet, machen sie sich prima auf Lifeforce-Records, haben aber ihre letzte EP kostenlos im Netz verteilt. Mit „Remedies“ gehen sie jetzt wieder die gewohnten Vertriebswege und legen ein Album vor, welches in 2009 vermutlich ganz oben im europäischen Hardcore mitspielen dürfte. Was die umtriebigen Herren alles so zu erzählen haben, erfahrt ihr hier…

Erstmal herzlichen Glückwunsch zum mehr als gelungenem „Remedies“!

Chris: Danke! Freut mich sehr, dass dir das Album gefällt!

Stell bitte mal dich und deine Band unseren Lesern vor.

Chris: Hey, ich bin ChrisZ und spiele Gitarre bei The Blackout Argument. Außerdem in der Band sind Raphael (Gesang), Sascha (Bass), Philip (Drums) und Chris18 (Gitarre). Unsere erste Show hatten wir Anfang 2006, seitdem ist eine Menge passiert. Wir haben 3 EPs und 2 Alben veröffentlicht, unzählige Shows gespielt und 3 Europa-Touren gespielt. Langweilig wird uns nie, aber wir haben nach wie vor eine Menge Freude an dem, was wir tun!

Welche Erfahrungen habt ihr mit eurer Online-EP gemacht? Wisst ihr, wie oft sie ca. runter geladen wurde und würdet ihr so eine Aktion noch mal machen?

Chris: Wir würden so eine Aktion ohne Wenn und Aber auch ein zweites Mal machen. Die Veröffentlichung von „Smile Like A Wolf“ als kostenlose Download EP hat sich definitiv gelohnt. Durch dieses Release sind tausende Leute auf uns aufmerksam geworden, die noch nie zuvor von uns gehört hatten. Wir haben eine Menge positives Feedback bekommen, sowohl von Seiten der Presse, als auch von Kids direkt, und auch live merken wir, dass die meisten Leute auf Shows die Songs der EP kennen. Ich hab jetzt schon länger nicht mehr drauf geschaut, aber der Counter dürfte so bei ca. 12.000 Downloads stehen.

Ist für euch die Straight-Edge-Bewegung immer noch von Bedeutung? Seid ihr auch Vegetarier?

Chris: Ich und Raphael sind Straight Edge und Vegetarier, und für unser Leben spielt das selbstverständlich nach wie vor eine große Rolle, für die Band als Ganzes jedoch nicht. Wir singen nicht über Edge oder Vegetarismus, das wäre vermessen und zudem nicht das, was wir mit The Blackout Argument vermitteln wollen. Hinzu kommt, dass weder Raphael noch ich diesbezüglich große Prediger sind, das ist eher eine introvertierte und persönliche Sache. Deshalb ist es in meinen Augen auch nicht ganz korrekt, von einer Straight Edge „Bewegung“ zu sprechen. Für mich war das niemals eine Bewegung, Crew, exklusiver Club oder sonst was, sondern einfach nur eine bedeutende persönliche Entscheidung, die einen das ganze Leben lang begleitet.

Ihr werdet ja gerne mit BOYSETSFIRE verglichen. Wie steht ihr zu diesem Vergleich?

Chris: Wir werden nicht nur oft mit BOYSETSFIRE verglichen, sondern zudem auch oft in Interviews gefragt, wie wir den Vergleich finden ;-)

Raphael: Wir fühlen uns geehrt, auch wenn wir den Vergleich nicht ganz nachvollziehen können. Wir sind alle große Boysetsfire Fans, und deswegen stört es uns natürlich nicht! Haha!

Wie fühlt ihr euch auf Lifeforce-Records, wo ihr zwischen Bands wie WAR FROM A HARLOTS MOUTH und THE FACELESS ja nahezu „poppig“ wirkt?

Chris: Das stimmt, außer Hand To Hand gibt es auf Lifeforce derzeit keinen Act, der ähnliche Musik spielt wie wir. Für uns ist das aber cool, und ich denke, wir können ein Stück weit auch von diesem „Exotenbonus“ profitieren. Nur wenn irgendwelche spanischen, griechischen oder französichen Review-Schreiber unsere Musik ständig als „Metalcore“ bezeichnen, werden wir fuchsig, hahaha!

Raphael: Haha... stimmt! Vor kurzem schrieb einer sogar, wir wären eine Powermetal Band, und ein anderer meinte wiederum, dass man den Deathcoreanteil deutlich raushört... hahaha! Das versüßt den Alltag ungemein! ;-)

Erkläre mir doch mal bitte das textliche Prinzip hinter „Remedies“.

Raphael: Die Texte befassen sich mit Schwierigkeiten und Extremsituationen, mit denen man im Leben zu kämpfen hat. Es geht nicht darum, zu jammern, sondern all seine Aggression in positive Energie umzuwandeln und zu nutzen, um nach vorne schauen zu können und sein Leben trotz Rückschlägen positiv und optimistisch zu gestalten. Die Texte sind total angepisst und doch unendlich hoffnungsvoll. Die Songs sind für uns eine Art Heilmittel.

Was wird euch 2009 erwarten?

Chris: Gute Frage! Zunächst mal eine vierwöchige Tour mit THIS IS HELL und DEAD SWANS, auf die wir uns sehr freuen! Das wird sicher eine extrem coole Erfahrung, für uns als Band aber auch als Einzelpersonen. Am 25.4. feiern wir dann unsere Releaseparty in München / Backstage, worauf wir uns auch sehr freuen. Irgendwann im März / April erscheint unser Video zum Song „Dead But So Alive“. Ansonsten hoffen wir, im Sommer noch einige Festivals spielen zu können, und gegen Ende des Jahres vielleicht noch mal eine kleine Tour zu spielen.

Wie viel Zeit beansprucht TBA in eurem Leben und was macht ihr ansonsten noch?

Chris: Die Band beansprucht bei uns allen schon einen Großteil unseres Lebens. Nachdem wir für uns persönlich aus dieser Sache aber so viel Kraft, Inspiration und Freude schöpfen können, ist das kein Problem. Ich arbeite nebenher als Usability Engineer bei der Uni München und betreibe Let it Burn Records sowie die Let it Burn Agency. Raphael ist Erzieher in einer Rehakinderklinik für psychosomatisch kranke Jugendliche, Chris18 Mediendesigner, Philip hat ein Recording-Studio und Sascha studiert Elektrotechnik.

Wie ist das, wenn der eigene Schlagzeuger so eine gewichtige Rolle bei den Aufnahmen spielt? Gibt es da manchmal Rollenkonflikte?

Chris: Nein, das passt. Philip hat gelernt, sein eigenes Musiker-Ego hinten anzustellen und beim Mischen / Recorden darauf zu hören, was der Song will. Wir haben also keine übertriebenen Drum-Soli o.ä. auf unseren Alben, hahaha! Er macht das echt gut, auch wenn man ihn manchmal ein wenig zu seinem Glück zwingen muss ;-)

Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man als Münchener auf einer kleinen Insel lebt, die fast komplett von der CSU umschlossen ist?

Chris: Glaub mir, davon merkt man in München so gut wie gar nichts. In Bayern ist die SPD mindestens genauso konservativ wie die CDU/CSU, und auch wenn unser derzeitiger Bürgermeister ne recht sympathische Erscheinung ist, geht seine Politik eher mit dem konform, was von einem bayerischen Bürgermeister erwartet wird.

Irgendwelche Abschiedsworte für Michael Glos?

Chris: Ganz ehrlich, ich denke, das war schlau. Wahrscheinlich ist der Job des Wirtschaftsministers in Deutschland derzeit ähnlich schwer zu meistern wie der des US Präsidenten. Es liegt einfach zu viel im Argen, und letztendlich wird ja alles, was schief läuft, gerne auf eine Person projeziert. So sind wir Menschen: wenn wir uns etwas Unschönes oder Ungerechtes nicht erklären können, suchen wir immer einen Schuldigen dafür. Sein Nachfolger, Mr. von und zu Freiherr Karl-Theodor Oberschnösel Guttenberg, ist ein karrieregeiler Speichellecker, um den es wiederrum nicht schade ist, wenn er 2009 verheizt wird!

Famous last Words?

Chris: Vielen Dank für das Interview. Wir wollen nach wie vor alle Leser herzlich einladen, uns zu schreiben oder auf Shows „Hallo!“ zu sagen. Nur keine Scheu! ;-)

Raphael: Schaut auf unserer Europa Tour vorbei und hängt mit uns ab!


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Metal Inside

Germany
Date: 2009-02-15

THE BLACKOUT ARGUMENT haben 2009 mit einem Paukenschlag eingeläutet und mit „Remedies“ ihr bis dato bestes Album veröffentlicht. Da geht es zur Belohnung auch gleich auf Tour mit THIS IS HELL – was sich Gitarrist Chris davon verspricht, wie schnell seine Band neue Songs schreibt und wie ein Veteran der deutschen Hardcore-Szene die aktuellen Trends sieht, gibt es hier zu lesen…
Erstmal Glückwunsch zum neuen Album - "Remedies" ist ja richtig gut geworden! Seid ihr selbst auch zufrieden mit dem Ergebnis?

Vielen Dank! Ja wir sind selbst auch sehr zufrieden. Etwas Ähnliches wird dir jeder Musiker über sein neuestes Machwerk erzählen, schließlich wäre es ziemlich kontraproduktiv zu sagen „Unsere neue Platte ist ‚ok’ aber so richtig geil find ich sie nicht!“ hahaha! Nein im Ernst, wir stehen WIRKLICH drauf, es ist alles genauso geworden wie wir es uns gewünscht haben und wir haben alle das Gefühl mit „Remedies“ dort angekommen zu sein, wo wir hin wollten.

Wie lange habt ihr an den Songs gearbeitet? Habt ihr deutlich mehr Songs geschrieben, als letztlich auf dem Album zu finden sind?

Eigentlich gar nicht so lange, ich schätze mal 2-3 Monate. Wir sind recht schnell mit Songwriting, seit Bandgründung haben wir schon über 40 Songs geschrieben und ja bekanntlich 3 EPs und 2 Alben veröffentlicht. Wir sind ein eingespieltes Team und bei uns gibt es nicht viele Diskussionen darüber in welche Richtung unsere Songs gehen sollen. Wir tun es einfach anstatt breit und lange drüber zu diskutieren *lacht*. Richtig, wir hatten für „Remedies“ ca. 17 Songs zur Auswahl wovon es 13 bzw. 14 aufs Album geschafft haben. Das war uns dieses Mal enorm wichtig, weil wir bei „Decisions“ das Gefühl hatten dass die Songs zwar in sich schlüssig und auch cool waren, aber teilweise auf dem Album einfach nicht zusammen gepasst haben.

Geht euch das Songwriting mittlerweile leicht von der Hand?

Eigentlich schon seit Tag 1. Ich erinnere mich an die ersten Proben mit unserem Drummer Phil (wir beide haben die Band gegründet), wir hatten gleich nach den erste 2-3 Proben die ersten Songs fertig und waren auch sehr bald dran diese aufzunehmen. Songwriting war bei uns nie ein Problem.

Habt ihr schon im Vorfeld eine Idee, wie ein Song klingen soll oder wie das ganze Album klingen soll? Oder legt ihr euch beim Songwriting nicht fest, sondern schaut einfach, was dabei rumkommt?

Beim Songwriting passiert das mehr oder weniger unterbewusst. Klar, wir haben alle unsere eigenen Faves und konkrete Vorstellungen aber ein Song ist immer ein „Kompromiss einer Band“ und bei The Blackout Argument sieht es so aus als wären alle glücklich mit dem was raus kommt. Natürlich schmeißen wir auch mal was über Board, das keinem von uns gefällt, aber in den meisten Fällen sind alle super happy mit dem Ergebnis. Was das Album betrifft so hatten wir schon konkrete Vorstellungen, die gingen aber eher in Richtung einer allgemeinen Grundstimmung als konkret ins Songwriting rein. Wir wollten ein Rock-Album schreiben, ohne viel Schnörkel und Firlefanz. Einfach gerade aus nach vorne.

Wo habt ihr "Remedies" aufgenommen? Wie lange wart ihr im Studio? Macht dir die Studioarbeit Spaß?

Für Remedies waren wir insgesamt über 2 Monate im Studio. Die Drums haben wir in München recorded im Studio unseres Schlagzeugers. Für Gitarren und Gesang sind wir nach Malgersdorf in die Primetime Studios gegangen, das ist im tiefsten Bayern, vollkommen isoliert vom Rest der Welt. Bass dann wieder in München bei Suiseidl Recordings, wo wir das ganze dann auch gemischt haben. Zum Mastern haben wir es zu Alan Douches / West West Side geschickt. Studio ist immer beides: Total Fun und Erfüllung und grösster Stress und / oder Langeweile. Das ist ein ziemliches Gefühlskarusell und manchmal nur schwer auszuhalten. Im großen und ganzen hatten wir aber eine Menge Spass, vor allem ist es super spannend zu sehen, wie aus ein paar Proberaum-Songs ein Album entsteht, was am Ende tausende Leute hören!

Ihr werdet mit DEAD SWANS und THIS IS HELL auf Euro-Tour gehen. War erhoffst du dir davon?

Eine Menge Spass!! Ich denke, die Tour wird sowohl menschlich als auch musikalisch extrem gut passen. Wir kommen an viele Orte, an denen wir bisher noch nicht waren mit der Band (z.T. ich selbst als Musiker oder Tourist NOCH NIE!) worauf ich mich auch sehr freue. Natürlich wird’s auch anstrengend aber aus dutzenden vergangenen Touren weiss ich, dass die 30 Minuten auf der Bühne jeden Abend alle Qualen des Tages wieder wett machen *lacht*

Hast du eure beiden Tourpartner schon mal live gesehen?

Yep, mit THIS IS HELL haben wir 2007 auf der Never Say Die Festival Tour einige Shows gespielt. Eine extrem coole und beeindruckende Live-Band. DEAD SWANS hab ich noch nie gesehen, höre aber nur gutes über die Band und ihre Live-Qualitäten. Sollte also ein Package mit Power im Sack werden *lacht*

Habt ihr weitere Tourpläne für 2009? Vielleicht auch in den USA?

Bisher noch nicht. Wir versuchen natürlich, auch nach der THIS IS HELL Tour noch maximal viele weiter Shows / Touren zu spielen 2009, mal sehen was sich ergibt. Eine US Tour wäre natürlich der hit!

Wird eure Platte auch in den USA erscheinen? Wie wichtig ist der Markt für euch?

„Remedies“ erscheint auch in den USA, allerdings nur digital. Der physische Vertrieb von europäischen Tonträgern in den USA wird immer schwieriger weswegen die meisten Labels auf den digitalen Vertrieb umsteigen. Das ist ok für uns, so lange die Platte über Plattformen wie iTunes oder Allmusic erhältlich ist und die Kids ran kommen, wenn sie Interesse haben. Der US Markt ist sicher nicht so wichtig für uns, wie der Europäische, aber die Veröffentlichung unserer Gratis-Online EP „Smile Like A Wolf“ letztes Jahr hat gezeigt, dass auch viele Leute aus Übersee Interesse an der Band haben. Zumindest kam ein gutes Stück der Downloads aus den USA.

Wie oft gehst du selbst noch zu Shows?

Puh, das variiert ganz stark. Mal sind es 1-2 Shows pro Woche, mal 2 Monate gar nichts. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mit meiner eigenen Band schon genug Musikzirkus. Wenn ich also mal auf ne Show gehe dann primär, um Freunde zu treffen. Es gibt auch nicht mehr viele Bands, die mich Live wirklich vom Hocker hauen, aber ich denke das ist der Gang der Dinge und ich bin der Letzte der anfängt zu erzählen, dass früher alles besser war und so’n Bla Bla.

Was hältst du von den neueren Entwicklungen wie Violent Dancing?

Das ist eigentlich gar keine neue Entwicklung. Wenn du dir alte Cro-Mags Videos anguckst, wirst du sehen, dass die Leute reihenweise mit Platzwunden und gebrochenen Knochen aus dem Pit gekommen sind. Ich habe sogar das Gefühl, dass die Hardcore-Szene in ihrem Ursprung deutlich bedrohlicher und gewaltvoller war als sie es heute ist. Das ganze hatte mehr Wut, mehr Verzweiflung und mehr Aggressivität die sich auf Shows ganz massiv entladen hat. Wenn du heute auf eine Show gehst, dann ist dieses „Violent Dancing“ eher so eine Art Sportgymnastik. Mag sein, dass ich falsch liege aber mir kommt es so vor als ginge es dabei primär um Selbstdarstellung der Akteure und nicht darum, wirklich aufgestaute Wut und Frust los zu werden. Ich bin großer Befürworter von komplett ausrasten und durchdrehen auf Hardcore-Shows. Das ist etwas Positives, Befreiendes. Etwas an dem auch alle im Publikum teilnehmen können. Das hat aber nix mit den durchgestylten Mortal-Kombat Fatality Moves zu tun, die man heutzutage auf Shows sieht.

Hardcore und die ganzen verwandten Spielarten boomen im Moment ja ziemlich - ist das gut oder schlecht?

Das ganze kommt immer in Wellen und die letzten Jahre gab es einige davon. Die aktuelle Welle (hauptsächlich getragen von der Fusion aus „Metal“ und „Hardcore“) hält sich jetzt aber schon eine ganze weile. Auf der einen Seite ist es sehr positiv, weil dieser Trend vielen coolen Bands die sich z.T. jahrelang den Arsch aufgerissen haben die Möglichkeit gibt, endlich einen gewissen kommerziellen Erfolg zu verbuchen. Auf der anderen Seite entfernt sich die ehemalige Subkultur über diese kommerzialisierung immer mehr von ihren Wurzeln. Ideale wie „Think For Yourself“, „DIY“, politische Inhalte oder authentische Emotionen rücken immer mehr in den Hintergrund und Shirts, Tattoos und der richtige „Style“ in den Vordergrund. Aber es ist so wie es ist und bisher hat sich die Hardcore-Szene immer selbst gereinigt und hat zu ihren Wurzeln zurückgefunden. Ich denke das wird auch dieses mal passieren.

Und ein paar letzte Worte, Grüße, Shoutouts?

Hey, danke für das coole Interview, hat Spass gemacht! Wir laden alle Leser dazu ein, uns zu schreiben. Viele Bands nervt das ab, aber wir haben Bock drauf, mit Euch in Kontakt zu treten also zögert nicht, uns eure Meinung mitzuteilen oder einfach mal nur „hi“ zu sagen, egal ob auf ner Show, via Myspace oder sonst wie.


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Helldriver Magazine

Germany
Date: 2009-02-09

The Blackout Argument ist ohne Zweifel eine der am härtesten arbeitende Band in Deutschland. 3 EPs und ein Album haben die Münchener schon auf der Haben Seite. Jetzt erscheint ihr brandneues Album „Remedies“. Gitarrist Chris und Frontmann Raphael beantworteten mir ein paar Fragen per Email.

Ihr seid erst seit 2006 zusammen und habt schon 3 EPs und ein Album herausgebracht und veröffentlicht jetzt euer neues Album. Angesichts der recht kurzen Zeit eine beachtliche Diskographie. Wie kommts? Seid ihr einfach extrem fleißig, fällt euch das Songwriting so leicht oder habt ihr keine Jobs und Freundinnen?

Chris: Hahaha nein, JEDER in der band hat derzeit eine Freundin und so weit ich weiß ist auch keine dabei, die sich arg beschwert. Jobs haben wir selbstverständlich auch, schließlich kann man mit einer Band auf dem Level von The Blackout Argument kein Geld verdienen. Einen Grund für den enorm hohen Output hast du schon genannt: uns fällt das Songwriting seit jeher ziemlich leicht. Das soll nicht heißen, dass wir uns keine Gedanken über die Songs machen oder auch nicht mal an einem Teil oder Riff verzweifeln, aber die meiste Zeit läuft das Songwriting super routiniert und effektiv ab. Wir haben halt alle sehr ähnliche Vorstellungen davon, wie The Blackout Argument klingen sollen und da arbeiten wir gezielt drauf hin. Dass man für so eine hohe Anzahl an Releases natürlich auch viel Zeit investieren muss, versteht sich von selbst. Von nix kommt nix!

Raphael: Ja. Eigentlich sollten wir aus New York kommen. „the city that never sleeps“. Haha! Es ist schon so, dass fast die ganze Freizeit für die Band draufgeht, aber das ist cool so!

Euer Sänger Sinan hat euch vor der Veröffentlichung der letzten EP verlassen. Wie kam es?

Chris: Stimmt, Sinan ist noch vor dem Release von „Decisions“, welches er noch eingesungen hatte, bei The Blackout Argument ausgestiegen. Die Gründe waren verschiedene, da müsstest du ihn am besten noch mal selbst fragen. Seit der „Smile Like A Wolf“ EP ist Raphael unser Sänger.

Mit dem neuen Mann Raphael ist euch ein echter Glücksgriff gelungen.

Chris: Vielen Dank! Wir sehen das genauso. Raphael ist ein unglaublich talentierter und leidenschaftlicher Sänger, sowohl im Studio als auch auf der Bühne. Dass er auch menschlich extrem viel neue Energie und Zusammenhalt in die Band gebracht hat muss an dieser Stelle auch erwähnt werden. Er hat einfach ein ganz neues Kapitel von The Blackout Argument eingeläutet wofür wir ihm sehr dankbar sind!

Sinan war sicher ein guter Mann am Mikro, doch Raphael hebt die Band auf ein neues Level. Wie seht ihr das?

Chris: Genauso wie du es sagst. Sinan war ebenfalls ein sehr talentierter Sänger mit einer ganz eigenen Charakter-Stimme. Bei Raphael haben wir jedoch das Gefühl, dass seine Stimme und vor allem Gesangs-Ideen noch viel besser zum Sound der Band passen. Er „versteht“ die Songs wie wir sie schreiben und kann sie durch seinen Input noch mal auf einen neuen Level heben.

Das neue Album „Remedies“ ist wieder ein großer Schritt in eurer musikalischen Entwicklung. Ihr habt es geschafft euren Sound beizubehalten und gleichzeitig das Songwriting zu verbessern. Was war euch wichtig im Entstehungsprozess der Platte?

Chris: Auch hierfür vielen Dank für das Lob! Das wichtigste für uns beim Entstehungsprozess der Platte war, ein Rockalbum zu schreiben. Natürlich war es klar dass wir nicht klingen wollen wie ACDC oder die Rolling Stones aber die Reduktion der Songs auf das wesentliche stand bei allen Überlegungen im Mittelpunkt. Oftmals tendieren Bands dazu ihre Songs sowohl instrumental als auch Songwriting-Technisch auf ein Maximum aufzublasen, wir haben es genau umgekehrt gemacht und dabei immer darauf gehört was der Song wollte. Auch bei der Produktion ging alles in diese Richtung, so haben wir versucht einen druckvollen und durchschlagenden Sound zu bekommen, der jedoch NICHT nach Metal oder Metalcore klingt. Das ist uns, nicht auch zuletzt aufgrund des grandiosen Masters von Alan Douche / West West Side Music, prima gelungen!

Raphael: Bis wir im Studio waren, wussten wir, wie Chris schon sagt, nur, dass es ein Rockalbum werden wird. Wir haben uns keinen Kopf gemacht und einfach raus gerotzt, so wie wir fühlen. „Remedies“ klingt daher auch so ehrlich.

Ihr seid in eurer Nische sicher nicht die einzigen, trotzdem habt ihr es geschafft eure eigenen Trademarks zu entwickeln. Etwas, was längst nicht jeder Band so gut gelingt. Was glaubst du woher das kommt?

Chris: Das ist schwer zu sagen. Wir machen im Endeffekt auch nichts anders als die meisten anderen Bands. Vielleicht ist aber genau der Unterschied, dass wir uns darüber keine Gedanken machen. Wir haben kein konkretes Bild vor Augen wie sich unser Sound entwickeln soll oder in welche „Musikrichtung“ wir als Band tendieren. Wir schreiben einfach die Songs die wir selbst gerne anhören würden hahaha!
Raphael: Stimmt. Im Studio gab es den ein oder anderen Part, bei dem wir unsicher waren, ob es nicht zu gewagt ist. Wir haben dann einfach drauf geschissen, weil es uns so gefällt und wir in erster Linie für uns Musik machen.

Wie würdest du das neue Album selbst charakterisieren?

Chris: In Schlagworten: rockig, transparent, mitreißend, abwechslungsreich, obdachlos

Raphael: rotzig, wütend, treibend, hoffnungsvoll

Wovon handeln die Texte und worauf bezieht sich ihr den Titel?

Raphael: Die Texte handeln vom alltäglichen Leben. Darin spiegeln sich Wut, Selbstzweifel und Trauer wieder. Es geht mir dabei nicht darum, zu jammern. Wenn man mit sich und seinen Mitmenschen wertschätzend und liebevoll umgeht, und aus jeder Situation das Beste macht, dann gewinnt man sehr viel Lebensqualität. Hauptthema der Texte ist HOFFNUNG und in jeder noch so aussichtslos erscheinenden Situation den Mut nicht zu verlieren, nach vorne zu schauen und Altes, ohne es zu verdrängen, hinter sich zu lassen.

Chris: Dem Album Titel liegt ein übergreifendes Konzept zugrunde was die Texte, das Artwork, die Linernotes und die Musik von „Remedies“ miteinander in Einklang bringt. Bei diesem Konzept geht es (kurz zusammengefasst) um Bachblüten, ein bekanntes homöopathisches Heilmittel, welches mich meine ganze Kindheit und Jugend über begleitet hat. Für jeden Gemütszustand gibt es eine passende Blüte. In Analogie hierzu haben wir den einzelnen Song auf „Remedies“ welche ebenfalls alle von verschiedenen Gefühlswelten handeln, jeweils eine passende Bachblüte zugewiesen, was sich in den Doppeltiteln der Songs (z.B. „Daisied Tree / HORNBEAM“ oder „Sven Tones Of Grey / PINE“) widerspiegelt. Die Idee dahinter ist es, die Songs, die Texte, das Album als ganzes oder Musik im allgemeinen als „Heilmittel“ anzuerkennen, welches die Fähigkeit hat, den Rezipienten, aber auch uns als Musiker/Menschen zu helfen, mit negativen Gefühlen wie Wut, Angst, Trauer, Stagnation, oder Verzweiflung besser umgehen zu können.

Ihr werdet gern mit Boy Sets Fire verglichen. Wie findet ihr das?

Chris: Stimmt, das passiert alle Nase lang und weißt du was? Wir fühlen uns geehrt!! Auch wenn wir definitiv eine andere Entwicklung durchgemacht haben als BSF ist es dennoch eine der aufrichtigsten, leidenschaftlichsten und besten Bands die ich kenne. Ich denke jedem anderen bei The Blackout Argument geht es da genauso.

Raphael: Haha...ja, es fällt mittlerweile schon auf, wenn mal nicht von BSF die Rede ist. Ich kann mich da nur anschließen. Mich ehrt es nur, auch wenn ich die Ähnlichkeit nicht so krass finde.

Was ist euer Ziel mit The Blackout Argument?

Chris: Das kleine Ziel ist immer die nächste Show, die nächste Bandprobe, das nächste Interview, die nächste Songidee, die nächste Textzeile im Kopf. Das reicht vollkommen aus um uns glücklich zu machen, es besteht also kein Anlass irgendwelchen „großen“ Zielen hinterherzujagen und dabei zu übersehen dass der Sinn und das Wesen der Band im Kleinen steckt.
Lifeforce vertreibt euch so weit ich weiß Weltweit, welche Stimmen kommen aus dem Ausland?

Raphael: Stimmt. „Remedies“ wird außer in Europa auch in den USA und Kanada erhältlich sein. Aus dem Ausland bekommen wir sehr viele Messages, seit unserer Europa Tour mit ARCHITECTS im letzten Jahr und seit dem die Tourdaten für die kommende Tour mit THIS IS HELL und DEAD SWANS auf Myspace gepostet sind, wird es täglich mehr. Es ist immer wieder beeindrucken, Mails von Kids zu lesen, die unsere Songs lieben und am anderen Ende der Welt leben. Ich kann es kaum fassen, wenn wir in anderen Ländern spielen und die Kids die Texte mitsingen. Es gibt kaum Dinge, die mehr flashen!!!

Ist es als deutsche Band schwieriger auch im Ausland Anerkennung zu bekommen?

Chris: Natürlich ist das nicht leicht. Schließlich gibt es gerade in USA oder UK einfach dutzende hervorragender Bands, die „brauchen“ dort eigentlich nicht noch zusätzlich weitere Acts. Ich denke aber in dem Moment in dem man aufhört Ami-Bands und anderen etablierten Bands hinterher zu eifern und sein eigenes Ding durchzuziehen, hat man auch eine Chance international wahr genommen zu werden.

Mit Christoph ist in euren Reihen jemand der nicht nur Erfahrung aus anderen Bands hat, aber durch Let It Burn Records auch die andere Seite des Business kennt. Wie hilft euch das für The Blackout Argument?

Chris: Die Frage lasse ich mal lieber nicht die anderen beantworten, die würden nur davon berichten, wie gescheit ich immer daher schwätze und welche absurden Vorschläge ich unterbreite hahaha! Nein im Ernst, natürlich profitiert meine eigene Band am Know-How, das ich mit Let it Burn Records und der Let it Burn Agency angehäuft habe, jedoch kann es auch schwierig sein, Entscheidungen zu treffen, wenn man so eine „Doppel-Rolle“ einnimmt. Bisher hats aber immer ganz gut geklappt denke ich.

Raphael: Chris ist DAS Zugpferd in der Band. Er managed die Band in jeder Hinsicht und hat immer alles im Griff. Ohne seine „Dienste“ wären wir nicht dort, wo wir jetzt stehen! Auf Tour ist das auch ein mega Vorteil, da Chris dann die Rolle des Managers übernimmt und wir keinen Außenstehenden mitnehmen müssen.

Trotz des relativ einfachen Zugangs zu Let It Burn ist dort lediglich eure letzte EP erschienen. Interessanterweise nicht eure ersten EPs. Warum denn das? Wäre doch naheliegend gewesen?

Chris: Für uns war es damals wichtig von Anfang an externe Partner zu haben die uns helfen in die Gänge zu kommen. Engineer und später Bastardized haben dabei einen hervorragenden Job gemacht! Auch wenn Let it Burn Records eine Option gewesen wäre haben wir uns damals bewusst dazu entschlossen NICHT mit einem Release auf LIB zu starten. Die „Smile Like A Wolf“ EP hingegen ist auf LIB Rec erschienen, was auf unseren Wunsch zurückzuführen ist, bei dieser speziellen Aktion über ALLES die volle Kontrolle zu haben und auch die volle Verantwortung zu tragen falls es nicht klappen sollte. Letztendlich hat es sich aber für beide Seiten gelohnt diese EP für lau ins Netz zu stellen.

Ihr habt teilweise schon seit langer Zeit in Bands gespielt die auch auf professionellerem Niveau agierten. Wie hat sich der eigene Blick auf die Musikbranche und das Musikerleben in dieser Zeit verändert? Was würdest du jüngeren Musikern/Bands raten?

Chris: Mit dieser Frage setze ich mich zwangsläufig oft auseinander, da ich ja mit der Let it Burn Agency mit jüngeren Bands oder auch bereits etablierten Bands in einer Entwicklungsphase zusammenarbeite. Ein wirkliches Patentrezept gibt es nicht, sonst würden ja alle Alben von allen Bands Gold gehen hahaha! Gerade jüngeren Bands rate ich jedoch immer zu folgendem:

* Das richtige Line Up (nur wenn bandintern über alles Konsens besteht hat die Band eine realistische Chance. Freundschaft und Band lassen sich leider nicht immer dauerhaft vereinen)
* Professionalität (auch als sehr unbekannte Band zahlt es sich aus, in allen Bereichen professionell zu arbeiten)
* Opferbereitschaft (ob man will oder nicht, um eine Band zu starten, lässt es sich nicht vermeiden eine Menge Kraft, Zeit und auch Geld zu investieren)
* Durchhaltevermögen & Ehrgeiz (Egal was passiert, einfach immer am Ball bleiben und das eigene Ding durchziehen)
* Zweites Standbein / Real Life (Niemals so dumm sein und Job oder Ausbildung vernachlässigen oder gar zu kicken nur um mit der Band erfolgreich zu sein. Das kann man immer noch machen wenn Sony Music an die Tür klopfen. Bis dahin einfach schön die Füße still halten)
* Spaß & Leidenschaft (Wenn der Spaß irgendwann weg bleibt, ist es Zeit aufzuhören EGAL an welchem Punkt der Band-Karriere man sich befindet)

Wie sehen eure Tourpläne aus?

Raphael: Für uns ist die Tour (Anm.d. Red: mit This Is Hell und Dead Swans im Februar) ein absolutes Highlight! Wir werden in Länder spielen, die wir zum Teil nur aus der Glotze kennen. Wir werden jeden Abend das Beste geben und die vier Wochen einfach genießen, auch wenn Touren nicht nur entspannend ist!

Chris: Yeah, die Tour!! Wir freuen uns wie kleine Kinder drauf!!!

Letzte Worte?

Chris: Danke für das Interview! Waren super Fragen.

Raphael: Vielen Dank!


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Stereop Magazine

USA
Date: 2009-02-08

The Black Argument has become known as one of the widest growing bands on the planet blowing everywhere they head off too to pieces completely tearing it all up. This 5 piece sensation takes up the music scene completely showing their creativeness from beginning to end especially when it comes to their latest installment "Remedies," which displays a passion and devotion to wanting to be in their music industry through thick and thin no matter how hard the struggle may become in between. An interview was conducted with vocalist Raphael and guitarist Chris who discussed their current turn around in the music world.

1. In your own words what does The Blackout Argument do differently than other bands? What elements set you apart most? What are you most proud of with the new record?

Chris: Honestly, we don’t really try to be any different or totally unique. Every riff has already been played by Black Sabbath, every mosh pit part has its origin with Metallica and every catchy melody has been created by The Beatles. So how the hell should anyone claim to be unique at all hahaha! I think it’s always a question on how convincing you present what you do and since we’re 100% backing what we’re doing with The Blackout Argument, people like it.
Most proud? Well me personally, I am most proud of the fact that we managed to make every song interesting on its own. They all got their own souls and breathe life. That’s what makes me most proud of “Remedies”.

2. What themes are predominating over the entirety of "Remedies"? There seems to be a touch of self-revelatory, the political, etc

Raphael: “Remedies is about the anger, frustration, desperation, ignorance and loss you have to deal with in life. It's about pushing forward to a better life without regrets by taking the rough with the smooth. It's also a socially critical album. It fucks me up to see smugness and ignorance wherever I go and it's my appeal for a peaceful cooperation of human beings. It's about the small things which can kill a man / woman in the daily routine.


3. As a band how has The Blackout Argument grown between “Decisions,” and "Remedies"?

Chris: Musically we’ve grown in so far, that we managed to make our songwriting a little more compact and to the point. There’s less parts and experiments, more straight forward stuff, which was our intention with “Remedies”. But the most crucial development surely is our new singer Raphael. He’s been giving the band a completely new face with his amazing vocal skills and ideas.

4. Taking into consideration current economical times, have you noticed an increase or decline in the number of kids making it out to live shows?

Chris: Nope, not really. I think this is something they cannot take away from us. Even if money runs short, prices rise and jobs are threatened, the kids will more than ever feel the urge to go to hardcore shows and go crazy! This scene is totally flexible and if shows tend to get too expensive, entrance fees and guarantees are being lowered to ensure everyone who wants to see a band still got the chance.

5. Many bands experience levels of success they can't reproduce stateside, and vice versa. How The Blackout Argument received over-seas and how do you think The Blackout Argument is perceived in America?

Chris: We get some feedback from US kids which is always really positive. They ask us to come over to tour and stuff. However you’re right when you say that European Bands have a tough standing in the USA. There are so many bands there, so most kids ask themselves “why the fuck should I check out even more bands from other countries”. It’s been like that since ages. But I have the feeling that the possibilities of the internet have created new ways of promoting European bands overseas. Especially campaigns like the release of our free online EP “Smile Like A Wolf” at www.smilelikeawolf.com last year can definitely help to make more people take notice of a band.

6. Have critics tagged you with any stigmas you would like to get rid of, perhaps by clumping you in genres you don't belong?

Chris: When we started the band we’ve been labeled “screamo” or “emo” every once in a while which I always had the feeling is not fitting. As for right now there’s still some webzines (especially from Spain, Greece and France) who regard our music as “Metalcore”. Obviously we’re NOT a metalcore band and as soon as you start measuring our music with a “metalcore” kind of scale, we totally suck. Of course. We’re nothing like Unearth, Killswitch Engage but if you only know these bands and no others you tend to compare EVERY band with them hahaha!

7. “Decisions,” is completely different compared to the remainder of the record. What was the influence writing "The Die Song"? Furthermore, what was the specific rationale for placing it mid record as opposed to the end (Where many bands tend to put songs they consider to be "against their own grain?")

Chris: Yeah, “Decisions” had a few “against the grain” songs, such as the instrumental track “The Die Song”, the spoken word performance “My life in Spoken Words” and also the acoustic song “Glassbead Game”. We wanted to give the album diversity and decided to split up these special tracks over the whole album. Basically to make it sound more interesting to listen to.

8. How did such an odd name come to be?

Chris: You mean “Decisions”? Just like “Remedies” our first album is based on a concept. It was about making decisions and living with the consequences, an idea every one of us has to cope with every day.

9. What does the title "Remedies," refer to?

Chris: The title refers to an album concept based on the curative effect of Bach Flowers. Just like these homeopathic remedies offer an answer to various emotional prisons, the tracks on the album reflect the whole spectrum of human emotion. There are songs about anger, sadness, disappointment, betrayal, motivation, insecurity, disgust and envy. Each song has a real title and a “Bach Flower title” that represents the fitting counterpart.

10. "Vampire Searching for Some Light," is (in my opinion) the most complete song on the record. Can you talk about the creation of "Vampire Searching for Some Light," as a song- where it started, etc. It taps into many different metal genres - with its unmistakable power metal elements (and who is hitting those higher notes?)

Chris: You’re kidding, aren’t you? Obviously I am not familiar enough with the details of the various metal genres but I have not taken notice of ONE single metal-element in “Vampire Searching for Some Light” J Powermetal? Crazy... but whatever you hear in it is fine with us as long as you like the track hahaha!
Alright, it’s a nice question because the creation of “Vampire Searching For Some Light” has been almost “magic”! We met at our practice place and no one had really prepared any riffs or song ideas. So Chris18 our other guitarist started playing the intro of the song, which had just come to his mind. Phil, the drummer and me just joined him after 4 beats and believe it or not: we wrote the song WHILE we were playing it! We made it all through the song without stopping once and all riffs and ideas including lead guitars and everything came up while we were playing. I never had a similar experience like this and no other Blackout Argument emerged so naturally like “Vampire Searching for Some Light”, which is one of our favorite tracks by the way.


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CD Starts

Germany
Date: 2009-02-07

Chris Zeheleitner (Gitarre) und Philip Seidl (Drums) haben The Blackout Argument 2006 gegründet und können unter anderem das beachtliche Debüt „Decisions“ sowie das neue, großartige Werk „Remedies“ vorweisen. In der Schnittmenge zwischen Hardcore, Punk und ein wenig Metal sind es die Melodien und die aggressiven Momente, die den Sound der Münchner ausmachen.

CDstarts: Chris und Philip spielten vorher schon bei Flyswatter sowie Paint The Town Red. Waren diese Bands musikalisch ähnlich angesiedelt und oder wurde The Blackout Argument (TBA) gegründet, um eben andere musikalische Wege zu gehen?

Chris: Unser Wunsch bei Gründung von TBA war, genau die Musikstile der beiden Vorgängerbands miteinander zu vereinen! Flyswatter waren sehr melodisch und eingängig, Paint The Town Red eine reine Hardcore-Band vollkommen ohne Gesang. Beide hatten aber rockige Elemente, was sozusagen der „gemeinsame Nenner“ war, auf dem letztendlich auch TBA aufgebaut haben.

CDstarts: Gab es so etwas wie einen Schlüsselmoment in der Gründungsphase von TBA?

Chris: Das ist schwierig fest zu machen da gerade am Anfang der Bandgeschichte von TBA alles sehr, sehr schnell ging. Wir hatten gerade mal vier Shows gespielt als schon unsere erste MCD (damals auf Engineer Records aus UK) erschien. Was aber sicherlich zu DEN Schlüsselereignissen in der bisherigen Bandgeschichte zählt, ist zum einen das Signing mit Lifeforce Records Ende 2006 und zum anderen die Tour mit BoySetsFire im Mai 2007. Beide Ereignisse haben die weitere Entwicklung der Band enorm beeinflusst.

CDstarts: Ihr habt BoySetsFire auf deren Abschiedstournee durch Europa als Support begleitet. Was habt ihr für Erfahrungen mitgenommen?

Chris: Hahaha, wenn man vom Teufel spricht. Mal abgesehen davon, dass wir allesamt in der Band große Fans von BSF und ihren Songs sind und es somit eine IRRE persönliche Erfahrung war, jeden Abend mit ihnen zu spielen, war es natürlich enorm bereichernd mit einer so erfahrenen Band zu touren. Jeden Tag lernt man ein bisschen was dazu, egal ob es um Sound geht, Equipment, Touralltag oder Band-Business. Für TBA war das eine enorm wichtige Zeit.

CDstarts: Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde euer Debüt „Decisions“ noch von jemand anderen eingesungen und euer aktueller Sänger Raphael Schmid kam erst zur Online-EP „Smile Like A Wolf“ mit ins Boot. Wer ist da aus welchem Grund auf wen zugegangen?

Chris: Stimmt, „Decisions“ wurde noch von unserem alten Sänger Sinan eingesungen. Seit der „Smile Like A Wolf“-EP ist Raphael mit im Boot. Mitte 2007 hat sich Sinan entschieden bei TBA auszusteigen. Grund war hauptsächlich sein Wunsch, einige private Dinge in den Griff zu bekommen, was sich lange angehäuft hatte, da man mit einer Band doch immer beschäftigt ist. Für uns war Raphael die erste und einzige Wahl. Wir kannten seine Stimme und ihn als Mensch schon aus seiner alten Band und wussten wie gut er zu TBA passen würde. Wir haben ihn einfach gefragt, er hat sich kurz überlegt, was das genau für ihn bedeuten würde bei TBA einzusteigen und dann zugesagt. Seitdem sind wir sozusagen "unzertrennlich" in guten und in schlechten Zeiten, hehehe.

CDstarts: Auf jeden Fall muss man festhalten, dass Raphael mit einer perfekten Mischung aus cleanem Gesang und Growls die ebenso variantenreiche Musik bestens ergänzt. Woher kommen eigentlich die Haupteinflüsse von TBA?

Chris: Vielen Dank! Wir sind auch sehr glücklich mit Raphaels Fähigkeiten am Mikro. Vielen Songs auf „Remedies“ hat er erst den letzten Schliff verpasst und ihnen einen echten Charakter gegeben. Er "versteht" die Songs perfekt und kann sie durch seinen Input noch mal enorm bereichern. Deine Frage nach den Haupteinflüssen von TBA könnte man also auch mit „Raphael Schmid“ beantworten, hahaha! Aber ich nehme mal an, dass du auf Bands anspielst, die unseren Sound geprägt haben. Das kann ich leider nicht so genau eingrenzen. Der Einfluss reicht von Helmet und Muse über Converge, Evergreen Terrace, The Carrier und Strife bis hin zu Johnny Cash und Bon Jovi, um nur ein paar Bands zu nennen, die wir gut finden. Es ist bei uns auch nicht so, dass wir uns hinsetzen und sagen „So, jetzt schreiben wir einen Song der wie A Day To Remember klingt“ o.ä., wir lassen die Lieder einfach entstehen und jeder bringt seinen persönlichen Input ein. Da wir alle sehr unterschiedliche musikalische Backgrounds haben, ist das oftmals ein sehr spannender Prozess!

Raphael: Was uns alle in unseren Musikgeschmäckern verbindet, ist, dass wir Bands lieben, deren Songs unter die Haut gehen und eine Message mitbringen. Wie Chris schon sagt, reicht das von poppigem Rock bis Hardcore. Wir sind halt ne Gitarrenrockband! Haha!

CDstarts: In Deutschland ist eure Fangemeinde ja schon beachtlich gewachsen. Inwieweit werdet ihr im Ausland wahrgenommen?

Chris: Das variiert von Land zu Land. Ich denke in UK werden uns einige Kids bereits kennen da wir ja auf Engineer Records (Label aus England) unsere Debüt-MCD veröffentlicht haben. Auch in Österreich haben wir einige Kids die uns cool finden, da wir dort extrem viele Shows gespielt haben. Ansonsten ist es immer sehr spannend an Orte zu kommen an denen man vorher noch nicht war. Wenn da dann Leute in der ersten Reihe stehen und Texte mitsingen, dann ist das schon ein richtig cooles Gefühl!

Raphael: Stimmt. Das ist ein abartig krasses Gefühl, wenn Kids meine Texte mitsingen. Das flashed mich jedesmal wieder! Seit die Dates für die Europa Tour mit This Is Hell und Dead Swans auf MySpace gepostet sind, bekommen wir enorm viele Messages von Kids aus UK, Schweden, Slovakei, Slovenien, Italien, Belgien, Schweden usw. Viele freuen sich jetzt schon auf das Konzert in ihrer Stadt. Das steigert natürlich unsere Vorfreude!

CDstarts: Gitarrist Christoph führt das Label Let It Burn Records, die Künstleragentur The Let It Burn Agency und hat einen Nebenjob. Was bedeutet das für die restlichen Mitglieder von TBA und die gemeinsame Arbeit?

Chris: Dadurch, dass sich meine Tätigkeiten mit dem Label (LIB Rec haben beispielsweise die „Smile Like A Wolf“-EP veröffentlicht) und der Agentur (LIB Agency betreut offiziell auch TBA als Management) sehr gut mit TBA in Verbindung bringen lässt, entstehen da keine Konflikte, weder Interessen-technisch noch zeitlich. Insgesamt ist es so, dass JEDER bei TBA viele andere Dinge tut oder tun muss, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. So ist das nun mal, wenn man kein Berufsmusiker ist.

CDstarts: Nach dem Release des neuen Albums „Remedies“ (Veröffentlichung: 06.02.2009) seid ihr im März mit den Amerikanern von This Is Hell auf Tour. Wird es auch Headliner-Shows im gesamten Bundesgebiet geben?

Chris: Selbstverständlich! Auch nach der Tour mit This Is Hell im März/April werden wir noch viele Single-Shows in ganz Europa spielen. Wir hoffen, dass wir auch einige Sommerfestivals mitnehmen können.

Raphael: Wir spielen immer so viel, wie wir können und es ist cool, dass es immer mehr wird!

CDstarts: Zum Abschluss bitte ich euch noch um musikalische Erwartungen an das Jahr 2009. Auf was freut ihr euch da am meisten aus der Sicht eines Hörers?

Chris: Ich freue mich riesig auf die neue Platte von Most Precious Blood. Ansonsten bin ich gespannt was uns dieses Jahr an neuen „Guerilla Aktionen“ wie letztes Jahr das Gratis Album von Fire in The Attic mit der Visions, oder das Radiohead Album als Gratis-Download, etc. bringen wird. Die Musikindustrie befindet sich immer noch im Umbruch und ich denke da wird es noch eine coole Idee seitens der Musikschaffenden geben, wie man darauf reagiert!

Raphael: Haha...ich bin immer gar nicht so auf dem Laufenden, was wann rauskommt. Ja, Most Precious Blood wird sicher ein Highlight und ich bin auch sehr gespannt auf die neue Ritual.

CDstarts: Ich danke euch herzlich für dieses Interview und wünsche das Beste für das wirklich grandiose Album „Remedies“ und die Zukunft als The Blackout Argument!

Chris: Vielen Dank, auch für deine positiven Worte über „Remedies“! Danke für das Interview.

Raphael: Vielen Dank für die Fragen und deinen Support!


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Music Scan

Germany
Date: 2009-02-07

Musik als Heilmittel: Mit ihrem neuen Release “Remedies” beweisen die Münchener eindrucksvoll ihre Qualitäten als Band, ihr sowohl musikalischen wie auch lyrisches Talent und damit wohl auch endgültig ihren Stand in der deutschen Hardcore-Szene. THE BLACKOUT ARGUMENT haben die beste Therapie für alle geplagten Bands gefunden; sei bereit alles zu geben. Die Fusion der Stile haben sie dieses mal bis auf die Spitze getrieben und verschmelzen Hardcore, Metal und Rock an allen Stellen des Albums nahtlos; bedienen sich scheinbar mit spielerischer Leichtigkeit aller Elemente genau dort, wo sie benötigt werden.

Ist die Stimmung zu Hause in Bayern auch positiv angespannt und wartet man verständlicher Weise auf die ersten Reaktionen aus dem Munde der Fans und Kritiker, so kann die Band auch zurecht stolz auf das Geleistete sein. Die kontinuierliche und harte Arbeit tragen letztlich nicht erst mit dem nun veröffentlichten “Remedies” erste Früchte. Chris gibt Einblicke in die Bandtätigkeiten: “Zum Glück "müssen" wir gar nichts tun sondern wir "wollen", was letzendlich auch ein viel effektiverer und langanhaltender Antrieb ist als Zwang in irgendeiner Form. Seit Tag 1 haben wir mit der Band das Ziel verfolgt immer weiter voran zu kommen. Keiner von uns hatte/hat Lust auf eine reine Hobby-Band mit 2x im Monat proben und 5 Shows im Jahr in der Region. Egal worum es geht, sei es Songwriting, Veröffentlichungen, Artwork, Merch, Shows, Touren, Equipment, Proben, und und und, wir versuchen immer das Beste rauszuholen und bringen maximalen Einsatz. Das ist manchmal schwierig mit dem "Rest des Lebens" (Jobs, Uni, Freundinnen, etc.) unter einen Hut zu bringen aber wir tun es wie gesagt gerne.”

Gleichzeitig ist man sich aber auch des großen Glücks und des Zufalls als großem Mäzen der Band bewusst, der gepaart mit dem unermüdlichen Einsatz des Quintetts nach nur drei Jahren Bandgeschichte zu einer beachtlichen Fanbase und Europa-weiter Anerkennung führte. “Wir haben einige sehr coole Touren gespielt, haben viele Releases veröffentlicht, mit super Labels zusammengearbeitet, sind bei Lifeforce unter einem der renomiertesten europäischen Underground Labels unter Vertrag und eigentlich vergehen keine zwei Monate ohne dass wir nicht zumindest einen kleinen Schritt weiter kommen mit der Band. Wir sind jedenfalls sehr glücklich mit dem, was wir bisher erreicht haben und freuen uns über jede weitere positive Entwicklung. Wir erwarten jedoch nicht dass das von alleine passiert sondern sind weiterhin bereit alle Kraft und Zeit die uns zur Verfügung steht in die Band zu investieren.”

Der Sound des neuen Albums ist erneut vielschichtiger ausgefallen. Die Grenzen zwischen melodischem Hardcore, Metal und Rock sind wie weggewischt und selten trafen dynamische Chöre passender auf metallisch-energische Riffs wie auf “Remedies”. Rücksichtslos wird kombiniert was gefällt und das Ergebnis weiss auf Anhieb zu überzeugen. THE BLACKOUT ARGUMENT verzichten gänzlich auf die sichere Nummer und setzen alles auf eine Karte: Eigenständigkeit. Auch das scheint ein Resultat der harten Arbeit zu sein, vor allem aber auch des Blicks über den Tellerrand. “Ich habe oftmals das Gefühl, dass sich deutsche und europäische Bands mehr trauen als beispielsweise Amerikanische. Dort gibt es immer einen "Vorreiter" der einen neuen Weg bereitet (Beispielsweise "Job For A Cowboy" oder seinerzeit "Killswitch Engage") und dann gibt es hunderte Bands die nichts weiter machen als in die selben Fußstapfen zu treten, oftmals sogar mit deutlich größerem Erfolg als ihre einstigen "Idole". In Europa schielt man natürlich auch gerne über den großen Teich und guckt was aus Amiland so rüberkommt, aber es gibt auch extrem viele Euro-Bands, die einfach ihr Ding durchziehen und drauf scheissen, was der "Große Bruder" macht, was natürlich extrem cool ist. Unabhängig davon erkennt man Euro-Core auch an den nicht immer ganz Akzentfrei dargebotenen Lyrics.” (lacht)

“Remedies” – Gegenmittel also – ist das neue Album betitelt, unterlegt mit einem Konzept, das zum Nachdenken einläd und erneut eine Band zeigt, die sich einmal mehr einfach ein wenig mehr Gedanken macht, als viele andere das tun. “Dem Album Titel liegt ein übergreifendes Konzept zugrunde was die Texte, das Artwork, die Linernotes und die Musik von „Remedies

“ miteinander in Einklang bringt. Bei diesem Konzept von geht es (kurz zusammengefasst) um Bachblüten, ein bekanntes homöopathisches Heilmittel, welches mich meine ganze Kindheit und Jugend über begleitet hat. Für jeden Gemütszustand gibt es eine passende Blüte. In Analogie hierzu haben wir den einzelnen Song auf „Remedies“ welche ebenfalls alle von verschiedenen Gefühlswelten handeln, jeweils eine passende Bachblüte zugewiesen, was sich in den Doppeltiteln der Songs (z.B. ‘Daisied Tree / HORNBEAM’ oder ‘Seven Tones Of Grey / PINE’) widerspiegelt. Die Idee dahinter ist es, die Songs, die Texte, das Album als ganzes oder Musik im allgemeinen als „Heilmittel“ anzuerkennen, welches die Fähigkeit hat, den Rezipienten, aber auch uns als Musiker/Menschen zu helfen, mit negativen Gefühlen wie Wut, Angst, Trauer, Stagnation, oder Verzweiflung besser umgehen zu können. Hoffnung gibt es immer, es hängt nur von einem selbst ab ob man daran anknüpft oder diese ignoriert. Ein Allheilmittel für jeden Konflikt, für jeden Rückschlag oder jede Enttäuschung gibt es selbstverständlich nicht, das wäre auch zu einfach und würde Leben ansich den Sinn nehmen. Viel spannender als die Frage WAS man gegen solche Situationen tun kann ist meiner Ansicht nach WIE man es tut bzw. damit umgeht. Erst im Umgang mit Problemen, Bedrohnungen und Schmerz zeigen Menschen ihre wahre Größe. Wir haben alle unterschiedliche Vorraussetzungen mit auf den Weg bekommen und in vielen Fällen sind diese alles andere als optimal, aber das Werkzeug um wieder auf die Beine zu kommen und einen mutigen Neuanfang zu starten haben wir alle das gleiche.”

Schon das vielbeachtete und diskutierte kostenlose Online-Release “Smile Like A Wolf”, wie auch die anderen Vorgänger entstanden mehr oder weniger in Eigenregie. Frei nach dem Motto “Never change a winning team” haben sich THE BLACKOUT ARGUMENT auch für die Aufnahmen zu “Remedies” nicht ins Zeug reden lassen. “Wir haben das meiste alleine gemacht, was wir aber auch so wollten. Nachdem die Songs bereits ziemlich "im Fluß" entstanden, wollten wir den Rest der Album-Produktion auch selbst in die Hand nehmen. Mit dem Ergebnis sind wir ganz arg krass zufrieden, eigentlich ist alles genauso geworden, wie wir es haben wollten und das ist jetzt KEINE Floskel die wir beim nächsten Album dann wieder revidieren! (lacht) Uns ging es darum dass die Produktion am Ende zwar wuchtig und durchschlagend ist, aber nicht nach Metal klingt, was sich als ziemlich schwierig entpuppt hat. Wir haben viel mit Amps, Mikrofonen, Pre-Amps, etc. rumprobiert bis wir dieses Ziel letztendlich erreicht haben. Das Mastering hat dann den Rest beigetragen. Die Aufnahme klingt "groß" und "klar", auch "druckvoll" jedoch ohne krampfhaft ans Limit zu gehen. Während wir eine Platte schreiben und Aufnehmen verlassen wir uns einzig und alleine auf unseren eigenen Geschmack bzw. unser Musikverständnis. Ich schließe nicht aus, dass wir in Zukunft vielleicht auch mal einen Produzenten mit in den Prozess einbinden aber bisher sind wir mit der "band only"-Methode sehr gut gefahren. Jeder in der Band hat ein ausgeprägtes musikalisches Gehör und schon viel Erfahrung mit anderen Bands / Albumproduktionen gesammelt. Wir können also aus einem großen Erfahrungspool schöpfen.”

Wie das ganze live umgesetzt wird, wie gesund die fünf Münchener sein werden und wie eine der fleissigsten aufstrebenden Bands klingt, kann auf der im März startenden Tour begutachtet werden. Zusammen mit This Is Hell und Dead Swans werden THE BLACKOUT ARGUMENT gut vier Wochen durch Europa reisen und mehr als ein dutzend mal davon auch auf deutschen Bühnen zu sehen sein. Und auch Chris verspricht: “Das wird der Hit!”


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Smash Mag

Germany
Date: 2009-02-04

„Es ist immer wahnsinnig schwierig über die eigene Musik zu sprechen, vor allem wenn sie auf so natürliche Weise und vollkommen unkonstruiert entsteht wie bei uns!“, so Chris Zehetleitner, Gitarrist von The Blackout Argument. Die Münchner bringen mit „Remedies“ ihr neustes Album heraus. Melodischer und intensiver Hardcore, sowie sympathisch und authentisch. Unsere Fragen beantworteten der bereits erwähnte Chris und Sänger Raphael.


SMASH-MAG.com: Chris, Hand aufs Herz. Wie oft hast du in den letzten drei Jahren folgendes geschrieben: „Hey, ich bin Chris Zehetleitner und spiele bei THE BLACKOUT ARGUMENT Gitarre…“

Chris: Hahaha, glaub mir, das ist NICHT der einzige Satz den ich die letzten 3 Jahre wiederholt geschrieben habe ;-) Aber hey, auf einmal mehr kommts nicht an also… HEY!! Ich bin Chris Zehetleitner und spiele bei THE BLACKOUT ARGUMENT Gitarre… ;-)

SMASH-MAG.com: Auf dem mir vorliegenden Pappschieber steht „For Fans of Comeback Kid, Boys Sets Fire, Rise Against, Evergreen Terrace and This Is Hell. Welche Band ist von der Auswahl her deine „Lieblingsband“ und was verbindest du mit dieser?

Chris: Yeah, ich mag alle Bands sehr gerne aber wenn ich eine wählen müsste wäre das ohne wenn und aber RISE AGAINST. Diese Band hat mich noch NIE enttäuscht und jedes Album das sie bisher veröffentlicht haben ist ein absoluter Hammer! Ich verbinde persönlich ziemlich viel mit RISE AGAINST und finde auch total super Zugang zu den Texten. Oftmals fühlt es sich so an als wären sie geradezu für oder über mich geschrieben. Ein Phänomen das ich leider nicht mehr mit vielen Songs/Bands erlebe.
Meine persönliche Vorliebe für RISE AGAINST heisst natürlich nicht, dass die Band auch der Haupteinfluss auf mein Songwriting für THE BLACKOUT ARGUMENT ist. Da ist es eher so dass du alle genannten Bands nehmen und eine Schnittmenge draus bilden musst um eine Idee zu bekommen wie das neue Album „Remedies“ klingt.

Raphael: Auch für mich gehören all diese Bands zu meinen Lieblingen. Die wichtigste dieser ist für mich BOY SETS FIRE. Mit 15 hab ich das erste mal BOY SETS FIRE gehört und seit dem gab es bis heute nie wieder einen Sänger, der mich mehr mit seiner Stimme und mit seinen Texten berührt hat. Nathan Gray hat einfach einen gewissen Ausdruck in der Stimme, den ich ansonsten noch bei keinem anderen Sänger gehört habe. Nathtan Gray ist einfach unglaublich authentisch.

SMASH-MAG.com: Wichtig ist sicherlich: Was unterscheidet Euch von diesen Bands?

Chris: Ich denke dass alle genannten Bands einen sehr eigenen Stil haben und genauso ist es bei uns. Es ist immer wahnsinnig schwierig über die eigene Musik zu sprechen, vor allem wenn sie auf so natürliche Weise und vollkommen unkonstruiert entsteht wie bei uns! Es steckt kein großer Plan dahinter, vielleicht ist aber genau das der Trick. Wir haben uns also nicht VORHER überlegt, dass wir Einflüsse von den genannten Bands in unsere Songs einfließen lassen wollen. Es war eher so dass wir (und Lifeforce) die Platte angehört haben als sie fertig war und wir DANN diese Parallelen festgestellt haben. Was unsere Eigenständigkeit betrifft, so wäre ich sehr unglücklich gewesen wenn wir nur nach EINER der genannten Bands klingen würden. Zum Glück ist das nicht der Fall und ich könnte noch viele weiter Bands aufzählen deren Einfluss man auf „Remedies“ heraushören kann. Unterm Strich ist es dann einfach: THE BLACKOUT ARGUMENT ;-)
Raphael: Stimmt. Unsere einzige „Vorgabe“, die wir uns gegeben haben, war, ein Rockalbum zu schreiben.

SMASH-MAG.com: Ihr habt eure EP „Smile Like A Wolf“ kostenlos zum Download freigegeben. Im digitalen Zeitalter kann man vieles messen und analysieren. Hast du die genauen Zahlen, wie oft die EP eigentlich runter geladen wurde? Und, was mich auch interessiert, aus welchen Regionen am meisten? Auch aus den Staaten?

Chris: Natürlich haben wir auch ein Statiskik-Tool mit auf www.smilelikeawolf.com, der download-seit der online EP, implementiert. Der derzeitige Counter steht bei knapp über 11.000 echten Audio-Downloads, also keine Page-Visits o.ä., sondern tatsächliche Klicks auf „MP3“ oder „WAV“. Die meisten Leute die sich die Songs heruntergeladen haben waren natürlich aus Europa mit Deutschland als größten Anteil aber auch den USA, Japan, Russland, Südamerika, etc. kamen einige Klicks! Ich denke unser Wunsch, mit „Smile like A Wolf“ neue Kids zu erreichen, die vorher noch nie von uns gehört haben, ist in Erfüllung gegangen!

SMASH-MAG.com: Nach drei EPs und eurem Debüt „Decisions“ ist „Remedies“ euer neuster Output binnen dreieinhalb Jahren. Woher der Elan, die Spielfreude und Wahn immer ständig mit der Band aktiv zu sein?
Chris: Wenn du jetzt noch die vielen Touren und Shows dazu rechnest, sowie diverse andere Projekte die wir im alleingang verwirklicht haben wie Webseiten, E-Cards, Multimedia features, drei Videos und und und könnte man schon meinen wir haben einen totalen Dachschaden hahaha! Aber der Trick ist ganz einfach: So lange es uns Spass macht, was wir tun und wir auch die Freiheiten haben es SO zu tun wie wir es für richtig halten, ist jedes Projekt, auch wenn es sehr Kraft-, Zeit- oder Kostenintensiv ist keine Qual sondern eine großartige Möglichkeit der Selbstverwirklichung. Andere Leute Schrauben an Autos, Sammeln Briefmarken oder Malen nach Zahlen. Unsere Leidenschaft ist THE BLACKOUT ARGUMENT!

Raphael: Die meiste Zeit steckt ohne Frage Chris in die Band. Er managed alles und hat immer den Überblick. Wie er das alles mit seinen Jobs und seinem Privatleben unter einen Hut bekommt, bleibt mir bis heute ein Rätsel. Ich hab eine kleine Realitysoap in Planung, bei der ich Chris mal eine Woche mit der Kamera begleite und das verkauf ich dann unter „So bekommen Sie ALLES in den Griff“...hahaha! Chris ist der Grund, warum THE BLACKOUT ARGUMENT so fleißig ist. Er pusht uns alle.

SMASH-MAG.com: Was unterscheidet „Remedies“ von „Decisions“, abgesehen davon, dass auf „Decisions“ noch Sinan Akili am Mikro war und nicht Raphael Schmid?

Chris: So was sagt sich so leicht: „…da gab es halt einen line up wechsel, einer geht der andere kommt, no big deal“ aber in der Realität war dieser Line-Up Wechsel für uns das bisher einschneidenste Ereignis in unsere Band-Geschichte. Mit Raphael in der Band haben sich endlos viele Dinge geändert, sowohl intern als auch extern. Sein Einstieg bedeutete zudem für die Band einen deutlichen Stil-Wechsel. Obwohl die Songs und Riffs auf „Remedies“ teilweise schon stark an „Decisions“ erinnern, sind es Raphaels Gesangslinien die den Songs ein komplett anderes Feeling verleihen. Das ganze klingt direkter, deutlicher und „größer“ als Früher. Raphael hatte im Studio extrem viele gute Gesangs-Ideen mit deren Hilfe einige Songs noch mal ein ganzes Stück besser geworden sind. Ansonsten haben wir versucht, das Album produktionstechnisch aus der Metal-Ecke rauszuholen und ihm einen eher rockigen touch zu verleihen ohne dadurch jedoch Wucht oder Härte einzubüssen. Mit Hilfe des „Erlösers“ und vielen Diskussionen über Sound und Einstellungen ist uns das auch gelungen ;-)

SMASH-MAG.com: Euer Sänger Raphael hat in einem Interview mal gesagt, dass ihr "ein ehrliches Rockalbum ohne jeglichen Schnickschnack" machen wollt. Was ist das deiner Meinung nach und auf welchen Schnickschnack habt ihr konkret verzichtet?

Chris: Für mein empfinden geht es bei Rock um Reduktion. Man hält die Songs im Ablauf bewusst simpel und wenn ein Part gut funktioniert und das transportiert was er transportieren soll, darf man er auch ohne Probleme 2-3 mal im Song auftauchen. Einige der besten Rocksongs bestehen aus nicht mehr als einer einfachen Strophe, einem Killer-Refrain und ein bis zwei coole Bridge-Parts.

Überflüssiger Schnick Schnack sind aus unserer Sicht:

* Übertriebene und zweckfreie Gitarrensoli
* Forcierte Taktbrüche und schräge Zahlzeiten
* Überflüssige oder unnötig komplexe Riffs, mögen sie auch noch so kreativ sein
* Keyboards, Samples, Cowbells, Schellenkranz und Film-Samples


Das heisst NICHT dass wir diese Dinge generell Scheisse finden. Bands wie CONVERGE, DILLINGER ESCAPE PLAN, MYELINE AND THE SONS OF DESASTER, TYPE O NEGATIVE, EVERYTIME I DIE, etc. setzen solche Elemente gezielt ein und gehören trotzdem zu unseren persönlichen Lieblingsbands. Auch für THE BLACKOUT ARGUMENT würden wir manches davon nicht generell ausschließen, nur für „Remedies“ hätte es keinen Sinn gemacht.


SMASH-MAG.com: Als Gast habt ihr Rick von This Is Hell/ Soldiers gewinnen können. Wie kam es dazu?

Raphael: Wir haben 2007 einige Dates auf der Never Say Die Tour mit THIS IS HELL, COMEBACK KID, PARKWAY DRIVE, CANCER BATS und THE WARRIORS gespielt. Mit THIS IS HELL haben wir uns direkt gut verstanden. Mit Rick war ich seitdem ab und zu in Kontakt und als ich ihn gefragt habe, ob er Bock hätte, einen Guest Vocal für unser neues Album aufzunehmen, hatte er total Bock und hat gleich ein Studio in New York organisiert. Rick's Guest Vocal ist hammer geworden und ich freu mich schon, ihn auf der Euro Tour ans Mikro zu lassen.

SMASH-MAG.com: Ihr werdet mit This Is Hell auf Tour gehen. Wenn ich mich nicht irre, ist es nach der Never Say Die Tour 2007 das zweite Mal, dass ihr mit ihnen unterwegs sein werdet. Wie sind Eure Erwartungen und worauf kann sich der Besucher freuen?

Chris: Stimmt, im März/April sind wir 4 Wochen mit THIS IS HELL und DEAD SWANS auf Tour und guess what, wir freuen uns RIESIG darauf! THIS IS HELL sind supercoole Typen und auch musikalisch passt das Package hervorragend. Wir freuen uns auf die vielen Länder in denen wir mit THE BLACKOUT ARGUMENT bisher noch nicht waren und darauf unsere neuen Songs sowohl Kids vorzustellen die diese bereits kennen und abfeiern, als auch Kids die noch nie von uns gehört haben. Wir werden auf jeden Fall jeden Abend alles geben!

SMASH-MAG.com: Du bist wie ich, jemand der die 30 gerade überschritten hat. Euer Sänger Raphael ist 22/23. Gibt es da unterschiedliche Sichtweisen in Bezug und Einstellungen rund um das Thema „Hardcore“? Mit dem Alter betrachtet man viele engstirnige Themen doch lockerer oder?

Chris: Hahahaha NEIN! Das ist nicht korrekt :-) Ich werde am 9.2. erst 30, hab also noch ein paar Wochen Zeit hehehe! Das ist eine sehr coole Frage, ehrlich. Ich hab aufgrund meines Labels und meiner Agentur sehr viel mit Hardcore-Kids aller Altersklassen zu tun und spüre sehr oft diesen „Generations-Konflikt“ den du angesprochen hast. Ich selbst sehe das aber recht entspannt. Mir ist bewusst dass meine Vorstellungen von Hardcore aus den 90er Jahren stammen und mit dem was viele Kids heutzutage unter Hardcore verstehen nicht mehr viel gemein haben. Das ist vollkommen OK und da es sich bei Hardcore ja letztendlich um eine Jugend-Subkultur handelt wäre ich der letzte der darauf pochen würde dass meine Auffassungen und Ideen in 2009 noch uneingeschränkt funktionieren. Zwischen Raphael und mir ist der Unterschied diesbezüglich trotz Altersunterschied jedoch gar nicht so groß. Im Gegensatz zu vielen anderen Kids in seinem Alter versteht er Hardcore nicht nur als Mode- und Musikstil sondern mißt dem Begriff auch eine große Tiefe bei. Hardcore und auch Straight Edge haben sein Leben stark beeinflusst und ohne jetzt den großen Hellseher raushängen zu lassen, habe ich das Gefühl, dass ihn diese Dinge noch viele Jahre begleiten werden.

Raphael: Ich sehe das genauso. Uns faszinieren die selben Dinge an Hardcore. Straight Edge verbindet uns beide mit einer sehr tiefen und persönlich verankerten Lebenseinstellung. Es ist immer interessant, sich mit Chris über Hardcore /Straight Edge zu unterhalten, da er einfach viel mehr Erfahrung mitbringt und mir oft neue Sichtweisen weitergeben kann. Chris ist ein 90s-Kid und ich liebe den 90s-Hardcore und durch Chris „erlebe“ ich ihn auch noch über die Musik hinaus mit.

SMASH-MAG.com: Viele deutsche Bands beklagen, dass sie kaum noch Chancen haben als Support von irgendwelchen US Bands dabei zu sein. Mit Marco von AVOCADO|BOOKING, deinem alten Wegbegleiter aus Paint The Town Red –Zeiten, sitzt ihr ja quasi an der Quelle, um bei namhaften Bands dabei sein zu dürfen bzw. auch solche Touren wie die Never Say Die zu spielen. Wie betrachtest du das?

Chris: Das mag für Außenstehende ein klarer Fall sein aber vielleicht hilft da mal ein Blick hinter die Kulissen ;-) Keine Band bekommt bei Avocado-Booking eine Spezialbehandlung, auch nicht wenn ein persönlicher Kontakt zu den Bookern besteht. Wenn eine Tour keinen Sinn macht wird sie nicht gebucht, so einfach ist das. Ich finde diese Policy klasse. Es bringt keiner Band etwas auf ein Package gebucht zu werden auf dem sie nix zu suchen hat.
Die andere Frage die ich mir seit Jahren stelle: Wieso sind Euro-Bands auf immer und ewig glücklich damit den Opener für US Bands zu spielen? Klar wenn sich keine anderen Optionen anbieten, warum nicht. Aber gerade bei größeren Acts, die locker als Headliner was reissen könnten frage ich mich warum sie sich immer wieder verheizen lassen. Es sollte viel mehr Touren geben wie die „Berlin Angst“-Tour Ende 2008. Drei Euro-Bands (FINAL PRAYER, WAR FROM A HARLOTS MOUTH und MAKE IT COUNT) haben es problemlos geschafft 6 ausverkaufte Shows hinzulegen. Für mich eine DER Touren des Jahres 2008.

SMASH-MAG.com: Mit Let It Burn Records und Let It Burn Agency hast du zwei Dinge am Start, die auf der „anderen“ Seite des Musikbusiness stehen. Sind Musiker, die besseren „Manager“ im Musikbusiness?

Chris: Jein. Auf der einen Seite fließen natürlich extrem viele Erfahrungen die ich selbst als Musiker gemacht habe und mache in meine Arbeit mit dem Label und der Agentur ein. Auf der anderen Seite ist es unglaublich wichtig sich eine gewisse Objektivität und Außensicht auf Entwicklungen und Prozesse bei Bands und der Musikszene im Ganzen zu bewahren. Das ist oftmals schwierig wenn man selbst Musiker ist, aber ich denke ich bekomme das ganz gut hin.

SMASH-MAG.com: Ich hab gerade auf der Let It Burn Agency Seite folgendes gelesen: „Band-development is our business“ und “Image and Identiy (We guide you on your way)”. Das klingt, so, als ob man jemanden an die Hand nimmt und ihm die Welt zeigt. Wenn man böse ist, kann man sagen, dass es Majorlabels mit ihren Marionetten auch nicht anders machen. Wo siehst du für dich den Unterschied?

Chris: Ich denke wenn man den Text als ganzes liest und diesen Satz nicht isoliert betrachtet wird deutlich, dass der Ansatz der LIB Agency nichts mit Manipulation zu tun hat sondern mit Hilfestellung. Ich hole meine Bands dort ab wo sie sind und die meisten Bands mit denen ich arbeite sind schon sehr weit. Sie wissen ganz genau wo sie hinwollen und haben konkrete Vorstellungen wie sie diese Ziele erreichen wollen. Meine Aufgabe ist dann letztendlich nur, ihnen alle Mittel zur Verfügung zu stellen die sie benötigen und ihnen als beratende Instanz zur Seite zu stehen. Das funktioniert wirklich prima so und geht kein bisschen in die Richtung: „ich bin der große Manager und zeig euch die welt“ sondern ist mehr wie ein sechstes Bandmitglied das fester Teil der Band ist und nur nicht mit auf der Bühne steht.

SMASH-MAG.com: Wie schwer ist es mit Hardcore Musik – egal wie- seinen Lebensunterhalt zu verdienen?

Chris: Das kann ich dir nicht beantworten weil ich es nicht tue. Erstens brauche ich wie die meisten anderen Musikschaffenden noch einen „real world“ job um mich über Wasser zu halten und zweitens beschränken sich meine musikalischen Tätigkeiten nicht ausschließlich auf das Genre oder die Szene „Hardcore“. Sowohl mit dem Label, als auch der Agentur und letztendlich sogar mit der Band bin ich offen für alles und kann mir Entwicklungen in die verschiedensten Richtungen vorstellen.

SMASH-MAG.com: München ist jetzt im Gitarren-Sektor nicht sonderlich beliebt. Die Stadt gilt ja schlechthin als sehr konservativ. Warum sollten wir dennoch alle mal in die Landeshauptstadt kommen, um dort mal Gitarrenmusik live zu erleben. Deine Chance der Werbung :)

Chris: Eigentlich gibt es nur einen Termin zu dem es sich wirklich lohnt nach München zu kommen um sich Stromgitarrenmusik anzuhören: Der 25.4.2009. Da findet nämlich im Backstage Club unsere „Remedies“-Releaseparty statt ;-) Ansonsten brauche ich glaube ich für München nicht groß Werbung machen, da wir als Band ja eh viel rumkommen.


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Fuze (uncut)

Germany
Date: 2008-12-17

Leicht abgewandelt werdet ihr das Gespräch auch im nächsten…(Trommelwirbel)…FUZE lesen können. Hier der ungekürzte Plausch am Telefon nach dem bekannten Frage- und Antwortspielchen.
Wünscht ihr euch manchmal aus den USA zu kommen, denn Musik, wie ihr sie macht besitzt dort immer noch ein relative großes kommerzielles Potenzial, besonders im Vergleich zu Deutschland?

Gute Frage, ist natürlich eher was wäre wenn mäßig. Ich höre oft, dass die Leute unseren Sound als international bezeichnen. Auf der einen Seite wäre es natürlich interessant zu wissen, wie es in Amerika laufen würde, auf der anderen Seite stehen wir in Europa vielleicht auch ein bisschen alleine da, weil wir international, amerikanisch oder halt einfach anders als andere Bands klingen.

Warum ist denn härtere Musik wie Metalcore, in Amerika so erfolgreich?

Das liegt daran, dass in Amerika und auch England die ganze Musikpresse anders funktioniert. Dort wird härtere Musik, wenn man das jetzt mal als Überbegriff verwendet, einem viel breiterem Publikum zugänglich gemacht. Durch Magazine wie Alternative Press oder Terrorizer findet einfach eine breite Masse Zugang zu harter Musik. Bei uns auf dem Festland gibt es eine ganz klare Schnittgrenze zwischen richtig kommerziellen Rock- oder Pop-Gruppen und harter Musik, die dann komplett Underground ist. In den USA oder England verschwimmen diese Grenzen eher, weshalb auch härtere Combos einen höheren Bekanntheitsgrad erlangen können.

Im Gegenzug rennen die Fans aber amerikanischen Metalcore-/Screamo-Bands auf ihren Deutschlandrundreisen die Hütte ein, während bei deutschen Acts oft gähnende Leere herrscht oder man sich als Vorband in einem riesigen Monster-Line-up abgeben muss.

Das ist fast schon eine kultur-historische Frage. Warum trinken mehr Leute Coca-Cola als Fritz-Kola? Wir schielen halt schon gerne über den großen Teich rüber. Es ist immer noch wie das Verhältnis zu einem großen Bruder, obwohl es das eigentlich gar nicht mehr sein müsste. In der Musik hat die europäische Szene deutlich mehr zu bieten als die amerikanische, die meiner Ansicht nach, ziemlich gleichförmig und vorhersehbar ist. Wirkliche Ausreißer-Bands kommen hingegen eher aus Europa. Die meisten Kids gehen aber immer noch davon aus, dass amerikanische Bands in Bereichen wie Professionalität, Artwork und Produktion führend und immer am Puls der Zeit sind, was schade ist, weil in den letzten fünf, sechs Jahren europäische Bands extrem professionell und innovativ geworden sind.

Früher war es allerdings noch schlimmer. Ich erinnere mich noch daran, dass 1995 oder 1996 DAMNATION A.D. als Support von den RYKERS auf Tour gegangen sind und dann ein Aufschrei der Freude durch die europäische Szene halte, dass so was überhaupt möglich war. Sonst war es damals immer ganz klar. Amerikanische Band kommt auf Tour und ein, zwei europäische Bands dürfen mitfahren.

Wie fühlt ihr euch im Vergleich zu anderen populäreren deutschen Acts wie CALIBAN, MAROON oder auch CALLEJON, die ja momentan sehr viele mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Seid ihr mit eurem Status hier zufrieden?

Seit es THE BALCKOUT ARGUMENT gibt habe ich die Entwicklung der Band noch nie mit anderen Bands verglichen, dass ist auch überhaupt nicht in meinem Interesse. Mir ist es einfach wichtig, dass sich was tut. Solang wir uns als Band bewegen, bin ich absolut happy. Das bezieht sich jetzt nicht nur auf den Bekanntheitsgrad, sondern auch auf das Songwriting, Konzerte und Touren. Ob diese Entwicklungen jetzt schnell oder langsam vonstatten gehen spielt keine Rollen.

Wie ist das Klima zwischen den verschiedenen Bands untereinander? In den Messageboards herrschen ja vor allem kindische Grabenkämpfe was jetzt Hardcore ist und was nicht.

Total witzig, dass du das fragst, weil die Bands untereinander, dass alles total cool und relaxt sehen. Egal ob wir mit WAR FROM A HARLOTS MOUTH, CATARACT oder wem anders spielen, es ist immer alles sehr entspannt. Es gibt keine Fronten, wer jetzt welche Musik macht, in welcher Szene tätig ist oder erfolgreicher ist. Alles ist immer sehr kollegial, gerade wenn man mit wem spielt, mit dem man bisher noch nicht aufgetreten ist. Herkunftsort und Bekanntheitsgrad spielen da keine Rolle.

Kommt ihr denn immer beim Publikum an, egal mit wem ihr auf der Bühne steht?

Die Tatsache, dass wir nirgendwo so richtig reinpassen, war schon seit der Bandgründung Segen und Fluch zugleich. Inzwischen genieße ich das aber, da wir so unterschiedliche Welten kennen lernen. Wir spielen klassische Hardcoreshows, aber auch größere Sachen, wie die BOYSETSFIRE-Tour, wo ein ganz anders Publikum vor Ort war. Bei den ARCHITECTS- oder AUGUST BURNS RED/EMMURE-Dates wiederum waren sehr junge Kids am Start. Wir haben halt den Vorteil, dass wir überall reingucken können. Letztendlich erleiden wir dadurch, dass wir in keine Schublade wirklich rein passen, keinen Nachteil. Mag sein, dass wir, wenn wir bestimmten Konventionen entsprechen würden schon einen höheren Bekanntheitsgrad hätten, aber wir wollen uns nicht verbiegen.

Wo liegt denn ungefähr der Altersdurchschnitt bei euren Shows?

Auch ganz unterschiedlich. Wobei ich gemerkt habe, dass die Kids, die es richtig abfeiern, die also alle Releases haben, die Texte kennen und wiederholt zu den Konzerten kommen, schon jünger sind. Das ist halt die MySpace-Generation, was jetzt gar nicht abfällig gemeint sein soll, und die sind so zwischen 17 und 22 Jahre alt.

Wie geht ihr denn damit um, dass eure Fans eine ganze Ecke jünger sind als ihr. Kommt man sich da nicht manchmal etwas komisch vor als Erwachsener. Vielleicht auch in der Richtung, dass man denkt auf der Musik hängen geblieben zu sein.

Das kann ich jetzt nur auf mich beziehen (Chris wird im Februar 30), da unser Sänger zum Beispiel erst 22 ist und für ihn der Unterschied natürlich nicht so krass ist. Solange ich mich wohl fühle mit dem was ich tue und auf der Bühne keine Show abziehe, ist es im Endeffekt vollkommen egal wie groß der Altersunterschied ist. Den Kids fällt das auch oftmals gar nicht so auf, dass die Bands etwas älter sind, solange da die gleiche Leidenschaft hinter steckt wie bei jüngeren Bands. Das ist bei den älteren Leuten in unserer Band definitiv der Fall.

Aber man entwickelt doch mit fortschreitendem Alter andere Hörgewohnheiten?

Oh ja das auf jeden Fall. Ich war letztens auf dieser Santa Slaughter Tour mit BURY YOUR DEAD, AS BLOOD RUNS BLACK und EMMURE und habe auf dem Konzert keine einzige Band wirklich verstanden und kaum Zugang gefunden. Obwohl mir diese Bands auf CD teilweise ganz gut gefallen, ist das live nicht meine Welt.

Ich sehe es aber als Bereicherung, wenn sich der Musikhorizont irgendwann verändert. Man hat dann die Möglichkeit die eigene musikalische Entwicklung und die Entwicklung einer „Szene" viel objektiver beurteilen zu können. Es macht einfach Spaß über den Tellerrand zu gucken und zu schauen, was in anderen Subkulturen passiert und wie sich andere Musikrichtungen entwickeln. Ich persönlich genieße das sehr, da mich auch die theoretische Seite von Subkulturen sehr interessiert.

Ihr kommt aus Bayern. Wie groß ist bei euch die Szene im Vergleich zu Hochstätten wie Nordrhein Westfalen?

Es ist ganz unterschiedlich. In Stuttgart, Nürnberg, München kommt schon jede Tour vorbei, aber es ist jetzt nicht so wie im Ruhrpott, wo man im Umkreis von 100 km² sieben, acht riesige Städte hat, wo im Prinzip alle Touren mehrfach stattfinden. Ich nehme an ihr habt jedes Wochenende eine größere Auswahl an Shows, wo ihr hinfahren könnt und müsst dann maximal 20-30 Kilometer fahren. Hier in Süddeutschland ist es halt so, wenn du nicht in einer dieser großen Städte wohnst, musst du halt 50-80 Kilometer fahren, dementsprechend groß ist der Aufwand. Daher kommen auf kleinere Touren unter der Woche auch mal nur 50, 60 Leute, was ja auch verständlich ist. Aber an Wochenenden und bei großen Shows sehe ich keinen großen Unterschied zum Ruhrpott, Ostdeutschland oder Berlin.

Wie schafft ihr es euch immer wieder zu motivieren, obwohl am Ende des Tages nicht wirklich viel Kohle bei euch hängen bleibt und man mit leeren Händen da steht? Mir ist aufgefallen, dass ihr sehr viel Arbeit in die Band steckt um auch optisch ein ansprechendes Gesamtpacket (Inernet-Auftritt, Merch, Artwork etc.) zu präsentieren.

Witzig, dass du das sagst, weil es den meisten Leuten gar nicht so auffällt, dass wir da soviel Arbeit reinstecken. Wir machen das auch größtenteils alles selber. Man sitzt schon manchmal nächtelang zusammen um dann Sachen wie die „Smile Like A Wolf"-Downloadseite und den MySpace-Auftritt umzusetzen. Es steckt in der Tat viel mehr dahinter. Die meisten Kids sehen nur, dass jemand in einer Band spielt und dann voll cool auf der Bühne steht, aber vergessen, dass man selber einen Großteil dazu beitragen muss.

Wie gesagt gebt ihr euch sehr viel Mühe bei allem was ihr macht und steckt viel Arbeit in die Band. Wart ihr in der Schule bzw. Uni auch schon solche „Streber"?

Hahaha, ich bin gestern Abend als ich zu Hause aufgeträumt habe über mein altes Fanzine Keep The Faith gestolpert. Habe dann ein paar Hefte durchgeblättert und bin auf eine Ausgabe von 1999 gestoßen, wo ich kurz nach meinem Abi darüber geschrieben habe, dass ich gar nicht weiß was jetzt mit meinem Leben passiert und das ich auch gar keinen Bock habe jetzt schon zu arbeiten und ich am liebsten mein ganzes Leben der Musik widmen würde. Das hat sich also schon damals abgezeichnet. Wenn ich motiviert bin und richtig Bock habe auf eine Sache, dann steck ich da auch unglaublich viel Ehrgeiz, Energie und die Bereitschaft, sehr viel Zeit und Kraft zu investieren, rein. Wenn es sich allerdings um Sachen handelt, die ich nicht als sinnvoll betrachte und bei denen mir verschlossen bleibt, warum ich sie tun sollte, dann kann ich auch ziemlich faul sein. In der Schule gehörte ich keinesfalls zu den Besten, sondern musste mich wirklich durchquälen.

Durch die ganze Zeit und Arbeit, die ihr in die Band investiert, entsteht bei mir schon das Gefühl, dass ihr unbedingt den Durchbruch schaffen wollt, sonst wäre euch die ganze Sache doch nicht so wichtig. Stimmt das?

Ich glaube die Leute haben immer etwas falsche Vorstellungen was das betrifft. Man trifft sich als Band nicht abends, sitz sich gemeinsam an einen Tisch und beschließt dann, dass man den großen Durchbruch schaffen will. Es gibt ganz, ganz wenig Bands, die wirklich so verbissen und gezielt auf eine Sache hinarbeiten. Bei uns ist das zum Beispiel nicht so. Wir lassen Dinge einfach geschehen. Wir versuchen natürlich so professionell wie möglich zu arbeiten und immer das Maximum aus uns herauszuholen. Aber es gibt keinen Masterplan, nach dem Motto, 2009 wollen wir von Century Media gesignt werden und 2010 mit Metallica auf Tour gehen.

Du hast gesagt, dass du deinen Lebensunterhalt mittlerweile durch die Musik finanzierst. Wie ist das bei den anderen in der Band?

Auch ich habe noch einen Nebenjob, der nichts mit Musik zu tun hat, also ganz funktioniert es noch nicht. Das gesamte Geld, welches wir mit der Band verdienen fließt auch wieder komplett in die Band zurück. Unser Schlagzeuger arbeitet ausschließlich im Bereich Musik. Der hat sein Suiseid Studio in München und produziert dort Bands, das ist quasi sein Beruf. Unser Sänger ist Heilerziehungspfleger, typischer Hardcore-Beruf. Irgendwie haben die Hardcore-Kids eine soziale Ader. Unser Bassist hat früher als freier Programmierer gearbeitet und jetzt angefangen Elektrotechnik zu studieren. Unser anderer Gitarrist macht Medienproduktionen, die teilweise auch in den Musikbereich reinragen. Er hat für auch für unsere „Smile Like A Wolf"-Downloadseite den ganzen technischen Hintergrund übernommen.

Durch die Arbeit mit der Band, Let It Burn Records, der The Let It Burn Agency und deinem Nebenjob bist du sicherlich sehr ausgelastet. Wie schaffst du es alles unter einen Hut zu kriegen? Bist du ein Workaholic?

Das werde ich of gefragt. Ich kenne jetzt auch nicht die genaue Definition eines Workaholics. Aber heute habe ich bis zehn geschlafen. War dann eine Stunde lang in Ruhe mit meiner Freundin frühstücken…

Eine Freundin hast du auch noch?

Ja habe ich auch noch. Dann bin ich ins Büro gefahren…also es geht. Ich denke schon, dass ich so auf 60-70 Stunden in der Woche komme, aber dadurch das mir die meisten Sachen davon echt Spaß machen und mich persönlich total befriedigen, kommt einen das nicht so viel vor. Also wenn man einen normalen Bürojob hat und da länger als 40 Stunden in der Woche rumhockt nervt das auf jeden Fall schon eher.

Willst du später mal Kinder haben und denkst du, dass dann viele Sachen für dich weg fallen würden? Man hört ja oft von Leuten die Kinder gekriegt haben, dass sich dadurch ihre Sichtweise auf bestimmte Dinge verändert hat und sie einen neuen Mittelpunkt ihres Lebens gefunden haben.

Das ist schön gesagt, denn genauso sehe ich das halt auch. Sollte ich mich wirklich irgendwann dazu entscheiden Kinder haben zu wollen und das ist nicht ausgeschlossen, dann geht es wirklich nur dann wenn sich alle anderen Sachen den Kinder unterordnen würden. Sollte man merken, dass es nicht klappt müsste ich dann irgendwo kürzer treten, das ist klar und unvermeidlich.

Habt ihr Ambitionen demnächst so richtig lange auf Tour zu gehen und nicht bloß an den Wochenenden aufzutreten, denn letztendlich erreicht man auf der Straße die meisten Leute. Ich weiß, dass ihr im März mit THIS IS HELL und DEAD SWANS auf europaweit unterwegs seid. Aber ist denn darüber hinaus geplant, dass ihr am Ball bleibt was regelmäßiges Touren betrifft?

Das hängt immer von der Angebotslage ab. Wir sind ja bei Avocado und jenachdem was die uns für Touren anbieten, sagen wir dann halt ob wir das machen oder nicht. Bei THIS IS HELL hat es einfach musikalisch und menschlich herrvoragend gepasst und wir haben daher sofort zugesagt. Wir haben uns jetzt aber noch nicht konkrete Gedanken darüber gemacht, wie es das restliche Jahr über aussehen soll. Ich schließe es allerdings nicht aus nochmal eine kurze Zehn-Tages-Tour oder so nachzuschieben. Hängt natürlich davon ab, ob wir, und vor allem unser Sänger, Urlaub kriegen, aber da ist sicherlich noch was möglich.


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Allschools

Germany
Date: 2008-12-11

Hallo THE BLACKOUT ARGUMENT, es klingt abgedroschen und nach tausend mal gehört, aber dennoch: Herzlichen Glückwunsch zu eurem „Remedies“-Album! Ich würde sagen: Treffer versenkt, auf Grund eines so guten Albums könnt ihr euch doch eigentlich auflösen oder (vor dem Hintergrund, den Höhepunkt erreicht zu haben)?

Chris: Keine Ahnung wie das bei anderen Bands ist aber wir freuen uns jedes mal riesig darüber, wenn wir positives Feedback auf unsere Musik bekommen. Du musst wissen, dass das hier erst das zweite Interview (und auf Allschools das zweite Review) war / ist, die Promo hat quasi eben erst begonnen, und wir deshalb noch total im Dunkeln tappen wie „Remedies“ bei der Presse und den Kids ankommen wird! Eine spannende Sache, also umso erfreulicher von dir zu hören, dass du das Album abfeierst J! Auflösen werden wir uns deshalb aber noch lange nicht, da legen wir lieber vorher noch 3 schlechte Alben nach und ruinieren alles, was wir uns bisher aufgebaut haben hahaha!

Was habt ihr für Erwartungen an das Album in Bezug auf Ankommen bei der Hörerschaft?

Chris: Erwartungen ist hier das falsche Wort. Wir sind zwar sehr gespannt, wie das Feedback ausfallen wird aber konkrete Erwartungen haben wir nie. Wenn wir im Studio hocken ist zunächst mal einzig und allein wichtig, dass die Songs UNS gefallen, alles andere kommt dann später. Aber wie gesagt: Gespannt sind wir allemal, was der Rest der Welt sagen wird!!

Seid ihr Hardcore? Was verbindet ihr mit diesem Begriff und wie würdet ihr euren Stil schlagwortartig beschreiben?

Chris: Das ist eine wüste Frage, wenn ich dir das so sagen darf. Mich hat seit Jahren niemand mehr gefragt ob ich „Hardcore“ bin aber irgendwie finde ichs auch witzig und versuch dir mal so gut es geht drauf zu antworten. Die Gegenfrage, die natürlich auf der Hand liegt ist zu allererst „Was verstehst du unter Hardcore?“. Ich denke da hat jeder eine ziemlich unterschiedliche Meinung, wenn das nicht so wäre würden sich die Leute auf Message-Boards wie Poisonfree und Co nicht jeden Tag virtuell die Köppe einhauen. Aber ich machs mir mal einfach und gehe von MEINER Definition von Hardcore aus: Selbstständigkeit, Unabhängigkeit, Authentizität, Inhalte und der Wille Worten auch Taten folgen zu lassen um somit jeden Tag als Mensch zu wachsen. Wenn wir von dieser Definition ausgehen dann SIND The Blackout Argument ohne Frage „Hardcore“. Wenn es allerdings darum geht bestimmten Szene-Konventionen zu entsprechen (und ich als fast 30-Jähriger kann sagen, dass sich diese jährlich, manchmal sogar monatlich ändern) sei es rein musikalisch, Style-technisch oder Image-mäßig, dann muss ich die Frage mit einem klaren NEIN beantworten.
Beim zweiten Teil deiner Frage meinst du sicher unseren MUSIK-Stil, richtig? Der ist eigentlich recht schnell beschrieben: Wir schreiben einfache, aggressive Rock-Songs mit viel Melodie und Herz, einfach genauso wie es aus uns herauskommt. Vergleiche mit Hardcore-Bands wie Comeback Kid, This is Hell oder Evergreen Terrace schmeicheln uns genauso, wie die mit Acts wie Boy Sets Fire oder Story Of The Year. Und auch wenn mein Dad sagt, ihn erinnert unsere Musik an eine Mischung aus Bad Religion und AC/DC hat er irgendwie Recht und ich freu mich drüber!

Ihr seid erst drei Jahre als Band unterwegs und habt schon drei EPs und zwei Alben veröffentlicht. Woher nehmt ihr dieses kreative Potential?

Chris: Streng genommen wird „Remedies“ erst im Februar 2009 veröffentlicht, aber du hast recht, wir haben einen ziemlich hohen musikalischen Output. Wie das kommt, kann ich dir nicht genau sagen, ich kann dir nur einen kleinen Einblick in eine unserer „Songwriting-Bandproben“ (so nennen wir die Proben, wenn über unseren Köpfen eine Deadline für ein kommendes Release schwebt) geben: Einer von uns kommt mit einer Idee (meistens nur 1 oder 2 Riffs) an und wir schustern das Ganze mit Hilfe unseres Musikempfindens und gesunden Menschenverstandes zu einem groben Songgerüst zusammen. Das dauert meistens genau 1 Probe als 2-3 Stunden, dann steht der Song im Groben. Meistens wissen wir gleich im Anschluss, ob was draus wird oder ob wir gerade totalen Bullshit fabriziert haben. Wenn ersteres der Fall ist spielen wir den Song bei den Folge-Proben immer wieder und ändern Übergänge, Arrangements, Lead-Gitarren etc., so lange bis wir komplett zufrieden sind. Dann nehmen wir das ganze mit unserem High-Tech Zoom-Demostudio auf und schauen ob der Song auch in aufgenommener Form funktioniert. Das ganze bekommt dann unser Sänger Raphael auf den Tisch und der denkt sich dann Lyrics und Gesangsmelodien aus. So, oder so ähnlich, schreiben wir im Endeffekt 90% unserer Songs. Ist keine Hexerei, eher so eine Art gutes Teamwork.
Und hier ist der große Haken an unserer Arbeitsweise: Wenn wir keine Release- oder Studio-Deadline haben sind wir faule Hunde und machen keinen Finger krumm hahahahaha!! J

Stark ist „Remedies“ auch nach deshalb, weil ihr es geschafft habt, sehr kompakt und bissig, aber auch abwechslungsreich und melodisch vorzugehen. Wo seht ihr die Stärken des neuen Outputs?

Chris: Witzig, 2 Reviews / Interviews und 2x taucht das Wort „kompakt“ auf! Da scheint wirklich was dran zu sein. Jetzt, wo alles fertig ist und wir das finale Master auf dem Tisch haben, finde ich die Songs ebenfalls sehr kompakt, dicht und druckvoll. Homogen bzw. „aus einem Guss“ aber nicht langweilig oder eintönig. Wenn du mich fragst, liegen die großen Stärken von „Remedies“ im Gesang. Ich würde mich ja als Gitarrist viel lieber selbst beweihräuchern, aber ich kanns drehen und wenden, wie ich will: Die meisten meiner Riffs sind erst durch Raphaels Gesang zum Leben erweckt worden und bei einiden Songs / Song-Ideen haben sich da komplett neue Dimensionen aufgetan! Wir haben Raphael keinerlei Vorgaben gemacht, was Gesangs-Melodien betrifft und ihm da vollkommen freie Hand gelassen. Das Ergebnis war, dass im Studio kein Tag vergangen ist, an dem ich nicht vollkommen geplättet war, was sich Raphael da aus dem Ärmel geschüttelt hat.
Raphael: Wir wollten einfach ein ehrliches Rockalbum ohne jeglichen Schnickschnack schreiben und haben auf Songintros usw. verzichtet. Das macht das ganze auch kompakt.

Meiner Meinung nach seid ihr das Bindeglied zwischen COMEBACK KID und BOY SETS FIRE. Dennoch kopiert ihr nicht, sondern seid eigenständig. Welche musikalischen Vorbilder würden euch am besten charakterisieren?

Chris: Das mit den musikalischen Vorbildern ist immer schwierig, besonders in unserem Fall weil jedes Mitglied von The Blackout Argument einen vollkommen unterschiedlichen musikalischen Background hat und diese musikalischen Wurzeln nur bedingt in unseren Grund-Sound mit einfließen. Wenn das der Fall wäre, würden wir wahrscheinlich komplett beschissene Songs schreiben, weil sich das nicht mal im Traum alles miteinander vereinbaren lässt hahaha.
Was wir allerdings bei The Blackout Argument alle gemeinsam haben ist, dass wir keine Selbstdarsteller sind an unseren Instrumenten sondern immer darauf hören, was der SONG von uns will. Und das ist in der Regel weniger anstatt mehr. Man kann einen Song mit den einfachsten Ideen und Mitteln zum Leben erwecken. Man kann ihn aber ebenso mit technischen Tobereien und musiktheoretischem Denken gleich wieder zu Grabe tragen. The Blackout Argument Songs leben, sie atmen, sprechen zu uns und sagen, was sie mögen und was nicht. Und wenn sie obdachlos sein wollen dann hören wir das und lassen es zu hahahaha (wer das verstehen will der liest einfach das Interview auf www.sweetjanemusic.com)!

Stark ist auch die Leistung von Sänger Raphael, der dem musikalischen Stoff durch seine am Limit liegende Stimme mit Wut veredelt. Nicht, das der alte Sänger schlecht gewesen wäre, aber mit Raphael seid ihr doch um einiges stärker geworden, oder?

Chris: Oha, dazu hatte ich mich ja oben schon geäußert. Raphael ist der Hit und ich feiere es jeden Tag ab, dass er zur Band gestoßen ist! Sinan, unser alter Sänger, war stilistisch einfach anders verortet. Seine Stimme war auch leidenschaftlich und einzigartigt, Raphaels Stimmlage und seine Ideen passen jedoch ein ganzes Stück besser zu unseren Songs. Wir haben uns durch ihn als Band in eine Richtung entwickelt, in die wir schon immer wollten.

Gibt es auf „Remedies“ eine Hauptaussage? Wovon handeln die Texte?

Raphael: Die Texte befassen sich mit Schwierigkeiten und Extremsituationen, mit denen man im Leben zu kämpfen hat. Es geht nicht darum, zu jammern, sondern all seine Aggression in positive Energie umzuwandeln und zu nutzen, um nach vorne schauen zu können und sein Leben trotz Rückschlägen positiv und optimistisch zu gestalten. Die Texte sind total angepisst und doch unendlich hoffnungsvoll. Die Songs sind für uns eine Art Heilmittel.

Wie kam es zum Gastbeitrag des THIS IS HELL-Sängers Travis Reilly?

Chris: Streng genommen handelt es sich hierbei um eine Zeitungsente, da nicht Travis sondern RICK von This Is Hell Guest-Vocals zu „Remedies“ beigesteuert hat. Travis hatte uns auch Spuren geschickt, die waren allerdings qualitativ nicht verwendbar, weswegen wir uns schweren Herzens dazu entschlossen haben seinen Guest-Vocal Part auf dem Album zu streichen. Dafür ist der Part von Rick, der ja auch Sänger und Frontmann von Soldiers ist, umso cooler ausgefallen! Da klingt selbst so ne Pop-Schnulze wie „Kidnap Yourself / ASPEN“ wie frisch aus’m Mosh-Camp hahaha!
Die Idee mit den Guest-Vocals hatten wir bereits Ende 2007, als wir mit This Is Hell einige Dates auf der Never Say Die Club Tour spielten. Wir waren sofort warm mit This Is Hell und hatten auch nach der Tour noch Kontakt mit ihnen. So kam das ganze zu Stande.

Bezüglich Coverartwork (Sons Of Nero) und Mix (Alan Douche in den West West Side Studios) habt ihr nichts anbrennen lassen, wenn es um große Namen geht. Warum habt ihr eure Geschicke nicht in die Hände von z. B. Rape Of Harmonies gelegt oder das Cover hierzulande stricken lassen. Sind dann vielleicht 500 Alben verkauft, wenn Prominenz am Werk war?

Chris: Auch hier muss ich dich leider wieder total Klugscheisser-mäßig korrigieren J, aber Alan Douche / West West Side hat das Album GEMASTERED und nicht gemischt. Das hat unser Drummer Philip in seinen Suiseidl Studios übernommen. Mastering ist nicht minder wichtig und ohne Alan wäre die Aufnahme bei weitem nicht so transparent, druckvoll und „groß“ geworden wie sie ist. Mal abgesehen davon, dass wir uns in den Suiseidl Studios mit allen Dingen mehr Zeit lassen konnten, hätte auch der Grundsound von beispielsweise Rape Of Harmonies nicht zu uns gepasst. Ein generelles Problem in Europa, es gibt einfach kaum professionelle Studios, die sicht NICHT auf Metal-Sound spezialisiert haben!
Beim Artwork haben wir uns ein zweites mal auf Sons Of Nero verlassen, weil ich wusste, dass niemand unsere Ideen betreffend des Album-Konzepts so gut umsetzen würde, wie sie. Weil ich gerade nach unten schiele zu den anderen Fragen: Basti, der Sänger von Callejon war der einzige andere Designer, den ich noch angefragt hatte, nur leider musst er aus Zeitgründen ablehnen. Beim Konzept von „Remedies“ geht es (kurz zusammengefasst) um Bachblüten, ein bekanntes homöopathisches Heilmittel, welches mich meine ganze Kindheit und Jugend über begleitet hat. Für jeden Gemütszustand gibt es eine passende Blüte. In Analogie hierzu haben wir den einzelnen Song auf „Remedies“ welche ebenfalls alle von verschiedenen Gefühlswelten handeln, jeweils eine passende Bachblüte zugewiesen, was sich in den Doppeltiteln der Songs (z.B. „Daisied Tree / HORNBEAM“ oder „Sven Tones Of Grey / PINE“) wiederspiegelt. Die idee dahinter ist es, die Songs, die Texte, das Album als ganzes oder Musik im allgemeinen als „Heilmittel“ anzuerkennen, welches die Fähigkeit hat, den Rezipienten, aber auch uns als Musikschaffende zu helfen, mit negativen Gefühlen wie Wut, Angst, Trauer, Stagnation, oder Verzweiflung besser umgehen zu können.
Ob man mit Selling Points wie „Sons of Nero“ oder „West West Side“ mehr Platten verkauft, wird sich zeigen. Zunächst kostets erstmal ne Menge Geld hahaha!

Lifeforce Records waren als Label bisher ein Sprungbrett für Gruppen wie CALIBAN oder HEAVEN SHALL BURN. Sehr ihr die Zusammenarbeit längerfristig oder wollt ihr auch irgendwann bei Roadrunner Records oder Nuclear Blast unterschreiben?

Chris: die Tatsache, dass Bands wie Heaven Shall Burn, Caliban oder Cataract Lifeforce Records als Sprungbrett nutzen konnten bedeutet nicht, dass das Label nicht auch gute Arbeit leistet! Wir sind zufrieden mit der Zusammenarbeit und haben derzeit keine Pläne, das Label zu wechseln. Zumal die aktuellen Entwicklungen in der Musikindustrie immer deutlicher zeigen, dass eine größeres Label nicht gleichbedeutend ist mit höheren Verkaufszahlen und konstant steigendem Bekanntheitsgrad.

Wie seht ihr die Entwicklung der deutschen Hardcore/Metalszene? Was haltet ihr von aufstrebenden Gruppen wie CALLEJON oder den in Frage 9. genannten etablierten Bands?

Chris: So groß ist der Unterschied gar nicht zu früher, auch vor einigen Jahren gab es kleinere vielversprechende Bands die einen großen Schritt nach vorne gemacht haben, und bereits etablierte Acts die ihren Level halten konnten. Was sich jedoch stark verändert hat ist die GESCHWINDIGKEIT mit der Bands auf einmal Steil gehen und die MENGE dieser Bands! Manchmal ist es wirklich schwer zu beurteilen, ob es dann letztendlich wirklich die Qualität der Musik oder der Ehrgeiz der Musiker war, welche einer Band zu Ruhm und Plattenverkäufen verholfen haben oder ob es doch größtenteils durchdachtes und gezieltes Marketing eines Labels ist. Unterm Strich gilt aber zumindest für die Metal-/Hardcore-Szene nach wie vor, dass man aus Scheisse kein Gold machen kann, wenn also Bands wie Callejon, The Sorrow, Neaera, War From A Harlots Mouth oder Final Prayer nicht wirklich was auf dem Kasten hätten, wären sie in den letzten Monaten nicht so steil gegangen! In anderen Musik-Stilen gilt diese Regel jedoch nicht, da kann man DURCHAUS aus Scheisse Gold machen hahaha!

Wie sieht die Musikszene in und rund um München aus? Gibt es eine Band community oder sind die Gruppen mehr stand alone?

Chris: Eigentlich wollte ich ja nix dazu sagen, aber wenn du so direkt danach fragst, will ich das Phänomen doch ansprechen: München HAT eine Musik-Szene und es gibt hier eine Vielzahl hervorragender Bands und Musiker, auch die Konzerte sind eigentlich gut besucht und wir haben alles, was zu einer kleinen Hardcore-/Punk/-Underground-/Whatever-Community dazu gehört. Trotzdem hab ich jetzt schon mit 2 Bands die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Arbeitsweisen oder Ansichten nicht so gern gesehen sind. Milde gesagt, hat jede Band, die viel Zeit und Kraft investiert um auch überregional auf sich aufmerksam zu machen, zu Touren, professionell Platten zu veröffentlichen die gut promoted werden, kurz, einfach „etwas zu reissen“ wie man so schön sagt, in der Münchner Szene seit jeher einen sehr schweren Stand. Das betrifft uns mit The Blackout Argument, aber auch schon bei Paint The Town Red war das sehr deutlich spürbar und laut Marco Walzel’s Beschreibungen (ehem. Sänger von PTTR) war es auch schon Jahre zuvor bei seiner ersten Band My Hero Died Today ähnlich. Ich hab keine Ahnung, woran es liegt und es geht mir nicht darum Fronten zu bilden, aber fasziniert bin ich davon schon immer wieder. Um deine Frage wieder aufzugreifen, es gibt schon eine gewisse Community in München und auch eine Menge sehr cooler Bands (Pangaea, Heartbreak Kid, Lofi Inferno, Ghostchant, Thunder & Blitzkrieg, Blank Promise, etc.) nur leider ist diese manchmal ziemlich engstirnig.

Was habt ihr euch als Ziel für 2009 gesetzt? Wo wird der Fan euch live bewundern können?

Chris: Bis Februar spielen wir noch Single- und Wochenend-Shows und im März geht es dann 4 Wochen auf ausgedehnte Europa-Tour mit THIS IS HELL und DEAD SWANS, worauf wir uns ohne Ende freuen! Tourdaten gibt’s sehr bald auf unserer Myspace-Seite nachzulesen.

Zum Abschluss noch die Frage, welche Bands/Alben unbedingt gecheckt werden sollten?

Chris: Ha ha ha ok keine leichte Frage, aber ich sag dir einfach mal, was bei mir gerade im Player rotiert:
NUEVA ETICA „3L1T3“
METALLICA „Death Magnetic”
RISE AGAINST „Appeal to Reason”
THE CARRIER “One Year Later”
GOLDUST “Axis”
COME CLOSER “Distance”
PETER FOX “Stadtaffe”
Raphael: Oh, also ich hör grade nichts besonders Neues. Bei mir läuft im Moment:
ALLEGIANCE “desperation”
BANG BANG YOU DEAD “the value in empty hands”
LIGEIA “bad news”
CARPATHIAN “isolation”
I RISE “for redemption”
REIGN SUPREME “american violence”
AMERICAN NIGHTMARE “background music”
COLD WORLD “dedicated to babies who came feet first”
THE HOPE CONSPIRACY “death knows your name”
CONVERGE “no heroes”
PAINT THE TOWN RED “home is where the hate is”
EMBRACE TODAY “soldiers”
CITY AND COLOUR “bring me your love”
SICK OF IT ALL “scratch the surface”
BANE “the note”
GANG STARR “moment of truth”

Danke für das Interview, ich wünsche euch alles Gute und die letzten Worte bitte hier einsetzen:

Chris: Vielen Dank für das Interview, hat Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten! Wir laden jeden herzlich ein, uns zu schreiben und uns mit weiteren Fragen zu nerven, nur bitte nicht wieder nach Tabulaturen, so musikalisch sind wir nicht hahaha!
Raphael: Haha! Ja, wir können nur Krach machen! Vielen Dank!


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Sweetjanemusic

Germany
Date: 2008-12-10

Mit ihrem Lifeforce Records-Debütalbum "Decisions" und der darauf folgenden EP "Smile Like A Wolf" haben die aus München stammenden The Blackout Argument bewiesen, dass sie völlig gerechtfertigt das Erbe einer Band wie Boy Sets Fire antraten. Das Besondere an dieser Formation liegt jedoch nicht etwa in der Tatsache begründet, dass The Blackout Argument besonders melodischen oder aber gar besonders aggressiven Hardcore spielen würden, sondern dass sie schlicht und ergreifend Hardcore spielen und Klischees dabei bewusst und gekonnt zu umschiffen wissen. Dass es schwer werden würde, ein Album wie "Decisions" in den Schatten zu stellen, erscheint völlig klar, mit "Remedies" zeigen The Blackout Argument jedoch nun, dass sie durchaus in der Lage sind, diese Meisterleistung noch um eine gehörige Schippe Beherztheit und Passion zu erweitern. Wir sprachen mit Chris und Raphael von The Blackout Argument über die neue Platte "Remedies" und vor allen Dingen über ihre Entstehung:
SJM: Vergleicht doch zu Beginn unseres Gesprächs mal die Vorstellungen dessen, was ihr euch von der Band im Gründungsjahr und der ersten EP auf Engineer Records noch erhofft habt und dem Status von The Blackout Argument anno 2008 auf Lifeforce Records: Hättet ihr jemals gedacht, dass ihr mit der Band mal derart weit kommen würdet?

Chris: Das ist eine gute Frage. Wenn man eine Band gründet hat man zunächst wirklich sehr bescheidene Ansprüche. Man träumt davon, ein paar coole Konzerte außerhalb der Region zu spielen, das erste eigene Shirt zu drucken und irgendwann einmal eine CD zu veröffentlichen. Alles weitere scheint noch in weiter Ferne und vollkommen undbedeutend. Bei The Blackout Argument wars am Anfang ganz genauso, jedoch mit dem Unterschied, dass wir bereits auf diese Ziele sehr Ehrgeizig hingearbeitet haben. Die viele Zeit und Kraft, die wir von Anfang an in die Band investiert hatten, zahlte sich dann auch recht schnell aus. Die erste MCD veröffentlichten wir bereits 6 Monate nach Bandgründung, Shows hatten wir im Gründungsjahr gleich über 50 und Ende des Jahres waren wir uns auch schon mit LIFEFORCE RECORDS über einen Deal einig geworden. Man könnte also sagen, dass wir das ganze im „Schnelldurchlauf“ durchlebt hatten.
Wenn ich anschaue, wo die Band heute, fast 3 Jahre nach Gründung, steht, bin ich immer noch total geflashed, was in der Zwischenzeit alles passiert ist und in welcher Geschwindigkeit sich die Dinge entwickelt haben. Eine Sache ist jedoch im Vergleich zum Anfang der Band gleich geblieben: 1.) unser Ehrgeiz und 2.) unsere Dankbarkeit und Freude über jede neue Erfahrung und jeden weiteren Schritt nach Vorne.

SJM: Wie würdet ihr euren bisherigen Weg als Band beschreiben bzw. einordnen? Seid ihr mit dem Erreichten zufrieden oder seht ihr alles, was ab jetzt passiert, als Bonus an? Was würdet ihr gerne noch erreichen – gibt es da etwas Bestimmtes?

Chris: Nichts von dem was wir mit The Blackout Argument erreicht haben sehen wir als selbstverständlich. Wir sind sehr glücklich mit der jetzigen Situation und auch wenn wir als Band noch einiges vor haben, versuchen wir trotzdem ab und zu Inne zu halten und zurück zu blicken. Das gibt viel Kraft für alles, was noch vor uns liegt. Ich kenne viele Bands die chronisch unzufrieden sind mit dem, was sie erreicht haben und ständig nur auf den „next level“ schielen. Diese Gefahr besteht immer, selbst wenn man schon unendlich viel erreicht hat.
Unsere konkreten Ziele drehen sich derzeit allesamt um unser neues Album „Remedies“. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass möglichst viele Leute von der Platte Notiz nehmen und freuen uns natürlich dementsprechend drauf den Leuten die neuen Songs live vorn Latz zu knallen! Im März geht’s für 4 Wochen auf Tour mit THIS IS HELL und DEAD SWANS, ich denke danach werden die meisten Leute dann wissen, dass unser neues Album killt hahaha!
Raphael: Ich kann mich Chris nur anschließen. Schon im Kindergartenalter war es meine Traum, einmal in einer Band zu singen und ich bin dankbar für jedes coole Konzert, das wir spielen dürfen. Wir haben so viel Spaß beim Rocken, dass wir nie wirklich unzufrieden sein könnten!

SJM: Im direkten Vergleich zu "Decisions" ist "Remedies" eine Platte, die meiner Ansicht nach weit kompakter und dichter geworden ist. Die melodischen, an Boy Sets Fire angelehnten Parts sind weniger geworden und die aggressiveren Passagen stehen weit mehr im Vordergrund. War dies eine bewusste Entwicklung oder ist das eine Entwicklung, die sich schlicht und ergreifend so ergeben hat?

Chris: Ich weiß, das erzählen alle Bands, aber so wirklich gesteuert haben wir das nichts. Wir haben halt Songs geschrieben und das ist das Ergebnis. Natürlich haben wir uns am im Studio Gedanken gemacht welche Songs zusammenpassen und haben zu diesem Zweck auf 16 Songs aufgenommen wovon nur 14 auf „Remedies“ zu hören sind. Aber keiner von uns hat sich hingesetzt und überlegt, dass dieses Album jetzt härter oder dichter (ein treffendes wort übrigens, so empfinde ich „remedies“ im Vergleich zu „decisions“ auch) werden soll. Was natürlich ohne Zweifel einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass „Remedies“ aggressiver klingt als „Decisions“ ist Raphael. Sein Gesang ist einfach unglaublich druckvoll und hat ne Menge Power. Vielen Songs, bei denen wir uns gar nicht so sicher waren, wo sie sich hinentwickeln würden, hat er letztendlich den letzten Schliff gegeben und ihnen ihrer eigenen Charakter verliehen. Das gilt übrigens auch für die melodischeren Tracks!
Raphael: Uns war wichtig, einfach ein rotziges Rockalbum zu schreiben. Wir haben auf viel Schnickschnack wie z. B. langwierige Übergangsparts zwischen den Songs verzichtet und einfach einfach obdachlos reingedroschen. Hehe!

SJM: "Remedies" liegt ja eine gewisse Grundidee zugrunde. Sprich: In gewisser Weise haben wir es hier ja mit einem Konzeptalbum zu tun, was sich auch in den Titeln der Songs widerspiegelt. Würdest du uns diese Grundidee bitte näher bringen? Hat diese etwas mit dem bekannten Wasserlilien-Prinzip zu tun?

Chris: Wir haben usn eine Menge Gedanken zum Album-Konzept gemacht da wir, genau wie auf „Decisions“ neben den Texten und der Musik noch eine dritte Ebene haben wollten auf der wir mit dem Hörer kommunizieren können. Die Grundidee basiert auf der „Bachblüten Therapie“, einem homöopathischen Heilansatz bei dem aus verschiedensten Blüten stark verdünnte Essenzen gewonnen werden die bei allen nur denkbaren Gefühlszuständen und Situationen zum Einsatz gebracht werden können. Neben dem sogenannten „Rescue Remedy“, eine Bachblüten-Kombination die in Schock-Situationen hilft, gibt es quasi für jede Form des Unbehagens eine bestimmte Bachblüte. Ich selbst bin mit Bachblüten groß geworden und sie haben mich meine ganze Kindheit und Jugend begleitet. Dabei hat sich für mich nie die Frage gestellt ob das jetzt Humbug ist oder inwieweit homöopathische Mittel aufgrund der geringen Konzentration überhaupt etwas bewirken können. Es hat einfach funktionert und das war das Entscheidende.
Analog zu den Bachblüten behandeln die einzelnen Songs auf „Remedies“ ebenfalls verschiedene Gefühlszustände. Es war sehr leicht für jeden Song die passende Bachblüte zu finden und so haben alle Songs neben ihrem regulären Namen auch noch einen Blüten-Namen (z.B. heisst der Song „Dead But So Alive“ noch „WILD OAT“ oder „The Ravine“ WILLOW, etc.). Die Idee dahinter ist, dass diese Songs, das ganze Album, bzw. Musik im allgemeinen „Heilmittel“ sind, sowohl für den Rezipienten als auch für uns, die Musikschaffenden.

SJM: Rein musikalisch finde ich, seid ihr mit "Remedies" mehr in die Extreme gegangen. Ich finde, dass die Songs auf der einen Seite härter geworden sind, dass viele Passagen jedoch auch melodischer und auch griffiger geworden sind. Wenn ihr das selbst beurteilen würdet – wo seht ihr die wichtigsten musikalischen Unterscheidungspunkte zu der zuvor veröffentlichten "Smile Like A Wolf"-EP und auch "Decisions"?

Chris: Wie bereits erwähnt ist der wohl größte Unterschied zu „Decisions“ Raphaels Gesang und das was er mit den Songs gemacht hat. Im Vergleich zur „Smile Like A Wolf“ EP, die ja ebenfalls schon von Raphael eingesungen wurde, ist „Remedies“ in meinen Ohren deutlich durchdachter ausgefallen. Auch wenn wir wie immer alle Songs ziemlich spontan und aus dem Bauch heraus geschrieben haben, hatten wir im Studio doch recht viel Zeit die eine oder andere Stelle noch mal zu überarbeiten. Man hört einfach mehr „Liebe zum Detail“ ohne die Songs dabei unnötig „aufzublasen“. Ganz abgesehen davon denke ich, dass wir spätestens jetzt mit „Remedies“ endgültig aus der Screamo/Emo-Ecke raus sind in der wir uns zwar eh nie gesehen hatten, einige Leute unsere Musik früher jedoch so wahrgenommen haben.

SJM: Ist es für The Blackout Argument eher motivierend oder störend, zu großen Teilen mit einer Band wie Boy Sets Fire verglichen zu werden? Mich würde interessieren, ob ihr eure Musik in der Tradition eben jener Band seht und welche Bands ihr insgesamt für eure musikalische Sozialisation als wichtig erachtet.

Chris: Witzig, mindestens genauso oft wie der Vergleich mit BSF in Reviews auftaucht, werden wir auch in Interviews danach gefragt!! J Also das ist ganz einfach: BOY SETS FIRE ist wohl die einzige Band die JEDER bei uns wirklich abfeiert, ansonsten haben wir alle einen sehr unterschiedlichen Musikgeschmack. Natürlich hat das auch einen gewissen Einfluss auf unseren Gesamtsound wenngleich wie nie versucht haben BSF nachzuahmen. Und um dem Vergleich mit BSF mal ein wenig entgegenzuwirken: BOY SETS FIRE sind bzw. waren einfach deutlich BESSER als THE BLACKOUT ARGUMENT hahaha! Nein im Ernst, es wäre extrem anmaßend sich mit BSF auf eine Stufe stellen zu wollen, dafür waren sie für ihre Zeit und auch danach viel zu wegbereitend. Zudem finde ich sie musikalisch durchdachter und wenn Raphael der zweitbeste Sänger der Welt ist, steht Nathan Gray nach wie vor auf Platz1 hahaha!
Was unsere musikalische Sozialisation betrifft so ist es ziemlich genau wie oben beschrieben: Wir haben alle einen KOMPLETT unterschiedlichen musikalischen Background. Raphael (Vox) und Ich (Gitarre) sind von Hardcore sozialisiert worden wobei unsere Prägephasen ca. 8 Jahre auseinander liegen J Sascha (Bass) kommt eher aus der Alternative-Ecke wobei Bands wie HELMET und MUSE eine große Rolle gespielt haben. Philip (Drums) hat wahrscheinlich so ziemlich jede musikalische Sozialisation durchgemacht, die man sich vorstellen kann (kann jetzt jeder verstehen wie er will hahaha!) und Chris18 ist über Crossover & Metalcore mit Musik in Berührung gekommen wovon man jetzt zum Glück nicht mehr viel in seinen Riffs hört hahaha! Am Ende stehen wir doch alle nur auf MOTÖRHEAD und sonst nix!! ;-)
Raphael: Also ich kann mich nicht beschweren, wenn wir mit Boysetsfire verglichen werden, denn Nathan Gray ist einer meiner größten Vorbilder, den ich schon mit Hornbrille und Zahnspange bejubelt habe. Hahahaha!

SJM: Im Gegensatz zu Bands wie etwa This Is Hell verfolgt ihr in lyrischer Hinsicht einen eher positivistischen Ansatz. Sprich: Ihr vermittelt in euren Texten stets das Gefühl, es gebe ein Licht am Ende des Tunnels. Ist dies etwas, das für euch eine wichtige Rolle spielt? Ist es beizeiten nicht schwierig, manchen Dingen etwas Positives abgewinnen zu können?

Raphael: Da hast Du Recht! Wir leben in einer kranken Welt. Aber ich denke da gleich wie Lou Koller (Sick Of It All), der im Song „no cure“ singt: „...can't change the world but you can change yourself.“
Jeder kann seine eigene kleine Welt verbessern, in dem er mit sich und seinen Mitmenschen gut umgeht und immer bewusst durchs Leben geht. Die Texte sind sehr angepisst, aber immer sehr hoffnungsvoll und mit einer positiven Wendung. Es geht mir darum, immer das Beste aus allem zu machen, nach vorne zu schauen und seine Lebenszeit zu nutzen. Ich bin ein sehr optimistischer Mensch, was nicht heißt, dass auch bei mir viel Scheiße passiert. All das spiegelt „Remedies“ wieder. Ich will nicht wissen, wo ich heute stünde, wenn ich nicht einfach immer das Beste aus allem gemacht hätte. Fuck, und so geht es doch so vielen. Wenn sich nur einer meine Texte durchliest, sich dabei seine Fäuste ballen und es ihm hilft, weiterzumachen und nicht alles hinzuschmeißen, dann hab ich mit den Texten mein Ziel erreicht.

SJM: Ich mag eure Band vor allen Dingen aufgrund der Tatsache, dass ihr bestehenden Hardcore-Klischees bewusst aus dem Weg zu gehen scheint. Eure Musik hat nichts mit bestimmten Trends am Hut, sondern stellt einfach nur grundehrlichen New School Hardcore dar. Bemüht ihr euch beim Schreiben der Songs bewusst darum, Klischees zu umschiffen oder spielt sich das automatisch ab?

Chris: Vielen Dank! Das passiert irgendwie ganz von alleine. Ich meine schau uns an?! Wir würden weder als Role-Model crucial Hardcore-Band durchgehen, noch kauft man uns ab dass wir Metal-Heads oder Emo-Geeks sind. Genauso ist es musikalisch, wir stehen einfach total auf GENAU den Sound den wir spielen und versuchen nicht diesen mit irgendwelchen Trends oder Genre-Konventionen zu verwässern. Und hier die Phrase zum Großdrucken: Wir machen einfach worauf wir Bock haben. Das behaupten viele andere Bands auch, der Trick ist allerdings dabei nicht traurig zu sein wenn ein Riff mal nicht die größte Innovation ist hahaha! Wir wollen weder krampfhaft so sein wie Band XY noch versuchen wir krampfhaft ANDERS zu sein wie Band XY.
Raphael: Genau. Wir spielen einfach Musik, wie sie aus unseren Herzen kommt. Und da scheißen wir auf alles, selbst wenn es obdachlos klingt. Haha!

SJM: Wie wichtig ist Bestätigung für euch als Band? Seht ihr es als selbstverständlich an, Feedback von euren Anhängern einzufordern oder ist es am wichtigsten für euch, einzig und allein genau das zu tun, was sich richtig anfühlt – ganz gleich, was andere davon halten?

Chris: Jeder Musiker der behauptet Bestätitung spielt in seinem Leben keine Rolle lügt! Schließlich opftert man ein unendliches Pensum an Kraft und Zeit jedes Jahr um Songs zu schreiben, afzunehmen, zu veröffentlichen und live zu präsentieren. Wenn da von den Hörern nix zurück kommt, fehlt einfach was. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache dass wir niemals etwas tun würden was sich für uns nicht gut und richtig anfühlt. Das steht über allem.
Raphael:Mir ist es auch sehr wichtig, nach den Shows mit den Kids abzuhängen und zu quatschen. Bestätigung ist wie Chris schon sagt, durchaus wichtig. Für die Kids, die die Show besuchen und für uns. Auf ner coolen Show ist es also ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

SJM: Deckt sich das Ergebnis "Remedies" mit euren Vorstellungen, wie die Platte werden sollte, als ihr ins Studio gegangen seid? Stand das Album schon komplett, als ihr angefangen habt, aufzunehmen oder gab's da Überraschungen?

Chris: Ganz ehrlich, wir hatten KEINE Vorstellung wie „Remedies“ am Ende klingen würde!! Wir hatten gerade mal einen Bruchteil der Gesangsmelodien von Raphael gehört, bevor wir ins Studio sind und auch sehr viele Gitarren-Leads sind erst dort entstanden. Das einzige was wir vor dem Studio gemacht haben war unsere legendäre Ghettoblaster & Zoom-Demo-Vorproduktion hehehe! Da halten wir immer das Grundgerüst der Songs, als Drums und 2 Rhythmus-Gitarren drauf fest. Hautpsächlich geht’s dabei drum beurteilen zu können wie die Songs aufgenommen wirken, da im Proberaum meistens alles ziemlich passabel klingt. Zudem kann man die Geschwindigkeiten der Songs besser einschätzen wenn man sie aufgenommen hört. Wir haben also zu JEDEM Song den wir jemals geschrieben haben so ein Zoom-Demo was aber DEFINITV für immer und ewig unter Verschluss bleiben wird und das mit GUTEM GRUND, hahahaha!
Aber wenn ich schon so schön am Eigentore schießen bin, kurz eine Story zu einem Song bei dem wir IN DER TAT ziemlich überrascht waren als wir ihn im Studio eingespielt haben, bzw. besser gesagt als Raphael ihn eingesungen hat! Der Song heisst „On Top of the Beat“ (/OLIVE) und ist eigentlich ein recht straighter und schneller Hardcore-Song, allerdings mit der Besonderheit dass er ein längeres Intro hat. Das Intro ist cool und hat jedem von uns instrumental gefallen aber so richtig wusste keiner, was daraus werden würde wenn wir den Song im Studio fertig machen. Raphael hat sich hingestellt und einfach drauf los gesungen. Als er fertig war haben wir uns alle etwas ratlos angesehen bis Philip sagte „Hm. Das klang jetzt schon ziemlich…. Obdachlos!“ J Das hat Raphaels Take ziemlich treffend beschrieben! Bei der anschließenden Diskussion ob wir den Take behalten oder in die Tonne treten waren wir uns einig: Das bleibt. Und zwar genauso! Das entsprechende Ergebnis kann sich jetzt jeder auf „Remedies“ selbst anhören.

SJM: Wie sehen die Pläne, die über das Release des Albums hinausgehen, konkret aus? Was habt ihr 2008 und zum Release der Platte im Februar 2009 noch alles vor?

Chris: Den Rest des Jahres gehen wir jetzt noch ruhig an. Wir haben noch eine Handvoll Shows und die Promo für „Remedies“ rollt langsam an. 2009 ist die Weihnachts-Eierschaukelei jedoch gleich vorbei, am 9.2. erscheit das Album und wird gleich begleitet von einer Menge Single- und Wochenend-Shows. Im März geht es dann für 4 Wochen auf extended Europa-Tour mit THIS IS HELL und DEAD SWANS was wir jetzt schon extremst abfeiern! Das wird saucool und wer bock hat uns voll in unserem Element zu erleben der kommt einfach auf eine der Shows ;-)

SJM: Das letzte Statement überlasse ich immer der Band. Gibt es etwas, das ihr noch loswerden oder gesagt wissen wollt?

Chris: Dennis, vielen Dank für das Interview, übrigens das erste was wir zum neuen Album bekommen haben! Wir freuen uns, dass SweetJaneMusic uns jetzt schon seit Tag eins begleitet und danken dir für deinen Support! An alle Leser: Das Internet ist das Tor zu Hölle. Trotzdem laden wir euch herzlichst ein uns zu schreiben, sei es auf Myspace oder via Email. Wir feierns ab von euch zu hören!!

Raphael: Vielen Dank, Dennis!


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Slam

Austria
Date: 2008-12-05

Gitarrist Christoph Zehetleitner von THE BLACKOUT ARGUMENT hat sich für uns Zeit genommen, die BOA-Online-EP "Smile Like A Wolf" zu diskutieren. Ein langer, interessanter und philosophischer Chat über das Musikbusiness...
Eure Online-EP "Smile Like A Wolf" ist seit 01. Juni 2008 im Netz zum kostenlosen Download verfügbar. Kannst du schon ein erstes Resümee ziehen?

Chris: Gleich im ersten Monat haben über 6.000 Leute die EP heruntergeladen, inzwischen sind es schon deutlich über 10.000! Wir haben uns natürlich sehr gefreut, dass das Interesse an unseren neuen Songs und der Aktion als solches sowohl von Seiten der Presse als auch der Hörer so groß war und immer noch ist. Die Anzahl der tatsächlichen Downloads, also nicht Seitenbesuche, sondern komplett gedownloadete Files, kann jeder auf www.smilelikeawolf.com nachsehen; die werden dort mit Hilfe eines Counters sichtbar gemacht. Wir selbst haben da noch ein Statistik-Tool eines bekannten Suchmaschinenbetreibers dahinter geschaltet, um sehen zu können wo die Besucher herkommen, wann es Hochphasen gibt, etc. Was ich persönlich am coolsten finde ist, dass zusätzlich zu den über 10.000 Downloads auch noch eine Menge Traffic durch Leute entsteht die den Audio-Player auf www.smilelikeawolf.com nutzen. Dort kann man die Songs direkt auf der Seite gleich anhören, Lyrics auschecken, usw.

Ihr habt die Songs ja sogar als wavs und nicht nur als mp3s zum Download bereit gestellt.

Chris: Stimmt, die Songs stehen in qualitativ hochwertigen mp3s aber auch in vollkommen unkomprimierten wav-Files zur Verfügung. Es gibt einige Leute die halten nicht viel von mp3s, da trotz hoher Bitrate immer ein - auf guten Anlagen - hörbarer Kompressions-Lärm übrig bleibt. Brennt man die wav-Files direkt auf CD ist es als würde man die CD im Handel kaufen. Uns war es wichtig wirklich JEDEN zufrieden zu stellen wenn wir so eine Aktion starten. Wir wollten nichts Halb-gares oder Unüberlegtes tun und in der Vorbereitungsphase sind uns ständig neue coole Ideen gekommen die wir alle auf der Download-Webseite verwirklicht haben. So zum Beispiel der bereits erwähnte Audio-Player, das komplette druckbare Cover-Artwork und so ziemlich jede nur denkbare Information zur Band selbst. Es gibt viele Bands die übers Wochenende ein paar Songs für gratis ins Netz stellen, aber von einem ECHTEN Online-Release der auch tatsächlich in Konkurrenz mit physischen Tonträgern tritt, kann man meiner Ansicht nach erst sprechen, wenn es auch wirklich alles beinhaltet was ein Veröffentlichung ausmacht. Dazu gehören Texte, ein ansprechendes Artwork und eben hervorragende Soundqualität.

Wie war das nochmal mit den Flyern!? Habt ihr die auf Euren Konzerten verteilt? Waren sie vielleicht auch als Beilage in irgendwelche Zines oder bei Bestellungen von Mailordern dabei?

Chris: Hahaha stimmt, noch so eine Idee die wir hatten! Wir haben insgesamt 15.000 Flyer im CD-Format gedruckt wo sich auf einer Seite das "Smile Like A Wolf"-Cover und auf der Rückseite weitere Infos zum Release befinden. Der Plan war, dass sich die Leute die Songs auf www.smilelikeawolf.com herunterladen und dann den Flyer als CD-Cover verwenden. Einfach in ein CD-Hülle einbauen und ab ins Regal damit! Die Flyer kamen wirklich extrem gut an und man hat davon nach den Konzerten deutlich weniger auf dem Fußboden rumliegen sehen wie von anderen Flyern! Sie wurden von uns auf Shows, von diversen Mailordern und mit einigen Magazinen verteilt. Darüber hinaus hat das Street-Team und die Promo-Abteilung von Let It Burn Records, die unser Partner in Crime waren, auch noch einige davon verschippert!

Sind die 500 Stück der physischen 7“s eigentlich weggegangen? Hat`s sich rentiert, auch noch "old-school" eine gewisse Menge anzubieten?

Chris: So weit ich weiß sind die 7inches so gut wie ausverkauft. Wir haben noch einige Exemplare für den Merch-Tisch zurückbehalten aber Blacktop Records sind ihre fast alle los. "Rentiert" in dem Sinne hat sich das nicht, sprich es ist kein Geld übrig geblieben. Uns war es aber wichtig "Smile Like A Wolf" auch auf irgendeine Weise physisch anzubieten. Eine CD-Version wäre nicht in Frage gekommen, das hätte zu sehr mit unserer Idee von einem Online-Release konkurriert. Unbegrenzt viele Vinyl-Copies sind ebenfalls ausgeschieden, deshalb haben wir uns letztendlich für eine auf 500 Stück limitierte 7“-Version von "Smile Like A Wolf" entschieden. Das hat auch insofern Sinn gemacht, dass es von THE BLACKOUT ARGUMENT bisher noch kein Vinyl gab, sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Würdet ihr auch euren anstehenden Longplayer "Remedies" online only vertreiben?

Chris: "Remedies" wird auch online vertrieben, allerdings nicht ausschließlich. Lifeforce Records gehen auch mit der Zeit und alle ihre Releases sind über Itunes, Musicload, Napster, etc. erhältlich. Noch befindet sich die Musikindustrie im Umbruch und von heute auf morgen komplett auf physische Tontränger zu verzichten würde definitv nicht gehen. Dazu ist das haptische Erlebnis einer CD mit echtem Papierbooklet, das ritualisierte Einlegen der CD in den Player, usw. einfach viel zu wertvoll und nicht ohne weiteres durch einen Online-Release zu ersetzen. Ich denke, dass es wichtig ist sowohl das Eine als auch das Andere parallel zu haben. Es wäre supercool, wenn mehr Bands und Labels umdenken und von Zeit zu Zeit auch Online-Releases zur freien Verfügung stellen oder zumindest günstig anbieten.

Was muss eine Band und ihre Plattenfirma anders machen, wenn der Release (fast) ausschließlich online über die Bühne geht?

Chris: Zunächst muss sich die Band oder das Label darauf einstellen, dass es keinen DIREKTEN finanziellen Benefit gibt. Das heißt es entsteht ein Haufen an Kosten, die zunächst durch nichts gedeckt werden können. Es müssen also von vornherein ein paar Rücklagen vorhanden sein. Zum Zweiten ist es verdammt wichtig darauf zu achten die Veröffentlichung maximal zu promoten. Was nützt es einer Band oder einem Label, wenn sie ein Album online veröffentlichen, davon aber keiner Notiz nimmt. Hier sollte man auf jeden Fall im Vorfeld Kontakte zur Presse knüpfen und schauen wer bereit ist über den Online-Release zu berichten und es somit Publik zu machen. Zu guter Letzt ist es noch wichtig den GANZEN Weg zu gehen und in den Release genauso viel Liebe und Zeit zu investieren wie in einen physischen Tonträger. Ausgereifte B-Seiten in schlechter Qualität im Proberaum aufgenommen mit einem Cover welches ein Kumpel mal eben nebenbei im Suff gezeichnet hat auf Myspace stellen ist kein Online-Release sondern trauriger Musikbiz-Alltag, hahaha! Nein im Ernst, wenn man sich wirklich entscheidet diesen Weg zu gehen lohnt es sich auch das konsequent bis zum Ende zu verfolgen und nicht auf halber Strecke liegen zu bleiben.

Manche Bands meinen ja, dass es ein Verrat wäre, wenn man als Musiker seine Mucke gratis raushaut, weil man sich 1. ans eigene Bein pinkle, 2. alle anderen Bands damit auch unter Zugzwang setzen würde und 3. damit die Aussage treffe, dass Musik nichts wert sei! Was kannst du da erwidern?

Chris: In der Form hat mir noch niemand versucht zu sagen, dass "Smile Like A Wolf" eine Scheiß-Idee war aber ich würde wie folgt argumentieren:
Zu 1.) Ans eigene Bein pinkelt man sich, wenn man sich weiterhin naiv drauf verlässt, dass sich die eigene CD schon irgendwie verkaufen wird. Jeder der Augen und ein Gehirn im Kopf hat, hat bereits mitbekommen dass CD-Verkäufe kontinuierlich einbrechen und es nur noch einen sehr eingeschränkten Kreis an Bands gibt, die davon nicht betroffen sind. Eine kleine Band kann heutzutage froh sein 500 Kopien von ihrem Debüt zu verkaufen, warum also nicht die Songs möglichst präsent online stellen und mehrere Tausend Hörer finden!? Was das Finanzielle betrifft so ist die Rechnung ebenfalls ganz einfach: Trotz einbrechender Absatzzahlen hat sich an der Kauflust der Musikfans nichts geändert! Die Kids haben nach wie vor Geld das sie für Musik/Bands ausgeben wollen. Sie sind es nur Leid im Müllermarkt oder auf Amazon für eine CD 16,00 Euro zu bezahlen! Auf Shows blühen Merch-Verkäufe. Gelangt eine Band also beispielsweise durch eine Online-EP zu größerer Bekanntheit kann sie sich SICHER sein, dass sie auf Shows mit Merchandise-Artikeln das Geld wieder reinbekommt was sie in die Aufnahmen oder ein Cover-Artwork investiert hat.
2.) Das hoffe ich sogar, hahahahaha!!!
Zu 3.) Der Wert der Musik hat nichts mit ihrem Verkaufspreis zu tun sondern damit ob sie es schafft die Menschen zu berühren oder nicht. So schwulstig das jetzt klingen mag aber mir ist jeder Teenager der sich morgens freut das Shirt seiner Lieblingsband anzuziehen lieber, als 5000 verkaufte Exemplare eines Albums, die in irgendwelchen CD-Regalen verstauben und bereits nach wenigen Wochen keine Beachtung mehr finden. Mit Hilfe einer Gratis Online-EP oder ähnlichen Aktionen gibt man viel mehr Hörern eine Chance so eine enge und ehrliche Verbindung mit der Band aufzubauen ohne den negativen Beigeschmack eines illegalen Downloads oder der Vermarktungs-Maschine der Musikindustrie von der man teilweise schon fast "genötigt" wird bestimmte CDs zu kaufen.

"Life is about making decisions and living with the consequences. You fucked it up? Deal with it!" - Sehr geiles Motto!!! Lebt ihr es auch wirklich? Manchmal schwer, oder?

Chris: Ich glaube man kann sich das nicht aussuchen, zumindest den ersten Teil der Aussage. Jeder von uns erleidet immer wieder Rückschläge, das lässt sich nicht vermeiden. Entscheidend ist aber was man daraus macht. Man kann sich entweder in Selbstmitleid flüchten und sich immer wieder darüber auslassen wie schlecht es einem geht oder man kann es akzeptieren, dass es scheiße gelaufen ist und damit klar kommen. Keiner von THE BLACKOUT ARGUMENT steht auf Selbstmitleid, von daher kann ich für alle sprechen wenn ich sage, dass wir nach diesem Motto leben.

Was denkt ihr eigentlich darüber, dass ihr von einigen als "die deutschen (Nachfolger von) BOYSETSFIRE" gehandelt werdet?
THE BLACKOUT ARGUMENT Logo / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Chris: Ganz ehrlich, ich fand den Vergleich immer etwas hochgegriffen. BOYSETSFIRE haben einen ganz anderen Werdegang hinter sich und sind noch eine Band der 90er Jahre. Das Selbstverständnis, die Herangehensweise und vor allem die Erfahrungen unterscheiden sich deutlich von THE BLACKOUT ARGUMENT. Musikalisch mag der Vergleich hier und da passen aber ehrlich gesagt finde ich das Songwriting und die Arrangements von BSF deutlich besser als unsere, hahahaha!

Gretchenfrage: Nun sagt, wie haltet ihr`s mit dem Vegetarismus?

Chris: Drei von uns sind Vegetarier, zwei nicht. Haben wir jetzt einen Pokal gewonnen? Wenigstens `ne Siegerurkunde?!


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Allschools

Germany
Date: 2008-07-22

In Zeiten von illegalen Musikdownloads müssen die Bands sich etwas einfallen lassen. THE BLACKOUT ARGUMENT haben ihre EP gleich umsonst und ohne Umwege angeboten.
Stell Dich und Eure Band doch erstmal genauer vor.

Chris: Hey, ich bin Chris Zehetleitner und spiele bei THE BLACKOUT ARGUMENT Gitarre. Neben der Band bin ich noch Chef und Gründer von Let it Burn Records und der Let it Burn Agency. Mit mir auf der Bühne stehen: Raphael Schmid (Gesang, Heilerziehungspfleger), Sascha Laumann (Bass, Elektrotechnik Student), Philip Seid (Drums, Recording Guru) und Chris Lochmann (Gitarre, Medienentwickler). THE BLACKOUT ARGUMENT gibt es jetzt seit ca 2,5 Jahren, unsere erste Show haben wir im März 2006 gespielt.

Ok, Schön. Kommen wir direkt zu eurer Aktuellen EP. Ihr folgt da ganz den Beispielen von PENNYWISE, NINE INCH NAILS, RADIOHEAD etc. Wie kamt ihr auf die Idee, Eure aktuelle EP im Internet umsonst zum Download anzubieten inkl. Cover etc.?

Chris: Wir hatten eh vor eine kleine Veröffentlichung im Sommer 2008 zu machen, da das nächste reguläre Album auf Lifeforce erst im Januar 2009 erscheint und wir die Zeit bis dahin überbrücken wollten. Außerdem war es uns auch wichtig unseren neuen Sänger Raphael nicht nur live, sondern auch in aufgenommener Form vorzustellen. Wir haben lange diskutiert was Sinn macht und was nicht, es standen diverse Möglichkeiten im Raum aber die Idee die Songs gratis anzubieten gefiel uns allen am besten. Uns war jedoch von Anfang an klar, das Ganze nicht nur schäbig im MySpace Player hochzuladen und gut ist, sondern es sollte definitiv ein "echtes" Release werden, auch wenn es nur in digitaler Form vorliegt. Deshalb haben wir Dave Quiggle mit einem Cover-Artwork beauftragt und unter www.smilelikeawolf.com eine eigene Download-Webseite eingerichtet, die neben den Mp3s, Druckdateien für ein Cover, Booklet, Inlay auch WAV-files (für Klangfetischisten) und viele zusätzliche Bandinformationen enthält.
Natürlich haben wir uns die Aktionen von PENNYWISE und Co. genau angesehen wie die das gelöst haben, unser Ziel war es jedoch das ganze NOCH direkter und unkomplizierter zu machen. Für das PENNYWISE-Album musste man sich erst auf MySpace registrieren und bei NIN und RADIOHEAD gab es eine "freiwillige Bezahlungsmöglichkeit". Alles Dinge, auf die wir verzichten wollten damit das ganze auch WIRKLICH "for free" ist und bleibt.

Die Kollegen von FIRE IN THE ATTIC haben eine ähnliche Aktion unternommen, allerdings war bei den Jungs ein gewisses finanzielles Risiko gegeben, da man nicht antizipieren kann, wie die Visions gekauft wird und ob überhaupt irgendwer das Album im Laden kaufen wird. Bei Größen wie RADIOHEAD etc. braucht man von einem finanziellen Risiko eig. nicht reden. Gibt es bei Eurer Aktion ein Risiko, oder eine Sache die euch vll. etwas unruhig und nervös macht?

Chris: Auch bei uns ist ein gewisses finanzielles Risiko dabei. Wir haben zwar die Möglichkeit kostenfrei zu recorden aber das Artwork, die Entwicklung der Download-Seite und Teile der Promo wurden von der Band selbst getragen. Da hat sich schon einiges angehäuft, was wir nicht direkt wieder ausbezahlt bekommen. Dennoch ist das Ganze, auch durch die Unterstützung von Let it Burn Records und Milchglas Media noch im Rahmen geblieben und wir haben uns nicht komplett finanziell ruiniert.

Erstmal ein Kompliment, ich mag solche Aktionen sehr, nicht weil ich damit Geld spare (klar, zum Teil auch) sondern in erster Linie, weil es unglaublich sympathisch ist von einer Band, die Musik so anzubieten und damit jedem zu ermöglichen, die Musik zu hören. Wie waren denn die Resonanzen auf das Album? Ob nun von Kritikern, Freunden oder Fans?

Chris: Cool vielen Dank! Bisher war das Feedback überwältigend gut! Wir waren selbst überrascht, dass es gleich ab Tag eins so viel positive Rückmeldung gab. Klar die Fans freuen sich natürlich, weil es was für umme gibt, aber auch sehr viele neue Kids, die noch nie vorher von THE BLACKOUT ARGUMENT gehört hatten sind durch die Aktion auf die Band aufmerksam geworden, was letztendlich unser wichtigstes Ziel war / ist. Wir sind jedenfalls mega-happy wie es sich bis jetzt entwickelt hat und hoffen drauf, dass es so weiter geht!

Angenommen die Reaktionen auf die EP wären alles andere als rosig gewesen, wie hättet ihr reagiert?

Chris: Das Schlimmste, was passieren hätte können, wäre dass nur ein paar hundert Leute die Songs runterladen und keine Resonanz gekommen wäre. Für uns als Band wäre das natürlich eine Enttäuschung gewesen aber da wir selbst Riesenfans der neuen Songs sind und 100% dahinterstehen hätte uns das nicht umgehauen. Ist aber eh nur ein "was wäre wenn"-Spiel, die Realität sieht so aus, dass in der ersten Woche alleine über 4000 Leute die Songs heruntergeladen haben und wir bis Ende des Monats sicher die 10.000 knacken.

Das ist super. Ihr spielt bald mit ARCHITECTS im Underground in Köln habe ich gelesen. Selbige spielen die Never Say Die! Tour dieses Jahr, die ihr letztes Jahr gespielt habt. Wie kam es dazu und wie war die Erfahrung eine so große Tour zu spielen?

Chris: Wir hatten letztes Jahr das Glück gleich zwei so Riesen-Touren zu spielen. Im Mai waren wir zusammen mit BOY SETS FIRE auf deren Abschiedstour unterwegs, die Hallen waren sogar noch mal ein Stück größer als die bei den Never Say Die Festivals. Für uns als junge Band ist das natürlich eine irre coole Erfahrung! Abgesehen davon, dass man auf einen Schlag super viele Kids mit der Musik erreicht ist das ganze drumherum bei so großen Shows ein komplett anderes Kaliber. Ablaufplan, Catering, Merch, Backline, Sound, etc. alles ist super gut abgestimmt und top organisiert. Für die Boy Sets Fire Tour hat uns deren Bassist Robert direkt gefragt ob wir Lust haben sie zu begleiten, die Never Say Die Festivals hat die Booking Agentur unseres Vertrauens: Avocado Booking für uns klar gemacht. Auch die Tour mit ARCHITECTS, die Du angesprochen hast läuft über Avocado. Geht ca. 2 Wochen und wir werden wohl in allen größeren Städten mal vorbei schauen.

Gerade Never Say Die! oder BSF sind dann in größeren Hallen.. Wie ist das bei euch? Lieber die große Halle oder doch eher der kleine Club?

Chris: Die Antwort wirst du wahrscheinlich von 90% der Bands bekommen aber wir stehen auf BEIDES. Sowohl kleine Clubs als auch große Hallen haben ihren ganz eigenen Reiz und jeder, der behauptet er mag nur das eine lügt, haha.

Stichwort Let it Burn Records. Erzähl mir etwas davon. Ist es extra für die EP gegründet?

Chris: Nein, das Label gibt es schon seit 2000 und es wurde nicht extra für die Veröffentlichung von „Smile Like A Wolf“ gegründet. Ich hab das damals mit einem Freund, Daniel, aus dem Boden gestampft, weil wir gesehen haben, dass es dutzende extrem cooler Bands gab, die einfach keine Chance bekommen haben sich einem größeren Publikum vorzustellen. So zum Beispiel eine technisch extrem versierte und damals schon mehr als eigenständige Band Namens FEAR MY THOUGHTS. Zusammen mit dieser Band ist das Label dann auch sehr schnell gewachsen und mit weiteren Veröffentlichungen von BRIDGE TO SOLACE, FINAL PRAYER, SOLID GROUND, A TRAITOR LIKE JUDAS, MISCREANTS, SCARS OF TOMORROW, und und und gehört Let it Burn inzwischen zu den immer weniger werdenden etablierten mittelgroßen Hardcore-Labels in Europa. Inzwischen wird es von mir und Feivel (Gitarrist von The Cassidy Scenario) betrieben und wir haben noch Großes vor!

Also würde Let it Burn jede Band unterstützen die ähnliches vor hat, ihr Album unter die Menschen zu bringen? Vielleicht auch nochmal Blackout Argument, oder würdet ihr diese Aktion nicht mehr wiederholen?

Chris: So einfach ist das heute natürlich nicht mehr. Als wir 2000 mit dem Label angefangen haben, war die Szene noch wesentlich übersichtlicher und es gab nur eine handvoll WIRKLICH guter Bands die auch was reissen wollten. Heutzutage kann man sich vor Bandbewerbungen kaum retten, selbst als mittelgroßes Label. Da muss man natürlich krass selektieren. Was übrig bleibt und tatsächlich einen Vertrag kriegt sind dann aber absolut hochkarätige Bands, die wirklich alles dran setzen voran zu kommen und Gas zu geben! Unsere letzten Signings waren TODAY WE RISE, DEATHSPIRIT, RED TAPE PARADE und im Moment stehen wir in Verhandlung mit... das ist noch ein Geheimnis!
Wir können uns durchaus vorstellen auch in Zukunft weitere Online-Releases zu veröffentlichen! Das wird sich zeigen, auch eine erneute Zusammenarbeit mit THE BLACKOUT ARGUMENT können wir uns vorstellen, wobei die Veröffentlichung des nächsten Albums auf Lifeforce bei der Band jetzt erstmal Vorrang hat.


Verstehe ich das falsch? Weshalb nicht via Let it Burn?

Chris: Weil wir mit THE BLACKOUT ARGUMENT bei Lifeforce Records unter Vertrag sind. Die Veröffentlichung von "Smile Like a Wolf" auf Let it Burn Records war sozusagen nur eine Art "Seitensprung", haha. Lifeforce ist ein super cooles Label, das noch mal eine deutliche Nummer größer ist als Let it Burn und uns als Band viel mehr Möglichkeiten gibt zu wachsen. Wir werden also auch in Zukunft weiter unsere Alben bei Lifeforce veröffentlichen.

Wie wird das neue Album stilistisch werden? Kann man die logische Weiterführung der "Smile like a Wolf" EP erwarten oder gibt es Überraschungen?

Chris: Raphaels Gesang hat unseren Stil natürlich maßgeblich geprägt und somit wird das Album auch in Richtung der „Smile Like A Wolf“ EP gehen. Prinzipiell achten wir aber bei einem Album immer darauf, dass das Ganze a) abwechslungsreich und b) ausgewogen ist. Bei einer EP reicht es 5 coole Songs zu schreiben aber bei einem Album muss man sich da schon mehr Gedanken machen, dass es auf die Länge von 45 bis 50 Minuten nicht langweilig wird. Es wird also auf dem Album ein paar Songs geben, die stilistisch raus stechen, ähnlich wie auch schon auf unserem ersten Album „Decisions“.

Wie wird es nach der Veröffentlichung des Albums weitergehen im Hause BLACKOUT ARGUMENT

Chris: Meinst du das kommende Album? Das ist ja erst im Januar 2009, aber wir werden sicher kurze Zeit danach eine Tour spielen um das Album zu supporten und so wie ich uns kenne, werden wir auch gleich wieder das nächste Projekt in Angriff nehmen. Was das sein wird, weiß noch keiner aber langweilig wird uns und den Leuten, die die Entwicklung der Band verfolgen, sicher nicht.

Das ist zu hoffen. Meine Frage war etwas unglücklich formuliert - Was ist nun für den Rest des Jahres noch zu erwarten? Außer auf das Album warten?

Chris: Das dachte ich mir schon, haha. Am 11.7. feiern wir erstmal eine Release-Party für "Smile Like A Wolf". Mit von der Partie sind PANGAEA, BANG BANG YOU DEAD und LOWER HELL, drei neue aber extrem vielversprechende Bands. Im August geht es dann auf Europa Tour mit den ARCHITECTS aus UK, wobei wir u.a. beim Sucks’n’Summer Festival halt machen. Direkt im Anschluss werden wir die restlichen Songs fürs Album anpacken und im September hocken wir im Studio um das Ganze einzuspielen. Volles Programm also bis Herbst!

Okay dann war es das auch schon. Danke Dir vielmals und alles Gute für die
Zukunft.

Chris: Super vielen Dank für das Interview und den Support!


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Musicscan

Germany
Date: 2008-06-26

Unter dem Titel „Smile Like A Wolf“ ist Anfang Juni eine Gratis-EP von The Blackout Argument online gegangen. Die Münchener haben zu diesem Zweck eigens eine neue Website gelauncht, auf der die EP heruntergeladen werden kann. Mit den neuen Songs stellt die Band ihren neuen Sänger Raphael offiziell vor und verkürzt die Wartezeit auf den zweiten Longplayer für Lifeforce Records, der im Januar 2009 erscheinen soll.
Musicscan: Was gibt’s Neues aus dem Lager von The Blackout Argument zu berichten? Wie ist der offizielle Online-Start von Smile Like A Wolf angelaufen?

The Blackout Argument: Hey Arne! Der Online Start von „Smile Like A Wolf“ war extrem cool! Wir hatten gleich in der ersten woche über 4000 Downloads, wesentlich mehr als wir gedacht hatten. Bis Ende des Monats sind es aller vorraussicht nach schon 10.000. Das macht uns echt mega happy vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ein Großteil der Leute die sich die EP runterladen vorher noch nichts von uns gehört haben! Ansonsten sind wir ja bekanntlich ziemliche Arbeitstiere und haben vor einigen Wochen bereits mit dem Songwriting für unser kommendes zweites Album auf Lifeforce Records begonnen. Im September sind wir im Studio, Releasedate ist dann im Janaur 2009. Neben Songwriting und Recording geht’s im August wieder auf Europa Tour, dieses mal zusammen mit ARCHITECTS eine mega coolen neuen Band aus UK.

Musicscan: Welches Feedback gab es a) von Hörern / Fans und b) von anderen Bands und befreundeten Musikern? Wie wird eine Gratis-EP generell aufgenommen?

The Blackout Argument: Das Feedback war bisher überweltigend! Ich war selbst überrascht dass die Leute so positiv auf die Aktion als solches, aber auch auf die Songs reagiert haben. Wir haben anrufe bekommen von Leuten die unsere Songs in voller Lautstärke mitgesungen haben und son Zeug, echt abgefahren!! Andere Musiker (die hören ja bekanntlich immer genauer hin hahaha) waren auch alle sehr angetan vom neuen Material. Hier wurde oft gesagt dass wir musikalsich ausgereifter sind und vor allem (auch von den Hörern) dass Raphael am Gesang genau das war was uns noch gefehlt hat.

Musicscan: Wie ist die Idee entstanden, Smile Like A Wolf gratis ins Netz zu stellen?

The Blackout Argument: Da wir mit Songwriting recht fix sind, kam die Idee auf die Zeit bis zum nächsten regulären Album mit einem Zwischen-Release zu überbrücken. Da wir nicht erneut eine MCD aufnehmen wollten und insgesamt schon länger den Wunsch haben etwas „besonderes“ zu tun, kam die Idee auf, die Songs einfach für lau ins Netz zu stellen. Alles weitere, zum Beispiel dass es dazu ein komplettes CD-Artwork und eine eigene Download-Webseite geben würde, ergab sich in vielen Gesprächen innerhalb der Band und mit einigen Außenstehenden.

Musicscan: Einen anderen kostenfreien Vertriebskanal haben Fire In The Attic mit der Visions-Beilage gewählt. Wird man zukünftig aus Eurer Sicht häufiger mit ähnlichen Aktionen rechnen müssen? Wie bewertet Ihr den Weg der „Kollegen“?

The Blackout Argument: Ich hoffe es! Aus Sicht der Hörer aber auch der Labels und Musiker ist das der Weg den man in Zukunft gehen sollte. Natürlich macht es keinen Sinn den physischen Tonträger komplett abzuschaffen, dazu ist der Charme den ein „echtes“ CD Booklet ausstrahlt und das Ritual des Einlegens einer CD in den Player einfach zu großartig. Aber von Zeit zu Zeit ein Online Release zu veröffentlichen halte ich für die richtige Richtung. Natürlich spreche ich hier nicht von ein paar schäbigen live-songs die man dann lieblos auf myspace hackt. Solche Online-Releases müssen in punkto Artwork, Qualität, Vertrieb und Promotion genauso ernst genommen werden wie die physischen Tonträger, sonst macht es keinen Sinn. Die Aktion von FIRE IN THE ATTIC haben wir natürlich mitbekommen und ich muss sagen, auch wenn die Idee nicht neu war, war ich durchaus überrascht und beeindruckt sowohl von der Band als auch vom Label. Dazu gehört viel Mut, vor allem in diesem Umfang ist damit natürlich auch ein großes finanzielles Risiko verbunden. Das einzige was ich mir noch gewünscht hätte wäre ein ausführlicheres Booklet gewesen, aber auch so war es eine extrem coole, für die Zukunft richtungsweisende Aktion.

Musicscan: Welche Effekte kann man als Band mit einem Gratis-Release denn erreichen? Was sind Eure Erwartungen bzw. Ziele?

The Blackout Argument: Unser größter Wunsch ist es natürlich so viele neue Hörer wie möglich zu erreichen mit „Smile Like A Wolf“. Einfach den leuten die vielleicht schon mal von Blackout Argument gehört haben (oder auch nicht) die möglichkeit geben aktuelle und exklusive Songs von uns auszuchecken. Wenn die Kids die songs gut finden wäre es natürlich super cool für uns wenn wir das auf Konzerten merken oder sonst feedback bekommen. Konkrete Erwartungen oder Ziele haben wir nicht, das kollidiert mit unserem internen Band-Verständnis. Wir sind happy mit allem was passiert solange ETWAS passiert. Natürlich freuen wir uns darüber dass alles so aussieht als würde „Smile Like A Wolf“ ein Riesenerfolg werden und die Band enorm weiterbringen.

Musicscan: Gibt man als Künstler mit so einer Aktion nicht der Diskussion Nahrung, dass Musik generell zu teuer und das Medium einer CD inzwischen überholt ist? Wenn so etwas häufiger passiert, könnte sowohl die gefühlte Wertigkeit für die Kunst und die Bereitschaft, später wieder etwas zu kaufen, abnehmen. Oder nicht?

The Blackout Argument: Natürlich schlagen wir mit unserer Aktion genau in diese Kerbe und stellen uns auch regelmäßig der Diskussion. Zunächst zur CD, dass dieses Format überholt ist, ist ein fakt. Die Beschränkung auf Stereo-Sound (auch hier wird es ohne Frage eine Weiterentwicklung in der Recording-Technologie geben), nur 70 Minuten Spielzeit und Empfindlichkeit der CD sind einfach als Nachteile nicht von der Hand zu weisen. Während das Vinyl noch einen großen nostalgischen Wert hat (analog, große Cover, umständliche Abspielgeräte, etc.) ist die CD im digitalen Zeitalter eher so eine Art "Übergangsformat" gewesen. Was als nächstes kommt ist schwer zu sagen, ich denke aber, dass es noch mal einen physischen Tonträger geben wird bevor komplett alles mit dem Internet verschmilzt. Die Wertigkeit der Kunst wird niemals abnehmen, was sich aber ändern wird und bereits ändert ist die Art der Honorierung dieser Kunst. Ich denke das wird sich weiter in die Richtung verschieben dass die Fans das Geld lieber den Künstlern direkt zukommen lassen als den Plattenfirmen. Schließlich brechen ja nur die Verkaufszahlen immer mehr ein, Live-Konzerte und Merchandise boomen mehr dennje! Und genau an diesem Punkt müssen Labels umdenken. Wenn Plattenfirmen den Hörern ein Signal geben dass sie ihnen nicht nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen sondern als eine Art Bindeglied zwischen ihnen und dem Künstler fungieren, werden sie auch wieder das Vertrauen der Hörer gewinnen. Ein Gratis Online Release ist eine Möglichkeit wie man so was erreichen kann, aber auch andere Interaktionen zwischen Fans und Künstler über das Label sind denkbar.

Musicscan: Da Ihr als The Blackout Argument noch recht neu unterwegs seid. Was bedeutet es heutzutage, eine neue Band zu etablieren, die melodischen und nicht zu metallischen Hardcore spielt? Es gibt ja Unmengen an Gruppen und Releases…

The Blackout Argument: Cool dass du das ansprichst, bisher wurden wir dazu noch nicht viel befragt in Interviews. Es ist in der Tat so, dass für die leute heute alles „Metalcore“ ist. Bei den Rezensionen zum „Decisions“ Album ist dieser Begriff dutzende male gefallen, meiner ansicht nach vollkommen unpassend. Natürlich spielen wir harte Musik und bedienen uns sicher auch hier und da stilistischer Mittel die dem modernen Metal nahe stehen, der Grundcharakter unserer Musik ist jedoch viel tiefer im Hardcore, Rock oder Punk verwurzelt. Unsere Songs sind wesentlich geradliniger und kompakter als die einer Standard-Metalcore Band. Ich denke nicht dass die Leute uns als „Metalcore“ bezeichnen um uns zu ärgern, sondern einfach nur weil sie probleme mit der Einordnung haben. Klar, TERROR ist eine Hardcore-Band, AS I LAY DYING ist Metalcore und FALL OUT BOY sind Emo. Bei uns ist das halt nicht so einfach, hahaha! Auf der anderen Seite ist es aber auch total spannend für uns als Band da unser Becken bei weitem noch nicht so voll ist wie das des Metal/Core. Wir spielen sehr oft auf Shows wo wir eigentlich überhaupt kein bißchen reinpassen aber genau das ist reizvoll für uns. Ich könnte mir vorstellen dass sich Bands wie Caliban oder Heaven Shall Burn so was insgeheim wünschen, mal wieder vor einem Publikum zu spielen dass einen nach dem ersten Song mit großen Augen anschaut als hätten sie gerade ein Ufo auf der Bühne landen gesehen, dann aber nach 5 Songs mega am feiern ist! Auf lange Sicht denke ich dass es sich für uns noch mehr auszahlen wird unser eigenes Ding durchzuziehen als es eh schon der Fall war. Der Metalcore Boom ist definitv zuende und außer ein paar Szenegrößen wird da nicht viel übrig bleiben. Die Leute sind hungrig auf etwas neues und wir haben es am Start hehehe ;-)

Musicscan: Mit welchem Selbstverständnis geht Ihr der Band nach? Was treibt Euch an, beständig neue Songs zu schreiben und auch live unterwegs zu sein?

The Blackout Argument: Zum Selbstverständnis hab ich ja oben schon mal kurz was gesagt, wir sind einfach mega glücklich mit allem was uns bisher schon wiederfahren. Die vielen Shows, das Signing mit Lifeforce, der Boy Sets Fire Toursupport-Slot, die Never Say Die Festivals, jetzt die Möglichkeit eine gratis Online EP zu veröffentlichen… all diese Dinge sind keine Selbstverständlichkeit und wir sind von tiefstem Herzen dankbar dafür. Was uns antreibt ist definitiv die Liebe zur Musik. Auch wenn der Bandalltag manchmal echt stressig sein kann (sei es im Studio, Proberaum oder auf Tour) gibt uns das Songs schreiben, aufnehmen, veröffentlichen und live spielen mehr als alle anderen Dingen die wir bisher ausprobiert haben. Musik-Junkies for life hahaha!

Musicscan: Welche musikalischen oder textlichen Differenzierungs- bzw. Alleinstellungsmerkmale haben The Blackout Argument? Was zeichnet Euch als Band aus?

The Blackout Argument: Musikalisch denke ich dass wir uns ganz gut positioniert haben indem wir (ohne Berücksichtigung von Sub-Genres) den Musikstil „Hardcore“ um eine Komponente erweitern, die in diesem Kontext eher ungewöhnlich ist, nämlich Melodie. Natürlich gibt es hunderte Bands die „melodischen Hardcore“ spielen, auch viele die sehr coole Gesangsparts haben, aber nur wenige Bands schöpfen das wirklich komplett aus und WENN sie es tun, verändert sich ihre Musik dabei so drastisch dass die Überschrift „Hardcore“ nicht mehr passt. Das klingt jetzt alles sehr musik-theoretisch hahaha! Wir sitzen auch nicht im Proberaum und überlegen wie wir jetzt besonders individuell klingen können, man hört bei uns genauso wie bei den meisten anderen bands raus was wir selbst gerne hören und was uns beeinflusst. Das ist alles keine Mathematik sondern eine reine Bauchsache. Bei uns ergibt die Mischung der einzelnen Musiker jedoch das oben beschriebene Ergebnis mit dem wir allesamt sehr glücklich sind.

Musicscan: Der Wechsel des Sängers kurz nach der Veröffentlichung des Debüts war zeitlich nicht unbedingt optimal getimt. Wie kam es dazu, und wie hat sich zunächst der Integrationsprozess und dann der Schreibprozess für Smile Like A Wolf mit dem neuen Shouter gestaltet?

The Blackout Argument: Das stimmt, es hätte sicherlich einen cooleren Zeitpunkt für einen Sängerwechsel gegeben aber so was sucht man sich ja auch nicht aus. Die Entscheidung ging von unserem alten Sänger Sinan aus, er hat den Wunsch geäußerst auszusteigen. Das ganze kam zwar nicht völlig unerwartet für uns, war dann aber doch erstmal eine bittere Pille. Dass Raphael den wir bereits von unseren Freunden FOR HEAVEN’S SAKE kannten sofort Lust hatte bei uns einzusteigen und auch von Tag 1 an mit vollem Herzen dabei war, hat uns definitv den Arsch gerettet. Ab da ging alles ziemlich schnell, Sinan war es wichtig einen möglich schnellen und sauberen Cut zu haben, also haben wir fast unmittelbar nach Sinans Ankündigung angefangen mit Raphael Shows zu spielen. Die Reaktionen auf seine Live-Präsenz waren von Anbeginn an sehr gut und als wir dann auch die Feuertaufe, die „Decisions“-Releseparty in München, mit Bravur bestanden hatten, wussten wir dass es mit The Blackout Argument in diesem Line Up wieder mit Vollgas weitergehen würde. Was Raphaels musikalischen Input betrifft so hört man schon dass er The Blackout Argument stark geprägt hat. Sein Gesangsstil ist dem von Sinan zwar in vielen Punkten ähnlich (besonders bei gesungenen Refrains) aber der Grundcharakter hat sich definitiv geändert. Jetzt so viele positive Reaktionen auf die ersten Aufnahmen mit Raphael zu bekommen ist noch mal eine enorme Erleichterung. Wir sind jedenfalls sehr glücklich wie alles verlaufen ist.

Musicscan: Die EP darf sicherlich als Indikator für das zweite Album gewertet werden: Wie haben sich The Blackout Argument mit der neuen MCD aus Deiner Sicht weiterentwickelt bzw. wo liegen momentan Eure stärksten Momente? Wie wird sich das bis zu den Aufnahmen der neuen Platte fortführen, oder was wollt Ihr bis dahin ausprobieren?

The Blackout Argument: Das witzige ist dass wir besonders auf einen bestimmten song EXTREM positive Reaktionen bekommen haben und das ist „Vampire Searching For Some Light“. Die entstehungsgeschichte dieses Songs klingt fast schon unglaubwürdig aber es war wirklich so: Wir hatten gerade an einem anderen Song gearbeitet als Chris18 mit dem Intro-Riff von ‚Vampire…“ ankam. Er hat einfach nur die ersten 3 Töne gespielt und wir haben angefangen zu spielen und zwar den kompletten song, von anfang bis ende. Es war einfach unglaublich zu sehen wie dieser song direkt beim spielen vollkommen ohne verbale verständigung ganz von alleine entsteht! Alle Teile inkl Lead-Gitarren waren einfach da, irgendwo in uns, alles was wir noch tun mussten war sie an der richtigen Stelle zu spielen. Wir haben den Song noch ein zweites mal gespielt, einen übergang verändert und genauso aufgenommen. Irre! Wenn wir es für das Album schaffen einen ähnlichen „Fluß“ zu erreichen un dem die Songs einfach entstehen ohne „geschrieben“ werden zu müssen, dann glaube ich dass Album Nummer 2 ein absoluter Hammer werden kann! ?

Musicscan: Was darf man 2008 außer Smile Like A Wolf von The Blackout Argument erwarten?

The Blackout Argument: Das gleiche wie 2007: Gebrochene Gitarren, Knochen und Herzen hahaha! Wie bereits erwähnt gehen wir im August auf Tour mit ARCHITECTS, dann wird es natürlich am 11.7. eine Smile Like A Wolf Release Party geben, auf Blacktop erscheint eine limitierte Vinyl-Version der Songs. Im September geht’s dann ins Stduio fürs Album und im Okt/Nov spannen wir ein wenig aus hehehe.

Musicscan: Letzte Worte?

The Blackout Argument:Vielen Dank für das Interview! Waren wirklich gute Fragen. Wir laden jeden herzlich ein mit uns über den Sinn und Unsinn einer gratis Download EP zu diskutieren und auch sonst aus jedem undenkbaren Grund mit uns in Kontakt zu treffen! Vielen Dank!


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Fuze

Germany
Date: 2008-05-01

1) Eure neue EP „Smile Like A Wolf“ kann man nicht im Plattenladen kaufen, es gibt die fünf Songs nur als kostenlosen Download. Warum?

Chris: 100% korrekt ist das nicht. Es gibt 3 der fünf songs plus einen bonus song auf einer Vinyl-7inch die Niko von BLACKTOP RECORDS rausbringt. Das ganze ist aber auf 500 Stück limitiert und eine reine non-profit Geschichte. Uns war es nur wichtig den Leuten die THE BLACKOUT ARGUMENT mega cool finden auch etwas "greifbares" zur Verfügung zu stellen.
Aber zurück zu deiner Ausgangsfrage: Die Idee hinter "Smile Like A Wolf" ist, unsere Musik den Hörern ohne Umwege zugänglich zu machen. Jeder von uns kennt das, wenn wir von einer neuen Band hören die uns interessiert gehen wir als aller erstes auf Myspace oder deren Webseite um dort Songs anzuhören und mehr infos zu bekommen. Niemand rennt sofort in den Plattenladen und holt sich blind die CD, dazu ist dieser Tonträger einfach zu teuer und bei der großen Anzahl an neuen Bands / Releases die jährlich erscheinen summiert sich das in utopische finanzielle Höhen. Was man in der Regel jedoch auf der Webseite oder dem Myspace-Profil der Band findet ist vollkommen unbefriedigend. Entweder liegen die Songs in miesester Qualität vor oder man kann sie nicht downloaden, es fehlen Infos, Songtexte, Artwork, etc. Ein Song ist schnell mal online gestellt, aber ein richtiges "Online Release" so wie wir das mit "Smile Like A Wolf" gewünscht haben gibt es nie. Deshalb haben wir uns bei der Entwicklung der Download-Seite (www.smilelikeawolf.com) auch dementsprechend viel Mühe gegeben. Wir wollten alle wichtigen Informationen auf einer Seite zusammenfassen, dazu einen Audio-Player für die Leute die die Songs zuerst auschecken wollen bevor sie sie downloaden, und eine Download-Sektion in der man nicht nur die mp3s bekommt sondern auf Wunsch auch WAV-Dateien in maximaler Audioqualität und ein komplettes CD-Artwork mit Booklet, Inlay, allen Texten etc. Um das ganze so einfach wie möglich zu machen haben wir auch komplett auf eine E-Mail-Registrierungspflicht oder den Weg über einen Myspace-Friend-Request (wie PENNYWISE das beispielsweise mit ihrem neuen Album gemacht haben) verzichtet. Egal ob jemand THE BLACKOUT ARGUMENT schon kennt oder erst ganz neu auf uns aufmerksam geworden ist, "Smile Like A Wolf" ist die einfachste und beste Möglichkeit an dieser Band teilzuhaben.
Den Zeitpunkt der Veröffentlichung von "Smile Like A Wolf" haben wir mit Juni 2008 bewusst gewählt. Zum einen dient das Release zur Überbrückung bis zu unserem nächsten regulärem Album auf LIFEFORCE RECORDS welches erst im Januar 2009 erscheint. Zum anderen wollten wir die Chance nutzen um unseren neuen Sänger Raphael nicht nur live sondern auch in aufgenommener Form den Leuten vorzustellen. Er ist zwar schon seit Sommer 2008 dabei, aber "Smile Like A Wolf" sind die ersten Aufnahmen die wir mit ihm gemacht haben (von seinem Guest-Vocal Part bei "Share it Or Leave it" des "Decisions" Albums mal abgesehen).

2) In einer Presseerklärung war zu lesen, dass ihr damit „neue Wege beschreiten“ wollt. Denkst du, dass ihr das in einer Welt, in der man sich jedes beliebige Album etliche Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin umsonst aus dem Netz ziehen kann, wirklich tut? Oder ergebt ihr euch nicht viel eher nur dem Status Quo?

Chris: Die Tatsache, dass es schon fast "Normalität" ist sich ein Album Wochen vor dem eigentlichen Release-Date im Internet herunterzuladen spricht meiner Meinung nach eine deutliche Sprache. Natürlich ist es zum einen die Ungeduld und teilweise sicher auch eine Art Maßlosikgeit (spätestens bei Leuten die sich Alben von Bands herunterladen die sie gar nicht interessieren - einfach nur um sie zu BESITZEN). Zum anderen ist das aber auch ein Zeichen, dass sich die Leute selbst und unabhängig von der teilweise doch recht manipulativen Promo-Machinerie mancher Labels entscheiden wollen, welche Bands sie hören und später vielleicht auch kaufen, bzw. zumindest auf die Shows gehen, Merch kaufen etc. wollen. Keiner will die Katze im Sack kaufen, viel zu oft haben wir schon ein Album in die Finger bekommen das lediglich 1 oder 2 wirklich gute Songs hatte und das waren dann die, die wir in der Promo bereits aufgetischt bekommen hatten.
Um auf deine Frage zurückzukommen, "neue Wege" beschreiten wir darin, dass wir nicht einfach nur unsere Songs zum Download freigeben und das wars dann. Der in der vorherigen Frage beschriebene Unterschied zwischen einem Gratis-Download und einem "echten" Online-Release ist immens. Was uns auch gleich zu deiner nächsten Frage bringt...

3) Was entgegnest du jemandem, der euch vorwirft, ihr würdet mit „Smile Like A Wolf“ euer Scherflein dazu beitragen, dass Musik als etwas – im wahrsten Sinne des Wortes – „Wertloses“ wahrgenommen wird?

Chris: Wir haben im Vorfeld mit einigen Leuten über unsere Idee eines Online Releases gesprochen und auch wenn die Reaktionen darauf in der Regel sehr positiv waren, gab es in der Tat ein paar Stimmen die genau das als Kritikpunkt angebracht haben. Ich muss dieser Kritik in so weit Recht geben, dass ich es auch als "wertlos" empfinden würde, wenn ab jetzt alle Bands ihre Songs nur noch für Lau ins Internet stellen würden. Der Charme eines physischen Tonträger (egal ob CD oder Vinyl) ist einfach durch nichts zu ersetzen, auch wenn wir mit "Smile Like A Wolf" und unserer "Brenn dir die Songs und druck dir das Booklet aus"-Motivation versuchen das ein wenig aufzufangen. Die Veröffentlichung von Tonträgern auf dem regulären Wege macht schon noch Sinn, was mir jedoch sauer aufstösst ist diese "Friss oder Stirb"-Mentalität die viele Labels heutzutage am Start haben. Da werden CDs von Bands veröffentlicht und durch die "Maschinerie" gejagt. Wenn dann eine Kleinigkeit nicht stimmt, wie zum Beispiel, dass zeitgleich ein viel wichtigeres Release erscheint, geht die Veröffentlichung unter, vollkommen unabhängig davon ob die Scheibe nun gut ist oder nicht. Ich kann das aus Sicht der Hörer/Käufer sehr gut nachvollziehen. Es ist einfach für den Otto-Normalverbraucher UNMÖGLICH von jeder Band die man gut findet oder gut finden könnte immer alle Platte regulär zu erwerben. Dafür muss man schon extrem viel Geld haben.
Meine Idealvorstellung wäre, dass Bands & Labels sich in regelmäßigen Abständen dazu entscheiden den Hörern & Fans ein gratis Online Release zur Verfügung zu stellen. Dann aber auch mit dem entsprechenenden Aufwand. Es gibt irre viele Möglichkeiten wie man so was aufziehen kann, ohne dass die Musik dabei zu einem "wertlosen" Subjekt wird.

4) Wie hat sich dein Musikkonsumverhalten in den letzten Jahren verändert? Kaufst du dir noch Platten? Wie hörst du am liebsten Musik?

Chris: Dazu habe ich ja in den vorherigen Antworten schon den einen oder andern Satz verloren. Das Konsumverhalten passt sich dem Markt an, und dieser wird jedes Jahr mit NOCH MEHR Bands und Releases überschwämmt. Manche Musik-Genres sind so hoffnungslos überlaufen, dass selbst ich als "Musikschaffender" keinen Überblick mehr habe was alles erscheint. Einige Konsumenten reagieren darauf mit Rückzug und kaufen nur noch Platten der Bands die sie schon seit 5 oder 10 Jahren gut finden. Andere Kids gehen den anderen Weg und versuchen sich wie oben bereits beschrieben, möglichst einfach und günstig einen Überblick über die Band-/Release-Flut zu verschaffen.
Privat gehöre ich selbst wohl eher zu den Erstgenannten. Ich kaufe mir nur noch wenig Platten, eigentlich nur noch von Bands bei denen ich weiss, dass sie mit jedem neuen Album wieder Qualität abliefern. Da fallen mir spontan Bands wie RISE AGAINST, MOST PRECIOUS BLOOD, LIFE OF AGONY, AZAD oder KATAKLYSM ein. Aufgrund meiner Arbeit höre ich eigentlich fast nur noch vor dem PC oder auf dem Ipod Musik. Schon alleine aus diesem Grund sind für mich Mp3s als Audio-Format unentbehrlich.

5) Du spielst nicht nur bei THE BLACKOUT ARGUMENT Gitarre, du betreibst auch Let It Burn Records. Sägst du mit dieser ganzen Aktion also nicht auch am Ast, auf dem du sitzt? Wozu braucht eine Band heute noch ein Label?

Chris: Sehr gute Frage! Im Fall von "Smile Like A Wolf" ist es ja eine Kooperation zwischen der Band und Let it Burn Records. Auch wenn das in meinem Fall (fast) eine Personalunion ist, brauchen Bands Labels immernoch und daran wird sich auch nichts ändern. Der organisatorsiche Aufwand einer Release-Veröffentlichung (egal ob online oder physisch) ist immens! Dazu braucht man eine Menge Zeit, Know-How, Kontakte und leider auch Finanzpower. Alles Dinge, die die meisten Bands nicht haben. Ich denke ein Label (oder auch eine Agentur) kann einer Band diese Aufgaben abnehmen, sie somit entlasten und ihr die Möglichkeit geben sich auf das zu konzentrieren was ihr am wichtigsten ist: Songs zu schreiben und Live zu spielen. Insofern wird es immer so eine Art der Zusammenarbeit geben. Was sich allerdings defintiv verändern wird und auch muss, sind die Arbeitsweisen und Strategien der Labels. Let it Burn Records haben mit "Smile Like A Wolf" ihren ersten Schritt in diese Richtung getan.

6) Während der Tonträgermarkt immer weiter einbricht, läuft das Geschäft mit Konzerten so gut wie nie zuvor. Viele große Labels reagieren darauf mit so genannten „360-Grad-Verträgen“ und beteiligen sich an allen Einnahmequellen einer Band, also nicht nur am Erlös von Konzerten, sondern auch am Verkauf von Merchandise. Ist das auch für ein Indie-Label wie Let It Burn eine mögliche Überlebensstrategie? Wie stehst du als Musiker zu solchen Verträgen?

Chris: Als Musiker bin ich immer recht heikel wenn es um Merchandise geht. Mit dem was du schreibst hast du Recht und Merchandise wird immer mehr die einzige verlässliche Einnahmequelle für Bands. Auf der anderen Seite wird natürlich auch der Markt für Merchandise immer härter umkämpft. Wenn man heute auf eine Konzert geht auf dem 5 Bands spielen hat jede davon mindestens 4-5 Shirt Designs, Zipper, Hoodies, Patches, etc. Auch hier muss ein Umdenken statt finden, es reicht einfach nicht mehr ein paar Shirts zu drucken und dann drauf zu hoffen dass diese "schon irgendwer kaufen wird".
Aus Labelsicht muss ich sagen dass es immer vom Gesamt-Deal abhängt. Wenn ein Label einer Band beispielsweise extrem gute Royalty-Rates oder monströse Studiovorschüsse anbietet, muss es diese natürlich auch irgendwie wieder kompensieren. Da halte ich es nicht für abwägig sich am Merchandise Geschäft zu beteiligen. Das ist allerdings immer Verhandlungssache und von Fall zu Fall unterschiedlich. Deshalb kann ich da jetzt kein klares "ist voll in Ordnung" oder "ist der totale Dreck" aussprechen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass sich die Bands ihre Verträge genau ansehen bevor sie diese unterzeichnen, besonders wenn etwas zum Thema Merchandise drin steht.

7) Spiel doch mal den Hellseher und verrate uns, wie sich die Musikindustrie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verändern wird.

Chris: Das ist ja gerade das spannende: Niemand weiss das!!! :-) Ich schätze aber mal, dass es zwei drastische Entwicklungen geben wird. Die eine hat bereits begonnen und hängt mit den Möglichkeiten des Internets zusammen. Musik wird noch schneller, noch einfacher und (hoffentlich) noch günstiger zügänglich gemacht werden. Die Barrieren der Illegalität werden sich weiter dehnen und irgendwann brechen. Aus der "Anarchie" im Internet wird im gegenseitigen Einverständnis der drei Parteien (Künstler, Labels und Fans) auf kurz oder lang eine geordneter Raum entstehen, der alle Seiten zufrieden stellt.
Die andere Entwicklung ist abhängig vom Nachfolger der CD. Die Compact Disc ist als Tonträger bereits ziemlich in die Jahre gekommen und veraltet. Die Beschränkung auf Stereo-Sound (auch hier wird es ohne Frage eine Weiterentwicklung in der Recording-Technologie geben), nur 70 Minuten Spielzeit und Empfindlichkeit der CD sind einfach als Nachteile nicht von der Hand zu weisen. Während das Vinyl noch einen großen nostalgischen Wert hat (analog, große Cover, umständliche Abspielgeräte, etc.) ist die CD im digitalen Zeitalter eher so eine Art "Übergangsformat" gewesen. Was als nächstes kommt ist schwer zu sagen, ich denke aber, dass es noch mal einen physischen Tonträger geben wird bevor komplett alles mit dem Internet verschmilzt. Dazu ist der bereits erwähnte Charme eines physischen Tonträgers, das in den Händen halten eines echten Booklets und das ritualisierte Ein-/Auf-legen des Tonträgers in/auf ein Wiedergabe gerät einfach zu groß ;-)


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Stardust Magazin

Germany
Date: 2008-05-01

Ihr habt euch mit der EP “Smile Like A Wolf“ für einen Veröffentlichungsweg über das Internet entschieden und verschenkt die EP als download. Einige grössere wie auch kleiner Bands haben diesen Weg auch schon eingeschlagen, was glaubt ihr, wird sich dieser Trend fortsetzen und welche Vorzüge birgt dies auch?

Chris: Wir hoffen es! Wir sind ja selbst auch allesamt Musik-Fans und aus der Sicht der Hörer wäre es natürlich großartig wenn sich auf Lange Sicht immer mehr Bands und Labels dazu entscheiden würden, von Zeit zu Zeit ausgwählte Veröffentlichungen gratis anzubieten. Wenn wir mit „Smie Like A Wolf“ einen Teil dazu beitragen können, dass sich der Trend weiter in diese Richtung entwickelt, sind wir sehr stolz darauf!
Die Vorzüge liegen auf der Hand: Der Markt wird Monat für Monat überflutet mit einer Vielzahl von Veröffentlichungen. Als normaler Musik-Fan hat man aufgrund der hohen Endverkaufspreise von CDs gar keine Chance mehr da den Überblick zu behalten. Es kann also nur im Interesse der Labels und Bands sein, einen Schritt auf die Fans zuzugehen indem man sich dazu entscheidet das eine oder andere Release gratis anzubieten. Das Internet ist hierfür natürlich die ideale Vertriebsplattform, da so gut wie keine logistischen Kosten entstehen. Fast jeder hat Zugriff auf das Internet und ein entsprechendes Wiedergabegerät um Mp3s oder ähnliche Formate abzuspielen. Allerdings müssen diese Online-Releases die gleiche Qualität haben wie physische Tonträger. Es wird nicht reichen einfach ein paar mehr oder weniger brauchbare Songs auf Myspace hochzuladen.

Gibt es in dieser Hinsicht auch Nachteile?

Chris: Der große Nachteil ist zunächst mal, dass auf Label/Band-Seite kosten entstehen die nicht direkt kompensiert werden können. Auf lange Sicht zahlt sich das aber definitiv aus. Es ist ja nicht so, dass die Kids kein Geld mehr haben oder es nicht mehr ausgeben wollen. Die Booking-Branche boomt, ebenso die Merch-Verkäufe. Die Leute haben einfach nur die Schnauze voll, dass an einem Tonträger jeder mitkassiert, Einzelhandel, Vertrieb, Label und erst ganz am Ende die Band. Ich höre immer wieder auf Konzerten, dass die Kids extra warten bis ihre Lieblingsband in ihrer Stadt spielt um dann an deren Merch-Tisch die CD und ein Shirt zu kaufen, Geld das der Band DIREKT zu Gute kommt.
Ein anderer Nachteil bzw. Nährboden für Diskussionen ist die Frage ob bei einer Gratis Veröffentlichung nicht der „Wert der Musik“ auf der Strecke bleibt. Wir haben uns im Vorfeld der Veröffentlichung von „Smile Like A Wolf“ mit einigen Leuten darüber unterhalten und sind aber immer wieder auf das gleiche Ergebnis gekommen: Wenn die Qualität der Gratis/Online Releases stimmt, sprich hervorragendes Song-Material, es gibt ein Cover-Artwork, zusätzliche Bandinformationen, Texte werden bereitgestellt etc., dann bleibt der „Wert der Musik“ erhalten und der Hörer, welcher sich die Song herunter läd, wird an anderer Stelle die Arbeit der Band honorieren. Uns war es bei „Smile Like A Wolf“ wichtig mindestens genauso viel Zeit, Kraft und Geld zu investieren wie bei unseren anderen, physischen, Tonträgern auch und ich glaube das merkt man auch wenn man auf www.smilelikeawolf.com surft.

Wann kommt der Zeitpunkt, wo es in der Musikindustrie wirklich ein Umdenken stattfinden muss damit Band wie auch Label überleben können?

Chris: Der ist bereits längst überschritten. Wie in jedem anderen Business ist es dumm zu warten bis Kacke am dampfen ist bevor man etwas ändert sondern man muss reagieren sobald die ersten Zeichen einer neuen Entwicklung auftauchen, und die sind bereits seit Jahren da. Die CD-Verkäufe, auch von bereits etablierten Bands, brechen kontinuierlich weiter ein und es wird härter und härter neue Bands mit den herkömmlichen Vertriebs- und Vermarktungs-Strategien auf dem Markt zu etablieren. Ich denke also dass es höchste Zeit ist für Bands und Labels umzudenken.

Erstaunlich bei der ganzen Sache ist ja aber auch der Umstand, dass Vinyl bei der Käuferschaft wieder beliebter wird, ist dieser Umstand nicht auch irgendwie paradox?

Chris: Stimmt, das ist scheinbar paradox, wenn man diesen Umstand jedoch genauer betrachtet macht es durchaus Sinn: Im Vergleich zur CD hat die Vinyl-Schallplatte einen extrem hohen nostalgischen Wert. Die CD ist eher so eine Art „Übergangsmedium“ vom analogen Zeitalter ins digitale. Das merkt man besonders an den großen Schwächen dieses Tonträger-Formates: Nur 70 Minuten Spielzeit, limitiert auf Stereo-Sound, nur begrenzt haltbar / widerstandsfähig, etc. Die CD ist veraltet und wird so oder so in den nächsten Jahren von einem anderen Medium abgelöst. Wahrscheinlich wird es noch einen weiteren physischen Tonträger geben bevor das ganze dann komplett mit dem Internet / der digitalen Welt verschmilzt.
Das Vinyl hingegen ist einfach so veraltet, dass es, wie bereits oben erwähnt, einen extrem großen nostalgischen Wert hat. Die großen Cover, die umständlichen, mechanischen Wiedergabegeräte, der unzureichende Klang (Vinyl-Sound-Fetischisten verzeiht mir, aber es ist einfach ein Fakt dass, wenn man keinen 2000 Euro Schallplattenspieler und eine extrem gute Stereoanlage mit detaillierter Equalizer-Funktion hat, gewisse Frequenzen einer Aufnahmen verloren gehen) und das Wenden der Platte versprühen einfach einen Charme der durch nichts zu ersetzen ist. Deswegen bin ich der festen Überzeugung dass es Vinyl noch geben wird wenn die Leute schon gar nicht mehr wissen was eine „Compact Disk“ war.
Da wir uns dieser Bedetung von physischen Tonträgern, insbesondere Vinyl, bewusst sind, haben wir uns auch dazu entschlossen von „Smile Like A Wolf“ eine limitierte 7inch-Vinylversion zu veröffentlichen. Das ganze erscheint im Juli auf BLACKTOP RECORDS.

Kommen wir auf die Band zu sprechen Bei euren Veröffentlichungen fällt auf, dass eure Texte in einer sehr persönlichen Note gehalten werden, wie geht ihr an das Songwriting ran?

Chris: Stimmt, unsere Texte sind allesamt sehr persönlich gehalten. Raphael (Sänger) und Ich schreiben die Texte und uns ist es wichtig dass diese ehrlich sind. Stumpfe politische Parolen oder fiktive Gedankengerüste sind schnell geschrieben, allerdings habe ich hierbei als Hörer oft das Gefühl, dass die Band bzw. der Sänger nichts von dem wirklich lebt oder fühlt was er da auf der Bühne oder der CD präsentiert. Glaubwürdigkeit von Bands ist heute eh schon eine Seltenheit geworden und wenn ich dann auch noch vollkommen austauschbare Texte präsentiert bekomme, die von jeder X-beliebigen anderen Band stammen könnten, macht es die Lage kein deut besser.
Raphael und Ich schreiben über Dinge die uns bewegen, Dinge die wir erleben, die uns als Individuen lenken, motivieren, beeinflussen oder auch zurückwerfen. Zwar geht es hierbei um UNSER Leben, die Gefühlswelten in denen wir als menschliche Lebewesen umherwandern sind jedoch bei allen irgendwie ähnlich, deshalb bekommen wir sehr oft Rückmeldung, dass sich Leute in unseren Texten wieder finden. Ein großartiges und sehr bewegendes Kompliment!!

Was ist so die Kernaussage von der „Smile Like A Wolf“ EP?

Chris: Die Texte auf „Smile Like A Wolf“ stammen größtenteils aus der Feder unseres Sängers Raphael und reflektieren die drastischen Veränderungen die in den letzten Monaten in ihm und um ihn herum stattgefunden haben. Das reicht von krassen Erfahrungen in seinem Beruf als Heilerziehungspfleger über den Beginn eines neuen Lebensabschnittes bis hin zur Verarbeitung von unvermeidbaren Verlusten.

Ihr seit ja eine ziemliche aktive Band, ich könnte mir ansonsten 3EP`s und eine Full-Lenght innerhalb von 2 Jahren nicht anders erklären, sprudelt bei euch die Ideen für Sound und Texte einfach so oder kommt euch da auch eure langjährige Erfahrung in anderen Bands zu gute?

Chris: Wir haben das Glück, dass wir von Anfang an ein sehr gutes Team waren wenn es um Songwriting geht. Wir müssen viele Dinge nicht erklären sondern spielen sie einfach. Wo andere Bands Stunden und Stunden im Proberaum verbringen um an einem einzigen Teil zu feilen, schaffen wir teilweise pro Bandprobe einen Song, sofern wir natürlich konzentriert arbeiten. Was da sicher auch mit reinspielt ist die große Kompromiss-Bereitschaft aller Songwriter in der Band. Wir haben bei Blackout Argument keine Selbstdarsteller oder Egoisten, die um jeden Preis ihre Ideen / Riffs durchsetzen wollen. Wir hören darauf „was der Song will“ und das ist meistens weniger als mehr. Was am Ende heraus kommt ist wie bei allen anderen Bands ein Kompromiss der beteiligten Songwriter, bei uns geht das einfach nur schneller und unkomplizierter. Wir sitzen jetzt schon wieder an den Arbeiten für unser nächstes Album auf Lifeforce Records welches im Januar 2009 erscheinen wird.

Auch Live seid ihr so ziemlich eine aktive Band, gibt es bei all dieser Aktivität nicht auch mal gewisse Ermüdungserscheinungen?

Chris: Natürlich gibt es die. Ich glaube jeder bei uns hat von Zeit zu Zeit Momente wo er im Tourbus sitzt und sich ausmalt mit der Freundin am See zu liegen und sich die Sonne auf den Hintern scheinen zu lassen. Gerade auf langen Strecken kann so was echt zermürbend sein. Wenn wir dann allerdings auf der Bühne stehen und „unsere 40 Minuten“ haben, dann ist das alles wie weg gefegt! Keiner der selbst nicht in einer Band spielt und mal auf einer Bühne gestanden hat kann das nachvollziehen, aber mit diesen 40 Minuten kann man all die Zeit, Kraft und Stress die man hat wieder wett machen.

Wenn wir schon bei dem Thema Live und Konzerten sind, ihr habt ja schon mit zig anderen Bands die Bühne geteilt und Shows gespielt, sei es mit grösseren Kaliber wie Boy Sets Fire, Shai Hulud oder Comeback Kid aber auch mit Szenenhelden der Sorte Solid Ground oder Teamkiller. Gibt es für euch eine Band, mit der ihr gerne mal auftreten würdet?

Chris: Stimmt, unser Live-Schedule ist seit Tag 1 ziemlich bunt womit wir aber auch echt glücklich sind! Es wäre für uns das schlimmste wenn jeder Konzert gleich wäre, immer vor den selben Leuten, immer in den gleichen Clubs und immer mit den selben Bands. Wir landen auch mega oft auf irgendwelchen Shows/Festivals wo wir dann die einzige Band sind die unseren Musikstil spielt. Das ist dann meistens eine ziemliche Herausforderung (überzeuge mal 200 Metalheads, dass auch hardcore/punk Mucke Freude machen kann hahaha!) aber wir stehen drauf ;-)
Um auf deine Frage zurückzukommen: wir würden SEHR gerne mal mit Evergreen Terrace auf Tour gehen, da wir die Band alle persönlich sehr cool finden und die Jungs auch ein ziemlich witziger Chaoten-Haufen zu sein scheinen. Hat sich bisher noch nicht ergeben, aber ich bin mir sicher dass das in Zukunft mal der Fall sein wird. Ansonsten natürlich mit unseren Freunden von THE CASSIDY SCENARIO aus Österreich was aber am 10.8. in München passieren wird!

Was macht für euch die perfekte Show aus?

Chris: Auf jeder Show gibt es eine Vielzahl von Faktoren die Einfluss darauf haben ob es eine coole Show wird oder nicht. Das fängt beim Catering an, geht über den Bühnen- & PA-Sound, die Beschaffenheit des Clubs, bis hin zur Publikumsreaktion. Auch wie wir selbst mit uns zufrieden sind und wie die Stimmung auf der Bühne allgemein ist spielt eine große Rolle. Ebenso mit wem man zusammen spielt, eventuell neue Leute kennen lernt, etc. Wenn das alles passt und im Einklang ist, DANN ist es eine perfekte Show.

In den letzten Jahren, hatte der Hardcore eine Art Konjunktur, seit 2007 flaut die Sache meiner Meinung nach wieder ein kleines bisschen ab, wie seht ihr die ganze Sache von der Front her aus?

Chris: Die Hardcore-Szene unterliegt mehr als andere Subkulturen einem ständigen Strom von Trends und neuen Entwicklungen. Die meisten davon sind jedoch ziemlich klein und für Außenstehende kaum erkennbar. Die letzte große Entwicklung, der kommerzielle Erfolg der musikalischen Kombination aus Hardcore und Metal, hat natürlich dazu beigetragen, dass die Hardcore Szene sehr viel Zuwachs erhalten hat und auch in den Medien sehr präsent ist. Das faszinierende an der Hardcore-Szene ist jedoch, dass jede kommerzielle Entwicklung dazu führt, dass sich ein „harter Kern“ erneut abspaltet und sich auf die ursprünglichen Werte zurück besinnt. Dinge wie der DIY-Gedanke, die Selbstbestimmung der Musikschaffenden, eine starke Community, Straight Edge, political awareness, etc. mögen vielleicht Zeitweise in den Hintergrund rücken, dennoch bilden sie das Rückrad dieser Subkultur und daran wird sich auch die nächsten 30 Jahre sicher nichts ändern egal welche Trends kommen und gehen.

Was hältst du von den ganzen Reunion Tourneen, die vor allem im 07 stark vertreten waren?

Chris: Puh, das ist immer schwer zu verallgemeinern. Prinzipiell bin ich immer offen für so was, besonders wenn es sich um Bands handelt die ich aufgrund meines „jungen alters“ (schließlich bin ich erst 29 hahahaha!) zu „ihrer Zeit“ nicht mehr sehen konnte. Was ich aber nicht sehen möchte sind alte Säcke die sich verzweifelt auf der Bühne abmühen (oder nicht mal das…) entweder um ihre Jugend noch mal aufleben zu lassen oder um die privaten Geldbeutel etwas zu füllen. Wenn ich allerdings Bands sehe die sich wieder zusammenfinden und auf der Bühne mehr Energie und Spielfreude versprühen als die meisten ihrer Nachfolger, dann bin ich Feuer und Flamme und freue mich über jede Band die es noch mal wissen will. Gute Positiv-Beispiele sind die GORILLA BISCUITS oder auch THE PATH OF RESISTANCE. Auf beiden Shows hatte ich eine MENGE Spaß hahaha!

Welche Bands aus alten Tagen mögt ihr selber besonders?

Chris: 5 Bandmitglieder, 5 verschiedene Antworten. Da ich jetzt aber das Interview beantworte bekommst du MEINE Faves zu hören ;-) Die bereits erwähnten Gorilla Biscuits oder Path Of Resistance (auch wenn’s die 90er waren) sind natürlich meine Faves. Aber auch die gesamte New Age Records Ära, also der Hardcore der frühen 90er Jahre steht bei mir ganz hoch im Kurs. Bands wie UNBROKEN, OUTSPOKEN, MEAN SEASON, STRIFE, TRIAL, LIFETIME, STRAIN, SNAPCASE, EARTH CRISIS, TURNING POINT oder UNDERTOW haben mich massiv als Mensch und Musiker stark geprägt.

Wie sieht es mit Bands aus der heutigen Zeit aus?

Chris: Es kommen jedes Jahr eine Vielzahl neuer und vielversprechender Bands nach und als Betreiber eines Indie-Labels versuche ich natürlich da den Überblick zu behalten was nicht immer so leicht ist. Zu den neuen Bands die ich selbst extrem cool finde und von denen man mit Sicherheit noch einiges hören wird zählen zum Beispiel TODAY WE RISE, LOWER HELL, THE CASSIDY SCENARIO, RED TAPE PARADE, PANGAEA oder BANG BANG YOU DEAD.

Zum Abschluss, was kann man von euch in der zweiten Jahreshälfte noch so alles erwarten?

Chris: Wir sind schon wieder voll in Action! Am 11.7. ist die „Smile Like A Wolf“ Release-Party in München, im August geht es auf Europa-Tour mit ARCHITECTS aus UK. Bis dahin wird die meiste Zeit ins Songwriting fließen da wir Anfang September dann ins Studio gehen um unser zweites Album auf Lifeforce Records aufzunehmen. Langweilig wird uns also sicher nicht ;-)

Letzte Worte…

Chris: Zunächst mal vielen Dank für das Interview! Und an alle leser: checkt „Smile Like A Wolf“ aus und gebt uns Feedback zu den neuen Songs und der Aktion allgemein. Wir sind heiss auf eure Meinung! ;-) Ansonsten quatscht uns auf Shows an, auch wenn wir merkwürdig aussehen sind wir alllesamt coole Dudes! ;-)


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Heartbeat Media

Germany
Date: 2008-01-25

1. Your new album “Remedies” is out on Lifeforce Records now. Please let us know more about the label and the work they do for you.

Chris: Lifeforce Records has been around quite some time now! I have followed the label from its early beginnings (when Rüdiger Mahn was still running the label) and they did a lot to shape the European Hardcore- and later Metal-Scene. They released bands such as Pole or Contraint which were amongst the “big names” of European Hardcore in the Mid 90s. With Caliban and Heaven Shall Burn, Lifeforce Records were the main motor to put European Metalcore on the map. Both bands literally Exploded with their first 2 records on Lifeforce and still belong to the biggest names in Metal/Metalcore. Stefan and his people do a great job, they have a really professional approach to things and their promotion and distribution is ace! We’re completely happy with the cooperation.

2. The last EP “Smile Like A Wolf” was available for free download. Do you think it will be hard to earn money with music in future?

Chris: Well it depends if bands, labels, agencies, etc. rely on ideas and strategies of former decades Yes. If they’re willing to embrace new ideas and strategies everyone’s got a good chance to survive and grow together with the new circumstances.

3. Well let’s talk about your new album „Remedies“. How would you describe it? What exactly changed in compare to the elder stuff?

Chris: I think “Remedies” is way more “to the point” than our previous releases. The songs on the album kinda melt together to one big thing. Especially the vocals contribute a big part to “Remedies”. All in all this album feels like “us”, like The Blackout Argument. We can totally identify with every single word and tone on it.

Raphael: “Remedies” is just the kind of rock we want to play. Rough, melodic and angry.

4. What about the lyrical content and the name “Remedies”? What do you try to express with it?

Raphael: If somebody wants to know who I really am I always say “read the lyrics of remedies.” This is who I am, how I feel about the shit around me and the way I take the rough with the smooth. Remedies is about hope, anger and the courage of facing life by treating oneself and the people around you with respect, love, consideration and patience. Why “remedies”? Chris had the best words for this question when we wrote the promotional stuff: “The thoughtful concept that underlies “remedies” is based on the curative effect of Bach Flowers. Just like these homeopathic remedies offer an answer to various emotional prisons, the tracks on the album reflect the whole spectrum of human emotion. These songs and lyrics are to heal the receiver’s injured hearts and souls and offer new strength and motive force to carry forward this struggle called life.”

5. Who has founded “The Blackout Argument” and how did the line-up change over the last years?

Chris: The Blackout Argument was founded by me and Philip, our drummer. When my previous band, Paint the Town Red split up I was looking for something new, more melodic, more focus on writing great songs, etc. Philip and me clicked right away and soon Chris, Sascha and Sinan joined the band. That was in early 2006. Since then we only had one line-up change when Sinan, our 1st singer decided to leave the band. Raphael was his successor.

6. Did you ever think about a breakup?

Chris: Nope, so far we haven’t reached that point yet but I am sure everyone in the band had moments when he thought about quitting hahaha! It’s just natural. A band is kinda like a relationship, there’s good times and there’s bad times. Sometimes you feel nothing but love for what you do and you are totally convinced that it is the right thing, other times you doubt the whole thing and think about leaving. It’s love and pain, joy and stress, laughs and fights. Just like everything else in life.

7. What makes you going on with the band and writing new songs and what does the band mean to you?

Chris: For me personally The Blackout Argument is the most unique way to express myself. I am a very busy person and if The Blackout Argument wouldn’t exist I definitely wouldn’t be bored but from all experiences I made in my life so far there are hardly any as intense and unique as playing in a band. This includes the creative process from waking up at night with a great idea of a riff all the way until this idea is pressed on a cd, but also the totally flashing experience of playing live in front of people who care about what you do. This simply means the world to me.
Raphael: I definitely have to scream. Without this band I’d be a nasty guy I guess. Haha! It fuckin’ keeps me alive. The Blackout Argument is really all I ever wanted and the biggest part of my life. It’s the kind of rock I always wanted to play and I love the guys I’m in the band with.

8. Which song of your new album do you like most and why?

Chris: Too tough to answer hahaha! I woul take the refrain of “Identity Dispute”, the verse of “Room To Set Sail”, the moshpart of “Seven Tones Of Grey” and the bridges of “A Walkover to Endure being”. Sounds like a cool medley hahaha!

Raphael: They all fit together. My favourite song is 40 minutes long…hahaha!

9. What do you think about the hardcore scene as it is today? What does hardcore mean to you?

Chris: I answered this question very heartly and thoughtful for a friend of mine who did a research on hardcore-subculture and the answer was: “Definitely one of the most difficult questions to answer because there are so many different views on this topic and many different ways to answer.” From my own personal socialization with this subculture movement I always regarded self-reliance, individuality, respect, an attentive, conscious lifestyle and strong, long-lasting friendship as the main pillars of “hardcore”. These elements have always accomanied me, even though the hardcore-scene has change dramatically over the past 15 years. From a rather emotional and less analytic point of view I would answer this question differently, though: Hardcore pointed out alternatives for me and offered me a lifestyle and chances for personal developement far beyond what the “real world” would have been able to offer me. Thus I can definitely say: “Hardcore changed my life.”

Raphael: I agree with Chris’ answer. Hardcore contains many different attitudes today. When I got in touch with hardcore / punk it gave me a reason to endure being. I had many hard years and hardcore really saved my life. It sounds cheesy but it’s the truth. I was totally fascinated by the heavy and fast music and I listened to my favourite bands in every free time. The socially critical and very emotional lyrics, the chance to scream my rage out, the kindness and respect hardcore connected to me and the positive energy fuckin’ helped me out and teached me many things.

10. How would you describe your own style? Which bands influenced you most at the beginning and which bands influence you today?

Chris: We’ve been asked this question so many times and we never really found the perfect answer. As I mentioned above, basically its only melodic and heavy rock music. Of course there are a lot of elements that remind of 80s and 90s hardcore bands, some more metal-riffs and some of the song structures are pretty pop’ish but in the end it’s all rock music isn’t it?!

Raphael: There are bands we really love. But we’d never try to sound like them. We just sound how we feel.

11. Raphael is your new singer. He made big progress in my opinion. I guess he suits perfectly to “The Blackout Argument”. Tell us more about his musical background please.

Chris: Well I guess you can ask him yourself… ;-)

Raphael: Thank you. I got into music when I was a little child. I always wanted to sing in a rock band and I already painted “my rock band” in the kindergarten. My mom plays guitar very well and she’s been engaged in music as far as I can think. She always supported me in singing. I sang in a boy’s choir for a few years and had singing lessons when I was a little boy. Sometimes it sucked because there were no electric guitars and I wanted to sing loud in ugly words…hahaha! Freddy Mercury was my big idol and I wanted to be like him. My elder cousin listened to hard rock music and I got into the hard stuff. By the age of 9 I bought the first rage against the machine album and after that I spent all my money in hard rock music.

12. What are very important things for you in life beside the band?

Chris: A growing soul and consciousness and the attempt to be a better man each and every day.

13. Well what do you think about the economy crisis and the world as it is today?

Chris: Hahaha, this question is pretty general, don’t you think so?! ;-) As for the economy crisis I must say that I wasn’t really surprised when the stock-markets began to crash and everything went down the hill. Capitalism is a pretty unstable system just like any other injust commercial or political concept. It works to a certain degree but as soon as the greed of those in power exceeds their ability to control things, it escalates. However I think it won’t take too long until the situation has stabilized again, so the current crisis is not a threat to western civilization as it is. Bummer!!!

14. How will the music industry change in future? Any ideas?

Chris: If I exactly knew that I would probably not be working anymore but sitting in my 400qm² mansion in Ireland hahaha! Well, there are certain tendencies but noone can say for sure how things will develop in the future. It’s obvious that the market for physical sound carriers will further decline and also the constantly growing importance of the internet and multimedia devices cannot be denied. I guess there will be a new format coming soon, a format that will replace the CD. But I have no realy idea what it will be and how it will look like.

15. A limited number of your new cd contains the single “Smile Like A Wolf” as well. How many limited cds did you sell? Are they already sold out or still available?

Chris: The album has not been released yet, it’s due to February 9th, 2009. The first press contains the “Smile Like A Wolf” EP plus two unreleased songs from the “remedies” recording session as bonus disc. This special cd will be available all through February and march I guess! But the safest way to get a hold of the copy is to pre order it now from www.lifeforcerecords.com!

16. Any concrete plans for this year? What will be the next big thing for you?

Chris: YES we DO have plans! We’re gonna be on a huge 4-week European Tour together with This Is Hell (usa) and Dead Swans (uk) which we are so much looking forwad to! The tour starts on March 13 in Wangen and ends on April 13 somewhere in the UK. Holy mama, this is going to be one hell of a blast!! Hahaha!

17. Thanks a lot for this interview. I love your new album!

Chris: Thanks a lot for the nice words and your constant support for the band!!!

Raphael: Thank you very much.

Chris & Raphael for The Blackout Argument


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Squealer Rocks

Germany
Date: 2007-09-13

Mit dem The Blackout Argument Gitarristen Chris Zehetleitner fand sich ein Musiker auf dem „Squealer-Rocks.de Sofa“, der nicht über den Sound seiner Band, sondern auch über die Szene ganz genau Bescheid weiß. Zudem ist nicht jeder Münchner ein Fußballfan.
Squealer-Rocks.de: Hi Chris! Erstmal Glückwunsch zu euerem mehr als achtbaren Debüt DECISIONS, das diesen Titel nicht nur auf dem Cover, sondern auch in dem Wichtigsten, der Musik, unterbringt. Denn auf diesem Rundling bekommt der Hörer wahrlich einiges an Vielfalt geboten, so dass er aus der Masse an ähnlichen Veröffentlichungen definitiv herausragt. Steht dieser Facettenreichtum für eueren sich entwickelnden Stil oder wollt ihr euch so nur alle Richtungen für die Zukunft offen halten?

Chris Zehetleitner: Vielen Dank für dein positives Feedback. Wir bekommen öfters zu hören, dass unsere Musik, obwohl sie nicht übermäßig komplex ist, sehr eigenständig und abwechslungsreich klingt. Da steckt jedoch kein tieferes Konzept dahinter und auch unseren Stilfindungsprozess haben wir bereits abgeschlossen. Bei genauerer Betrachtung kann man unsere Musik auf sehr wenige Bestandteile herunterbrechen. Da gibt es einen klassischen Hardcore-Einfluss, der vor allem in den Gitarren-Riffs und Song-Strukturen zu hören ist. Das Drumming ist in der Regel recht rock-lastig, also treibende Beats die zwischen Mid-Tempo, schnelleren Sachen und Grooves abwechseln. Und als letzte Komponente kommt noch eine große Portion Melodie hinzu, die man natürlich im Gesang, aber auch in den Lead-Gitarren hören kann. Das ist im Endeffekt alles.

Squealer-Rocks.de: Du sprichst das nächste Thema somit bereits an. Interessant ist auf jeden Fall die Mixtur, die in nahezu allen Songs des Albums zum Tragen kommt. Demnach geht die geballte Härte stets in etwas Schönem (z.B. einem prägnanten Chorus) auf. Eine unerlässliche Symbiose, um die Hörerschaft für sich zu gewinnen, oder?

Chris Zehetleitner: Beim Schreiben der Songs denken wir eigentlich zunächst nicht an die Leute, die das am Ende hören/kaufen werden. Wir machen einfach das, worauf wir Lust haben und was sich für uns gut anfühlt. In den meisten Fällen sagt einem der Song was er haben will und oftmals ist das weniger als der Musiker denkt. Ein Fehler den viele Bands machen… sie überladen ihre Songs nur um sich selbst als Musiker gerecht zu werden.

Squealer-Rocks.de: Damit jedoch so etwas "Schönes" entstehen kann, braucht es selbstredend auch die richtigen Leute. Und in Sinan Akilli steht ohne Frage DER Richtige am Mikro. Wie schwer ist es eigentlich für einen Sänger den Wechsel vom aggressiven Shouting auf das gefühlvolle Singen zu bewerkstelligen?

Chris Zehetleitner: Rein technisch ist das kein großes Problem, schließlich muss ein Sänger ja auch in der Lage sein die Songs live umzusetzen, also darf ihn weder die Schrei- noch die Gesangs-Stimme überanstrengen. Das ist alles eine Frage der Technik, die man ohne Zweifel beherrschen muss, wenn man diese Art von Musik spielt.

Squealer-Rocks.de: Mit "My Life In Spoken Words" befindet sich ein sehr fragiler Track an Bord von DECISIONS. Um welches bzw. wessen Leben handelt es sich hierbei und wie seid ihr auf die Idee gekommen, die Lyrics als memoirische Lesung einzubauen? Des Ambientes wegen?

Chris Zehetleitner: Uns ist dieser Song sehr wichtig, da er fester Bestandteil des Konzepts ist, welches sich um DECISIONS dreht und die Texte, das Artwork, die Linernotes und die Musik miteinander verbindet. Den Text habe ich geschrieben und gesprochen hat ihn Geert van der Velde (Sänger der Miscreants), der auch zum Song "I Against" Guest-Vocals beigesteuert hat. Die Beats und das Programming stammt aus der Feder (oder besser der Mouse) von Kristian "Kohle" Kohlmannslehner.

Squealer-Rocks.de: Eins muss ich euch gestehen: Eine sinnvolle, euch perfekt beschreibende Genrebezeichnung ist mir (selbst nach reiflicher Überlegung) nicht eingefallen, weswegen ich einige Hauptbestandteile herausgefiltert habe (Metal-/Emocore / Punk Hardcore). Hast du eine Eigenkreation parat, unter der ihr zukünftig rezensiert werden wollt (lacht)?

Chris Zehetleitner: Uns wird zwar immer wieder ein gewisser Metal-Einfluss angedichtet, den kann ich aber beim besten Willen nicht hören / nachvollziehen. Für uns eine passende Genre-Bezeichnung zu finden ist in der Tat schwierig, was ich jedoch als eine Stärke von The Blackout Argument sehe. Wir können aber mit "melodischer Hardcore" oder "Hardcore-Rock" sehr gut Leben, ist halt wichtig für Flyer und so'n Zeug (grinst).

Squealer-Rocks.de: Mit dem von Dir bereits erwähnten Geert van der Velde (Ex-Shail Hulud, Miscreants), Byron Davis (God Forbid) und Benni Buss (Flowing Tears) durften sich drei namhafte Gastsänger auf "Decisions" verewigen. Wie kam diese Kooperation zustande?

Chris Zehetleitner: Der Kontakt zu Geert bestand schon einige Zeit, da ich ihn ja von den Miscreants und der Zusammenarbeit mit meinem Label Let it Burn Records her kannte. Den Kontakt zu Byron und Benni hat uns Melanie, eine Freundin, vermittelt wofür wir ihr auch sehr dankbar sind. Die Zusammenarbeit war zwar nicht so ganz leicht, da das Ganze online verlief, aber das Ergebnis ist cool, besonders Benni konnte einiges zum Album beitragen!

Squealer-Rocks.de: Da ihr mit The Blackout Argument noch am Anfang einer hoffentlich langen Karriere steht, passt diese Frage sehr gut. Und zwar habe ich mich in meinem letzten Interview mit Bruno Spring von The Order über den übersättigten Musikmarkt, in dem wahre Qualität gerne mal untergeht, unterhalten. Wie beurteilst du diesen Markt aus euerer "Newcomer-Sicht"? Wie schwer ist es, um aus diesem Veröffentlichungsmeer an das Ufer der Beachtung zu gelangen?

Chris Zehetleitner: Das ist in der Tat ein spannendes Thema, über das ich mir auch persönlich viele Gedanken mache, da ich mit Let It Burn Records ja nebenher noch ein kleines Indie-Label betreibe. Ich denke, dass der Markt besonders im Bereich Metalcore überlaufen ist. Der Trend hält nun schon drei bis vier Jahre an, inzwischen haben sich jedoch ein paar Bands herauskristallisiert, die nach wie vor erfolgreich sind, angeführt natürlich von den großen Namen aus den USA. Dann gibt es ein schmales Mittelfeld, das so vor sich hindümpelt, über ihren aktuellen Status jedoch nicht mehr hinauskommen werden. Der größte Teil besteht jedoch aus kleinen, noch eher unbekannten Bands die im Punkte Qualität zum Teil leicht mit den "Großen" des Genres mithalten könnten, jedoch einfach keinen Fuß fassen können. Wenn man auf diesem Markt noch eine neue Band pushen will, zählt weniger die Qualität der Musik, sondern mehr die Aggressivität des Marketings. The Sorrow sind hierfür ein gutes Beispiel. Nicht dass die Jungs schlecht sind in dem was sie tun, ganz und gar nicht, aber die Marketing-/Promo-Kampagne, die ihr Label für das Debütalbum gestartet hat, war einfach BRUTAL! Nur so scheint es heutzutage noch zu funktionieren, was, besonders für junge talentierte Bands, die KEIN großes Label im Rücken haben, wirklich schade ist. Vor allem auch, weil diese Situation oft dazu führt, dass sich diese Bands versuchen stilistisch anzubiedern, anstatt einfach das zu tun, worauf sie Lust haben. Ich denke, da liegt auch der Schlüssel zu einem qualitativ hochwertigen Album: Es muss authentisch sein. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Band 100%ig hinter dem steht was sie tut, dann reißt mich ihre Musik auch leichter mit. Das ist für mich die "Qualität", die ich leider bei vielen Bands heutzutage vermisse.

Squealer-Rocks.de: Wie sieht jetzt, da das Debüt auf die Massen losgelassen wurde, euer weiterer Fahrplan in der nahen Zukunft aus? Spielt ihr mit dem Gedanken der Welt alsbald den Stempel namens "The Blackout Argument" aufzudrücken?

Chris Zehetleitner: Genauso werden wir's machen (lacht). Natürlich werden wir bis Ende des Jahres noch eine Menge Shows spielen um DECISIONS zu supporten. Ich denke, wir werden wohl in jeder Region in Deutschland mal vorbei schauen.

Squealer-Rocks.de: Entfernen wir uns mal etwas von der Musik. Und wenn ich es schon mal mit Münchnern zu tun habe: Bayern oder 1860? - wehe du sagst was Falsches (lacht).

Chris Zehetleitner: So weit ich weiß sind wir eine der wenigen Bands, die keine fanatischen Fußballfans in ihren Reihen hat. Aber wenn ich wählen MÜSSTE, dann selbstverständlich 1860!

Squealer-Rocks.de: Das war's dann auch schon. Ich hoffe, wir sehen uns mal bei einem euerer Konzerte. Die letzten Worte gehören Dir!

Chris Zehetleitner: Vielen Dank für das Interview und den Support. Jeder ist herzlich eingeladen unsere MySpace-Seite auszuchecken, da kann man das ganze Album als Stream anhören und findet ne menge anderer witziger und unnützer Sachen.


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Metal News

Germany
Date: 2007-09-09

Vor nicht mal fünf Monaten hatten wir Chris Z von der aufstrebenden melodic Hardcore-Kombo THE BLACKOUT ARGUMENT schon einmal auf der Metalnews-Interview-Couch; damals zur ihrer gerade re-releasten Doppel-MCD „Munich Valor“/“Munich Angst“. Jetzt steht bereits das erste Full-Length „Decisions“ mit neuem Label im Rücken auf der Matte und so baten wir den Gitarristen, nochmals Rede und Antwort zu stehen...


Hell-O, Chris! Alles klar bei Dir? „Decisions“ ist ja vor Kurzem erschienen – wie ist die Stimmung im TBA-Lager?

Super, wir sind alle sehr euphorisch was das Release angeht, schließlich haben wir lange drauf gewartet, dass es endlich erscheint.


Zuerst mal eine Frage zu Thema Sinan, Eurem Sänger – was ist denn da passiert? Still und heimlich hat sich da ein neues Gesicht eingeschlichen...?

Stimmt, Sinan ist nicht mehr bei uns. Der neue Mann an den Vocals heisst Raphael. Wir haben bisher 5 Shows mit ihm gespielt und es hätte nicht besser laufen können. Auch die Feuerprobe, die Releaseparty in München vor all unseren Die-Hard-Fans war ein voller Erfolg. Wir haben tonnenweise positives Feedback auf Raphael bekommen, sowohl stimmlich, als auch von seiner Live-Präsenz.


Wie läuft das nun mit den Texten? Die sind ja doch so etwas wie Euer Markenzeichen und ich vermute mal stark, dass die auf Sinans Mist gewachsen sind...?

Nein, da wird sich nicht allzuviel ändern. Erstens weil ich bisher die Hälfte der Texte geschrieben habe und zweitens weil Raphael ein ähnliches Verständnis / eine ähnliche Herangehensweise hat, sich lyrisch auszudrücken. Ich freue mich drauf mit ihm Songs & Texte zu schreiben, ich denke die nächsten Wochen werden wir damit anfangen.


Bleiben wir beim Thema „Singen“ - ich hatte es, glaube ich damals schon beim Re-Release von „Munich Angst“/“Munich Valor“ angesprochen... der [meiner Meinung nach nicht sonderlich gekonnte] cleane Gesang oder zumindest so, wie er hier dargeboten wird, steht Euch überhaupt nicht zu Gesicht – Eure Stärken liegen wo anders; nämlich dabei, richtig [melodischen] Krawall zu veranstalten. Warum habt Ihr denn nicht auf mich gehört sondern noch[!] mehr klaren Gesang eingebaut? ;)

Hehehe, wenn wir uns jedes Review so zu Herzen nehmen würden, wie Du uns das gerade vorschlägst, wären wir schon lange mit Schizophrenie in einer geschlossenen Anstalt gelandet! ;-) Genau die Sachen die Redakteur X kritisiert lobt Redakteur Y in den Himmel. Weißt Du, der Trick ist ganz einfach: Wir tun das, worauf wir Lust haben. Der melodische Gesang war seit jeher fester Bestandteil unserer Songs und die Wahl Sinan [und jetzt Raphael] als Sänger zu engagieren, basierte zum großen Teil auf seinen musikalischen Fähigkeiten, besonders auch im cleanen Gesang. Sinan hat eine fantastische Stimme, die wir alle lieben und die genau das widerspiegelt, was wir mit THE BLACKOUT ARGUMENT musikalisch sagen wollen. Bei Raphael verhält es sich genauso, wobei ich zugeben muss, dass seine Stimme noch etwas ausgereifter und „sicherer“ ist als Sinans.
Und jetzt noch eine kleine „Shocking Info“: „Decisions“ wurde fast ein halbes Jahr VOR „Munich Valor“ geschrieben und aufgenommen. Es ist also, streng genommen, nicht unser „musikalischer aktueller Stand“ auch wenn es unser aktuellstes Release ist. Wir selbst sehen das Album jedoch als ebenbürtig mit „Munich Valor“ auch wenn es, wie du richtig erkannt hast, unterm Strich melodischer ausgefallen ist. Es bleibt also spannend wie unser NÄCHSTES Album klingen wird. Du darfst uns natürlich gerne wieder Deine Empfehlungen mitteilen. ;-)


Worauf Du Dich verlassen kannst, mein Lieber! ;-) „My Life In Spoken Words“ hat mich ja gleichermaßen überrascht wie begeistert. Melancholisch, chillig und auch von jemandem gemacht, der gerne mal Lounge-Musik hört, möchte ich meinen. Wer hat denn den Text geschrieben und vor allem gesprochen – klingt für mich nicht nach einem Deutschen, oder ist das ein Sample und Ihr habt dreist geklaut, hehe?

Vielen Dank. Uns ist dieser Song auch sehr wichtig, da er fester Bestandteil des Konzepts ist, welches sich um „Decisions“ dreht und die Texte, das Artwork, die Linernotes und die Musik miteinander verbindet. Den Text habe ich geschrieben und gesprochen hat ihn Geert van der Velde [Sänger der MISCREANTS], der auch zum Song „I Against“ guest vocals beigesteuert hat. Die Beats und das Programming stammt aus der Feder [oder besser der Mouse] von Kristian Kohlmannslehner. Wir hatten zwar schon ein paar Beats / Ideen vorbereitet, Kohle wollte das dann aber noch mal überarbeiten. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.


Fettes Artwork übrigens! Wie kam es denn zur Zusammenarbeit mit Sons Of Nero, die ja vornehmlich für größere Ami-Bands arbeiten bzw. gearbeitet haben – verlangen die nicht ordentlich Asche?

Wir kannten Sons Of Nero schon von einer früheren Zusammenarbeit bezüglich Merch, deshalb war der Kontakt bereits vorhanden. Wir brauchten das Artwork sehr kurzfristig was die Sache natürlich noch mal erschwerte, aber Aaron Marsh mochte die Musik und das Konzept des Albums; also erklärte er sich spontan dazu bereit, das Artwork in wenigen Wochen fertig zu stellen.


Wie sieht es denn für den Rest des Jahres aus bzw. was sind die weiteren Planungen, um „Decisions“ ordentlich zu promoten? Jobs kündigen und einmal rund um den Globus?

Die Frage bezüglich Jobs bekommen wir in letzter Zeit oft gestellt in Interviews. Die Band entwickelt sich sehr schnell und ist schon lange über den Level eines reinen Hobbies, das man mal eben am Wochenende „betreibt“ hinausgewachsen. Trotzdem wäre es einfach nur dumm, ins Blaue hinein unsere Jobs zu kündigen und alles auf eine Karte zu setzen. So was geht in der Regel immer nach hinten los. Wir werden wie bisher weitermachen und freuen uns über jede neue Stufe, die die Band erreicht. Sollten wir irgendwann mal an den Punkt kommen, wo es tatsächlich Sinn macht, sich über „die Band als Beruf“ Gedanken zu machen, können wir das immer noch abwägen.
Bis Ende des Jahres werden wir natürlich noch eine Menge Shows spielen, darunter auch einige der NEVER SAY DIE FESTIVALS mit COMEBACK KID, PARKWAY DRIVE und THIS IS HELL..


Well, Chris! Das war's schon wieder! Ich danke für Deine Zeit und das Interview! Die letzten Worte sind die Deinen! :)

Vielen Dank für das Interview. Checkt unser MySpace aus, da kann man sich das ganze Album als Stream anhören, genau das richtige für alle, die sich selbst ein Bild machen wollen was es mit „Decisions“ auf sich hat ;-)


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Partyausfall

Germany
Date: 2007-08-05

partyausfall.de: Könntet ihr euch zuerst einmal kurz vorstellen und die Positionen in der Band beschreiben?


Chris: Hey, Chris hier, ich spiele Gitarre bei The Blackout Argument. Neben mir auf der Bühne stehen Philip (Drums), Sascha (Bass), Raphael (Vocals) und Chris18 (Gitarre). Wir sind coole Dudes, irre witzig und sehen fantastisch aus. Mehr gibt's nicht zu sagen ;-)


partyausfall.de: Die einzelnen Bandmitlieder sind ja keine unbeschriebenen Blätter mehr in der Musikszene. In welchen Formationen habt Ihr vorher gelärmt? Wie habt ihr zusammengefunden und was unterscheidet The Blackout Argument von Euren vorherigen Combos?


Chris: Ich hab vor Blackout Argument bei Paint The Town Red gespielt, Philip bei Flyswatter, Sascha bei den Squovilles und Mathilde, etc.. Jeder von uns hat mit Blackout Argument musikalisches Neuland betreten, für mich war es die erste Band mit melodischen Gesang, für Sascha und Philip wohl die erste "härtere" Band etc.. Wir haben glücklicherweise eine musikalische Mitte gefunden die uns alle happy macht.


partyausfall.de: Was macht "The Blackout Argument" als Band aus, worin liegen eure Stärken?


Chris: Ich denke unsere grosse Stärke ist, dass wir das tun worauf wir Lust haben und uns nicht in irgendwelche Schubladen zwängen lassen. Uns ist vollstens bewusst dass wir keine "Muster-Hardcore-Band" sind. Genausowenig entsprechen wir dem Klischee einer Emo-/Screamo-Band mit schwarzen engen Hosen, geschminkten Augen und Popper-Frisur. Metalheads sind wir sowieso nicht. Dennoch schaffen wir es mit unserer Musik eine große Bandbreite an Kids aus verschiedenen Genres anzusprechen. Das ist eine tolle Position für uns und wir genießen das sehr. Abgesehen von unserem breitgefächerten Publikum das wir ansprechen, liegt eine weitere Stärke ohne Zweifel in unserem Ehrgeiz. Jeder von uns investiert eine Menge Zeit und Grips in die Band, sei es beim Songwriting, Recording, Texte verfassen, Booking, Webseite, Artworks etc.. Wir ziehen alle an einem Strang und haben ähnlich konkrete Vorstellungen was wir wollen.


partyausfall.de: Nach zwei EPs erscheint am 10. September Eure
erste Full-Length mit dem Titel "Decisions" auf Lifeforce Records. Was erwartet den Hörer, auch im Vergleich zu den beiden bisher erschienen EPs "Munich Angst" und "Munich Valor"?


Chris: Ich denke dass "Decisions" ziemlich abwechlsungsreich ausgefallen ist. Wir haben einige Songs drauf die eher untypisch sind für eine Hardcore Band, aber auch der Rest der Songs ist ziemlich breit gefächert. Wir haben eher ruhigere, sehr melodische Tracks und kurze schnelle Songs, komplett ohne Gesangspart. Ich denke "Decisions" ist eine gute Mischung aus unseren beiden vorangegangenen EPs "Munich Angst" und "Munich Valor" plus eine Portion Weiterentwicklung. "Munich Angst" war sehr melodisch, "Munich Valor" verhältnismäßig heavy.


partyausfall.de: Wenn man Euren Sound hört würde man es sich zu einfach machen Euch schnell in eine Schublade zu zwängen. Ich höre sowohl klassische Hardcore-Zitate, Metalparts ne ordentliche Prise Rock und gar Trip Hop Elemente heraus. Wie würdet Ihr Eure Musik als Band selbst einordnen und welche Bands beeinflussen Euch? Welche CDs rotieren aktuell privat in Eurer Stereoanlage?


Chris: Ich sehe The Blackout Argument einfach als Hardcore-Band. Die Live-Energie, die Art Songs zu schreiben, aus dem Bauch heraus, und auch die Art sie zu spielen, ohne viel Schnörkeleien, einfach auf den Punkt. Natürlich haben wir diese rockige/melodische Komponente, wobei ich finde dass sich das super in die Hardcore-Songs einfügt. Einen Metal-/Metalcore-Einfluss sehe ich bei Blackout Argument eigentlich nicht, obwohl uns das oft nachgesagt wird. Abgesehen von einer klaren und druckvollen Produktion haben wir mit Bands wie KILLSWITCH ENGAGE, UNEARTH, AS I LAY DYING oder BLEEDING THROUGH nichts gemeinsam. Die Wurzeln unserer Songs liegen im Hardcore der 90er Jahre. Bands wie SNAPCASE, STRIFE, UNBROKEN, TRIAL und OUTSPOKEN haben unser Songwriting stark geprägt, wenn man von der melodischen Komponente einmal absieht. Deshalb denke ich, dass eine Beschreibung wie "melodischer Hardcore" wesentlich besser zu uns passt als "Metalcore". Privat hören wir alles mögliche, wobei es natürlich schwer zu sagen ist, in wie weit das in unsere Songs mit einfliesst. Ich selbst höre zu Hause nicht mehr allzuviel Hardcore, Punk oder Metal sondern viel Hip Hop, Country, Singer-Songwriter Zeug und auch 80s Pop, Hardrock oder Ähnliches. So lange ein Song gut gemacht ist und in meinen Ohren authentisch klingt, kann ich damit was anfangen. Meine derzeitige Top5 an Alben ist: EVERGREEN TERRACE "Wolfbiker", TIMBALAND "Shockvalue", ROXETTE "Best Of", NODES OF RANVIER "Defined By Struggle" und der "Prisonbreak"-Song von AZAD.


partyausfall.de: Auf dem Album gibt es auch Gastauftritte von Geert von der Velde (Ex Shai Hulud), Byron Davis (God Forbid) sowie Benni Bus (Flowing Tears). Was gibt es dazu zu erzählen?


Chris: Der Kontakt zu Geert bestand schon einige Zeit da ich ihn ja von den MISCREANTS und der Zusammenarbeit mit meinem Label Let it Burn Records her kannte. Den Kontakt zu Byron und Benni hat uns Melanie, eine Freundin, vermittelt wofür wir ihr auch sehr dankbar sind. Die Zusammenarbeit war zwar nicht so ganz leicht da das Ganze online verlief aber das Ergebnis ist cool, besonders Benni konnte einiges zum Album beitragen!


partyausfall.de: Für das Coverartwork zeichnet sich Aaron Marsh / Sons Of Nero verantwortlich, der ja bereits für Full Blown Chaos oder Job For A Cowboy tätig war. Wie kam der Kontakt zustande?


Chris: Wir hatten uns bereits in der Vergangenheit ein T-Shirt Design von Sons of Nero anfertigen lassen und waren seitdem in Kontakt. Aaron mochte unsere Musik und hatte Bock das Artwork zu übernehmen, auch wenns sehr kurzfristig war. Wir sind absolut glücklich mit dem Ergebnis, sein Frank Miller Comic Style spiegelt genau die Thematik des Albums wieder.


partyausfall.de: Welche Themen werden inhaltlich auf dem Album in den Texten behandelt? Wie wichtig ist Euch eine klare (ggf. politische) Aussage in den Texten? Engagiert ihr Euch beispielsweise für Organisationen etc.?


Chris: The Blackout Argument ist keine politische Band, zumindest tragen wir das nicht in unseren Texten nach außen. Ich bin sehr kritisch politischen Texten gegenüber, die meisten tendieren dazu platt und pathetisch zu wirken, da der "Rahmen" den einem ein Songtext gibt oftmals nicht ausreicht um ein komplexes politisches Thema wie beispielsweise den Nahost-Konflikt ausreichend transparent zu durchleuchten und den eigenen Standpunkt darzustellen. Oftmals artet das dann in stumpfe Parolen aus, die zwar in der Punk/Hardcore-Community ein gewisses links-politisches "Wir-Gefühl" stärken (was auch durchaus seine Berechtigung hat), jedoch nur wenig neue Perspektiven oder Diskussionen eröffnen. Unsere Texte handeln von persönlichen Erfahrungen, Dingen die jedem von uns im täglichen Leben passieren können, die uns beschäftigen, mitreissen oder im schlimmsten Fall zerstören. Auf "Decisions" handeln die Texte insbesondere davon, Entscheidungen zu fällen und mit den Konsequenzen zu leben. Wir sind ständig gezwungen Entscheidungen zu fällen. Einige davon sind Routine und zunächst nicht weiter von Bedeutung, andere haben sehr weitreichende Konsequenzen. Jedoch egal welche Entscheidungen wir treffen, sie verändern unser Leben. Jede Entscheidung bringt Konsequenzen mit sich, mit denen wir Leben müssen und die ihrerseits wieder neue Entscheidungen fordern. Es gibt kein "richtig" und "falsch", es gibt nur Optionen, unterschiedliche Wege die wir einschlagen können und die uns an neue Orte bringen.


partyausfall.de: Was steht in der nächsten Zukunft an? Werdet Ihr Touren, irgendwelche anderen Projekte geplant?


Chris: Wir werden im Oktober / November touren, um das neue Album so vielen Leuten wie möglich vorzustellen. Natürlich wird es auch eine Menge Einzel- und Wochenend-Shows geben. Am 01.09. ist unsere Album-Releaseparty in München / Backstage zusammen mit ESTATE und BLANK PROMISE. Ansonsten starten wir demänchst mit dem Songwriting für unser nächstes Album. Klingt vielleicht etwas verfrüht, da ja "Decisions" im September erst rauskommt, aber je mehr Songs wir haben und je mehr Zeit diese reifen können, umso besser wird das nächste Album ;-)


partyausfall.de: Vielen Dank, Chris, für Deine Zeit!


Chris: Und ich danke für das Interview!!


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Fuze

Germany
Date: 2007-08-01

For the record: Wer zählt alles zu TBOA, was macht ihr privat / beruflich? Ihr seid auch abseits der Band musikalisch unterwegs (Label, Booking, Recording usw.), kannst Du dazu ein paar Sachen erzählen?

Chris: The Blackout Argument sind Chris18 (Gitarre), Philip (Drums), Raphael (Vocals), Sascha (Bass) und ich, Chris Z (Gitarre). Natürlich haben wir neben der Band noch andere Aktivitäten / Jobs, wobei TBOA schon immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Philip hat mit Suiseidl Recordings ein Tonstudio am laufen, Sascha ist freier Programmierer und fängt im Oktober mit seinem Elektrotechnik-Studium an, Chris18 ist DVD-/Blueray-Operator, Raphael arbeitet als Erzieher und ich betreibe Let it Burn Records. Außerdem habe ich vor einigen Wochen mit meiner Doktorarbeit über das amerikanische Gewaltverständnis und dessen Reflektion im modernen Horrorfilm angefangen.


Wie siehst Du eure Entwicklung, von der ersten EP über die beiden Bastardized EPs bis hin zum ersten Album auf Lifeforce? Wie kam der Kontakt zustande? Bemerkenswert scheint der Umbruch bei Lifeforce zu sein, weg vom reinen Metal(-core)-Label. Inwiefern werdet Ihr unterstützt, was macht Ihr selbst?


Chris: Der Kontakt zu Lifeforce bestand bereits seit Anfang an. Wir hatten Stefan (Lifeforce CEO) unser erstes Demo geschickt und er fand es richtig gut, so dass wir seitdem in Kontakt geblieben sind. Wir wollten mit TBOA allerdings einen Schritt nach dem anderen machen und so entschieden wir uns dazu, zuerst eine EP auf einem kleineren Label („Munich Angst“ auf Engineer Records) herauszubringen. Uns war es wichtig, jede Entwicklungsstufe der Band bewusst zu erleben und nicht von Heute auf Morgen mit einem Album auf Lifeforce da zu stehen. Nach einem Jahr haben wir dann Stefan unsere aktuellen Songs geschickt und sind mit ihm in konkrete Verhandlungen getreten. Der Deal war bereits Ende 2006 unter Dach und Fach. Da Lifeforce allerdings einen sehr tighten Release-Plan haben, wurde unser Debut-Album für September 2007 angesetzt. Um die Zeit bis dahin zu „überbrücken“ entschieden wir uns dazu eine weitere EP („Munich Valor“) auf Bastardized Recordings rauszubringen, die zudem gleichzeitig unsere zu diesem Zeitpunkt ausverkaufte „Munich Angst“ EP neu veröffentlichten.

Du hast Recht, die Entwicklung von Lifeforce Records ist sehr interessant. Das Label ist mit klassischen europäischen Metalcore groß geworden. Bands wie Caliban, Heaven Shall Burn und Cataract haben das Image und die Arbeitsweise von Lifeforce stark geprägt. Stefan und seine Mannen haben sich allerdings schon vor längerer Zeit dazu entschlossen vom reinen Metal-/Core Image weg zu kommen und auch Bands anderer Stilrichtungen zu signen. Natürlich genießen wir mit TBOA nach wie vor eine gewisse Sonderstellung auf Lifeforce, aber mit Hand to Hand oder Last Winter hat Stefan einige Bands im Programm die, ähnlich wie wir, wenig bis gar keine Metal-Einflüsse in ihren Songs haben.
Was die Zusammenarbeit betrifft sind wir sehr zufrieden. Wir machen nach wie vor sehr viel selbst und sind froh dass uns Lifeforce da so große Freiheiten einräumen. In den Bereichen Promotion, Vertrieb, etc. reden wir Stefan natürlich nicht rein, davon hat er viel mehr Ahnung als wir.


Wie liefen die Aufnahmen zu „Decisions“ ab? Was hältst du von den heutigen digitalen Möglichkeiten, jugendlichen Garagenbands einen stadiontauglichen Sound zu verpassen, ohne dass dieser ihrer Bühnenerfahrung oder technischen Fertigkeiten entspricht?


Chris: Wir haben das Glück, dass unser Drummer Philip sehr gutes Recording-Equipment besitzt und über die Jahre auch ein enormes Know-How angehäuft hat. „Decisions“ haben wir komplett bei ihm eingespielt, es dann aber zum Mixen und Mastern aus der Hand gegeben, da Philip das bereits bei „Munich Angst“ und „Munich Valor“ übernommen hatte und wir für das Album einen anderen, neuen Sound haben wollten. Wir haben uns letztendlich für Kristian Kohlmannslehner / Kohlekeller Studios entschieden, weil wir alle Fans seiner extrem wuchtigen und druckvollen Aufnahmen waren. Im digitalen Zeitalter ist es, rein technisch gesehen, glücklicherweise gar kein Problem in Studio A aufzunehmen und in Studio B zu mischen.
Du hast recht, Digital Recording eröffnet eigentlich jeder Band die Möglichkeit eine extrem dicke Produktion aufzufahren aber der Teufel steckt im Detail. Oftmals sind diese DIY-Aufnahmen hoffnungslos überladen weil viele Bands denken „Je mehr Spuren desto fetter“ was kompletter Bullshit ist. Wir achten sehr darauf, dass wir die Songs die wir im Studio aufnehmen auch live mit der gleichen Energie und dem selben Druck umsetzen können, alles andere ist meiner Meinung nach auch idiotisch.


Wie habt Ihr die Songs geschrieben? Stand alles schon beim Entern der Studios?

Chris: Die Songs sind alle im Vorfeld entstanden, wobei wir im Studio noch einige Sachen umgestellt bzw. neu arrangiert haben. Oftmals merkt man erst wenn ein Song aufgenommen ist, dass bestimmte Parts einfach nicht zusammenpassen oder im Songkontext auf einmal ihre Wirkung verlieren. Das Songwriting selbst geht bei uns immer recht zügig. Jemand kommt mit einer Grund-Idee / einigen Riffs an und baut das ganze dann mit dem Rest der Band zu einem kompletten Song der meist am Ende einer Bandprobe steht. Die Texte / Gesangsmelodien entstehen in den meisten Fällen danach, wenn das Instrumental bereits geschrieben ist. Auf „Decisions“ sind allerdings auch 2-3 Songs die direkt im Studio entstanden sind.


Du kommst aus der HC-Ecke, hast bei PAINT THE TOWN RED gespielt und betreibst dein eigenes Label. Wie beurteilst Du die Entwicklungen der letzten Jahre, musikalisch, bei den Leuten und dem ganzen Drumherum? Wie stehst Du zu dem Thema Internet und Punkrock / HC?


Chris: Stimmt ich bin quasi mit Hardcore groß geworden und die Hardcore-Ethik (sofern man heute überhaupt noch davon sprechen kann) hat mein Verständnis vom Musik machen und Musik veröffentlichen stark geprägt. Ich bin 1994 mit der Hardcore-Szene in Berührung gekommen und seitdem hat sich diese Subkultur ständig verändert. Neben kleineren Auswüchsen wie religiösen Einflüssen (zuerst die Krishnas, später die Christen im großen Stil) war wohl vor allem die Verschmelzung von Hardcore mit Metal für die Hardcore-Szene extrem prägend. Sowohl musikalisch hat sich das ganze seitdem in ganz neue Richtungen bewegt, aber vor allem auch inhaltlich. Füher waren Texte und Musik bei Hardcore-Bands in etwa gleich gewichtet. Egal worüber die Bands sangen, es waren Dinge die ihnen wichtig waren und die sie mitteilen wollten. Heute sind Texte in 90% der Fälle nur noch Beiwerk, leere Wort-Phrasen die so enthusiastisch und extrem wie möglich in ein Mikro gekeift werden. Ich will niemandem einen Vorwurf machen, aber diese Inhaltlosigkeit nervt mich bei einigen Bands schon gewaltig. Hardcore (und auch jede andere Form härterer Rockmusik) ist so ausdrucksstark, so energetisch, dass es einfach nur Schade ist dieses Potential nicht zu nutzen um Inhalte zu transportieren.
Eine andere Entwicklung die nicht von der hand zu Weisen ist, ist die voranschreitende Kommerzialisierung von Hardcore, oder sagen wir mal „harter Musik“. Bands bei denen früher jeder schreiend davon gelaufen wäre verkaufen heute Hundertausende Platten und werden in Discos gespielt. Das ganze muss man aber differenziert betrachten, da ich in dieser Entwicklung nicht nur Nachteile sehe. Es gibt durchaus authentische und glaubwürdige Bands die 100%ig hinter dem stehen was sie tun und dennoch kommerziell erfolgreich sind. Oftmals sind das Bands die einen langen und harten Weg hinter sich haben. Meiner Meinung nach spricht rein gar nichts dagegen wenn diese Bands kommerziellen Erfolg haben, ganz im Gegenteil. Sie sind eine Bereicherung für die Musikwelt und mir 1000x lieber als das meiste Pop/Dance-Gedöns womit wir tagein tagaus beschallt werden.
Trotzdem sehe ich einen großen Unterschied zwischen Bands wie Bullet For My Valentine, die quasi aus dem Nichts gekommen sind, außer langen Haaren und extrem schlechten Tattoos nichts vorzuweisen haben, dennoch aber Gold- und Platin-Alben einsacken, und Bands wie Boy Sets Fire, die sich jahrelang den Arsch aufgerissen haben und sich ihren Erfolg (gemessen an BFMV natürlich kaum erwähnenswert) mehr als verdient haben.


Wie lief die Abschiedstour mit BOY SETS FIRE? Hattet Ihr vorher schon engeren Kontakt zu BSF? Wie siehst Du deren musikalische Entwicklung über die Jahre?


Chris: Witzig dass du ausgerechnet jetzt danach fragst, wo ich die Band eben erwähnt hatte hahaha. Die Tour war grandios, wir hatten die beste Zeit und als Band hat uns das ganze einen großen Schritt weiter gebracht. Ich kannte Robert, den Bassisten von BSF, bereits einige Jahre da er ja ursprünglich aus München kommt. Er hat auf unserer „Munich Valor“ EP den Bass eingespielt da Sascha, unser eigener Bassist, zu dieser Zeit in Austrailien war. So hat Robert die Musik und die anderen Members von TBOA kennengelernt. Einige Wochen später fragte er uns dann ob wir nicht Lust hätten Boy Sets Fire auf ihrer Abschiedstour zu begleiten. Wir haben natürlich keine Sekunde gezögert und sofort zugesagt.
Ich finde die musikalische Entwicklung von Boy Sets Fire nachvollziehbar. Jede Veröffentlichung klingt anders, ich sehe bzw. höre jedoch einen roten Faden der sich seit „The Day The Sun Went Out“ durch alle Releases zieht. Selbst das eher unbeliebte Major-Album „Tomorrow Come Today“ passt irgendwie in diese Entwicklung wobei ihr letztes Album „Misery Index: Notes from the plague years“ definitiv stärker ist.


Was hörst Du privat? 5 Platten und 5 Filme für die Insel?

Chris: Jedes mal wieder eine toughe Frage hahaha. Ich muss das ein wenig aufsplitten:
AKTUELLE TOP5 MUSIK:
-EVERGREEN TERRACE „Wolfbiker“
-TIMBALAND „Shockvalue“
-NODES OF RANVIER „Defined By Struggle“
-RITUAL “Wolves”
-BAD RELIGION “New Maps of Hell”
ALLTIME TOP5 MUSIK (eine Auswahl):
-LIFE OF AGONY “River Runs Red”
-THERAPY? “Troublegum”
-BAD RELIGION “No Control”
-STRIFE “One Truth”
-TYPE O NEGATIVE “Bloody Kisses”
ALLTIME TOP5 FILME (eine Auswahl):
-GEORGE A. ROMERO “Day Of the Dead”
-ROB ZOMBIE “House of the 1000 Corpses”
-STEVEN SPIELBERG “Indiana Jones 1-3”
-GEORGE LUCAS “Star Wars IV-VI”
-S. KUBRICK “Shining”


Ihr habt mit so unterschiedlichen Bands gespielt wie BOYSETSFIRE, MISERY SIGNALS oder KURHAUS, in großen Hallen und in kleinen Clubs. Wo sind die Unterschiede, was mögt ihr lieber?

Chris: Stimmt, wir haben echt eine Menge extrem unterschiedlicher Shows gespielt, sehen darin aber eine unserer Stärken. Die Reaktionen waren immer gut, und wir haben es jedes mal geschafft die Leute zu begeistern oder zumindest die Aufmerksamkeit für eine halbe Stunde aufrecht zu erhalten. Ich kann gar nicht genau sagen was ich lieber mag. Natürlich ist es ein irres Gefühl auf eine Bühne zu gehen und zu wissen dass einem 2.500 Leute zuhören. Auf der anderen Seite kann eine kleine Club-Show mit befreundeten Bands und 70 Besuchern ein genauso intensives Erlebnis sein. Vielleicht sprechen mich die großen Shows mehr als „Musiker“ an und die kleineren eher als „Musik-Fan“.


Ihr habt viele verschiedene musikalische Einflüsse. In welche Schublade würdest Du TBOA einsortieren?

Chris: Eine beliebte Interviewfrage. Ich antworte immer, dass ich es sehr genieße wenn die Leute Schwierigkeiten damit haben uns in eine ihrer Schubladen zu zwängen. Unterm Strich sehe ich TBOA aber als Hardcore-Band, insbesondere in anbetracht der Tatsache, dass „Hardcore“ weniger ein klar definiertes Musik-Genre ist, sondern vielmehr Auskunft über die Arbeitsweise und das Selbstverständnis einer Band gibt. Als musikalische Beschreibung auf Showflyern, etc. läuft es dann meistens auf „Melodischer Hardcore“ oder „Hardcore-Rock“ raus, zwei Betitelungen mit denen wir leben können.


Wie läuft das mit Punkrock, DIY-Ethik und Szene in Bayern und einer Stadt wie München? Gibt es regionale Unterschiede, z.B. im Vergleich zur Kölner Gegend oder zur Hauptstadt?

Chris: München hat eine sehr alte DIY-/Punk-Tradition. Seit Anfang der 80er Jahre gibt es in München Punk/Hardcore Bands die versuchen ihr eigenes Ding durchzuziehen und meines Wissens war dafür auch immer ein Publikum sowie eine Community die das ganze trägt vorhanden. Die Szene in München ist nicht groß, nach meinem empfinden ist sie aber weniger kurzlebig als beispielsweise in Köln oder dem Ruhrpott, wo mit den vielen Trends die kommen und gehen oftmals auch die Kids wieder verschwinden und viele neue kommen. Wie in jeder anderen größeren Stadt gibt es bei uns eine Menge Shows, Bands, Fanzines, Distros, Labels, etc. das ganze ist also in Bewegung auch wenn man außerhalb Bayerns vielleicht nicht allzuviel davon mitbekommt.


„Decisions“ ist eine Art Konzeptalbum. Kannst Du darüber etwas erzählen? Warum genau diese Thematik? Wie kam es zum Coverdesign?


Chris: Das Konzept das „Decisions“ zugrunde liegt und sich durch die Texte, die Linernotes, das Artwork, den Spoken-Word-Track und auch die Musik zieht, handelt davon Entscheidungen zu treffen und mit den draus resultierenden Konsequenzen zu leben. Jeden Tag werden wir ermutigt oder gezwungen uns für oder gegen etwas zu entscheiden. Viele dieser Entscheidungen sind nicht weiter von belang, manche davon aber um so mehr. Es gibt sehr weitreichende Entscheidungen die unser Dasein grundlegend verändern, uns einen komplett neuen Weg einschlagen lassen oder unser Leben im schlimmsten Fall vollständig verwüsten. Die Art und Weise wie wir Entscheidungen fällen und unsere Bereitschaft mit der neuen Situation umzugehen sagt viel über uns Menschen aus und definiert einen großteil unseres Charakters.

Das Artwork stammt aus der Feder von Aaron Marsh von Sons of Nero. Im Endeffekt sind es 2 Cover-Artworks, wobei das eine die Situation vor der „Entscheidung“ darstellt und das andere ein Bild nach der „Entscheidung“ zeigt. Der dunkle Frank Miller mäßige Comic-Stil fügt sich perfekt in das Konzept ein. Wir sind sehr glücklich mit der Aarons Arbeit.


Wie läuft es bei Euch mit Band und Studium / Beruf jetzt weiter? Wie weit wollt Ihr gehen und die Band voran treiben? Was denkst Du darüber, mit Musik professionell seinen Lebensunterhalt zu verdienen?


Chris: Witzigerweise haben wir die letzten Tage desöfteren genau über diese Sache gesprochen. Es ist in der Tat so, dass sich für The Blackout Argument in den letzten 1,5 Jahren alles sehr schnell entwickelt hat. Aber trotz der rasanten Geschwindigkeit haben wir diese Entwicklung sehr bewusst erlebt und sind immer auf dem Teppich geblieben. Uns war / ist es wichtig, jeden einzelnen Schritt zu genießen und uns auch über Kleinigkeiten zu freuen. Natürlich ist ein Deal mit einem Label wie Lifeforce oder eine Tour mit Boy Sets Fire eine absolut großartige Sache aber die bereits erwähnte Clubshow vor 70 Leuten bei der jeder 100%ig bei der Sache ist, kann einem genau das gleiche „Erfolgsgefühl“ geben.
Wir haben auch über The Blackout Argument als Fulltime-Band geredet und festgestellt, dass bei jedem von uns eine Bereitschaft da wäre es für ein paar Jahre voll durchzuziehen. Allerdings wäre es extrem naiv einfach ins Blaue hinein unsere Jobs, Studium, etc. aufzugeben und dann drauf zu hoffen dass es klappt. Wir werden einfach weiterhin hart arbeiten und alles in die Band investieren das uns zur Verfügung steht. Sollte es sich für uns weiterhin so gut entwickeln und wir eines Tages tatsächlich vor der Entscheidung stehen ob wir es Vollzeit machen oder nicht, würden wir uns jedoch mit ziemlicher Sicherheit dafür entscheiden. Realistisch betrachtet ist die Chance jedoch, gerade in Europa, nicht besonders hoch. Deshalb laufen unsere Jobs und Studium bzw. Promotion erstmal so weiter wie bisher.


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Legacy

Germany
Date: 2007-08-01

1. Zu Beginn das übliche: Stell bitte kurz die Band vor, wer spielt was und, vor allem, wie kam es zur Gründung von THE BLACKOUT ARGUMENT?


Chris: The Blackout Argument sind Sascha (Bass), Philip (Drums), Raphael (Gesang), Chris18 (Gitarre) und ich, Chris Z (ebenfalls Gitarre). Wir haben Ende 2005 angefangen zusammen zu proben und im März 2006 unsere erste Show gespielt. Ab da ging alles ziemlich schnell. Es folgte eine endlose Zahl an Auftritten im In- und Ausland, die Veröffentlichung unserer Debut-EP „Munich Angst“ auf Engineer Records welche im April 2006 von Bastardized Recordings wiederveröffentlicht wurde. Zeitgleich erschien ebenfalls auf Bastardized Recordings eine weitere, neue EP mit dem Titel „Munich Valor“. Im Mai folgte dann eine Tour als Support von BOY SETS FIRE und im September werden wir unser erstes Album auf Lifeforce Records, unserem neuen Heimathafen, rausbringen.


2. Ihr habt ja alle schon Erfahrungen in mehr oder weniger bekannten Bands verschiedenster Stile gemacht. Worin liegt für Euch der Unterschied zu Euren vorherigen Bands?


Chris: Stimmt, jeder von uns hat bereits vor The Blackout Argument in verschiedenen Bands gespielt wobei meine ex-Band PAINT THE TOWN RED (Join The Team Player / Thorp) und Philips ex-Band FLYSWATTER (Eat the Beat / Roadrunner) wohl die bekanntesten sein dürften. Rein musikalisch ist der Hauptunterschied zu PAINT THE TOWN RED, dass The Blackout Argument auch mit melodischen Gesang arbeiten. Zwar sind einige meiner Songs / Riffs ähnlich aufgebaut wie damals bei PTTR, jedoch wirkt das ganze bei The Blackout Argument wesentlich eingängiger. Ein weiterer großer Unterschied zu PTTR ist, dass wir mit The Blackout Argument viel mehr Zeit in das Songwriting investieren. Mit PTTR haben wir es in 3,5 Jahren gerade mal auf ein Album, eine MCD und eine Split-CD gebracht. Wir waren eigentlich ständig nur auf Tour und hatten, nicht zuletzt aufgrund einer Vielzahl an Line-Up Wechseln, immer Probleme uns musikalisch weiterzuentwickeln. Bei The Blackout Argument haben wir eine gute Balance gefunden zwischen Studio-Arbeit und Live-Präsenz.


3. Schubladen-Frage: Ihr werdet ja ganz gerne mal in die Screamo-Ecke gesteckt. Ich dagegen würde Euch ja eher, vor allem aufgrund der sehr vertrackten und durchdachten Songstrukturen, in einer Reihe mit Bands mit wie Shai Hulud oder Bridge To Solace sehen. Also quasi als „intelligenten Hardcore mit Metaltouch“. Ich geh auch mal davon aus, dass es kein Zufall ist, dass die Sänger beider eben genannter Bands schon Gastauftritte auf Euren Platten hatten. Wo seht Ihr Euch selbst und welche Bands haben Euren Sound maßgeblich beeinflusst?


Chris: Ich finde es nach wie vor sehr cool, dass die meisten Leute Probleme damit haben uns musikalisch zu kategorisieren und in Schubladen zu stecken. Ich sehe das definitiv als eine Stärke der Band und wir hoffen auch, dass wir damit vielleicht ein Stück weit das stark genre-kategorisierte Schubladendenken der Leute demontieren können. Schließlich geht es ja um Musik. Wenn man von den Songs einer Band oder ihrer Live-Show mitgerissen wird, ist es doch vollkommen egal aus welchem musikalischen Genre oder aus welcher Szene die Band kommt.
Ich sehe ziemlich wenig Gemeinsamkeiten mit der Scremo-/Emocore-Szene, die sich meiner Ansicht nach eher über Äußerlichkeiten als über einen bestimmten Sound definiert. Keiner von uns färbt sich die Haare schwarz, trägt enge Röhrenjeans oder schminkt sich die Augen. Ebenso wenig sehe ich The Blackout Argument als Metalcore Band. Wir haben mit Bands wie AS I LAY DYING, CALIBAN oder UNEARTH musikalisch rein gar nichts gemeinsam, außer vielleicht einer wuchtigen, druckvollen Produktion.
Ich denke die Bezeichnung „melodische Hardcore Band“ beschreibt uns am besten. Hauptsächlich weil der Begriff „Hardcore“ musikalisch sehr weitgefasst ist und zusätzlich eine gewisse Arbeits-Ethik und Grundeinstellung beinhaltet. Zwar weckt die Bezeichnung „melodischer Hardcore“ bei den Leuten von IGNITE über STRETCH ARM STRONG bis hin zu EVERGREEN TERRACE ebenfalls gewisse Assoziationen, da sehe ich aber am ehesten noch einige musikalische Parallelen. Konkrete Bands die unseren Sound beeinflusst haben gibt es jedoch nicht direkt. Wir hören alle sehr unterschiedliche Musik aus den verschiedensten Genres und unterm Strich fließt alles irgendwo in unsere Songs ein.
Die Zusammenarbeit mit Zoli (BRIDGE TO SOLACE) und Geert (ex-SHAI HULUD) war jedoch kein Zufall, das hast du richtig erkannt. Wir sind alle große Fans dieser Bands und der Stimmen ihrer Sänger, weswegen wir sie auch gezielt gefragt haben ob sie etwas zu unserem Album bzw. EPs beisteuern wollen.


4. Und gleich weiter: Metalcore ist ja so ne Sache. Man sitzt irgendwie zwischen zwei Stühlen, die HC-Kids können wenig mit Melodien und vertrackten Songs anfangen, während die echten Metaller schon bei der bloßen Erwähnung des Wortes „Core“ die Flucht ergreifen. Was habt Ihr selbst für Erfahrungen mit dieser Diskrepanz gemacht? Und wie sieht es bei Eurem Publikum aus?


Chris: Wir hatten bisher die Möglichkeit sehr unterschiedliche Shows mit extrem unterschiedlichem Publikum (Hardcore-Kids, Emos, Metalheads, jung, alt, etc.) spielen zu können und hatten eigentlich immer das Glück beim Publikum gut anzukommen. Hier greift wieder das was ich oben bereits erwähnt habe: Es geht um Musik. Wenn die Leute es schaffen die Kategorien in ihren Köpfen hinter sich zu lassen und einfach nur die Show & die Musik zu feiern, dann haben wir einen großen Erfolg zu verbuchen.
Was die Diskrepanz zwischen „Metal“ und „Core“ betrifft so gibt es ja doch einige Bands die es schaffen diese Barriere ganz gut einzureissen. Ich denke mal dass Bands wie BLEEDING THROUGH, CATARACT oder MAROON sowohl im Metal- als auch im Hardcore-Lager ganz gut punkten können.


5. Hast Du wahrscheinlich schon 1000 mal beantwortet: Wie kommt es, dass auch „Decisions“, genau wie Eure vorherigen Releases, nicht via Let It Burn erscheint? Und wie kam es zu dem Deal mit Lifeforce?


Chris: Stimmt, die Frage wurde mir Anfangs relativ häufig gestellt. Zwar schmeichelt es mir wenn die Leute Let it Burn Records als ernstzunehmende Konkurrenz zu Lifeforce Records wahr nehmen, realistisch gesehen sind Lifeforce jedoch wesentlich grösser und können viel mehr für ihre Bands tun als mir das mit Let it Burn möglich wäre. Die finanzielle und organisatorsiche Unterstützung oder die Arbeit im Bereich Promotion und Vertrieb ist bei Lifeforce so gut wie bei fast keinem anderen europäischen Independent-Label. Wir sind jedenfalls sehr zufrieden mit der bisherigen Zusammenarbeit und sehen wie The Blackout Argument unter den Fittichen von Stefan, Arne und Co. noch gewaltig wachsen können.


6. Wie seht Ihr „Decisions“ selbst im Vergleich zu Euren bisherigen Releases?


Chris: Ich denke unsere erste EP „Munich Angst“ war wichtig um unseren Stil zu definieren. Zwar ist die EP recht melodisch ausgefallen, Songs wie „Regret in Stereo“ oder „So Much You and Me“ (den wir auch für „Munich Valor“ noch mal neu aufgenommen haben) fügen sich nach wie vor nahtlos in unser Live-Set ein und machen uns auch immernoch viel spass zu spielen. Die zweite EP „Munich Valor“ ist ein ganzes Stück härter ausgefallen als „Munich Angst“. Die Songs sind allesamt in sehr kurzer Zeit entstanden und wurden auch ohne viel dran rumschrauben gleich eingespielt. Alles ist sehr reduziert und auf den Punkt was den Songs eine gewisse Heaviness verleiht die vielleicht auf „Munich Angst“ in dieser Form noch nicht zu hören war. „Decisions“ hat von beidem etwas. Auf dem Album findet man sowohl reine Hardcore-Tracks, als auch extrem melodische, ruhigere Nummern. Dazu haben wir noch einige „spezielle“ Songs aufgenommen die das Gesamtkonzept des Albums unterstützen sollen.


7. Mich persönlich hat ja gerade „Glassbead Game“ ziemlich überrascht, wenn auch positiv. Aber ich fand ja auch „Slipping“ von der STRIFE / „One Truth“ schon klasse. Wie kommt man darauf, eine astreine Ballade auf ein „HC“-Album zu packen? Besteht da nicht die Gefahr, einen Teil der „Zielgruppe“ zu vergraulen?


Chris: Wenn wir bei dem was wir tun immer Rücksicht auf eine bestimmte Zielgruppe nehmen würden dann hätten wir schon einige Dinge anders machen müssen hahaha! Aber mal im Ernst, wenn wir Lust haben musikalisch etwas neues auszuprobieren oder über unseren Tellerrand zu gucken, dann tun wir das. Natürlich wird es einige Leute geben die sich an diesem Song stören, aber wenn wir ihn nicht aufgenommen hätten würden sie etwas anderes finden. Uns ist der Song sehr wichtig und wir sehen ihn auf jeden Fall als große Bereicherung für „Decisions“. Und ich stimme dir vollkommen zu, Songs wie „Slipping“ von STRIFE oder „Swing Life Away“ von RISE AGAINST gehören mit zu den besten die diese Bands jemals geschrieben haben.


8. Ihr habt in nicht mal zwei Jahren einiges Zustande gebracht? Entwickelt sich THE BLACKOUT ARGUMENT zum Fulltime Job? Was macht Ihr nebenher und wie sehen Eure Zukunftspläne aus?


Chris: Witzig dass du mir diese Frage stellst, da ich mich gerade gestern Abend mit Chris18 darüber unterhalten habe. Es ist in der Tat so, dass sich für The Blackout Argument in den letzten 1,5 Jahren alles sehr schnell entwickelt hat. Aber trotz der rasanten Geschwindigkeit haben wir diese Entwicklung sehr bewusst erlebt und sind immer auf dem Teppich geblieben. Uns war / ist es wichtig jeden einzelnen Schritt zu genießen und uns auch über Kleinigkeiten zu freuen. Natürlich ist ein Deal mit einem Label wie Lifeforce oder eine Tour mit Boy Sets Fire eine absolut großartige Sache aber eine energiegeladene Show vor 70 Leuten bei der jeder 100%ig bei der Sache ist, kann einem genau das gleiche „Erfolgsgefühl“ geben.
Wir haben gestern auch über The Blackout Argument als Fulltime-Band geredet und festgestellt, dass bei jedem von uns eine Bereitschaft da wäre es für ein paar Jahre voll durchzuziehen. Allerdings wäre es extrem naiv einfach ins Blaue hinein unsere Jobs, Studium, etc. aufzugeben und dann drauf zu hoffen dass es klappt. Wir werden einfach weiterhin hart arbeiten und alles in die Band investieren das uns zur Verfügung steht. Sollte es sich für uns weiterhin so gut entwickeln und wir eines Tages tatsächlich vor der Entscheidung stehen ob wir es Vollzeit machen oder nicht, würden wir uns jedoch mit ziemlicher Sicherheit dafür entscheiden. Realistisch betrachtet ist die Chance jedoch, gerade in Europa, nicht besonders hoch.
Zum zweiten Teil deiner Frage: Philip hat mit Suiseidl Recordings ein Tonstudio am laufen, Chris18 ist DVD-/Blueray-Programmierer, Sascha beginnt im Oktober ein Elektrotechnik-Studium und arbeitet als freier Softwareentwickler, Raphael ist gelernter Erzieher und arbeitet mit Kids und ich betreibe das bereits erwähnte Independent-Plattenlabel Let it Burn Records.


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Musicbeat

Germany
Date: 2007-08-01

Hallo Jungs, danke, dass ihr euch Zeit für ein paar Fragen nehmt.


Chris: Sehr gerne!


Ihr seid, frei der DDR-Hymne, auferstanden aus den Ruinen von Paint The Town Red und Flyswatter, meine Lieblinge. Was hat die Auflösung dieser Band bewogen, und wie seid ihr als The Blackout Argument zusammen gekommen?


Chris: Ich kann nur zu Paint The Town Red etwas sagen da mir bei Flyswatter die Infos fehlen, aber bei PTTR waren es letztendlich wohl die vielen Line-Up-Wechsel die uns dazu gezwungen haben irgendwann einfach einen Schlußstrich zu ziehen. Als wir nach unserer letzten Tour wieder 2 Mitglieder verloren hatten war die Luft einfach raus. Bei Flyswatter wars wohl ähnlich, das ständige kommen und gehen von Musikern zährt natürlich sehr an der Festigkeit einer Band.
Ein paar Wochen nach dem Split von PTTR Ende 2005 war mir bereits klar dass ich möglichst bald etwas neues starten wollte. Es sollte auf jeden Fall in eine melodischere Richtung gehen als meine bisherigen Bands und so kam die Idee auf Philip zu kontaktieren der gerade bei Flyswatter raus war. Wir haben uns zum Proben getroffen und hatten relativ fix 5 Songs fertig mit denen wir uns dann auf die Suche nach weiteren Musikern machten, die Lust hatten eben so einen Sound zu spielen und richtig gas zu geben. Wir fanden relativ schnell Sinan, Sascha und Chris18 und spielten im März 2006 unsere erste Show.

Euer fantastisches Debüt „Decisions“ wechselt geschickt zwischen Hardcore und melodischem Rock. Ist das die Schnittmenge eurer alten Bands? Woher kommt dieser Sound?
Chris: Vielen Dank fürs Lob, freut mich dass dir das Album gefällt! Im Prinzip hast du recht, wenn man den Sound von Flyswatter und Paint the Town Red zusammen nimmt, kommt wohl die Musik raus die wir mit The Blackout Argument spielen. Wir haben bewusst auf Metal-Elemente verzichtet, erstens weil keiner von uns wirkliche Metal-Roots hat, und zweitens weil wir nicht den „Metalcore“-Stempel aufgedrückt haben wollten. Die Songs sind rockig, heavy und zugleich melodisch. Deine Beschreibung „…zwischen Hardcore und melodischem Rock“ trifft es wohl ganz gut.


Mit Geert van der Velde und vor allem Byron Davis konntet ihr einige prominente Gäste für euer Album gewinnen. Wie ist es zu diesen Zusammenarbeiten ge-kommen?


Chris: Geert kannte ich schon länger von der Zusammenarbeit seiner neuen Band MISCREANTS und meinem Label LET IT BURN RECORDS. Ich hab ihn einfach gefragt ob er Lust hätte etwas zum Album beizusteuern und er fand die Idee gut. Bei Byron hat eine Freundin den Kontakt hergestellt. Beides war nicht so ganz einfach da wir die Songs / Gesangsspuren online hin und her geschickt haben aber am Ende hat doch alles funktioniert.


In eurer Biographie heißt es über den Titel eures Album: „Das Leben dreht sich um Entscheidungen. Wenn man Scheiße baut, muss man damit leben.“. Schlägt sich das in den Lyrics nieder? Worum geht es inhaltlich auf „Decisions“?


Chris: Richtig, „making decisions and dealing with the consequences“ ist das Konzept dass sich duch das gesamte Album zieht und die Texte, das Artwork, de Spoken-Word-Tracak, die Linernotes und sogar die Musik miteinander verbindet. Die Texte auf „Decisions“ sind sehr persönlich und handeln von Dingen die jedem von uns im täglichen Leben passieren, die uns beschäftigen, mitreissen oder im schlimmsten fall zerstören. Wir sind ständig gezwungen Entscheidungen zu fällen. Einige davon sind Routine und zunächst nicht weiter von Bedeutung, andere haben sehr weitreichende Konsequenzen. Jedoch egal welche Entscheidungen wir treffen, sie Verändern unser Leben. Jede Entscheidung bringt Konsequenzen mit sich mit denen wir Leben müssen und die ihrerseits wieder neue Entscheidungen fordern. Es gibt kein „richtig“ und „falsch“, es gibt nur Optionen, unterschiedliche Wege die wir einschlagen können und die uns an neue Orte bringen.


Als abschließende Frage, was macht The Blackout Argument eurer Meinung nach einzigartig und spannend?


Chris: Ich denke eine große Stärke von The Blackout Argument ist die Tatsache, dass die Band aus 5 vollkommen unterschiedlichen Persönlichkeiten besteht und wir dennoch mit unserer Musik und unseren Live-Shows zu einer Einheit werden. Jeder von uns hat einen komplett unterschiedlichen Background, sei es musikalisch, menschlich oder beruflich und denn sind wir als The Blackout Argument eins. Vielleicht ist das auch der Grund warum so viele Leute Schwierigkeiten haben uns in eine bestimmte Schublade zu zwängen, was ich persönlich sehr cool finde.


Besten Dank für das Interview, und viel Glück für die nächsten Wochen und Monate!


Chris: Vielen dank und danke für das Interview und den support!!


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Stardust

Germany
Date: 2007-08-01

1.Zu allererst. Wer beantwortet die Fragen?


Chris: Hey Chris Z. hier von The Blackout Argument.


2.Erläutert den Werdegang der Band in euren eigenen Worten! Keine Presseinfo! Wie hat alles begonnen? Stand schon am Anfang fest welchen Musikstil ihr spielen wollt, oder hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt?


Chris: Nach dem Split von PAINT THE TOWN RED 2005 war klar dass ich bald wieder etwas neues starten würde. Ich hatte schon seit ich Musiker bin große Lust drauf mal etwas melodisches zu machen mit Gesang, und so war Philip, der gerade frisch bei FLYSWATTER raus war als Musiker sehr interessant. Ich wusste dass er ein sehr gutes Verständnis für harte aber zugleich melodische Musik hat, also hab ich ihn angerufen und gefragt ob er Bock hätte mit mir ein paar Songs zu basteln. Nach ein paar Wochen hatten wir 5 Songs fertig (übrigens die 5 Songs von der „Munich Angst“ mcd) mit denen wir sehr zufrieden waren, und wir haben uns auf die Suche nach weiteren Musikern gemacht. Das Line-Up war dann Anfang 2006 vollständig und wir haben im März 2006 unsere erste Show zusammen gespielt. Ab da ging eigentlich alles ziemlich schnell: Die VÖ von „Munich Angst“ auf Engineer Records, dutzende Shows im In- und Ausland, eine weitere MCD auf Bastardized Recordings („Munich Valor“), die Tour mit BOY SETS FIRE und letztendlich der Deal mit Lifeforce Records. Jetzt sind es nur noch ein paar Tage bis zum Release-Date von „Decisions.


3.Statement zum Titel „Decisions“! Was ist die Aussage dahinter


Chris: Hinter dem Titel „Decisions“ steckt ein Konzept das sich duch das gesamte Album zieht und die Texte, das Artwork, der Spoken-Word-Track, die Linernotes und sogar die Musik miteinander verbindet. Es geht darum Entscheidungen zu fällen und mit den draus entstehenden Konsequenzen umzugehen. Wir sind ständig gezwungen Entscheidungen zu fällen. Einige davon sind Routine und zunächst nicht weiter von Bedeutung, andere haben sehr weitreichende Konsequenzen. Jedoch egal welche Entscheidungen wir treffen, sie Verändern unser Leben. Jede Entscheidung bringt Konsequenzen mit sich mit denen wir Leben müssen und die ihrerseits wieder neue Entscheidungen fordern. Es gibt kein „richtig“ und „falsch“, es gibt nur Optionen, unterschiedliche Wege die wir einschlagen können und die uns an neue Orte bringen.


4.Um was geht es inhaltlich in euren Texten? Gibt es Lieblingsstücke die besonders hervorgehoben werden sollen? Da mir bei der Promo Version leider kein Booklet mitgeschickt wurde, erhoffe ich hiermit auf die Antworten hinter dem Geschrei ;)


Chris: Die Texte auf „Decisions“ sind sehr persönlich und handeln von Dingen die jedem von uns im täglichen Leben passieren, die uns beschäftigen, mitreissen oder im schlimmsten fall zerstören. Hintergrund sind meistens Erlebnisse die uns geprägt haben. Im Mittelpunkt stehen die bereits erwähnten Entscheidungen, der Prozess der zu ihnen führt und die Konsequenzen und Optionen die sie nach sich ziehen. Der Text von „Remain in Silence“, zu diesem Song haben wir auch ein Video gedreht“, ist mir persönlich sehr wichtig. In den Linernotes/Texterklärungen im Booklet heisst es hier: "I had to come a long way to finally realize that I wasn't happy with my life and it took me an even longer way to finally do something about it." Fehler oder Unstimmigkeiten zu erkennen ist oftmals schon schwierig genug, aber dann auch noch etwas daran zu ändern is erst richtig hart.


5.Wie sehen die allgemeinen Pläne und der Vertrag mit Lifeforce Records aus? Steht eine Tour an?


Chris: Natürlich wird es zu „Decisions“ erstmal eine dicke Releaseparty geben. Die findet am 1.9. in münchen im Backstage zusammen mit unseren Freunden von ESTATE statt. Dann werden wir eine Menge Einzelshows spielen und im November noch eine Tour. Abgesehen davon sind wir bereits schon wieder extrem heiss darauf neue Songs zu schreiben. „Decisions“ steht zwar gerade erst in den Startlöchern aber wir sind als Band schnell unterfordert und brauchen bald wieder eine neue Aufgabe ;-)

6.Welche Bands haben euch zu der Sparte Musik gebracht, die ihr jetzt betreibt?


Chris: Das ist schwer zu sagen, ich unterscheide da zwischen
Hardcore als Musik und als Selbstverständnis/Lifestyle. Zudem ist es relativ schwierig unseren Sound in eine gewisse Sparte einzuordnen, zumindest hatte die Presse und auch die Kids damit seit es uns gibt ziemliche Schwierigkeiten, was uns natürlich freut! Als Mensch und als Musiker hat mich jedoch primär der Mit-90er Hardcore geprägt. Bands wie UNBROKEN, MOUTHPIECE, SNAPCASE, STRIFE, TRIAL, OUTSPOKEN oder MEAN SEASON haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und wer genau hinhört der erkennt diese Einflüsse auch in der Musik von The Blackout Argument. Heute höre ich sehr viele unterschiedliche Bands aus den verschiedensten Musik-Genres, egal ob das Metal, Hip Hop, Country, 70s Punk oder Pop/Alternative Musik ist. Ich bin mir sicher, dass einiges davon unbewusst in unsere Songs einfliesst.


7.Wie seht ihr die aktuelle Hardcore/Metalcore Szene in Deutschland? Flacht der Boom wieder ab, nachdem durchschnittliche Releases den Markt überflutet haben?


Chris: Ich denke der Markt, insbesondere für Metalcore ist seit ca. 1,5 Jahren mehr als übersättigt. Es gibt nur noch wenige Bands die sich mit diesem Sound neu etablieren können, schließlich ist die Kaufkraft der Kids ganz einfach beschränkt. Wenn du im Moment 60 Euro für CDs zur verfügung hast und es sind inzwischen neue Scheiben von AS I LAY DYING, HIMSA, UNEARTH, CALIBAN, BLEEDING THROUGH und KILLSWITCH ENGAGE (nur Beispiele) erschienen, dann bleibt in der Regel kein Geld übrig um kleinere, neue oder ubekannte bands aus diesem Genre auszuchecken.
Ein weiteres Problem hast du bereits angesprochen: Mittelmäßigkeit. Es gibt einfach zu viele Bands die versucht haben oder versuchen auf den Metalcore-Zug aufzuspringen, jedoch weder die Skills noch das künstlerische Potential besitzen mit den „älteren“ Bands, die den Sound in der Regel schon jahrelang spielen, mitzuhalten.
Mein Gefühl sagt mir dass das nächste große Ding nach Metalcore bereits im Anrollen ist. Im Moment ist es noch schwer zu sagen was es sein wird, wenn ich mir sicher wäre würde ich jetzt gleich mal einige Bands aus diesem Genre bei Let it Burn Records unter Vertrag nehmen hahaha ;-)

8.Was ist die allgemeine Message eurer Band? Gibt es die überhaupt?


Chris: Ich denke die Message die wir transportieren steckt ein wenig in der Tatsache dass wir als Band schwer zu kategorisieren sind. Weder unsere Musik noch unser Auftreten und besonders nicht wir 5 als Individuen lassen sich in eine Schublade zwängen. Die Band besteht aus 5 vollkommen unterschiedlichen Persönlichkeiten und wir werden dennoch mit unserer Musik und unseren Live-Shows zu einer Einheit. Jeder von uns hat einen komplett unterschiedlichen Background, sei es musikalisch, menschlich oder beruflich und dennoch sind wir als The Blackout Argument eins. Es ist ein großer Wusnch von uns Genre- und Szene-Barrieren einzureissen oder zumindest einige Menschen zu motivieren mal über ihren Tellerrand hinaus zu sehen.


9.Wie verlief der Aufnahmeprozess? Wie viel Einfluss hatte euer Produzent auf den Gesamtsound der Band?


Chris: Die Aufnahmen verliefen, zumindest für mich, etwas stressig, da ich zeitgleich meine Magisterarbeit geschrieben habe. Ich war von Morgens um 8 bis Abends um 8 in der Bibliothek und bin dann noch für 4-5 Stunden ins Studio zum Aufnehmen gegangen. Insgesamt hatten wir aber einen großen Vorteil, da wir das Album im Studio unseres Drummers aufgenommen haben, und somit nicht ständig auf die Uhr schauen mussten. Produziert haben wir die Songs im Endeffekt selbst, Kristian Kohlmannslehner (Kohlekeller Studios) der den Mix und das Mastering übernommen hat, hat hier und da noch einen Vorschlag eingebracht, aber im großen und ganzen sind die Songs genauso wie wir sie geschrieben haben.


10.Mit welchen Bands der modernen Hardcoreszene würdet ihr gerne die Bühne teilen?


Chris: Puh, da gibts eine ganze Menge! Ich denke wir und EVERGREEN TERRACE wäre ein sehr cooles Package. Aber auch die Tour mit BOY SETS FIRE hat sowohl menschlich als auch musikalisch prima funktioniert.


11.Wie entsteht ein typischer „The Blackout Argument“ Song?


Chris: Unser Songwriting ist extrem zügig. Meinstens läuft es so dass bereits die Grundidee für einen Song und die entsprechenden Riffs dazu vor der Probe stehen. Im Proberaum bauen wir das ganze dann fertig was meistens nicht länger als 1-2 Stunden dauert. Der Gesang entsteht dann wieder in „Heimarbeit“ und im Studio beim Aufnehmen machen wir dann noch ein bischen „Feinschliff“. Wir wissen in den meisten Fällen extrem genau wie der Song am Ende klingen soll und haben diesbzüglich (glücklicherweise) auch einen weitestgehend deckungsgleichen Geschmack. Ich kenne einen Haufen Bands die sehr viel Zeit damit verbringen jeden einzelnen Ton eines Riffs X-Mal umzudrehen und alles coole was sie schreiben 2 Stunden später wieder komplett über den Haufen zu werfen. Auch das Phänomen des Gitarristen der ständig am Limit seiner Fähigkeiten spielen will, nur weil er eine Herausforderung sucht, ist weit verbreitet. Das ist alles nicht unser Ding. Ein Song beginnt zu leben, ab dem ersten Takt. Er wird dir sagen was er braucht und was nicht. Da muss man als Musiker vielleicht mal sein eigenes Ego zurückschrauben und den Song in den Mittelpunkt stellen.


12. Die letzten Worte gebühren euch! Was wollt ihr noch unbedingt loswerden!


Chris: Vielen Dank für das Interview! Jeder der Bock hat soll uns mal auf ner Show anquatschen oder eine Message schreiben. Wir sind witzige typen, und cool zum abhängen! ;-)


Wir danken für das Interview und hoffen es hat euch Spaß gemacht!
Das nächste Mal dann sicher wieder telefonisch oder face-to-face!
Grüße und viel Erfolg mit der neuen Platte!


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Blood Chamber

Germany
Date: 2007-07-28

THE BLACKOUT ARGUMENT klettern im Moment die Erfolgsleiter so schnell empor, wie kaum eine deutsche Band. Woran es liegt, was die Band auszeichnet und warum man kein Problem damit hat, gänzlich auf Metal zu verzichten, sondern fröhlich dem Hardcore zu fröhnen, erläutert Gitarrist Chris im folgenden Interview:

Hallo zusammen und danke, dass ihr euch etwas Zeit für meine Fragen nehmt!

Chris: Hey, gerne!

Ihr seid eine recht junge und (noch) relativ unbekannte Band. Stellt euch doch mal kurz unseren Lesern vor! Wie ist es zur Band gekommen?

Chris: The Blackout Argument sind Sascha (Bass), Raphael (Vox), Philip (Drums), Chris18 (Gitarre) und ich, Chris Z (Gitarre). Wir haben Ende 2005 angefangen zusammen zu proben, hatten im März 2006 unsere erste Show und kurze Zeit später unsere Debüt MCD „Munich Angst“ auf Engineer veröffentlicht. Es folgte eine endlose Anzahl an Shows, eine weitere MCD („Munich Valor“, 2007) auf Bastardized, die auch „Munich Angst“ noch mal neu aufegelegt haben und eine Tour mit BOY SETS FIRE im Mai 2007. Im September erscheint dann unsere Album auf Lifeforce. Neben der Band haben wir Jobs, studieren und hängen ab.

Ihr habt grade zwei EP´s veröffentlicht. Mit „Munich Angst“ ein Re-Release und mit „Munich Valor“ eine kleine Vorschau auf euer Album. Was erwartet ihr euch von den beiden Veröffentlichungen?

Chris: „Munich Angst“ hat sehr gute Resonanzen bekommen und wir sind froh dass Bastardized Recordings die MCD noch mal neu rausgebracht haben. Es wäre schade gewesen wenn sie nicht mehr erhältlich gewesen wäre. Die neue MCD „Munich Valor“ knüpft an „Munich Angst“ an, sowohl thematisch als auch musikalisch. Beide CDs zusammen sind auch in einer Special Edition erhältlich was sich aufgrund der Verbindung geradezu aufgezwängt hat.

Könnt ihr schon verraten, was in etwa den Hörer auf dem Album im Herbst erwarten wird?

Chris: Ich glaube dass die Songs auf „Decisions“ eine gute Mischung sind aus den eher melodischen Songs auf „Munich Angst“ und den etwas härteren Tracks auf „Munich Valor“. Dazu kommen noch einige für uns bisher untypische Songs wie ein Akustik-Track, ein Spoken Word-Track und ein ziemlich ruhiger Song. Uns war es wichtig in den 40 Minuten des Albums keine Langeweile aufkommen zu lassen und haben die Songs bewusst so ausgewählt, dass viel Abwechslung in „Decisions“ steckt.
Dem Album liegt ein übergreifendes Konzept zugrunde, das die Texte, die Musik, die Linernotes und das Artwork miteinander vereint. Es geht darum Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen daraus zu leben, ein niemals endender Zyklus der jeden von uns in seinem Leben begleitet, uns lenkt und unser Dasein bestimmt.

Mit Liferforce habt ihr bei eurem demnächst erscheinenden Album ein starkes Label im Rücken. Wie ist es für euch, bei einem bekannten Label zu sein, das auch Acts wie NIGHTRAGE am Start hat?

Chris: Wir sind wirklich glücklich, dass Lifeforce Interesse an uns hatten und uns die Zusammenarbeit angeboten haben. Ich denke sie können eine Menge für uns tun und wir werden auf jeden Fall auch unseren Teil dazu beitragen, dass es mit The Blackout Argument weiter so gut läuft wie bisher. Bands wie WAR FROM A HARLOTS MOUTH und DEADLOCK sind inzwischen Freunde von uns geworden, ein Grund mehr warum es supercool ist auf Lifeforce zu sein.

Mit eurem Stil ähnelt ihr ein wenig Bands wie BULLET FOR MY VALENTINE. Befürchtet ihr, in einen ähnlichen Hype zu geraten, wie die Jungs aus Wales oder seht ihr euren Stil gar nicht in ihrer Nähe?

Chris: Ich sehe ehrlich gesagt ziemlich wenig Parallelen zwischen uns und BFMV. Bullet versuchen Metal-Parts mit ihrer Vorstellung von Pop-Musik zu kombinieren was ihnen meiner Meinung nach nicht immer so gut gelingt. The Blackout Argument haben so gut wie keinen Metal-Einfluss und unsere Songs sind mehr auf den Punkt. Wir haben keine wilden Gitarren-Soli, keine überflüssigen Akusti-Parts, die die Songs in die Länge ziehen, weniger Pathos, einfach ein bisschen mehr Hardcore.

Auf eurem Beipackzettel prangert „Melodic Hardcore“ als Genrebezeichnung. Warum wurde nicht der Begriff Metalcore gewählt? Zu verpönt?

Chris: Wie bereits in der letzten Frage erwähnt, wir spielen keinen Metal. Abgesehen von einer klaren und druckvollen Produktion haben wir mit Bands wie KILLSWITCH ENGAGE, UNEARTH, AS I LAY DYING oder BLEEDING THROUGH nichts gemeinsam. Die Wurzeln unserer Songs liegen im Hardcore der 90er Jahre, Bands sie SNAPCASE, STRIFE, UNBROKEN, TRIAL und OUTSPOKEN haben unser Songwriting stark geprägt wenn man von der melodischen Komponente einmal absieht. Deshalb denke ich, dass eine beschreibung wie „Melodischer Hardcore“ wesentlich besser zu uns passt als „Metalcore“.

Wie würdet ihr die beiden Ep´s einschätzen? Was hat sich im Vergleich zwischen beiden verändert?

Chris: „Munich Valor“ ist ein ganzes Stück härter ausgefallen als „Munich Angst“. Die Songs sind viel mehr aus dem Bauch heraus ohne viel Nachdenken entstanden, was wohl daran lag dass wir zum schreiben, aufnehmen und mischen der Songs nur 6 Wochen Zeit hatten. Ich mag beide MCDs gleich gerne und finde, dass sie sich gut ergänzen.

Als ich das Promopaket geöffnet hab, musste ich mich schon ein wenig über die beiden Ep’s wundern. Ähnliches Cover, ähnliche Titel, Veröffentlichung am gleichen Tag. War es nicht möglich, die beiden auf eine CD zu bannen bzw. warum habt ihr es nicht getan?

Chris: Sicher das wäre möglich gewesen aber für uns sind es einfach 2 getrennte Releases die beide einen unterschiedlichen Abschnitt unserer Band-Geschichte markieren. Zudem war „Munich Angst“ bereits von Engineer veröffentlich worden, hätten wir die „Munich Angst“ MCD mit den „Munich Valor“ Songs zusammen auf einer CD veröffentlicht, so wären alle Kids die „Munich Angst“ bereits hatten, gezwungen gewesen, mehr Geld zu investieren um sich „Munich Valor“ zu kaufen.

Wenn ich mir die Songs von „Munich Angst“ so anhöre, muss ich mich schon ein wenig wundern, warum ihr damals damit nicht bekannter geworden seid. Woran könnte es gelegen haben, dass „Munich Angst“ nicht so sehr in die Öffentlichkeit gelangt ist?

Chris: Wir haben „Munich Angst“ veröffentlicht, als es die Band gerade mal ein halbes Jahr gab und dafür haben wir schon sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Veröffentlichung der MCD hat uns die Möglichkeit gegeben überall in Europa Shows zu spielen und hat uns ein großes Stück weiter gebracht. Ich denke es ist wichtig als Band, dass sich die Dinge Stück für Stück entwickeln und sich nicht überschlagen. So bleibt man auf dem Teppich und kann sich über jeden einzelnen Erfolg, auch wenn’s nur ein kleiner ist, freuen. Darum geht es ja letztendlich auch.

Wer sind eigentlich allgemein eure Vorbilder?

Chris: Die Frage kann ich nur für mich beantworten: Mein Bruder.

Mit wem würdet ihr gerne mal auf Tour gehen?

Chris: Also mit der BOY SETS FIRE Tour wurde uns allen schon ein großer Wunsch erfüllt hahaha. Hm...ansonsten spielen wir immer sehr gerne mit ESTATE, CRASH MY DEVILLE, DEADLOCK, TEAMKILLER oder WAR FROM A HARLOTS MOUTH einfach weil’s die coolsten Typen sind ;-) Von Bands die ich noch nicht kenne, würde ich gerne mit EVERGREEN TERRACE auf Tour gehen, ich glaube das wäre ein super Package!

Wo seht ihr euch in 20 Jahren?

Chris: Die Haltbarkeit einer europäischen Hardcoreband liegt im Schnitt bei 5-7 Jahren, wenn’s gut läuft 10. In 20 Jahren werden wir also aller Vorrausicht nach schon unsere RE-Union Tour spielen. Obwohl, bis dahin bin ich ja fast ein Greis hahaha! ;-)

Was soll euer Bandname eigentlich ausdrücken? Sucht ihr ein Argument, Komasaufen zu rechtfertigen oder ist es ein heimliches Liebäugeln mit doch keiner Straight Edge Lebenseinstellung?

Chris: „Argument“ heißt übersetzt ins Englische in erster Linie „Streit“. Der Bandname bezieht sich auf einen Streit den ich mit einer Person hatte die mir sehr Nahe stand. Das ganze ist vollkommen eskaliert und in einem totalen Blackout auf beiden Seiten resultiert. Komasäufer haben wir keine in der Band, zwei von uns sind Edge, eine gute Mischung würde ich sagen!

Warum habt ihr eigentlich den Song „So much You and Me“ auf beide Ep’s gepackt?

Chris: Auf „Munich Angst“ hatte ja Zoli von BRIDGE TO SOLACE Guest Vocals beigesteuert. Da Zoli fast den ganzen Song alleine eingesungen hat, wollten wir ihn noch mal mit unserem eigenen Sänger veröffentlichen. Ich denke es ist recht cool den Song in zwei Versionen zu hören, besonders als Musiker kann man ein paar Kleinigkeiten raushören die wir anders gemacht haben die durchaus interessant sind.

„Dedication. Anger. Outburst.” Mit diesen Worten wird eure Bandbio eingeleitet. Was hat euch dazu gebracht, diesen musikalischen Weg einzuschlagen?

Chris: Diese drei Worte beschreiben nicht nur einen musikalischen Weg sondern einen ganzen Lebensstil. Seit ich denken kann empfinde ich eine große Leidenschaft und Hingabe für Musik und mit der Zeit habe ich herausgefunden dass alles was ich gebe auch wieder zurück kommt. Ich kann mich mit Musik ausdrücken, meiner Wut freuen lauf lassen und Zugang zu mir selbst finden. Das ist ein großes Geschenk für das ich sehr dankbar bin.

So, wir sind langsam am Ende unseres Interviews angekommen! Die letzten Worte gehören euch, an all diejenigen da draußen, die das hier lesen:

Chris: Vielen Dank für das Interview und den Support! An alle Leser: schreibt uns oder quatscht uns auf ner Show an, wir freuen uns immer über Feedback / Kontakt. Und checkt unseren neuen Song auf Myspace aus, wenn ihr einen Vorgeschmack aufs Album haben wollt!!


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Skartnak (French)

Switzerland
Date: 2007-07-27

Salut, peux-tu te présenter toi, ton groupe et votre musique ?

Salut, je m’appelle Chris. The Blackout Argument a vu le jour en 2005. Nous avons joué notre premier concert en mars 2006 et depuis cela les choses vont super bien pour nous. Nous avons joué un tas de concerts incroyables tout autour de l’Europe, sorti notre premier mini-album "Munich Angst" sur le label Engineer Records puis nous avons signé sur le label Bastardized Recordings qui est en train de sortir notre nouveau mini album "Munich Valor" tout en rééditant "Munich Angst".
En septembre notre premier album "Decisions" sortira sur Lifeforce Records.
En plus de tout cela nous avons eu l’honneur d’ouvrir pour Boy Sets Fire sur leur tournée d’adieux en Europe en mai 07, ce qui était la chose la plus cool qui nous soit arrivée.
Le Line-up de The Blackout Argument se compose de : Raphael (chant), Sascha (basse), Philip (batterie), Chris18 (guitare) et moi même ChrisX (guitare).
Musicalement nous tentons pas de réinventer le style mais je suis convaincu que nous essayons de dépasser la barrière du style musical en mixant du hardcore avec quelques éléments Rock mélodiques et entraînants, le tout sans avoir un son "Emo".


Peux-tu nous en dire un peu plus sur les débuts du groupe et comment tu as rencontré les autres membres ?

Tout a commencé quand j’ai appelé Philip (batterie), qui venait de quitté le groupe Fyswatter. Je lui ai demandé si il était intéressé de commencer un autre groupe. Nous avons commencé tous les deux à répéter et à écrire des chansons, nous avons trouvé que cette combinaison allait bien. Le reste c’est de l’histoire.


Est-ce que tu joues dans d’autres groupes ?
Qu’en est il des autres membres ?

En ce moment The Blackout Argument est mon seul groupe.
Notre chanteur Raphael chante aussi pour le groupe For Heaven’s Sake.


Vous venez de Munich en Allemagne, comment est la scène alternative là-bas, y a il des groupes et endroits intéressants ?

La scène a Munich est plutôt petite mais vraiment active. Il y a pas mal de groupes de tous genres confondus. Quelques noms a retenir sont : Ghostchant, Blank Promise, Heartbreak Kid, Lofi Inferno, Promise Broken, From Constant Visions, No God Innocent etc…
Il y a pas mal d’endroits sympathiques et nous avons régulièrement des concerts.
The Blackout Argument


J’ai lu que tous les membres sont profondément impliqués dans la scène alternative, quelles sont vos activités en dehors du groupe ?

J’ai mon propre label : Let It Burn Records, je me prépare pour mes études post-obligatoires en ce moment. Philip enregistre et est producteur de groupes. Sascha est ingénieur de programmes (softwares). Chris programme des DVD’s et d’autres choses en rapport avec le Multimedia et Raphael travaille comme éducateur.


Vous avez sortis 2 EP’s avec 5 et 6 chansons sur chacuns d’eux et cela presque simultanément et sur le même label, pourquoi n’avoir pas tout simplement sorti qu’un seul et unique album complet ?

Un des deux EP (Munich Angst) est une réédition, voilà pourquoi.
Le premier pressage de la version de Munich Angst sorti sur le label Engineer Records était épuisé assez vite on leur a alors demandé de le re-presser. Malheureusement ils n’étaient pas capables de le faire a cause de problèmes financiers qu’ils avaient à ce moment là, on a donc trouvé un accord avec eux pour que l’on puisse trouver un autre label qui serait d’accord de re-presser et re-sortir ce mini-album. Nous ne voulions pas avoir 4 albums sur 4 différents labels donc l’idée est venue de le faire re-presser avec Bastardized Records. Nous avons re-designé la pochette, ajouté une vidéo en bonus et quelques explications de paroles dans le booklet pour rajouter un peu d’intérêt à ce mini-album. Le résultat de Munich Valor et Munich Angst est parfait (pas seulement dans le titre) alors on a décidé de les sortir en tant que double album spécial.
Notre album Decisions verra quand à lui le jour en septembre sur Lifeforce Records.


Les titres des 2 EP’s sont vraiment similaires, la même chose avec la pochette, peux-tu nous expliquer un peu le concept ?

Alors que les paroles de "Munich Valor" (et si tu écoute aussi attentivement le côté musical) traite d’une certaine sensation d’aliénation et d’oppression, Munich Valor est plus agressif et rentre dedans. Les deux mini CD’s s’assemblent parfaitement et montrent tous les aspects d’une vie individuelle dans une société qui dénie le fait d’être unique et essaye de détruire tous les concepts d’une vie alternative.


Peux-tu nous en dire plus sur les nom que vous avez choisis ? Munich Valor et Munich Angst. Est-ce que ces noms ont une signification particulière ?

Munich est un parfait exemple d’un endroit ou les gens qui ont des idées alternatives ont tendance à être aliénés par la société. Mais tu peux aussi utiliser n’importe quelle autre ville pour exprimer cette sensation d’aliénation.


Peux-tu nous dire comment Zoli Jakab (Chanteur de Bridge To Solace) a été impliqué dans les backing vocals de la chanson So Much You And Me ?


Zoli est un de mes amis depuis un bout de temps déjà, j’ai signé et sorti les albums de son groupe Bridge To Solace sur mon label Let It Burn Records, nous sommes partis en tournée ensemble etc.. C’est un mec vraiment extraordinaire et un des chanteurs les plus cool en Europe, alors je lui ait demandé s’il voulait contribuer à notre album en faisant des backing dessus et il a accepté.


Pourquoi avoir choisi d’inclure cette chanson à la fois sur Munich Valor et sur Munich Angst ?

On voulait avoir une autre version enregistrée avec notre propre chanteur. Zoli a pris une grosse part de la chanson et il a seulement laissé les chœurs à notre chanteur. On voulait donc offrir aux auditeurs deux interprétations différentes de « So Much You And Me » car on adore cette chanson.


Quels sont les sujets principaux abordés dans les paroles de vos chansons ?

Nos paroles sont influencées par nos propres expériences. C’est de mon avis la façon la plus honnête pour écrire des textes. Personne ne peut vous prendre ou contredire la façon dont vous vous sentez à l’intérieur de vous-même. C’est juste là et le fait de les écrire vous rend vulnérable et intouchable à la fois. Assez difficile de l’expliquer en fait.. Je considère personnellement mes paroles comme étant une sorte de thérapie, une façon d’exprimer mon propre intérieur sans avoir une réponse directe d’une certaine personne mais en sachant qu’elles seront lues ou écoutées.


Vous avez récemment signé un contrat avec Lifeforce Records, comment vous êtes vous mis en contact avec eux et pourquoi avoir signé sur ce label ?

L’histoire n’est pas très passionnante… nous leur avons envoyé du matériel promotionnel, ils ont aimé et nous ont proposé un deal. De tous les labels qui s’intéressaient à nous, c’est avec Lifeforce que nous avions eu le meilleur « feeling ». Ils sont connus et reconnus comme label underground européen et nous sommes heureux de bosser avec eux.


Qu’est ce qu’on peut attendre de votre nouvel album « Decisions » qui sortira en septembre 2007 ?

Cet album sera plus diversifié que les Ep’s sans pour autant perdre notre objectif musical. On va plus dans les extrêmes, on a fait les parties « Heavy » plus « Heavy » et les parties mélodiques plus entraînantes. Il y a aussi quelques chansons "spéciales" sur cet album. C’est un gros concept sur le fait de prendre des décisions et traiter des conséquences qui en découlent. La pochette, la musique, les paroles… tout est connecté.

Tu connais quelques groupes Suisses ?
Si oui quels sont ceux que tu préfères ?

Oh oui il y en à quelques uns. En première place on doit citer CATARACT. C’est fou ce qu’ils ont fait pour la scène européenne et la raison qui fait que les groupes suisses ont toujours une bonne réputation comme étant des bosseurs acharnés et sincères est basé sur leur existence. Dark Day Dungeon était aussi un bon groupe. J’aime personnellement aussi beaucoup Fate Is Dying. En fait il y en a beaucoup pour tous les mentionner…


Quel est ton actuel Top 5 ?

EVERGREEN TERRACE “Wolfbiker”, NODES OF RANVIER “Defined by struggle”, TIMBALAND “Schockvalue”, BAD RELIGION “New Maps of Hell”, DAMNATION A.D. “In this life or the next”.


Tu veux ajouter quelque chose à cette interview ?

Merci beaucoup du soutien, on apprécie beaucoup.
A tous les lecteurs : n’hésitez pas à prendre contact avec nous.
Allez écoutez nos nouvelles chansons sur MySpace et restez à l’écoute car de nouvelles vidéos etc.. vont arriver bientôt !


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Skartnak (English)

Switzerland
Date: 2007-07-27

Hello, can you first introduce yourself, your Band and your music ?

Chris: Hey, this is Chris. The Blackout Argument started in late 2005. We played our fist show in March 2006 and since then things went very well for us. We played a whole bunch of amazing shows all over Europe, released our debut mcd “Munich Angst” on Engineer Records, got signed to Bastardized Recordings who are just about to release our new mcd “Munich Valor” along with a re-release of “Munich Angst” and in September our debut album “Decisions” will be out on Lifeforce Records. In addition to that had the honor to support Boy Sets Fire on their farewell tour in May, which was the coolest thing. The line up of The Blackout Argument is: Raphael (vocals), Sascha (bass), Philip (drums), Chris18 (guitars) and me, ChrisX (guitars).
Musically we do not try to reinvent the wheel but I am convinced that we manage to tear down some genre-barriers by mixing hardcore music with some melodic / catchy rock elements without sounding “emo”.

Can you tell us a bit more about the beginning of your band and how did you meet the other guys ?

Chris: It all began when I called Philip, who just left Flyswatter and asked him if he was interested in starting a new band. We started practising and writing songs, only the two of us, and soon found out that this combination matched well. The rest is history.

Do you or did you play in other bands beside Blackout Argument ?
What about the other members ?

Chris: Right now The Blackout Argument is my only band. Our singer Raphael also sings for For Heaven’s Sake.

So, you guys come from Munich, how is the Alternative music scene there, are there any interesting bands and cool places to play there ?

Chris: The scene in Munich is rather small but very active. There’s quite a lot bands from all kinds of genres. Some names to watch out for: Ghostchant, Blank Promise, Heartbreak Kid, Lofi Inferno, Promise Broken, From Constant Visions, No God Innocent and a couple more. There’s a lot of cool places to go to and we regulary have shows.

I read that all members are deeply involved in the alternative music scene, what are your other activities beside The Blackout Argument ?

Chris: I run a record label called Let it Burn Records and I prepare for my post-graduate studies right now. Philip is running a recording biz and procudes bands. Sascha is a software engineer, chris is programming dvds and other multimedia stuff and Raphael works as an educator.

You released 2 ep’s with 5 and 6 songs on each one and this almost simultaneously and on the same label, why haven’t you simply realesed one full length album ?

Chris: One of the 2 eps (“Munich Angst”) was a re-release, that’s why. The first press of the Engineer-Version of “Munich Angst” was sold out pretty fast so we asked them to repress it. Unfortunatelly they were not able to do this due to financial problems they were going through at that time, so we agreed with them to find another label who runs the repress. Since we did not want to have 4 releases on 4 different labels the idea came up to do the repress via Bastardized. We redesigned the artwork, added a bonus video and some lyric-explainations to upvalue the mcd a bit. “Munich Valor” and “Munich Angst” are a perfect match (not only the title), so we decided to release them as a special 2-disc-set as well.
The Album “Decisions” is going to be out in September on Lifeforce Records.

The title of both Ep’s are very similar, same about the artwork, can you explain the concept ?

Chris: While “Munich Angst” lyrically (and if you listen carefully als “musically”) deals with a certain feeling of alienation and oppression, “Munich Valor” is more aggressive and straight forward. Both mcds match together perfectly and show all aspects of an individuals life in a society that denies uniqueness and trys to destroy all concepts of alternative lifestyles.

Can you tell us more about the names you have chosen: « Munich Valor, Munich Angst » ? Do these names have a particular meaning ?

Chris: Munich is a perfect example for a place where people who have alternative ideas and feelings tend to be alienated by society. The city almost clinically takes care of opressing alternative and independent lifestyles. But you could also use any other bigger city to express this feeling of alienation.

Can you tell us how Zoli Jakab got involved in the making of the backing vocals on the “So Much You And Me” Song ?

Chris: Zoli has been a friend of mine for years now, I released his band Bridge To Solace on Let it Burn Records, we have been on tour etc. He’s an amazing dude and one of the coolest singers in Europe, so I asked him if he wanted to contribute some guest vocals and he agreed.

Why did you choose to include this song on “Munich Valor” and also on “Munich Angst” ?

Chris: We wanted to have another version recorded of this song with our own singer. Zoli took a huge part of the song and left only the chorus to our singer. We wanted to offer the listeners 2 interpretations of “So much you and me” since we love the song.

What are the main subjects you are talking about in your lyrics ?

Chris: our lyrics are influenced by our own experiences. In my opinion it is the most honest and upright way to write song-texts, noone can take away or negate how you feel inside. It is just there and writing it down makes you vulnerable and untouchable at the same time. Hard to explain… I personally regard my lyrics as some kind of therapy, a way express my inner-self without a direct response from a certain person but with the knowledge that they will be heard / read.

So you recently signed a deal with Lifeforce Records, How did you get in touch with this record label and why did you sign up with them ?

Chris: The story is not very exciting – we sent them our stuff, they liked it and offered us a deal. From all labels that were interested in us, we had the best feeling with lifeforce. They are a well known and acknowledge european underground label and we feel very well working with them.

What can people expect from your new album « Decisions » which will be released in September 07 ?

Chris: The album is going to be more diversified than the 2 eps without losing the musical focus. We just got more into the extremes, made the heavy parts even heavier and the melodic parts more catchy. There’s also some “special” tracks on the album. It’s all one big concept about making decisions and dealing with the consequences. The artwork, the music, the lyrics, the linernotes… everything is connected.

Do you know any good Swiss bands ? If you do, which are the ones you like best ?

Chris: Oh well there’s quite a few. In the first place we need to name CATARACT. It is amazing what they did for the European scene and the reason why swiss bands always have a good reputation as hard-working and sincere acts is based on their existence. DARK DAY DUNGEON also was a great band. I personally like FATE IS DYING a lot too. There’s too many to mention.

What is your current top 5 Albums ?

Chris: EVERGREEN TERRACE “Wolfbiker”, NODES OF RANVIER “Defined by struggle”, TIMBALAND “Schockvalue”, BAD RELIGION “New Maps of Hell”, DAMNATION A.D. “In this life or the next”.

Would you like to add something to this interview ?

Chris: Thanks a lot for the support we really appreciate it. To all readers: feel free to get in touch. Check out our new song on myspace and stay tuned for videos and more stuff coming soon!


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Sweet Jane Music

Germany
Date: 2007-07-26

Fiel die seinerzeit auf Engineer Records veröffentlichte und von Bastardized Recordings in ein neues Äußeres gehüllte Debüt-EP "Munich Angst" von den ehemaligen Paint The Town Red- und Flyswatter-Musikern, die nun unter der Flagge 'The Blackout Argument' unterwegs sind, noch vergleichsweise unspektakulär aus, da gab man mit "Munich Valor" schon einen weit spannenderen Ausblick auf das, was uns nun mit "Decisions" erwarten wird. Wir hatten die Chance, uns mit Chris von The Blackout Argument über Vergangenheit, das neue Album "Decisions" als auch die Zukunft der Band zu unterhalten:

SJM: Vergleicht doch zu Beginn unseres Gesprächs mal die Vorstellungen dessen, was ihr euch von der Band im Gründungsjahr und der ersten EP auf Engineer Records noch erhofft habt und dem Status von The Blackout Argument anno 2007: Hättet ihr jemals gedacht, dass ihr mit der Band mal derart weit kommen würdet?

Chris: Als wir die Band Ende 2005 starteten hatte ich eigentlich keine konkreten Vorstellungen wo das ganze hinführen soll. Ich wollte nur nach dem Split von Paint The Town Red wieder musikalisch aktiv werden und dieses mal sollten die melodischen Elemente, hauptsächlich im Gesang, im Vordergrund stehen. Natürlich war die Arbeitsweise von The Blackout Argument von Anfang an darauf ausgelegt weiter zu kommen und als Band zu wachsen, nicht auf der Stelle zu stehen, ich denke aber dass man sich einiges kaputt macht wenn man das ganze zu verkrampft angeht. Wir haben uns über unsere erste Show genauso riesig gefreut wie über die Tour mit Boy Sets Fire, oder über den Deal mit Engineer, später Bastardized ebenso wie über die Zusammenarbeit mit Lifeforce Records jetzt.

SJM: Wie würdet ihr euren bisherigen Weg als Band beschreiben bzw. einordnen? Seid ihr mit dem Erreichten zufrieden oder seht ihr alles, was ab jetzt passiert, als Bonus an? Was würdet ihr gerne noch erreichen – gibt es da etwas Bestimmtes?

Chris: Wie bereits erwähnt, wir freuen uns immernoch über jede Kleinigkeit und genau darin sehe ich auch den größten Benefit für die viele Zeit die in die Band fließt. Reich werden wir mit The Blackout Argument sicher nicht und auch die unzähligen eindeutigen Angebote von weiblichen Fans lassen nach wie vor auf sich warten, hahaha! Nein, im Ernst, wir sind sehr zufrieden und glücklich mit dem was wir bisher erreicht haben und freuen uns auf alles was noch kommen wird!

SJM: "Munich Valor" und "Munich Angst" sind ja beides EPs, die zu Zeiten der Veröffentlichung überall sehr gut abgeschnitten haben. Wenn ihr die Songs aus heutiger Sicht betrachtet – wie steht ihr dazu? Seid ihr damit immer noch vollkommen zufrieden?

Chris: Ich höre mir sowohl „Munich Angst“ als auch „Munich Valor“ selbst noch gerne ab und zu an. Das ist als Musiker immer ein gute Zeichen da man selbst ja meistens sein grösster Kritiker ist. Natürlich hätte ich bei dem einen oder anderen Song heute ein paar Kleinigkeiten anders gemacht, aber beide Release machen im Kontext ihrer Entstehung vollkommen Sinn und reflektieren einen wichtigen Teil von The Blackout Argument. Auch live spielen wir die Songs von „Munich Angst“ und „Munich Valor“ nach wie vor sehr gerne.

SJM: Mit "Decisions" seid ihr ja nun, nachdem ihr auf Engineer Records (Import) und Bastardized Recordings (nur Re-Releases) veröffentlicht habt, auf eurem ersten "richtigen" Label. Warum habt ihr euch gerade für LiFeForce Records entschieden. Wie kam der Kontakt zu Stefan zustande und was macht dieses Label zu dem idealen, um euer Full Length-Debüt zu veröffentlichen?

Chris: Wir haben noch vor der Veröffentlichung von „Munich Angst“ ein 3-Song Demo an Labels geschickt mit denen wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen konnten und waren seitdem mit einigen Gespräch, waren uns aber sehr bald sicher, dass es am meisten Sinn macht uns für Lifeforce zu entscheiden. Abgesehen davon dass wir mit Stefans Angebot sehr glücklich waren, hat Lifeforce einfach die besten Möglichkeiten in Punkto Promotion und Vertrieb. Auch nach dem Weggang von Caliban, Heaven Shall Burn und Fear My Thoughts zählt Lifeforce nach wie vor zu den renomiertesten europäischen Underground-Labels. Stefan, Arne und Co machen einen tollen Job.

SJM: Rein musikalisch finde ich, seid ihr mit "Decisions" mehr in die Extreme gegangen. Ich finde, dass die Songs auf der einen Seite härter geworden sind, dass viele Passagen jedoch auch melodischer und auch griffiger – wenn nicht gar hymnischer – geworden sind. Wenn ihr das selbst beurteilen würdet – wo seht ihr die wichtigsten musikalischen Unterscheidungspunkte zu den beiden zuvor veröffentlichten EPs?

Chris: Der Hauptunterschied liegt meiner Meinung nach darin dass „Decisions“ ein Album ist und keine MCD wie „Munich Angst“ oder „Munich Valor“. Auf einer MCD funktioniert es prima 5-6 recht homogene Songs einzuspielen die in sich schlüssig sind und super zusammen passen. So sehe ich „Munich Angst“ als geschlossenes, eher melodisches Release und „Munich Valor“ als den härteren „großen Bruder“. Auf die länge eines Albums würde diese Arbeitsweise beim Songwriting schnell langweilen da die Aufmerksamkeit einfach nach einer gewissen Zeit nachlässt. Deshalb haben wir versucht „Decisions“ so Abwechslungsreich wie möglich zu gestalten ohne uns dabei zu sehr in Experimenten zu verlieren.

SJM: Gibt es eine Grundidee, auf die das gesamte Album "Decisions" baut? Kann man das auf einen Nenner bringen oder steht jeder Song für sich? Ließe sich die Idee des Coverart in diese Idee einbauen? Um welche Entscheidungen geht es insbesondere?

Chris: „Decisions“ war von Anfang an als Konzept-Album geplant. Es geht darum Entscheidungen zu fällen und mit den Konsequenzen zu leben / umzugehen. Dieses Konzept spiegelt sich im Artwork, den Texten, den Linernotes, einem Spoken Word Track und auch den anderen Songs selbst wieder. Wir haben uns viele Gedanken gemacht wie das alles ineinandergreifen kann und hoffen dass es dem Hörer zusätzlich zu „cooler Musik“ noch einen weiteren Zugang zu The Blackout Argument eröffnet.

SJM: Ich musste, als ich das Album die ersten Male hörte, an eine bestimmte Band denken: Boysetsfire. Mich würde interessieren, ob ihr eure Musik in der Tradition jener Band seht und welche Bands ihr insgesamt für eure musikalische Sozialisation als wichtig erachtet. Wie verhält sich das bei The Blackout Argument?

Chris: Witzigerweise sind Boy Sets Fire einer der wenigen Bands die wirklich JEDES Mitglied von The Blackout Argument gut finde, normalerweise gehen unsere musikalischen Vorlieben ziemlich auseinander, hahaha! Inwieweit Boy Sets Fire einen Einfluss auf unser Songwriting hatten kann ich nur schwer beurteilen da man sich als Musiker ja nicht hinsetzt und sagt „So, wir schreiben jetzt einen Song der klingt wie ‚Rookie’“ oder so etwas in der Art. Da finde ich den Begriff der „musikalischen Sozialisation“ den du erwähnt hast schon treffender. Ich kann da nur für mich sprechen, meine Wurzeln als Songwriter und Musiker liegen im Hardcore der 90er Jahre. Ich war zwar schon lange vorher Musik-Fan aber eine bewusste Auseinandersetzung mit Songs und Texten hat erst begonnen als ich mit Hardcore in Kontakt gekommen bin. Wenn ich einfach so die Gitarre in die Hand nehme und drauf los spiele was aus mir raus kommt dann klingt das immer nach Bands wie STRIFE, TRIAL, MEAN SEASON, OUTSPOKEN, UNBROKEN oder andere New Age Records / frühe Victory Bands. Dieser Einfluss ist sowohl bei The Blackout Argument als auch bei Paint the Town Red und auch allen anderen Bands davor deutlich zu hören. Natürlich bin ich als Songwriter und Musiker gewachsen, so dass meine Riffs / Ideen nicht mehr 1 zu 1 klingen wie meine Helden von damals, mit einem feinen musikalischen Gehör kann man diesen Einfluss jedoch nach wie vor noch heraushören.

SJM: Meiner Ansicht nach habt ihr Fans sowohl im Metal- als auch im Hardcore-Lager. Rein musikalisch würde ich euch indes als reine Hardcore-Band sehen. Wie schaut das bei euch selbst aus – habt ihr euch einer bestimmten Szene mit Haut und Haaren verschrieben oder fühlt ihr euch z.B. auch in der Metal-Szene wohl? Denn LifeForce ist ja an und für sich ein Metal-Label...

Chris: Rein musikalisch sehe ich uns auch als Hardcore-Band. Der Metal-Einfluss bei The Blackout Argument ist verschwindend gering. Dennoch hast du recht, viele Metal-Kids können mit unserer Musik auch etwas anfangen. Das liegt wohl am ehesten daran dass die musikalischen Genre-Grenzen bei weitem nicht mehr so strikt sind wie noch vor einigen Jahren. Es geht in erster Linie um „harte Musik“ und die Energie die dahinter steckt.,Das sind wohl die Haupteigenschaften die sowohl die Metal- als auch die Hardcore- und Punk-Kids begeistert. Ich sehe Lifeforce nicht mehr als reines Metal-Label. Zwar sind sie mit Bands wie Caliban und Heaven Shall Burn gross geworden, wenn man sich jedoch das derzeitige Label-Programm ansieht, findet man die unterschiedlischsten Bands aus allen extremen Musikrichtungen.

SJM: Eine Frage, die eng damit verknüpft ist: Wenn man eure EPs bei amazon.de sucht, dann kann man sehen, dass Leute, die eure EPs kaufen, auch Platten von Bands wie Devildriver, Hatesphere, Nightrage, Fear My Thoughts und Sonic Syndicate gekauft haben. Ist euch die Beschaffenheit eurer "Zielgruppe" egal oder habt ihr diesbezüglich klare Vorstellungen?

Chris: Es wäre ziemlich ignorant sich eine bestimmte „Wunsch-Zielgruppe“ auszumalen. Wem unsere Musik gefällt der soll sie auch hören, egal welchen musikalischen oder kulturellen Background er / sie hat. Vielleicht schaffen wir es mit The Blackout Argument sogar die Genre-Barrieren die die Leute z.T. immernoch in ihren Köpfen haben ein Stück weiter einzureissen, wünschenswert wäre es auf jeden Fall!

SJM: Deckt sich das Ergebnis „Decisions“ mit euren Vorstellungen, wie die Platte werden sollte, als ihr ins Studio gegangen seid? Stand das Album schon komplett, als ihr angefangen habt, aufzunehmen oder gab's da Überraschungen?

Chris: Die Songs waren so weit fertig als wir angefangen haben aufzunehmen aber wir sind auf jeden fall eine Studioband. Das heisst viele gute Ideen kommen uns erst im Studio und werden dann spontan umgesetzt. Lead-Gitarren oder Gesangsmelodien z.B. entstehen fast aussschließlich im Studio. Oftmals ist es einfach wichtig eine Idee aufgenommen zu hören da viele Dinge, insbesondere Feinheiten, im Proberaum einfach untergehen. Unterm Strich wussten wir aber ziemlich genau wie „Decisions“ werden sollte und haben darauf hingearbeitet.

SJM: Wie spiegelt sich die verschiedenen Einflüsse der einzelnen Bandmitglieder deiner Meinung nach in eurer Musik wieder? Wird es mit der Zeit eher leichter, damit als Band umzugehen oder schwerer? Mit Flyswatter und Paint The Town Red habt ihr ja sehr verschiedene musikalische Backgrounds...

Chris: Wie bereits oben erwähnt, jeder von The Blackout Argument hört im Endeffekt andere Musik und natürlich fließen diese musikalischen Präferenzen dann auch ins Songwriting mit ein. Ich sehe das aber eher als Stärke und weniger als Schwierigkeit. Wenn du eine Band aus 5 Jungen Kids hast die allesamt den ganzen Tag Nu Metal hören dann ist es relativ vorhersehbar wie es klingt wenn die sich zusammen in den Proberaum stellen.

SJM: Wie sehen die Pläne, die über das Release des Albums hinausgehen, konkret aus? Was habt ihr 2007 noch alles vor?

Chris: Das Album erscheint am 7.9. Natürlich wird es eine Releaseparty geben und bis Ende des Jahres auch noch eine Tour. Wir werden auch so viele Wochenend-Shows wie möglich spielen und versuchen das Album so gut es geht zu supporten. Außerdem haben wir noch 2 coole Musikvideos auf Tasche die demnächst auch veröffentlicht werden.

SJM: Das letzte Statement überlasse ich immer der Band. Gibt es etwas, das ihr noch loswerden oder gesagt wissen wollt?

Chris: Erstmal vielen Dank für das Interview und den Support. Wir laden alle Leute die unsere Songs mögen ein auf eine Show von uns zu kommen und uns vollzuquatschen, wir sind witzige Typen (hö) und freuen uns über jede Form des Feedbacks.

(Dennis Grenzel)


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FoMP

Germany
Date: 2007-07-25

The Blackout Argument aus München, bestehend u.a. aus ehemaligen Mitgliedern bekannter Bands wie PAINT THE TOWN RED und FLYSWATER, haben es mit ihrem melodisch angehauchten modernen Youthcrew-Hardcore innerhalb kürzester Zeit geschafft, nicht nur das Interesse der geneigten Hardcoreszene auf sich zu lenken, sondern auch bei renommierten Labeln einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. So wurde vor kurzem via BASTARDIZED Recordings ihr Debutalbum „Munich Angst“ wiederveröffentlicht sowie der neueste Release „Munich Valor“ auf den Markt geschmissen. Doch damit nicht genug, umgehend wurde auch eine weitere Veröffentlichung mit dem Namen „Decisions“ für den Herbst 2007 auf LIFEFORCE Records angekündigt! Zu guter Letzt bekamen die fünf sympathischen Bayuvaren auch noch das Angebot, BOY SETS FIRE auf ihrer letzten Europatour zu begleiten. Aus diesem Anlass bekam ich die Gelegenheit, den Gitarristen Chris nach der, mit 2500 Leuten ausverkauften Show am 11.5.2007 im Schlachthof Wiesbaden zu interviewen.

Was hat euch dazu veranlasst, nun innerhalb kürzester drei Platten auf den Markt zu werfen?


Das hat sich mehr oder weniger so ergeben. Nachdem wir 2006 unsere Debut-MCD „Munich Angst“ veröffentlich haben, standen wir relativ bald mit LIFEFORCE RECORDS über die Veröffentlichung eines Albums in Gesprächen. Eine Veröffentlichung vor September 2007 war jedoch nicht möglich, weswegen wir uns spontan dazu entschlossen haben, eine weitere MCD („Munich Valor“) zur „Überbrückung“ bis dahin zu veröffentlichen. Song-Ideen hatten wir genug und Lust zu recorden sowieso. Mit Bastardized haben wir dann auch ein sehr cooles Label für das neue Release und die Wiederveröffentlichung von „Munich Angst“ gefunden.


Wie würdet ihr über die drei Alben eure musikalische Entwicklung beschreiben? Damit das Ganze nicht zu einfach wird, sollten die Worte „Eis am Stil“, „Eichhörnchen“ und „Kayalstift“ vorkommen…


Ha ha ha, ok los geht’s! Auf “Munich Angst” ging es zu wie bei „Eis am Stil“. Wir haben versucht, toughe Macho-Parts mit einfühlsamen Frauenversteher-Parts zu kombinieren ohne dabei jedoch speziell die weibliche Fraktion anzusprechen. Es ging hauptsächlich darum, das zu tun, worauf wir Lust hatten. Jeder hat die Musik ein wenig anders aufgefasst: für manche war es „melodischer Hardcore“, für andere sogar Metalcore und wieder andere empfanden unsere Songs als Emo-Screamo-lastig. Auf “Munich Valor” haben wir uns dann deutlich von der Kayalstift-Fraktion entfernt und eine für unsere Verhältnisse sehr toughe MCD veröffentlicht. Dennoch ist die Weiterentwicklung nachvollziehbar und keiner, der „Munich Angst“ bereits mochte, stand da wie ein Eichhörnchen im Wald.


In eurer Bio werden eure bisherigen Bands wie PTTR und Flyswater aufgeführt. Inwieweit haben diese Bands und die Erfahrungen mit ihnen euer Arbeiten mit BA beeinflusst?


Ich denke, Philip und ich haben bei FLYSWATTER und PTTR viel über professionelles Arbeiten als Band gelernt. Wir haben jeweils unzählige große und kleinere Shows gespielt, waren mehrfach auf Tour und dutzende Male im Studio. Diese Erfahrungen sind mit Sicherheit bei Blackout Argument mit eingeflossen. Aber auch persönliche Erfahrungen, welche die interne Dynamik einer Band betreffen, waren Teil des „Erbes“ von PTTR und FLYSWATTER. Es ist mit Bands ähnlich wie mit Beziehungen: du wirst mit jedem Mal erfahrener und „weiser“. Viel entscheidender ist es jedoch, ob man einfach „zusammen passt“ oder nicht.

Und welche Rolle spielen dabei die bisher der Öffentlichkeit vorenthaltenen (großartigen) Projekte wie EXIST und /I/ ? (Ich reiche ihm aus den Tiefen meiner Plattensammlung das Demo-Tape von EXIST aus dem Jahre 1996!!!)


Ha ha ha, die Anzahl der Personen auf diesem Planeten, die überhaupt wissen, dass ich vor PTTR schon in Bands gespielt habe, nimmt stetig ab EXIST und EMPIRE, meine ersten beiden Bands, waren sicherlich eine wichtige Erfahrung, auch, wenn wir an der professionellen Musikwelt nie teilgenommen haben. Durch die beiden Bands habe ich die DIY-Ethik verinnerlicht und gesehen, wie und DASS sie funktioniert. Eine extrem wichtige Erfahrung, die auch jetzt mit Blackout Argument immer noch von großer Bedeutung ist, besonders, wenn es um Themen wie Selbstbestimmung geht. /I/ bzw. PHOENIX RISING war dann so ein Zwischending und für mich der Wegbereiter, dass ich 2002 mit PTTR eine wirklich professionelle Band starten konnte.


Dieses Tape beweißt, dass ihr euch teilweise schon recht lange in der Szene aufhaltet und auch aktiv mitwirkt. Glaubt ihr persönlich, es würde heutzutage im Zeitalter von Myspace und MP3s überhaupt noch gehen, als junge Band ein Tape aufzunehmen und an den Mann bzw. die Frau zu bringen?


In gewissen Genres wie dem Old School / Youth Crew Ding geht das auf jeden Fall noch. Da stehen Tapes ja nach wie vor hoch im Kurs. Allgemein hat jedoch innerhalb der letzten 10 Jahre eine ungeheure Professionalisierung statt gefunden. Ich merke das vor allem ganz deutlich an den Bandbewerbungen für mein Label LET IT BURN RECORDS. Früher gab es da in der Regel krachige Proberaum-Aufnahmen zu hören (oftmals in der Tat auf Tape), heute wartet so gut wie jede Band mit einer professionellen Studio-Produktion auf, dass einem die Boxen weg fliegen!! Auf der einen Seite ist das natürlich cool, weil somit automatisch die Qualität des Endproduktes steigt. Auf der anderen Seite ist es auch schade, dass viel von dieser „einfach mal machen“-Mentalität flöten gegangen ist. Aber wer weiß, wo sich die Hardcore-Szene hinentwickeln wird…


Beschreibt doch bitte mal aus eurer Sicht die Dinge, die sich in den letzten Jahren geändert haben, u.a. Aufnahmetechniken, das Internet als Informationsplattform, ein anderer Anspruch an die Musik, um nur mal ein paar Stichworte zu liefern, bezogen auf eure Band und deren Arbeiten.


Es ist in der Tat so, dass Blackout Argument von Anfang an sehr professionell gearbeitet haben. Wir haben als Band darüber gesprochen und waren uns einig, dass dies der Weg ist, den wir gehen wollen. Konkret bedeutete das, dass wir beispielsweise was unseren Sound betrifft, immer auf höchste Qualität geachtet haben. Wir haben das Glück, dass unser Drummer ein Studio besitzt und da auch Ergebnisse erzielen kann, die unseren Ansprüchen durchaus genügen. Beim Songwriting verlassen wir uns ganz auf unsere bisherigen Band-Erfahrungen, womit wir bisher ganz gut gefahren sind. Wir wissen sehr genau, was wir wollen und wie unsere Songs am Ende zu klingen haben. Hier ist es ein entschiedener Vorteil, dass wir alle am selben Strang ziehen. Aber auch in den Bereichen Design, Merchandise, Web-Präsenz, etc. haben wir von Anfang an Qualität abgeliefert. Gerade in der Anfangszeit war das mit einigen Investitionen verbunden, wobei sich niemand von uns deswegen ruiniert hat. Das Internet hat gerade am Anfang ebenfalls einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir uns als Band von unserer professionellen Seite präsentieren konnten. Bevor wir unsere eigentliche Website online hatten, gab es so eine Art „Teaser-Webseite“ mit einem Sound-Fetzen und Minimal-Informationen, um bei den Leuten bereits vorab Interesse zu wecken. Als die echte Website dann online ging, hatten wir gleich einen Song zum Download bereit und relativ zeitig danach unsere erste Show angekündigt. Auch heute noch achten wir darauf, dass unsere Webseite und unser Myspace-Profil immer aktuell sind und wir den Leuten, die sich für Blackout Argument interessieren, regelmäßig neue Infos liefern. Unterm Strich denke ich, dass uns diese professionelle Arbeitsweise auch für größere Indie-Labels interessant gemacht hat und somit auch mitverantwortlich ist für den Deal mit Lifeforce Records.


Ihr habt trotz eurer relativ jungen Bandgeschichte bereits ein enormes Livepensum absolviert. Welche Reaktionen habt ihr dabei auf eure Musik erhalten?


Am Anfang, als uns noch keiner kannte, war es besonders spannend, zu sehen, wie uns das Publikum auffasst. Wir haben bewusst verschiedene Shows gespielt, um die Reaktionen des Publikums auszuchecken, aber auch um das Schubladen-Denken der Leute auf eine Probe zu stellen. So waren wir einige Tage mit STRENGTH APPROACH unterwegs, spielten mit SILENT DRIVE / THE HURT PROCESS aber auch mit Bands wie FINAL PRAYER, BOLD, ESTATE, CRASH MY DEVILLE, DEATH BEFORE DISCO, SHAI HULUD, etc. Die Reaktionen waren am Anfang sehr unterschiedlich und wir haben schon gemerkt, dass einige Kids echte Probleme damit hatten, nicht zu wissen, wo sie uns hinstecken sollen. Inzwischen kennen die Leute aber unsere Songs und wissen, was sie erwartet. Es gibt eigentlich auf jeder Show jemanden, der „The Fastbreak“ oder „Regret in Stereo“ mitsingt oder es zumindest versucht


Was zeichnet euch als Liveband aus? Mit welchen Worten würdet ihr eure Performance beschreiben?


Eis Am Stil – Eichhörnchen – Kayalstift. Ha ha ha, nein im Ernst, ich denke wir sind nicht die Muster Hardcore-Band und schon gar nicht die Muster Emo-/Screamo-Band. Heavy Metal sind wir auch nicht. Wir sind 5 vollkommen unterschiedliche Typen die ihre Gemeinsamkeit in genau dieser Band mit genau dieser Musik gefunden haben und genau da sehe ich auch die Stärke. Nachdem wir keine Kraft und Zeit damit verschwenden, einem bestimmten Image hinterher zu eiern, können wir uns live voll uns ganz auf das konzentrieren, was uns am meisten bedeutet: zu unserer Musik Espresso-Zombie-mäßig abrocken! 


Wie würdet ihr dabei die Unterschiede hinsichtlich den Konzerten und den Leuten in eurer Heimat Süddeutschland und anderen Teilen Deutschlands bzw. Europas benennen, wenn es denn welche gibt?


Also, bei PTTR war der Unterschied wesentlich deutlicher, was aber vielleicht daran lag, dass wir damals in erster Linie ein reines Hardcore-Publikum angesprochen haben. Bei Blackout Argument ist es noch zu früh, irgendwelche Prognosen dieser Art auf zu stellen, da wir JETZT ERST zum zweiten Mal in die Städte kommen. Zudem haben wir in einigen Ländern wie UK oder Skandinavien noch gar nicht gespielt.


Was erwartet ihr euch von der Tour mit BSF, angesichts der Tatsache, dass dies ihre letzte Tour hier in Europa sein wird? Entsteht dadurch nicht auch ein gewisser Druck, alles perfekt zu machen? Wie geht ihr damit um?


Wir haben uns natürlich im Vorfeld schon ein paar Gedanken gemacht, was wir tun können, um für uns persönlich aber auch als Band das Maximum aus dieser Tour herauszuholen, aber im Endeffekt kann man das nicht planen. Die Tour lief super, wir hatten eine hammer-gute Zeit und uns als Band hat es ebenfalls ein ganzes Stück weitergebracht. Druck in dem Sinne habe ich keinen verspürt, auch, wenn ich das eine oder andere Mal bei den größeren Shows etwas aufgeregt war hahaha!


Vielen Dank für das Interview!!!


Chris für THE BLACKOUT ARGUMENT;
Daniel Dietelbach für FoMP!


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Newcore

Germany
Date: 2007-07-18

Intro:


Wir sind ständig gezwungen Entscheidungen zu fällen. Einige davon sind Routine und zunächst nicht weiter von Bedeutung, andere haben sehr weitreichende Konsequenzen. Jedoch egal welche Entscheidungen wir treffen, sie Verandern unser Leben. Jede Entscheidung bringt Konsequenzen mit sich mit denen wir Leben müssen und die ihrerseits wieder neue Entscheidungen fordern. Es gibt kein "richtig" und "falsch", es gibt nur Optionen, unterschiedliche Wege die wir einschlagen können und die uns an neue Orte bringen.


Könntet ihr euch zuerst einmal kurz vorstellen und die Positionen in
der Band beschreiben?


Chris: Hey, ich bin Chris und spiele Gitarre bei The Blackout Argument. Neben mir spielen noch Philip (Drums), Raphael (Vox), Chris18 (Gitarre) und Sascha (Bass).


Für was steht der Name The Blackout Argument?


Chris: Der Name basiert auf einem Streit den ich mal mit einem Menschen hatte der mir sehr nahe stand. Das ganze ist total eskaliert und resultierte in einem Blackout auf beiden Seiten.


Die Band gibt es noch nicht so lange. Allerdings habt Ihr
innerhalb von einem guten Jahr bereits 3 Releases zu verbuchen.
Eine rasante Entwicklung die in einer gemeinsamen Tour mit Boy
Stets Fire und einem Deal mit dem renommierten Lifeforce Records Label
gipfelt. Beschreibe doch mal die Entwicklung aus Sicht der Band.


Chris: Du hast recht, die letzten 1,5 Jahre waren echt turbulent! Es sind eine Menge Sachen passiert wobei der Deal mit Lifeforce und die bevorstehene Veröffentlichung unseres Debut-Albums „Decisions“ wohl zu den coolsten Dingen bisher gehören. Wir freuen uns riesig darüber dass es für uns bisher so gut gelaufen ist und sehen das in keinster Weise als Selbstverständlichkeit. Wir hoffen, dass „Decisions“ von den Kids positiv angenommen wird und wir auch weiterhin coole Shows spielen werden.


Ab 10. September steht Eure erste Fulllength mit dem Titel
"Decisions" in den Plattenläden. Die beiden vorangegangenen EPs
erschienen auf Bastardized bzw. Engineer. Jetzt das Album auf
Lifeforce Records. Drei Veröffentlichungen auf drei verschiedenen
Labels. Wie kommt`s und plant Ihr nun bei Lifeforce längerfristig
veröffentlichen?


Chris: Unsere Labelsituation hat in der Tat bei einigen Leuten etwas Verwirrung hervorgerufen dabei war / ist das ganze gar nicht so kompliziert: Wir haben 2006 über Engineer Records unsere Debut-MCD „Munich Angst“ veröffentlicht. Diese war ziemlich schnell ausverkauft und da das Label nicht in der Lage war die Scheibe zeitnah nachzupressen haben wir uns darauf geeinigt das ganze von einem anderen Label neu auflegen zu lassen. Zeitgleich standen wir mit Lifeforce Records in Verhandlungen und haben Ende 2006 einen Deal mit ihnen unterzeichnet. Da Lifeforce einen ziemlich gefüllten Release-Plan haben für 2007 kommt unser „Decisions“-Album erst im September raus. Um die Zeit bis zum Release von „Decisions“ zu „überbrücken“ haben wir uns dazu entschlossen noch eine weiter MCD unters Volk zu bringen: „Munich Valor“. Wir waren schon länger mit Bastardized Recordings in Kontakt und sie waren unsere erste Wahl für die Veröffentlichung von „Munich Valor“. Da wir nicht 3 Releases auf 3 verschiedenen Label raus haben wollten, einigten wir uns darauf dass Bastardized zusätzlich zur neuen MCD auch das Re-Issue von „Munich Angst“, unserer alten MCD übernehmen.
Die Zusammenarbeit mit Lifeforce ist defintiv längerfristig. Ich sehe The Blackout Argument noch ziemlich am Anfang und Lifeforce können eine Menge für uns tun weshalb ich mich auf die nächsten Alben mit Ihnen sehr freue!


Wie kam der Deal mit Lifeforce Records zustande? Wie unterscheidet sich die Labelarbeit von Euren bisherigen Plattenfirmen? Welche Erwartungen verbindet Ihr mit dem Label und Eurem Album?


Chris: Eigentlich ziemlich unspäktakulär. Wir haben Stefan / Lifeforce eine Promo-CD zugeschickt und ihm hat es gefallen. Wir sind ins Gespräch gekommen und haben uns letztendlich auf einen Deal geeinigt. Lifeforce Records zählt nach wie vor zu den renomiertesten Underground-Labels Europas und das Label hat in Punkto Promotion und Vertrieb eine enorme Reichweite. Ich denke wir werden mit der Veröffentlichung von „Decisions“ als Band einen großen Schritt weiterkommen.


Der Albumtitel lautet "Decisions". Um welche Entscheidungen dreht es sich auf dem Longplayer?


Chris: Wir sind ständig gezwungen Entscheidungen zu fällen. Einige davon sind Routine und zunächst nicht weiter von Bedeutung, andere haben sehr weitreichende Konsequenzen. Jedoch egal welche Entscheidungen wir treffen, sie Verändern unser Leben. Jede Entscheidung bringt Konsequenzen mit sich mit denen wir Leben müssen und die ihrerseits wieder neue Entscheidungen fordern. Es gibt kein „richtig“ und „falsch“, es gibt nur Optionen, unterschiedliche Wege die wir einschlagen können und die uns an neue Orte bringen.


Zum Album habt Ihr einen Videoclip abgedreht. Ein teurer Luxus,
oder? Lohnt sich diese Investition für eine Band bzw. ein Label
überhaupt noch in Zeiten wo harte Gitarrenmucke im Fernsehen ein Schattendasein führt?


Chris: Wir hatten sehr Glück beim Video und konnten fast das komplette Equipment für umsonst ausleihen. Auch die Regie haben unsere Freunde von Raise Your Horns unentgeldlich übernommen. Im Endeffekt hat uns der ganze Spass nur ein paar Hundert Euro gekostet, sonst hätten wir es wohl auch nicht gemacht, zumindest nicht in diesem Aufwand. Wir sind froh dass das alles so cool geklappt hat und hatten eine Menge spass beim Videodreh. Ob das Video im Fernsehen eine Rolle spielt wage ich auch zu bezweifeln aber auf Youtube / im Internet ist es sicher ein cooles Feature.

Die Metal/Hardcoreszene hat ja das Phänomen alle Bands in
Schubladen zu kategorisieren Stichwort Emocore, Metalcore,
Deathcore, Screamo etc. Mir fällt es schwer Euch in eine
dieser Schubladen einzuordnen. Wie würdet Ihr Eure Musik selber
beschreiben? Wo liegen Eure Einflüsse?


Chris: Wenn es den Leuten schwer fällt uns zu kategorisieren haben wir alles richtig gemacht. Ich denke es ist längst überfällig dieses Schubladen-Denken hinter uns zu lassen. Die meisten dieser Genre-Beschreibungen sind nur von Plattenfirmen und Promoagenturen gemacht und ein bestimmtes Produkt zu vermarkten und werden den betitelten Bands oftmals nicht gerecht. Natürlich ist es wichtig dass sich ein potentieller Hörer im Vorfeld etwas unter einer Band vorstellen kann, ich halte es aber für wesentlich sinnvoller einfach ein paar Songs zum hören bereit zu stellen anstatt eine band als „die neue grosse new wave of thai-metal-screamo-pop-core-Hoffnung“ oder ähnliches anzupreisen.
Unsere musikalischen Einflüsse sind sehr breite gefächert und reichen von hardcore und metal über rock/pop bis hin zu country. Die Songs die wir mit The Blackout Argument schreiben würde ich jedoch am ehesten als melodischen oder rockgien Hardcore bezeichnen. Einfache Song-Strukturen, harte aber dennoch melodische Riffs, schnelle Parts, groovige parts, cleaner Gesang und Screams. Eigentlich nicht gerade die Neuerfindung des Rades, umso mehr freut es mich wenn die Leute Probleme damit haben uns zu kategorisieren!


Wie sieht ein typischer Tag im Leben eines The Blackout Argument Bandmembers aus? Was macht Ihr neben der Musik?


Chris: Stress. Hahaha, nein nur Spass. Natürlich haben wir neben der Band auch noch andere Aktivitäten / Jobs am Start. Ich selbst arbeite für die Uni München und hab Let it Burn Records am laufen. Sascha ist freischaffender Programmierer und fängt im Oktober an Elektrotechnik zu studieren. Chris18 arbeitet als DVD-/Blueray-Programmierer, Raphael ist gelernter Erzieher und Philip hat ein Recording-Business am laufen.


Ihr kommt aus München, wie sieht dort die Szene aus?


Chris: Die Szene in München ist nicht sonderlich groß aber dafür umso bunter. Es gibt eine Menge unterschiedlicher Bands und es gibt regelmäßig Shows. Viele der Leute in München sind schon echt eine lange Zeit dabei und es ist sehr cool auf shows regelmäßig bekannte Gesichter zu sehen. Ich würde sagen die Szene in München ist auch was Trends und Moden betrifft nicht ganz so anfällig und kurzlebig wie anderswo.


Was steht in der nächsten Zukunft an? Werdet Ihr Touren,
irgendwelche anderen Projekte geplant?


Chris: Wir werden im September / Oktober touren um das neue Album so vielen Leuten wie möglich vorzustellen. Natürlich wird es auch eine Menge Einzel- und Wochenend-Shows geben. Ansonsten starten wir demänchst mit dem Songwriting für unser nächstes Album. Klingt vielleicht etwas verfrüht da ja Decisions im September erst rauskommt, aber je mehr Songs wir haben und je mehr Zeit diese reifen können, umso besser wird das nächste Album ;-)


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Fenix Webzine

Portugal
Date: 2007-07-01

The Blackout Argument (meaning of the name, short bio, discography, highlights, …):


The Blackout Argument started in late 2005 from the Ashes of Paint the Town Red and Flyswatter. The main concept was to write heavy yet melodic songs and to push the band forward. Within a short time span we released a MCD on Engineer Records (Munich Angst), which has been re-released by Bastardized Recordings in 2007, another MCD (Munich Valor) on Bastardized, played an endless amount of shows, toured with Boy Sets Fire and have the release of our debut-album (Decisions) scheduled for September 2007. The name is based on a fight / quarrell I had with a close friend of mine that totally escalated and resulted in a furious blackout on both sides.


“Decisions” (rehearsing / writing process, recording process, label, …):


We started writing the songs for “Decisions” in Spring 2006 already. We wanted to have a large amount of songs to select from to make sure the album becomes a close concept. In Summer 2006 we finished a 5-song pre-production and sent it out to a couple of labels that already showed interest earlier, amongst them was Lifeforce Records. Lifeforce is a well-respected and hard-working label and we happily decided to sign with them in late 2006. The Songs were already recorded by then and we started mixing and mastering “decisions” at the Kohlekeller Studios under the direction of Kristian “Kohle”. We are very happy with the result and “Decisions” turned out to be exactly how we wanted it to sound.


Lyrics (influences, subjects, ideas, messages, …):


All our lyrics can be traced back to experiences we made, so most of them are kept very personal and often emotional. However “Decisions” is not about telling other people how much we suffer or how many hard times we’ve been through. The lyrics are honest and always show both sides of the coin. Life is about making decisions and dealing with the consequences. There is no “right” or “wrong”, no “good” or “bad”, just different paths to follow.


Album frontcover / artwork (who, why, meaning, …):


The artwork was created by Aaron / Sons of Nero who did an amazing job! Everything is kept in a pretty dark Frank Miller-Like comicstyle and reflects the album-concept of making decisions and facing their consequences.

Live tour to promote the new record:


We are planning to tour Europe in September or October in order to introduce “Decisions” to as many kids as possible. We’re really looking forward to this!


Musical (and other) influences:


Hard to say… we all got totally different musical backgrounds and draw our influences from all kinds of styles: rock, hardcore, emo, metal, pop, even country music…


Final Message:


Thanks for your interest in The Blackout Argument. Feel free to get in touch!


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Heartbeatmedia

Germany
Date: 2007-07-01

1. So dann stell dich doch bitte erst einmal vor und erzähl mal, welchen Part du bei The Blackout Argument übernimmst.


Hey, ich bin Chris, 28 und spiele bei Blackout Argument Gitarre.


2. Faß doch bitte einmal zusammen, wie die Band überhaupt enstanden ist und ob die Formation sich in der Zwischenzeit mal geändert hat.


Ende 2005 habe ich angefangen mit Philip von Flyswatter zusammen zu spielen. Wir hatten relativ fix 5 songs fertig mit denen wir uns dann auf die suche nach weiteren Musikern gemacht haben und relativ bald Sascha (Bass), Chris (Gitarre) und sinan (Gesang) gefunden haben.


3. Welches Ziel verfolgt ihr mit der Band? Wollt ihr davon leben können oder macht ihr das nur zum Spaß?


Ich denke es wäre ziemlich naiv von heute auf morgen alles stehen und liegen zu lassen und sich einzubliden von der Band leben zu können. Zwar läuft es für The Blackout Argument seit Beginn richtig gut aber ich sehe die Band trotzdem noch ziemlich am Anfang ihrer Laufbahn. Der Spass steht auf jeden Fall im Mittelpunkt wobei es uns mehr glücklich macht voran zu kommen, Platten zu veröffentlichen und viele Shows zu spielen, anstatt im Proberaum abzuhängen und ein und das selbe Riff in 100 Variationen auszuprobieren. Always on the run!

4. Euer erstes Release hieß „Munich Angst“. Was wolltet ihr denn dem Volk mit dieser Scheibe näher bringen?

„Munich Angst“ waren die ersten 5 Songs die wir geschrieben haben. Diese Songs waren wichtig um uns „vorzustellen“ und unsere musikalischen Grenzen zu definieren.


5. Auch eure 2. Veröffentlichung war wieder eine MCD. Nehmt ihr denn in absehbarer Zeit auch mal ein Full-Length Album auf?


Stimmt, wir haben gleich danach mit „Munich Valor“ eine weitere MCD veröffentlicht. Allerdings wussten wir zu diesem Zeitpunkt schon dass wir im September 2007 bei Lifeforce Records unser Album veröffentlichen werden. Die CD heisst „Decisions“ und befindet sich derzeit in der Promo.


6. Ihr scheint ja ziemlich in Eurer bayrischen Heimat verwurzelt zu sein oder wie kommt es, dass jedesmal das Wörtchen „Munich“ in den Titeln der MCD's auftaucht?


Wir werden relativ häufig in Interviews auf die beiden Titel „Munich Angst“ und „Munich Valor“ angesprochen. Hierzu eine kurze Erläuterung: “Munich Angst“ beschreibt ein allumfassendes, bedrückendes Gefühl der Einengung basierend auf der Isolation des Individuums welche durch eine Großstadt wie München hervorgerufen werden kann. München achtet in vielerlei Hinsicht schon fast schon „klinisch“ darauf, dass Andersartigkeit keine oder nur wenig Chance hat. Als Teil einer Subkultur, vollkommen egal welcher, wird man durch konservative Kräfte immer wieder darauf aufmerksam gemacht dass man „verkehrt“ ist und nicht reinpasst. Das Wort „Angst“ steht also für ein Gefühl der Isolation und Ausgrenzung.
Der Titel unserer neuen EP „Munich Valor“ knüpft genau hier an und beschreibt die Initiative des Individuums sich gegen diese Isolation zu wehren, nicht zu stagnieren sondern sich für die Dinge an die man glaubt stark zu machen und sie, auch gegen Wiederstand, lautstark zu artikulieren und zu leben. Man kann das ganze auch auf einen sehr persönlichen Leven runterbrechen: „dedicated to everyone who has been broken but not killed“ (Zitat aus dem Booklet). Jede Enttäuschung, jeder Rückschlag, egal wie tough und schmerzhaft, zieht eine Chance auf einen Neuanfang nach sich. „Valor“ bedeutet in diesem Zusammenhang sich wieder aufzurichten und den Mut zu haben sich zu wehren. Dieser Zyklus aus Rückschlag und Neuanfang beschreibt einen Großteil unseres Daseins. In dem Moment wo man den Mut verliert, aufhört sich zu wehren und neue Kraft zu schöpfen ist man quasi schon tot.
Natürlich ist es darüber hinaus jedem freigestellt wie er „Munich Angst“ und „Munich Valor“ versteht. Ich denke da gibt es sehr viele Ansätze die Sinn machen, auch wenn man nicht aus München kommt


7. Wisst ihr denn schon wie das nächste Album/MCD heissen wird?


Wissen wir! Es ist ein Album, heisst „Decisions“ und erscheint am 7. September auf Lifeforce Records.


8. Glaubst du an die Evolution oder die Wiedergeburt oder daran, dass vor allem der Bayer vom Affen abstammt?


Zum ernsten Teil deiner Frage: Ich glaube an Wiedergeburt, nach meinem Empfinden ist das die einzig logische Konsequenz die einem bewusst geführten Leben folgen kann. Zum albernen Teil deiner Frage: Der Bayer ansich stammt dem Elch ab, das weiss nur keiner. Die optischen und akustischen Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen.


9. Bist du gläubig oder eher atheistisch veranlagt?


Ich würde mich selbst als spirituellen Menschen bezeichnen, halte jedoch von organisierter Religion sehr wenig. Ich mache mir viele Gedanken über mich, mein Innenleben und mein Umfeld und stoße dabei immer wieder an Grenzen die eine logische Erklärung strikt nach unseren geltenden Naturgesetzen nicht zulassen.


10. Was hälst du von Hardcorebands, die christliche Lyrics in ihren Songs verarbeiten und wie stehst du zur Kirche?


Hardcore war seit jeher mehr als nur Musik und in erster Linie ein Sprachrohr für die die etwas zu sagen haben. Deshalb kann ich es gut nachvollziehen wenn Christen diesen Musikstil / diese Szene zu ihren zwecken nutzen. Dennoch halte ich nichts davon, da das Christentum (und auch die meisten anderen organisierten Religionen / Sekten) 100% konträr zu meiner Vorstellung einer Punk/Hardcore-Ethik laufen.


11. Hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, wie die Löcher in den Käse kommen?


Für so was gibt’s doch Gallileo auf Pro7! ;-)


12. Wie ordnet ihr Euch selber stilistisch ein und was bedeutet es Euch, in der Band bzw. Hardcore zu sein?


Wir machen es uns da immer recht einfach und sagen einfach „Melodischer Hardcore“ oder „Hardcore-Rock“. Das trifft es wohl am besten. Mit dem Emo-/Screamo-Genre haben wir sehr wenig gemeinsam. Bei genaueren Hinhören kann man erkennen, dass unsre Songs trotz cleanen Gesangsparts und eingängigen Melodien dennoch sehr direkt und geradlinig sind. Die Riffs sind einfach und druckvoll, die Texte frei von Selbstmitleid. Bei uns gibt’s auch keine wilden Frisuren, keine engen Hosen, keine schwarzen Klamotten und (traurig aber wahr) kaum kleine Mädchen im Publikum hahaha ;-) Ich denke Fans von EVERGREEN TERRACE, STRETCH ARMSTRONG, BOY SETS FIRE, IT DIES TODAY, IGNITE oder CALICO SYSTEM können mit unserer Musik viel anfangen.

13. Wie würdet ihr selber Eure Entwicklung beschreiben, wenn man mal „Munich Angst“ mit „Munich Valor“ vergleicht?


Ich denke „Munich Valor“ ist ein ganzes Stück härter und geradliniger ausgefallen als „Munich Angst“. Die Songs sind alle in einem sehr kurzen Zeitraum und 100%ig aus dem Bauch heraus entstanden, was man, wie ich finde, deutlich hört. Das kommende Album ist vom Songwriting her wieder etwas abwechslungsreicher, da wir auf 40 Minuten Spielzeit der CD drauf achten wollten dass es dem Hörer nicht langweilig wird. Neben einigen hardcore-lastigeren Songs gibt es auch ruhigere Parts / Songs und ein paar „Besonderheiten“ die vielleicht so niemand von uns erwartet hätte.


14. Ihr habt ja auch einen Labeldeal an Land gezogen. Erzähl doch bitte mal ein wenig darüber.


Wie bereits erwähnt, für die kommenden Alben werden wir mit Lifeforce Records zusammenarbeiten worauf wir uns sehr freuen. Stefan, Arne und Co machen einen super Job und Lifeforce zählen nicht ohne Grund zu den renomiertesten europäischen Indie-Labels.


15. Was habt ihr für dieses Jahr noch alles geplant?


Wir werden im September / Oktober so viele Shows wie möglich spielen um das neue Album zu supporten. Natürlich wird es auch eine Releaseparty geben, die ist am 1.9. in München / Backstage zusammen mit unseren Busen-Freunden von ESTATE. Außerdem wird es noch 2 Videos zum Album geben die die nächsten Wochen angekündigt werden.

16. Any last, important words?


Nein, im moment nicht


17. Danke für das Interview und weiterhin jede Menge Erfolg für euch.


Vielen Dank für dein Interesse und den Support! Wir wissen das zu schätzen!!


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Eightball

Germany
Date: 2007-06-01

Erst einmal freu ich mich über die Möglichkeit dieses Interview mit euch(dir ) zu führen.


Hey, vielen Dank für dein Interesse an Blackout Argument.


Würdest du(ihr), dich(euch) bitte mal unseren Leser Vorstellen?


The Blackout Argument sind seit ihrer Gründung Sascha (Bass), Sinan (Gesang), Philip (Drums), Chris18 (Gitarre) und ich, Chris Z (Gitarre). Jeder von uns hat vorher schon in anderen Bands gespielt wobei FLYSWATTER und PAINT THE TOWN RED davon die bekanntesten sein dürften. Wir haben uns Ende 2005 zusammengefunden und im März 2006 unsere erste Show gespielt. Seitdem geht es drunter und drüber, ständig passiert was neues. Gleich geblieben ist der Spass den wir an der Sache haben. Neben der Band haben wir alle Jobs die mehr oder weniger auch etwas mit Musik / Medien zu tun haben.


Seit wann gibt es euch?


Angefangen zu proben haben wir im zweiten Halbjahr 2005, das Linu-Up war dann Anfang 2006 komplett und im März 2006 haben wir unsere erste Show zusammen gespielt.


Wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen?


Der Bandname basiert auf einem verheerenden Streit den ich einmal mit einer Person hatte die mir sehr Nahe stand. Das ganze ist total eskaliert und endete auf beiden Seiten in einem Blackout.


Wie seid ihr auf das Label Bastardized Records gestoßen? Wie läuft die Zusammenarbeit?


Wir waren bereits seit unserem ersten 3-Song Demo mit Bastardized im Gespräch, entschieden uns damals jedoch für Engineer Records da deren Releaseplan eine unmittelbare Veröffentlichung zuliess. Für unsere neue MCD „Munich Valor“ und die Wiederveröffentlichung von „Munich Angst“ MCD haben wir die Gespräche mit Bastardized wieder aufgenommen und wurden uns schnell einig. Bastardized sind ein sehr cooles, professionelles Label und die Zusammenarbeit läuft extrem gut!


Nun habt ihr gerad „Munich Angst“ rausgebracht, wie verliefen die Aufnahmen zum Silberling?


„Munich Angst“ ist bereits 2006 erschienen und wurde jetzt von Bastardized nur wiederveröffentlicht. Du meinst wahrscheinlich unsere aktuelle MCD mit dem Titel „Munich Valor“. Da kann es leicht zu verwechlsungen kommen ;-) Die Aufnahmen zu „Munich Valor“ waren eine sehr interessante Erfahrung. Wir haben die komplette MCD in 6 Wochen geschrieben, aufgenommen und gemischt / gemastert. Alle Songs sind direkt aus dem Bauch heraus entstanden und wurden sofort aufgenommen. Ebenso war es mit den Texten. Ich denke das kann man hören und es ist genau die Stärke von „Munich Valor“.

Hat der Titel „ Munich Angst“ eine Bedeutung oder wollt ihr mit dem Titel den Hörern es selber überlassen wie er es interpretiert?


Wir werden relativ häufig in Interviews auf die beiden Titel „Munich Angst“ und „Munich Valor“ angesprochen. Hierzu eine kurze Erläuterung: “Munich Angst“ beschreibt ein allumfassendes, bedrückendes Gefühl der Einengung basierend auf der Isolation des Individuums welche durch eine Großstadt wie München hervorgerufen werden kann. München achtet in vielerlei hinsicht schon fast schon „klinisch“ darauf, dass Andersartigkeit keine oder nur wenig Chance hat. Als Teil einer Subkultur, vollkommen egal welcher, wird man durch konservative Kräfte immer wieder darauf aufmerksam gemacht dass man „verkehrt“ ist und nicht reinpasst. Das Wort „Angst“ steht also für ein Gefühl der Isolation und Ausgrenzung.
Der Titel unserer neuen EP „Munich Valor“ knüpft genau hier an und beschreibt die Initiative des Individuums sich gegen diese Isolation zu wehren, nicht zu stagnieren sondern sich für die Dinge an die man glaubt stark zu machen und sie, auch gegen Wiederstand, lautstark zu artikulieren und zu leben. Man kann das ganze auch auf einen sehr persönlichen Leven runterbrechen: „dedicated to everyone who has been broken but not killed“ (Zitat aus dem Booklet). Jede Enttäuschung, jeder Rückschlag, egal wie tough und schmerzhaft, zieht eine Chance auf einen Neuanfang nach sich. „Valor“ bedeutet in diesem Zusammenhang sich wieder aufzurichten und den Mut zu haben sich zu wehren. Dieser Zyklus aus Rückschlag und Neuanfang beschreibt einen Großteil unseres Daseins. In dem Moment wo man den Mut verliert, aufhört sich zu wehren und neue Kraft zu schöpfen ist man quasi schon tot.
Natürlich ist es darüber hinaus jedem freigestellt wie er „Munich Angst“ und „Munich Valor“ versteht. Ich denke da gibt es sehr viele Ansätze die Sinn machen, auch wenn man nicht aus München kommt.

Man kann euch ja nicht in irgendeine musikalische Schiene packen. Wie würdet ihr euren Sound und Stil beschreiben?


Wir machen es uns da immer recht einfach und sagen einfach
„Melodischer Hardcore“ oder „Hardcore-Rock“. Das trifft es wohl am besten. Mit dem Emo-/Screamo-Genre haben wir sehr wenig gemeinsam. Bei genaueren Hinhören kann man erkennen, dass unsre Songs trotz cleanen Gesangsparts und eingängigen Melodien dennoch sehr direkt und geradlinig sind. Die Riffs sind einfach und druckvoll, die Texte frei von Selbstmitleid. Bei uns gibt’s auch keine wilden Frisuren, keine engen Hosen, keine schwarzen Klamotten und (traurig aber wahr) kaum kleine Mädchen im Publikum hahaha ;-) Ich denke Fans von EVERGREEN TERRACE, STRETCH ARMSTRONG, BOY SETS FIRE, IT DIES TODAY, IGNITE oder CALICO SYSTEM können mit unserer Musik viel anfangen.

Wie entstehen eure Texte? Sind es Geschichten aus dem wahren Leben?


Die Texte schreiben Sinan (unser Sänger) und ich. Wir haben da beide einen ähnlichen Stil / Herangehensweise. Die Texte sind sehr emotional und persönlich. Wir haben beide einen Weg gefunden die Dinge die wir erleben und das was sie mit uns machen so festzuhalten und z.T. auch zu verarbeiten. Oftmals wird ein komplexes oder verfahrenes Erlebnis auf einmal sehr transparent wenn man darüber schreibt.


Was sind denn eure bisherigen Highlights gewesen?


Die Tour mit BOY SETS FIRE im Mai war defintiv ein Highlight, aber auch unsere Shows in Berchtesgaden oder unser erster Italien-Trip wird uns ewig in Erinnerung bleiben.


Was sind eure Hobbies neben der Musik?


Philip unser Drummer betreit mit Suiseidl Records noch ein Tonstudio, unser Sänger Sinan macht Booking und Grafikarbeiten, Sascha ist ein Sportler, ich selbst mache nebenher noch LET IT BURN RECORDS und gehe oft mit Chris18 nachts um 12 einen Espresso Doppio im Neros trinken hahaha

Wenn ihr die Möglichkeit hättet eine Tour selbst zusammen zu stellen, mit welchen 4 Bands würdet ihr gerne mal die Bühne teilen?


Wow das ist tough… Also mit Sicherheit wären ESTATE dabei, einfach weil es die coolsten Typen sind. Dann natürlich JUSTIN TIMBERLAKE damit die Shows auch gut besucht sind hahaha. Ach ja und IRON MAIDEN wären cool, sind ne super live band. Um etwas musikalische Abwechlsung reinzubringen packen wir am besten noch AZAD mit drauf. Passt!


Wie denkt ihr über das Thema „ Filesharing“?


Daran ist im Prinzip nix verkehrt. Für viele kleinere Bands ist es eine Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit einen großen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Aus Labelsicht ist das natürlich problematischer, wobei es im Independent-Bereich sicherlich verkraftbar ist und als „Promotion“ durchgeht.


Was sind eure Pläne für die Zukunft?


Im Moment schneiden wir gerade das Video zu „Remain in Silence“ fertig was als Bonus auf unserem kommenden Album im September auf Lifeforce enthalten sein wird. Ansonsten planen wir im September, passend zum Release noch mal auf Tour zu gehen, und zwar zusammen mit den bereits erwähnten Buben von ESTATE. Das wird sicher ne feine Sache!


Nun habt ihr die Möglichkeit ein paar letzte Worte an unsere Leser zu richten!


Vielen Dank für das Interview und den Support. Schreibt uns!


Danke für das Interview und ich hoffe das wir euch demnäxt mal Live in der Region erleben dürfen


Das hoffe ich auch! ;-)


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Ownblood

Germany
Date: 2007-06-01

OBM: Als erstes stellt euch und eure Band doch einmal unseren Lesern vor!

The Blackout Argument sind seit ihrer Gründung Sascha (Bass), Sinan (Gesang), Philip (Drums), Chris18 (Gitarre) und ich, Chris Z (Gitarre). Jeder von uns hat vorher schon in anderen Bands gespielt wobei FLYSWATTER und PAINT THE TOWN RED davon die bekanntesten sein dürften. Wir haben uns Ende 2005 zusammengefunden und im März 2006 unsere erste Show gespielt. Seitdem ist viel passiert und es scheint so turbulent weiterzugehen. Neben der Band haben wir alle Jobs & Hobbies wie Programmierer, Grafiker, Booker, Labelboss und Sound Engineer.


OBM: Was macht “The Blackout Argument” aus, worin liegen eure stärken als Band?

Ich denke unsere grosse Stärke ist, dass wir das tun worauf wir Lust haben und uns nicht in irgendwelche Schubladen zwängen lassen. Uns ist vollstens bewusst dass wir keine „Muster-Hardcore-Band“ sind. Genausowenig entsprechen wir dem Klischee einer Emo-/Scremo-Band mit schwarzen engen hosen, geschminkten Augen und Popper-Frisur. Metalheads sind wir sowieso nicht. Dennoch schaffen wir es mit unserer Musik eine große Bandbreite an kids aus verschiedenen Genres anzusprechen. Das ist eine tolle Position für uns und wir genießen das sehr. Abgesehen von unserem breitgefächerten Publikum das wir ansprechen, liegt eine weitere Stärke ohne Zweifel in unserem Ehrgeiz. Jeder von uns investiert eine Menge Zeit und Grips in die Band, sei es beim Songwriting, Recording, Texte verfassen, booking, webseite, artworks etc. etc. Wir ziehen alle an einem Strang und haben ähnlich konkrete Vorstellungen was wir wollen.


OBM: Wie ist Lifeforce damals auf euch aufmerksam geworden und wie ist die zusammen Arbeit mit beiden Labels (Lifeforce und Bastardized Recordings)?


Das ist eigentlich ziemlich unspäktakulär, wir haben Stefan von LIFEFORCE damals einfach eine Demo-CD der ersten Songs geschickt und er fand es sofort interessant. Wir haben nichts konkretes vereinbart aber waren weiterhin in Kontakt. Als dann die ersten Album-Songs entstanden sind haben wir ihm diese wieder geschickt und haben angefangen konkret über eine Zusammenarbeit zu sprechen. Nach ein paar Wochen waren wir uns einig und haben den Vertrag unter Dach und Fach gehabt. Stefan hat großen Plan von dem was er tut und wir sind auf LIFEFORCE super aufgehoben.Die Zusammenarbeit mit BASTARDIZED war / ist ebenfalls sehr cool. Wir sind froh, dass wir bei ihnen die beiden MCDs „Munich Angst“ und „Munich Valor“ rausbringen konnten. Die Promo die sie dafür gemacht haben war echt klasse und hat uns ein ganzes Stück weiter gebracht


OBM: Ihr habt bereits zwei EP’s veröffentlicht (Munich Angst und Munich Valor), wann werdet ihr euer erstes full length Album veröffentlichen?


Das Album kommt Anfang September auf Lifeforce und wird „Decisions“ heissen.


OBM: Steckt hinter euren Namen für euch eine besondere Bedeutung oder warum habt ihr diesen gewählt?


Der Bandname basiert auf einem verheerenden Streit den ich
einmal mit einer Person hatte die mir sehr Nahe stand. Das ganze ist total eskaliert und endete auf beiden Seiten in einem Blackout.


OBM: Von wem lasst ihr eure CD Covers gestallten? Bringt ihr eure eigenen Ideen dabei ein oder lasst ihr dem Designer da freie Hand?


Das erste CD-Artwork, was auch für das 2-CD-Special Package in veränderter Form wieder herhalten musste ist von einem amerikanischen Designer names Justin / Angry Blue. Die Grafiken auf „Munich Angst“ und „Munich Valor“ sind von Burning West, einer schwedischen Design-Agentur. Wir arbeiten fast immer mit externen Designer zusammen weil wir damit einfach die besten Erfahrungen gemacht haben. Es ist ein großer Vorteil jemand Außenstehendes zu haben, solche Leute haben einen ganz anderen Blick auf die Band und können viel konstruktiven Input bringen. Meistens lassen wir den Designer vollkommen freie hand. Lediglich die Musik und die Texte bekommen sie vorgesetzt aber ansonsten lassen wir sie einfach machen. Bisher sind wir damit (auch bei Shirt-Designs) immer gut gefahren.


OBM: Habt ihr als ihr mit "The Blackout Argument" angefangen habt, je gedacht so weit zukommen?


Wir waren uns schon von Anfang an einig dass wir Gas geben wollen und nicht in München versauern wollen. Wie sich die Dinge dann aber letzendlich entwickelt haben haben wir uns nicht konkret ausgemalt. „So weit zu kommen“ ist ja auch immer relativ, es geht immer „weiter“. Solange wir uns aber über jeden kleinen oder größeren Erfolg freuen ist alles in Ordnung und ich weiss dass wir das richtige tun.


OBM: Momentan ließt man einige Berichte über euch, wie findet ihr diesen Rummel um euch ?


Ich empfinde es eigentlich gar nicht so als „Rummel“ oder „Hype“. Wir haben halt innerhalb von kurzer Zeit 2 Releases rausgebracht, da ist es klar dass von Seiten der Presse eine gewisse Aufmerksamkeit vorhanden ist. Ansonsten merken wir nicht viel, alles ist eigentlich beim alten, wir spielen unsere Shows und freuen uns dass langsam aber stetig immer mehr leute unsere Songs kennen hahaha J


OBM: Wer von euch kam eigentlich auf die Idee eine Band zugründen, kanntet ihr euch schon vorher?


Nachdem sich meine damalige Band PAINT THE TOWN RED 2006 aufgelöst haben war von anfang an klar dass ich etwas neues starten würde. Ich wollte endlich mal etwas melodisches machen, ein wunsch den ich schon lange hegte. Bei Philip war es ähnlich. Wir kannten uns vorher noch nicht persönlich. Wir haben dann telefoniert und waren uns ziemlich schnell einig in welche musikalische Richtung das ganze gehen sollte. Nach einigen proben standen die ersten 5 songs und wir haben weiter Musiker gesucht die auf so einen sound bock hatten, was dann auch ziemlich fix ging. Philip hat Sascha gefunden, ich hab Sinan gefunden, Sinan hat Chris18 mitgebracht. Fertig war das Line-Up


OBM: Was für musikalische Einflüsse habt ihr eigentlich, lasst ihr euch von diesen beeinflussen oder versucht ihr nur euren eigen Still zu spielen oder zu finden?


Wir werden in Interviews oft gefragt, wie wir unseren Stil beschreiben oder klassifizieren würden. Das ist meiner Meinung nach ein gutes Zeichen, da wir wohl nicht so leicht zu einzuordnen sind hahaha. Ich mache es mir meistens einfach und sage dass wir „melodischen Hardcore“ spielen. Auch die Bezeichnung „Hardcore-Rock“ kommt der Sache ziemlich nahe. Die Song-Strukturen und Riffs sind einfach und druckvoll, auf jeden Fall stark am Hardcore der 90er Jahre angelehnt. Die Refrains und gesangs-Melodien sind sehr catchy und poppig, ohne dabei jedoch weinerlich zu wirken. Es gibt schnelle parts, ruhige parts und ne menge rockige parts. So in der Art…Bands die uns irgendwie beeinflusst haben gibt es eine ganze Menge, sicherlich auch viele Nicht-Hardcore/Metal/-Bands, aber so direkt auf unseren Sound hat sich eigentlich keine Band ausgewirkt


OBM: Ihr habt eure neue EP "Munich Valor" in nur sechs Wochen eingespielt, wir habt ihr das in der kurzen Zeit geschafft?


Wir waren uns selbst nicht sicher, dass es klappen würde aber es hat sich ganz von alleine entwickelt. Die Songs brannten förmlich in uns und wollten nur raus. Bei den Texten war es ähnlich. Sinan und Ich hatten beide gerade Dinge erlebt die in Worte gefasst werden wollten. Da unser Drummer sein eigenes Studio besitzt war das Recording sehr stressfrei und wir haben direkt beim Aufnehmen noch an den Songs gefeilt. Wir haben die Songs auch ohne viel Schnick-Schnack recorded, weniger spuren als beispielsweise auf dem Album, kaum Effekte, einfach nah und greifbar. Nach 6 Wochen war alles im Kasten und wir waren selbst überrascht wie zufrieden wir am Ende mit dem Ergebnis „Munich Valor“ waren


OBM: Wie kann man sich eure Arbeit im Studio Vorstellen, arbeitet ihr erst an den Riffs usw. und dann an denn Lyrics oder umgekehrt?


Eigentlich läuft es fast immer gleich. Chris18 oder ich kommen mit ein paar Riffs und einer groben Idee bezüglich des Ablaufs in den Proberaum wo das ganze dann ausgearbeitet wird. Meistens steht der Song dann am Ende der Probe. Die Texte entstehen unabhängig davon. Sinan und ich schreiben wann immer uns danach ist. Wenn es dann ans aufnehmen geht überlegen wir uns welcher Text auf welchen Song passen könnte und passen das ganze dann an. Den letzten Feinschliff, vor allem am Gesang machen wir dann meistens im Studio.


OBM: Was habt ihr für die Zukunft alles noch geplant und was steht noch für dieses Jahr an?


Natürlich das „Decisions“ Album auf Lifeforce im September. Da arbeiten wir gerade an den letzten Dingen wie Artwork, Enhanced-Part, etc. Gleichzeitig wird unser Musikvideo zum Song „Remain in Silence“ sowie ein Live-Video zu „Abandon, Good Guy“ fertig, die aller vorraussicht nach als Bonus mkit aufs Album kommen werden. Im September gehen wir noch mal auf Tour, dieses mal mit unseren Freunden von ESTATE. Ansonsten spielen wir natürlich weiterhin Single- und Wochenendshows und versuchen alles abzugrasen wo wir noch nicht waren…


OBM: Wie ist eure Einstellung zu "Straight Edge"?


Ich selbst bin der einzige in Blackout Argument der Edge ist, deshalb kann ich dir Frage nur für mich beantworten. Mir ist das ganze auch nach 12 Jahren noch sehr wichtig, auch wenn es zu einer „alltäglichen Sache“ geworden ist über die ich nur selten spreche. Ähnlich wie Zähneputzen, es macht einfach Sinn für mich und ich brauch das nicht ständig jemanden erzählen oder damit hausieren gehen.


OBM: Als letztes könnt ihr noch etwas zu unseren Lesern und euren Fans sagen!


Vielen Dank fürs auschecken. Wer bock hat soll uns auf Myspace oder per Email schreiben. Danke für das Interview und den Support!


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Wastin

Germany
Date: 2007-06-01

1. Hi und danke, dass ihr euch die Zeit für ein kurzes Interview genommen habt! Könntet ihr euch zuerst einmal kurz vorstellen und eure Position in der Band beschreiben?

Hey, klar mach ich gerne! The Blackout Argument sind seit ihrer Gründung Sascha (Bass), Sinan (Gesang), Philip (Drums), Chris18 (Gitarre) und ich, Chris Z (Gitarre). Jeder von uns hat vorher schon in anderen Bands gespielt wobei FLYSWATTER und PAINT THE TOWN RED davon die bekanntesten sein dürften. Wir haben uns Ende 2005 zusammengefunden und im März 2006 unsere erste Show gespielt. Seitdem ist viel passiert und es scheint so turbulent weiterzugehen.

2. Gibt es etwas, das man unbedingt über euch wissen sollte?

Wir können alle ganz fantastisch programmieren!!

3. Wie kam es zu der Gründung von The Blackout Argument und was war das Ziel, welches dahinter steckte?

Nachdem sich meine damalige Band PAINT THE TOWN RED 2006 aufgelöst haben war von anfang an klar dass ich etwas neues starten würde. Ich wollte endlich mal etwas melodisches machen, ein wunsch den ich schon lange hegte. Bei philip war es ähnlich. Wir haben telefoniert und waren uns ziemlich schnell einig in welche musikalische Richtung das ganze gehen sollte. Nach einigen proben standen die ersten 5 songs und wir haben weiter Musiker gesucht die auf so einen sound bock hatten.

4. War euch nach der Auflösung eurer Vorgängerbands Paint The Town Red und Flyswatter von vorne herein klar, dass ihr weiterhin Musik machen müsst und das es auch definitiv weitergehen wird?

Ja auf jeden Fall! Wir sind alle mit ganzem Herzen Musiker und ohne Band würden wir wahrscheinlich emotional verkümmern hahaha!

5. Wie kam der Kontakt zwischen euch zustande?

Ich hab Philips Telefonnummer von Marco Kärger bekommen mit dem ich schon bei PTTR gespielt hatte. Die beiden kannten sich noch aus Flyswatter-Zeiten. Sascha hat Philip inner Disco kennengelernt, Sinan hab ich im Internet gefunden als er CDs von mir bei ebay gekauft hat und Chris18 hat Sinan angeschleppt.


6. Was steckt hinter dem Namen The Blackout Argument? Hat er einen tieferen Sinn für euch?


Der Bandname basiert auf einem verheerenden Streit den ich einmal mit einer Person hatte die mir sehr Nahe stand. Das ganze ist total eskaliert und endete auf beiden Seiten in einem Blackout.

7. Kommen wir mal zu euren aktuellen Releases. 'Munich Angst', welches ja ein Re-Release eurer ersten EP ist und 'Munich Valor', das Nachfolgestück, sind ja unlängst rausgekommen und wurden mit viel Lob überhäuft. Habt ihr mit einer solchen Reaktion gerechnet?

Wenn man Songs schreibt oder eine CD aufnimmt macht man sich eigentlich keine Gedanken wie diese am Ende ankommen wird, man tut einfach das was man für richtig hält. Besonders bei „Munich Valor“ wo der gesamte Song-Writing und Aufnahmeprozess extrem kurz war, war auch gar keine Zeit dafür. Sobald alles im Kasten ist fragt man sich natürlich schon wie es bei den Hörern ankommen wird, dementsprechend cool finden wir es auch, dass die Reaktionen bisher so positiv ausgefallen sind!

8. Seid ihr selber zufrieden mit den Ergebnissen eurer Arbeit?

Das darfst du einen Musiker nicht fragen, der findet immer etwas das man hätte NOCH BESSER machen können hahaha. Aber nein, wir sind schon sehr zufrieden, vor allem mit unserer neuen MCD „Munich Valor“.

9. Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben?

Wir werden das in Interviews oft gefragt, was meiner Meinung nach ein gutes Zeichen ist da wir wohl nicht so leicht zu klassifizieren sind. Ich mache es mir meistens einfach und sage dass wir „melodischen Hardcore“ spielen. Auch die Bezeichnung „Hardcore-Rock“ kommt der Sache ziemlich nahe. Die Song-Strukturen und Riffs sind einfach und druckvoll, auf jeden Fall stark am Hardcore der 90er Jahre angelehnt. Die Refrains und gesangs-Melodien sind sehr catchy und poppig, ohne dabei jedoch weinerlich zu wirken. Es gibt schnelle parts, ruhige parts und ne menge rockige parts. So in der Art…

10. Woher nehmt ihr die Inspirationen zu den Songs und den Lyrics, die ja oft sehr persönlich gehalten sind?

Sinan und ich schreiben die Texte und unsere Hauptinspiration sind die Erfahrungen die wir in unserem Leben machen. Genau wie jeder andere Mensch erleben wir Dinge die uns verändern und einen Eindruck hinterlassen. Wir versuchen mit diesen Dingen reflektiert umzugehen und in den Texten festzuhalten was sie mit uns machen.


11. Gibt es Bands die euch in eurem Sound beeinflussen? Wenn ja, welche?


Oha da gibt’s sicher eine ganze Menge!! Viele davon haben auch sehr wenig mit der Musik zu tun die wir spielen und wenn man das ganze auf die absoluten Basics runterbricht landen wir (wie fast alle bands die härtere rock-musik spielen) bei Iron Maiden, Black Sabbath, Led Zeppelin und frühen Metallica. Nimmt man die Bands zusammen so hat man alle harten Riffs die es gibt. Alles was danach kam waren nur Variationen.


12. Wie entstehen bei euch die Songs? Was kommt zuerst, die Texte oder die Musik?


Die Texte entstehen unabhängig von den Songs. Sinan und ich schreiben Texte sozusagen ins blaue hinein und wenn es dann ins studio geht passen wir sie auf die ebenfalls fertigen songs an. Die Songs entstehen zumeist aus einem Grundgerüst und Riffs die entweder Chris18 oder ich anschleppen und dann mit Philip zusammen schustern.


13. Wie sieht denn ein typischer Tag im Studio mit The Blackout Argument aus?

Philip holt sich an der Tankstelle eine Apfelsaft-Schorle, 2 Dosen Red Bull, 1x Bifi normal und 2x Bifi Roll. Chris18 kommt zu spät, hat sich auf dem weg ins Studio einen Song überlegt. Ich steh mit einem Kafffee-Becher rum und überlege mir wie man die Songs am effizientesten einspielen kann um dabei möglichst viel Zeit zu sparen. Dann beginnen wir Gitarren oder irgendwas anderes einzuhacken, reden dabei total schwachsinniges Zeug und hauen Philip dabei ständig von der Seite mit dem Handrücken auf die Schulter wenn er stoppen soll. Aber eigentlich warten wir die ganze Zeit nur auf den nächsten DAE-Error hahaha!


14. Und was macht ihr neben der Band?


Ich hab einen 12-stunden Job bei der Uni München und mache nebenbei noch das Label LET IT BURN RECORDS. Sascha ist freiberuflicher Programmierer und lässt sich in seiner Freizeit gerade den Unterarm zuhacken. Chris programmiert DVD-Menüs, Philip betreibt ein Tonstudio und Sinan bucht shows und macht Grafik-Stuff.


15. Ihr sei ja nun auf Bastardized Recordings. Wie kam es dazu und wie ist die Zusammenarbeit mit dem Label?


Wir waren bereits seit unserem ersten 3-Song Demo mit Bastardized im Gespräch, entschieden uns damals jedoch für Engineer Records da deren Releaseplan eine unmittelbare Veröffentlichung zuliess. Für unsere neue MCD „Munich Valor“ und die Wiederveröffentlichung von „Munich Angst“ MCD haben wir die Gespräche mit Bastardized wieder aufgenommen und wurden uns schnell einig. Bastardized sind ein sehr cooles, professionelles Label und die Zusammenarbeit läuft extrem gut!

16. Was macht euch auf der Bühne aus? Was ist typische für eine The Blackout Argument Show?

Am Anfang als uns noch keiner kannte war es besonders spannend zu sehen wie uns das Publikum auffasst. Wir haben bewusst sehr unterschiedliche Shows gespielt um die Reaktionen des Publikums auszuchecken, aber auch um das Schubladen-Denken der Leute auf eine Probe zu stellen. Die Reaktionen waren am Anfang sehr unterschiedlich und wir haben schon gemerkt dass einige kids echte probleme damit hatten nicht zu wissen wo sie uns hinstecken sollen. Inzwischen kennen die Leute aber unsere Songs und wissen was sie erwartet. Es gibt eigentlich auf jeder Show jemanden der „The Fastbreak“ oder „Regret in Stereo“ mitsingt oder es zumindest versucht ;-)
Wir sind 5 vollkommen unterschiedliche Typen die ihre gemeinsamkeit in genau dieser Band mit genau dieser Musik gefunden haben und genau da sehe ich auch die Stärke. Nachdem wir keine Kraft und Zeit damit verschwenden einem bestimmten Image hinterher zu eiern, können wir uns live voll uns ganz auf das konzentrieren was uns am meisten bedeutet: zu unserer musik espresso-zombie-mäßig abrocken!


17. Mit was für einem Gefühl sollten die Besucher nach einem eurer Konzerte nach Hause gehen?


Idealerweise gehen sie nach einer Blackout Argument Show mit 4 Band-Shirts, unserer neuen CD und einem handsignierten Gürtel nach hause hahaha. Nur Spass! Nein im ernst, wenn jemand nach unserer Show nach Hause geht und das Gefühl hat ein bischen vom Frust und der Wut die sich unter der Woche aufgestaut haben los geworden zu sein dann haben wir viel erreicht.


18. Im September kommt euer erstes Full Length raus, welches den Namen 'Decisions' tragen wird. Was haben die Fans davon zu erwarten?


Stimmt, am 7.9. erscheint unser erstes Album auf Lifeforce Records. Ich glaube dass die Songs auf „Decisions“ eine gute Mischung sind aus den eher melodischen Songs auf „Munich Angst“ und den etwas härteren Tracks auf „Munich Valor“. Dazu kommen noch einige für uns bisher untypische Songs wie ein Akustik-Track, ein Spoken Word-Track und ein ziemlich ruhiger Song. Uns war es wichtig die 40 Minuten des Albums keine Langeweile aufkommen zu lassen und haben die Songs bewusst so ausgewählt dass viel Abwechslung in „Decisions“ steckt.


19. Eine Frage noch: Welche CD darf eurer Meinung nach in keiner gut sortierten Sammlung fehlen?


Oh man da müsste ich mindestens 50 Stück aufzählen und selbst dann würden mir noch dutzende einfallen die eine absolute Bereicherung sind… Aber jeder der harte
Gitarren-Musik hört sollte BLACK SABBATH „Paranoid“ zuhause stehen haben.


20. Das war´s auch schon. Habt ihr noch irgendwelche letzten Worte?


Vielen Dank für das Interview und den Support!! Wer bock hat soll uns auf Myspace adden und schreiben. Rein haun!


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Fuze

Germany
Date: 2007-05-01

1) Eure erste EP „Munich Angst“ beschäftigt sich mit dem Gefühl der Isolation, dem man als Individuum in der anonymisierten Großstadt ausgesetzt ist. Hast du den Eindruck, dass dieses Problem in München größer ist als in anderen Städten?


Nein, ich denke diese Gefühl kann man in jeder Großstadt erfahren, denn jeder Ballungsort birgt diese Form der Anonymität in sich. Dennoch denke ich, dass München ein besonders gutes Beispiel hierfür ist, da gerade hier besonders darauf geachtet wird, dass jeder Form der Andersartigkeit im Keim erstickt wird. München entpuppt sich immer wieder als ein erzkonservatives, „zu groß geratenes Dorf“.

2) Welche Vorteile bietet das Leben in der Stadt, dass so viele Menschen ihre Nachteile billigend in Kauf nehmen?


Ein Vorteil von dem The Blackout Argument direkt profitiert haben ist beispielsweise die Tatsache, dass man in einer großen Stadt wie München eine größere Auswahl an fähigen und motivierten Musikern hat. Allgemein gesprochen sind natürlich die Job- und Ausbildungsmöglichkeiten in einer großen Stadt wesentlich besser. Die hohen Lebenserhaltungs- und Mietkosten wiegen das jedoch schnell wieder auf.
Ich denke, dass sich viele Menschen von einer Großstadt auch einen gewissen Flair oder Lebensstil versprechen, der sicherlich auch vorhanden ist, nur zumeist in der Realität dann nicht ihren doch recht romantischen Vorstellung entsprechen.

3) Liegt ein Vorteil des Stadtlebens nicht gerade darin, dass man der Isolation durch die Flucht in eine wie auch immer geartete Subkultur entkommen kann, während man auf dem Land erst recht verloren ist?


Das ist in der Tat wahr, wobei ich die Subkulturen nicht als einen Vorteil der Stadt selbst sehen würde, sondern eher als eine Reaktion auf vorhandene Mißstände. Da hat man es in ländlichen Gegenende natürlich wesentlich schwerer.

4) In einem Interview hast du gesagt, dass besonders Anhänger einer Subkultur in einer konservativen Gesellschaft ausgegrenzt werden. Aber ist es nicht auch so, dass sich auch innerhalb einer Szene Menschen voneinander abgrenzen?


Das stimmt, deshalb spreche ich ganz bewusst vom globalen Phänomen der Subkultur und nicht von dessen organisierten Formen, den einzelnen Szenen. Die Vorteile die ein Individuum aus der Zugehörigkeit zu einer Subkultur schöpfen kann sind sehr vielfältig, Szenen hingegen können, wie du schon gesagt hast, ebenfalls wieder zu einer Ausgrenzung des Einzelnen führen. Insbesondere wenn sich die Mitglieder vor der Tatsache verschließen dass sie Teil einer größeren Subkultur sind. Auf der einen Seite sind diese Grenzen natürlich wichtig, da sie die Szene und auch die übergeordnete Subkultur definieren, auf der anderen Seite können sie leider auch dazu führen dass sich der Einzelne sowohl von der Gesellschaft, als auch von und innerhalb bestimmter Szenen ausgegrenzt fühlt.

5) Trotz aller negativer Seiten der Großstadt: Welche drei Dinge machen München für dich lebenswert lebenswert?


An einem Sommertag an der Isar entlang radeln, mit Freunden am Flaucher grillen und der Espresso Doppio beim Delistar.

6) Mit der neuen EP „Munich Valor“ knüpft ihr kämpferisch am Konzept eures Debüts an. Was kann man ganz konkret tun, um der Isolation zu entkommen?


Stimmt, genau hier liegt die Verbindung zwischen unserer debut-EP „Munich Angst“ und der neuen EP „Munich Valor“. Während „Munich Angst“ das Gefühl der Isolation und Ausgrenzung beschreibt, knüpft „Munich Valor“ an dem Punkt an wo das Individuum beginnt sich zu wehren. Man kann das ganze auch auf einen sehr persönlichen Leven runterbrechen: „dedicated to everyone who has been broken but not killed“ (Zitat aus dem Booklet). Jede Enttäuschung, jeder Rückschlag, egal wie tough und schmerzhaft, zieht eine Chance auf einen Neuanfang nach sich. „Valor“ bedeutet in diesem Zusammenhang sich wieder aufzurichten und den Mut zu haben sich zu wehren. Dieser Zyklus aus Rückschlag und Neuanfang beschreibt einen Großteil unseres Daseins. In dem Moment wo man den Mut verliert, aufhört sich zu wehren und neue Kraft zu schöpfen ist man quasi schon tot.


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Handle Me Down MAG

Germany
Date: 2007-05-01

Stellt Euch doch zunächst mal kurz vor. Wer sind THE BLACKOUT ARGUMENT und wie würdet Ihr Eure Musik einordnen?


Hey, Chris hier. The Blackout Argument sind seit ihrer Gründung Sascha (Bass), Sinan (Gesang), Philip (Drums), Chris18 (Gitarre) und ich, Chris Z (Gitarre). Jeder von uns hat vorher schon in anderen Bands gespielt wobei FLYSWATTER und PAINT THE TOWN RED davon die bekanntesten sein dürften. Wir haben uns Ende 2005 zusammengefunden und im März 2006 unsere erste Show gespielt. Seitdem geht es drunter und drüber, ständig passiert was neues. Gleich geblieben ist der Spass den wir an der Sache haben.
Eine musikalische Einordnung ist meistens mit einer Menge Einschränkungen verbunden aber was solls, hahaha! The Blackout Argument sind eine melodische Hardcore Band.

Und nun drei bis vier Worte, um Euch aus der Emo-Schublade zu retten!


2 Worte: AUFMERKSAM ANHÖREN! Jeder der auch nur einen Tacken Ahnung von Musik hat wird beim genaueren Hinhören erkennen, dass wir trotz cleanen Gesangsparts und eingängigen Melodien nur wenig mit dem klassischen emo/screamo-genre gemeinsam haben. Die Songs sind direkt und geradlinig, die Riffs sind einfach und druckvoll, die Texte frei von Selbstmitleid. Wen das noch nicht überzeugt hat der soll uns einfach mal live auschecken: keine wilden Frisuren, keine engen Hosen, keine schwarzen Klamotten und (traurig aber wahr) kaum kleine Mädchen im Publikum. ;-)


Nun seid Ihr ja eine Zusammenkunft u.a. mit Musikern der unlängst aufgelösten PAINT THE TOWN RED und FLYSWATTER. Wie schnell kam der Gedanke auf, das etwas neues her muss, eine neue musikalische Verwirklichung?


Mir war direkt nach dem Split von PTTR klar dass ich etwas neues Starten werde, allerdings wollte ich noch die Final Show im September 2005 abwarten bevor ich damit in die vollen gehe. Ich wollte das alte Kapitel erst richtig abschließen bevor ich ein neues beginne. Dass es dieses mal etwas melodisches sein würde war ebenfalls von Anfang an klar. Seit ich angefangen habe Musik zu machne habe ich in reinen Hardcore-Bands gespielt und konnte nie meine Liebe für melodische Refrains ausleben. Das sollte sich mit meiner neuen Band ändern. Ansonsten waren meine Vorstellungen ähnlich wie bei PTTR, es sollten auf jeden Fall Musiker sein die wirklich Bock drauf haben und auch bereit sind viel Zeit und Kraft zu investieren.

Finden Eure Erfahrungen auch Eingang in die neuen Texte?


Bei PTTR hat unser damaliger Sänger Marco Walzel alle Texte geschrieben. Er hat wirklich ein großes Talent dafür aggressive und mitreissende Texte zu verfassen, sein „Stil“ unterscheidet sich jedoch stark von meinem. Wenn ich Texte schreibe (das gilt auch für Sinan, der andere Texter bei Blackout Argument) dann stehen primär meine emotionalen Reaktionen auf Dinge die ich erlebe im Mittelpunkt. Blackout Argument Texte sind also sehr persönlich gehalten.

Was ist der Unterschied zu Euren Vorgänger-Bands und welche Fehler möchtet Ihr bei THE BLACKOUT ARGUMENT nicht mehr wiederholen?


Ein großes Manko bei PTTR (und auch bei FLYSWATTER) waren die vielen Besetzungswechsel. Es war ein ständiges kommen und gehen was es unmöglich gemacht hat aus der Zweckgemeinschaft „Band“ ein wirkliches „Team“ zu machen. Das möchte ich bei Blackout Argument auf jeden Fall vermeiden. Bisher klappt das auch ganz gut, schon über ein Jahr Bandexistenz und noch keinen Line-Up Wechsel!
Der zweife „Fehler“ wenn man so will den wir bei PTTR gemacht haben war, dass wir den Fokus zu sehr auf Shows spielen und nicht auf Songwriting gelegt hatten. Wir waren ständig auf Tour, haben jedes Klo zig mal gespielt, haben es aber insgesamt nur auf eine MCD, eine Split und ein Album gebracht. Songs zu schreiben, aufzunehmen und zu veröffentlichen ist für eine Band aber auch die Musiker in einer Band enorm wichtig um das Gefühl zu haben voran zu kommen. Auch wenn sich am Bekanntheitsgrad nicht viel ändert sind es dennoch musikalische Entwicklungen die in „Bewegung“ bleiben. So etwas hat man beim Shows spielen nicht.

Vor „Munich Valor“ habt ihr bereits eine EP namens „Munich Angst“ veröffentlicht. Prägt Euch München so sehr?


München musste aus zwei Gründen gleich zweimal für den Titel herhalten. Erstens weil es uns wichtig war eine Verbindung zwischen den beiden Releases herzustellen und zweitens weil München ein hervorragendes Beispiel für eine große Stadt ist, die das auf „Munich Angst“ beschriebene Gefühl der Isolation und Ausgrenzung hervorrufen kann.

Wenn ich richtig nachgeschlagen habe, bedeutet „valor“ nichts anderes als Heldenmut. Inwiefern gehören die beiden EP-Titel zusammen?


“Munich Angst“ beschreibt wie gesagt ein allumfassendes, bedrückendes Gefühl der Einengung basierend auf der Isolation des Individuums welche durch eine Großstadt wie München hervorgerufen werden kann. München achtet in vielerlei hinsicht schon fast schon „klinisch“ darauf, dass Andersartigkeit keine oder nur wenig Chance hat. Als Teil einer Subkultur, vollkommen egal welcher, wird man durch konservative Kräfte immer wieder darauf aufmerksam gemacht dass man „verkehrt“ ist und nicht reinpasst. Das Wort „Angst“ steht also für ein Gefühl der Isolation und Ausgrenzung.
Der Titel unserer neuen EP „Munich Valor“ knüpft genau hier an und beschreibt die Initiative des Individuums sich gegen diese Isolation zu wehren, nicht zu stagnieren sondern sich für die Dinge an die man glaubt stark zu machen und sie, auch gegen Wiederstand, lautstark zu artikulieren und zu leben. Man kann das ganze auch auf einen sehr persönlichen Leven runterbrechen: „dedicated to everyone who has been broken but not killed“ (Zitat aus dem Booklet). Jede Enttäuschung, jeder Rückschlag, egal wie tough und schmerzhaft, zieht eine Chance auf einen Neuanfang nach sich. „Valor“ bedeutet in diesem Zusammenhang sich wieder aufzurichten und den Mut zu haben sich zu wehren. Dieser Zyklus aus Rückschlag und Neuanfang beschreibt einen Großteil unseres Daseins. In dem Moment wo man den Mut verliert, aufhört sich zu wehren und neue Kraft zu schöpfen ist man quasi schon tot.

Die aktuelle EP sowie der Re-Release von „Munich Angst“ läuft über BASTARDIZED RECORDINGS. Der Vertrag über ein komplettes Album, das im Herbst erscheint, kam hingegen mit LIFEFORCE zustande. Wie passt das zusammen? Gibt es da keinen Ärger mit BASTARDIZED?


Unsere Labelsituation hat in der Tat bei einigen Leuten etwas Verwirrung hervorgerufen dabei war / ist das ganze gar nicht so kompliziert: Wir haben 2006 über Engineer Records unsere Debut-MCD „Munich Angst“ veröffentlicht. Diese war ziemlich schnell ausverkauft und da das Label nicht in der Lage war die Scheibe zeitnah nachzupressen haben wir uns darauf geeinigt das ganze von einem anderen Label neu auflegen zu lassen. Zeitgleich standen wir mit Lifeforce Records in Verhandlungen und haben Ende 2006 einen Deal mit ihnen unterzeichnet. Da Lifeforce einen ziemlich gefüllten Release-Plan haben für 2007 kommt unser „Decisions“-Album erst im September raus. Um die Zeit bis zum Release von „Decisions“ zu „überbrücken“ haben wir uns dazu entschlossen noch eine weiter MCD unters Volk zu bringen: „Munich Valor“. Wir waren schon länger mit Bastardized Recordings in Kontakt und sie waren unsere erste Wahl für die Veröffentlichung von „Munich Valor“. Da wir nicht 3 Releases auf 3 verschiedenen Label raus haben wollten, einigten wir uns darauf dass Bastardized zusätzlich zur neuen MCD auch das Re-Issue von „Munich Angst“, unserer alten MCD übernehmen.
Ärger gab es da keinen. Wir haben von Anfang an mit offenen Karten gespielt was die Zusammenarbeit mit den 3 Labels enorm erleichtert hat.

Wäre es keine Alternative gewesen, das Album über das eigene Label „Let It Burn Records“ zu veröffentlichen?


Die Frage wird mir oft gestellt, die Antwort ist jedoch recht einfach: Ich wollte es auf jeden Fall vermeiden als Labelboss und Bandmitglied in eine Doppel-Rolle zu schlüpfen. Bei so was sind Konflikte vorprogrammiert, das weiss ich aus Erfahrung. Darüber hinaus können Labels wie Bastardized oder Lifeforce wesentlich mehr für Blackout Argument tun als Let it Burn Records da sie einfach grösser sind.

LIFEFORCE kann man getrost als großes Genre-Label einordnen. Bei aller Freude über den – auch über mehr als ein Album geltenden – Deal: fühlt Ihr Euch unter Druck gesetzt bzw. habt Ihr Repekt vor dem, was auf Euch zukommen könnte?


Uns ist bewusst dass wir mit dem Lifeforce-Deal viel Aufmerksamkeit auf uns ziehen werden und manche Bands würden so etwas vielleicht als Druck empfinden. Bei uns ist das nicht so. Wir freuen uns darüber / darauf. Wir machen einfach unser Ding, die Musik die aus uns herauskommt, daran wird sich nichts ändern, egal auf welchem Label wir sind.
Respekt haben wir natürlich trotzdem vor der Zusammenarbeit mit Lifeforce. Stefan glaubt an uns und investiert viel Zeit und Geld. Wir werden auf jeden Fall unseren Teil dazu beitragen dass er nicht auf seinen gepressten CDs sitzen bleibt! ;-)

Jetzt gibt es Euch ja noch nicht sonderlich lange. Wie ist das Gefühl, die großartigen BOYSETSFIRE bei Ihrer Abschiedstour zu unterstützen? Und wie kam es überhaupt dazu?


Wir freuen uns riesig über die Tour mit Boy Sets Fire! Nicht nur weil es für Blackout Argument eine riesen Chance ist sondern auch weil wir ausnahmslos alle (sogar unser Tourbegleiter hahaha) große Boy Sets Fire Fans sind! Am Freitag geht es los und wir sind alle ziemlich gespannt.
Ich kenne Robert, den Bassisten von Boy Sets Fire, schon einige Jahre. Anfang des Jahres hat er uns bei den Aufnahmen zu „Munich Valor“ ausgeholfen und so Blackout Argument kennengelernt. Einige Wochen später kam dann eine Email in der er gefragt hat ob wir nicht Lust hätten Boy Sets Fire auf ihrer Abschiedstour zu begleiten. Wir haben natürlich sofort zugesagt!

Und zum Schluss noch ein Wort zu denen, die Euch noch nicht kennen: warum sollte man sich mit THE BLACKOUT ARGUMENT auseinandersetzen? Die Werbezeit läuft.......jetzt:


Um die Frage als Werbefläche zu nutzen müsste ich wohl anfangen jetzt mit „wir machen Musik für Fans von….“ und ein paar bekannte Genre-Bands aufzählen. Das werde ich aber lassen. Stattdessen lieber ein paar andere Zeilen: Blackout Argument sind 5 total unterschiedliche Menschen, jeder hat einen komplett anderen persönlichen und musikalischen Background. Trotzdem sind wir als Blackout Argument eine Einheit und lieben was wir tun. Genau diese Möglichkeit bieten wir unserem Publikum. Egal welches Genre ihre bevorzugt, egal welcher Szene ihr euch zugehörig fühlt, Blackout Argument geben euch die Chance das hinter euch zu lassen.


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Scarred For Life

Germany
Date: 2007-05-01

Hallo. Wie geht es euch? Stellt euch kurz einmal bitte für die SCARRED FOR LIFE Leser vor. Wer seid ihr, in welchen Bands habt ihr vorher schon gespielt, wie lange gibt es THE BLACKOUT ARGUMENT denn eigentlich schon und was bedeutet der Bandname genau?


Hey Arndt, Chris hier. Mir geht es soweit ganz gut. The Blackout Argument sind seit ihrer Gründung Sascha (Bass), Sinan (Gesang), Philip (Drums), Chris18 (Gitarre) und ich, Chris Z (Gitarre). Jeder von uns hat vorher schon in anderen Bands gespielt, ich bei PAINT THE TOWN RED, Philip bei FLYSWATTER, Chris18 bei SEMANA SANTA, Sascha bei den SQUOVILLES und BANK und Sinan bei FOR HEAVEN’S SAKE. Wir haben uns Ende 2005 zusammengefunden und im März 2006 unsere erste Show gespielt. Seitdem geht es drunter und drüber, ständig passiert was neues. Gleich geblieben ist der Spass den wir an der Sache haben.
„The Blackout Argument“ beschreibt ein sehr prägendes Erlebnis in meinem Leben. Das war ein verheerender Streit mit einer Person die ich sehr geliebt habe. Das ganze ist letztendlich vollkommen eskaliert und in einer Art Blackout geendet.

Ich habe gelesen, dass ihr alle neben der Band in Musikbranche arbeitet. Was denn genau?


Philip betreibt mit den Suiseidl Studios ein Recording Business, Sinan veranstaltet Konzerte in Wangen und ist in der Booking Branche tätig und ich mache neben der Band noch Let it Burn Records.

Eure zwei Eps heißen „Munich Angst“ und „Munich Valor“. Wann und warum darf eure Heimatstadt München Angst haben und wann ist München tapfer?


Bei den Titeln geht es weniger um die Stadt sondern um die Menschen die dort leben. “Munich Angst“ beschreibt ein allumfassendes, bedrückendes Gefühl der Einengung basierend auf der Isolation des Individuums welche durch eine Großstadt wie München hervorgerufen werden kann. München achtet in vielerlei hinsicht schon fast schon „klinisch“ darauf, dass Andersartigkeit keine oder nur wenig Chance hat. Als Teil einer Subkultur, vollkommen egal welcher, wird man durch konservative Kräfte immer wieder darauf aufmerksam gemacht dass man „verkehrt“ ist und nicht reinpasst. Das Wort „Angst“ steht also für ein Gefühl der Isolation und Ausgrenzung.
Der Titel unserer neuen EP „Munich Valor“ knüpft genau hier an und beschreibt die Initiative des Individuums sich gegen diese Isolation zu wehren, nicht zu stagnieren sondern sich für die Dinge an die man glaubt stark zu machen und sie, auch gegen Wiederstand, lautstark zu artikulieren und zu leben. Man kann das ganze auch auf einen sehr persönlichen Leven runterbrechen: „dedicated to everyone who has been broken but not killed“ (Zitat aus dem Booklet). Jede Enttäuschung, jeder Rückschlag, egal wie tough und schmerzhaft, zieht eine Chance auf einen Neuanfang nach sich. „Valor“ bedeutet in diesem Zusammenhang sich wieder aufzurichten und den Mut zu haben sich zu wehren. Dieser Zyklus aus Rückschlag und Neuanfang beschreibt einen Großteil unseres Daseins. In dem Moment wo man den Mut verliert, aufhört sich zu wehren und neue Kraft zu schöpfen ist man quasi schon tot.

Die zwei Eps wurden in relativ kurzen Abständen von circa acht Monaten veröffentlicht. Dazu noch der Labelwechsel und die ähnlichen Cover, da blicke ich nicht mehr durch. Kannst du vielleicht etwas Licht ins Dunkle bringen und mir und den Lesern erklären, wer das Cover gemacht hat, was man denn da eigentlich genau erkennen kann, bei welchem Label ihr nun unter Vertrag steht und wie es mit einem Longplayer aussieht?


Unsere Labelsituation hat in der Tat bei einigen Leuten etwas Verwirrung hervorgerufen dabei war / ist das ganze gar nicht so kompliziert: Wir haben 2006 über Engineer Records unsere Debut-MCD „Munich Angst“ veröffentlicht. Diese war ziemlich schnell ausverkauft und da das Label nicht in der Lage war die Scheibe zeitnah nachzupressen haben wir uns darauf geeinigt das ganze von einem anderen Label neu auflegen zu lassen. Zeitgleich standen wir mit Lifeforce Records in Verhandlungen und haben Ende 2006 einen Deal mit ihnen unterzeichnet. Da Lifeforce einen ziemlich gefüllten Release-Plan haben für 2007 kommt unser „Decisions“-Album erst im September raus. Um die Zeit bis zum Release von „Decisions“ zu „überbrücken“ haben wir uns dazu entschlossen noch eine weiter MCD unters Volk zu bringen: „Munich Valor“. Wir waren schon länger mit Bastardized Recordings in Kontakt und sie waren unsere erste Wahl für die Veröffentlichung von „Munich Valor“. Da wir nicht 3 Releases auf 3 verschiedenen Label raus haben wollten, einigten wir uns darauf dass Bastardized zusätzlich zur neuen MCD auch das Re-Issue von „Munich Angst“, unserer alten MCD übernehmen.
Die Zeichnungen auf den beiden Covern sind von einem Designer names BURNING WEST aus Schweden. Sie symbolisieren sehr gut die beiden Situationen „Angst“ und „Valor“. Das Layout ist von Chrisjitsu, der dem einen oder anderen aus seiner Zeit als Gitarrist bei Teamkiller noch bekannt sein dürfte.

Wenn man sich die Zeitabstände ansieht, in dem ihr all das erreicht habt, muss man sagen: Respekt! Dass die Band erst ein gutes Jahr besteht, merkt man euch beileibe nicht an. Was ist euer Geheimnis, so produktiv und professionell zu arbeiten? Ein paar gute Tipps für Nachwuchsbands?


Vielen Dank für dein positives Feedback. Was uns bei Blackout Argument natürlich geholfen hat war die Tatsache, dass jeder von uns schon einiges an Erfahrungen in Bands sammeln konnte. Was aber noch mehr ins Gewicht fällt, und was wir auch als „Tipp“ an Nachwuchsbands rausgeben können: Wir waren uns von Anfang an einig was wir wollen und es war jedem bewusst dass wir dafür auch einiges investieren müssen. Wenn man diese drei Sachen zusammen nimmt kann eigentlich nicht viel schief gehen.

Ich tue mich ja immer noch schwer mit den neuen Genrebezeichnungen. In mehreren Interviews habe ich über euch gelesen, dass ihr eine Emo/Screamo Combo wärt. Für mich klingt Emo aber irgendwie anders, nämlich schlechter. Also, was seid ihr jetzt genau? Nenne doch ein paar Einflüsse für THE BLACKOUT ARGUMENT und sag mir, warum ihr auch so heavy rocken könnt.


Hahaha das hast du schön gesagt! Was waren das denn für Interviews? Wir versuchen uns ganz klar vom Emo/Screamo-Genre zu distanzieren da wir uns weder musikalisch, noch als Band, noch als Individuen dieser Szene zugehörig fühlen. Ich denke dass es allgemein schwer ist Blackout Argument ein bestimmtes Genre oder eine bestimmte Szene überzustülpen, am ehesten würde es da noch funktionieren uns einfach als Hardcore-Band zu bezeichnen. „Hardcore“ ist musikalisch ein extrem weitgefasster Begriff und beinhaltet viel mehr eine Art Arbeits- und Lebensweise. Ich bin mit dieser Musik und disem Lifestyle groß geworden und bin stark davon geprägt.
Als konkrete Musikbeschreibung würde wohl „melodischer Hardcore“ am besten passen. Unsere Einflüsse sind jedoch wesentlich vielfältiger. Und so heavy rocken können wir schlicht und ergreifend weil wir lieben was wir tun!

Was denkt ihr über den aktuellen Hardcore Boom, der sich nun auch immer stärker in Deutschland ausbreitet? Wie weit seid ihr da involviert und was bedeuten euch alte HC Werte wie Straight Edge oder D.I.Y.?


In den vielen Jahren die ich die Hardcore-Szene jetzt schon miterlebe gab es unzählige Trends und Wellen. Es war / ist ein ständiges kommen und gehen, wenn man das einmal erkannt hat, kann man besorgnis-erregenden Entwicklungen wie einer zunehmenden Inhaltslosigkeit oder mode-orientierung ziemlich gelassen entgegen sehen. Die Hardcore-Szene verfügt über einen sehr effektiven „Selbstreinigungs-Mechanismus“, eine Eigenschaft die sie übrigens vielen anderen Subkulturen voraus hat. Wann immer es zu einer Annäherung an den Mainstream (mit all seinen Schattenseiten) kommt, spaltet sich ein Teil der Hardcore-Szene ab und besinnt sich wieder auf die ursprünglichen Werte.
Bei der Fragen was uns bestimmte Hardcore-Werte bedeuten kann ich schlecht für die ganze Band sprechen, da würdest du sicherlich von jedem eine andere Antwort bekommen. Deshalb schreibe ich jetzt mal nur von mir. Für mich sind Dinge wie Vegetarismus oder Straight Edge nach wie vor präsent und spielen in meinem Leben auch eine große Rolle. Auch der DIY-Gedanke ist, gerade wenn man eine Band neu startet, von zentraler Bedeutung. Ich bin froh dass ich diesen ganzen Shizzle kennen gelernt habe und dass es mich als Mensch und Musiker geprägt hat.

Um noch einmal auf eure Heimatstadt zurückzukommen: Ich habe eigentlich immer eher ein komisches Gefühl, wenn ich in eure Gegend komme und Vorurteile wie „Konservatismus“, „unverständliche Sprache“ und „Schickeria“, letzteres wahrscheinlich eher wegen der SPIDER MURPHY GANG, im Hinterkopf. Könnt ihr mir diese Klischees widerlegen? Wie sieht die lokale Szene da unten aus?


Ich kann dein Gefühl gut nachvollziehen und kenne diese Reaktion auch von vielen anderen Bekannten und Freunden die München besuchen. Ich will das auch gar nicht dementieren, dieser Konservatismus und „Schicki Micki-Plastik-Lebensstil“ sind ohne Zweifel ein Teil der Stadt. Wie oben bereits erwähnt war das auch ausschlaggebend für die Titel unsere beiden MCDs.
Was jedoch die Underground Musik-Szene betrifft, also die Subkultur, so findet ihr eine deutliche Distanzierung von dieser Münchner Lebensart statt. Die Szene in München ist nicht sonderlich groß aber beständig. Die meisten Kids die irgendwann anfangen auf Hardcore/Punk/Metal Shows zu gehen bleiben auch dabei. Ich freue mich jedes mal hier in München auf eine Show zu gehen und dabei viele bekannte Gesichter zu treffen, einige schon seit Jahren.

Und zum Schluss: Was wird die Zukunft bringen? Was sind eure aktuellen Pläne? Hier darfst du noch ein bisschen Werbung für die Band machen.


Neben der anstehenden Tour mit Boy Sets Fire im Mai, werden wir am 1.6. unsere „Munich Valor“-Releaseparty in München / Kafe Kult feiern. Mit dabei sind TEAMKILLER, COME CLOSER und ROGER REKLESS. Den Sommer werden wir etwas ruhiger angehen lassen, ein paar Woe-/Festival-Shows spielen und dann im September / Oktober wieder auf Tour gehen um unser Lifeforce-Album zu supporten.
Was habt ihr immer alle mit eurer Werbung hahahaha! ;-) Ich will keine Werbung für Blackout Argument machen sondern einfach nur jeden, egal ob metalhead, hardcore-kid, emo-dude oder schweinerocker, dazu einladen unsere Musik auszuchecken. Wir wollen euch die Möglichkeit geben das Schubladendenken hinter euch zu lassen und Musik, fernab von Genre- und Szene-Grenzen einfach so zu genießen wie sie gemeint ist: ehrlich und straight from the heart.

Vielen Dank für das Gespräch, Arndt


Danke für das Interview Arndt!!


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Metal News

Germany
Date: 2007-04-26

THE BLACKOUT ARGUMENT sind eine noch recht junge Hardcore-Band aus dem Freistaat Bayern und gehen zum Teil aus FLYSWATTER sowie PAINT THE TOWN RED hervor. Gitarrist und Let It Burn Records-Chef Chris Z gab einige Auskünfte über die gerade veröfffentlichte Doppel MCD „Munich Angst“ / „Munich Valor“, die Möglichkeit mit BOYSETSFIRE auf Tour gehen zu können und was in München so im Argen liegt...


Hey Chris! Die nervigste erste Frage, aber Ihr seid ja noch eine ziemlich junge Band – daher wäre eine kurze Vorstellung Eurer Reihen nicht schlecht...

Hey shilrak! THE BLACKOUT ARGUMENT bestehen seit ihrer Gründung aus Sascha [Bass], Sinan [Gesang], Philip [Drums], Chris18 [Gitarre] und mir, Chris Z [Gitarre]. Jeder von uns hat vorher schon in anderen Bands gespielt, wobei FLYSWATTER und PAINT THE TOWN RED davon die bekanntesten sein dürften. Wir haben uns Ende 2005 zusammengefunden und im März 2006 unsere erste Show gespielt. Seitdem ist einiges passiert und jetzt, ein Jahr später, macht uns das ganze immer noch genauso viel Spass wie am Anfang.


Ihr sorgt ja gerade ein bißchen für Verwirrung. Momentan werden zwei MCDs „Munich Angst“ [Re-Issue] und „Munich Valor“ via Bastardized Recordings veröffentlicht und für September steht schon das „Decisions“ betitelte Debüt auf Lifeforce an! Bring doch mal bitte ein bißchen Licht ins Dunkel!

Stimmt, für jemanden der uns jetzt erst neu kennenlernt ist das durchaus etwas verwirrend. Wir haben 2006 über Engineer Records unsere Debut-MCD „Munich Angst“ veröffentlicht. Diese war ziemlich schnell ausverkauft. Da das Label nicht in der Lage war, die Scheibe zeitnah nachzupressen, haben wir uns darauf geeinigt, das Ganze von einem anderen Label neu auflegen zu lassen. Zeitgleich standen wir mit Lifeforce Records in Verhandlungen und haben Ende 2006 einen Deal mit ihnen unterzeichnet. Da Lifeforce einen ziemlich gefüllten Release-Plan haben für 2007 kommt unser „Decisions“-Album erst im September raus. Um die Zeit bis zum Release von „Decisions“ zu „überbrücken“ haben wir uns dazu entschlossen noch eine weitere MCD unters Volk zu bringen: „Munich Valor“. Wir waren schon länger mit Bastardized Recordings in Kontakt und sie waren unsere erste Wahl für die Veröffentlichung von „Munich Valor“. Da wir nicht drei Releases auf drei verschiedenen Labels raus haben wollten, einigten wir uns darauf dass Bastardized zusätzlich zur neuen MCD auch das Re-Issue von „Munich Angst“, unserer alten MCD übernehmen. So einfach ist das 


„Munich Angst“ / „Munich Valor“ - wofür stehen die Titel und die vom Stil her sehr ähnlichen Artworks... Wo ist der Link, was haben die beiden Dinger gemeinsam?

Als mir die Titel eingefallen sind, dachte ich an ein allumfassendes, bedrückendes Gefühl der Einengung basierend auf der Isolation des Individuums welche durch eine Großstadt wie München hervorgerufen wird. Gerade München ist hierfür ein gutes Beispiel, da die Stadt fast schon „klinisch“ darauf achtet, dass Andersartigkeit keine oder nur wenig Chance hat. Als Teil einer Subkultur, vollkommen egal welcher, wird man durch konservative Kräfte immer wieder darauf aufmerksam gemacht dass man „verkehrt“ ist und nicht reinpasst. Das Wort „Angst“ steht also für ein Gefühl der Isolation und Ausgrenzung.
Der Titel unserer neuen EP „Munich Valor“ knüpft genau hier an und beschreibt die Initiative des Individuums sich gegen diese Isolation zu wehren, nicht zu stagnieren sondern sich für die Dinge, an die man glaubt, stark zu machen und sie, auch gegen Widerstand, lautstark zu artikulieren und zu leben.
Für uns sind „Munich Angst“ und „Munich Valor“ eine Einheit, weshalb wir uns auch dazu entschieden haben die Artworks recht ähnlich zu halten und das ganze auch als 2-MCD Special Package zu veröffentlichen.


Mir ist aufgefallen, dass Ihr auf Eurem Erstling durchaus mit mehr Power zu Werke gegangen seid und auch frischer geklungen habt. Dafür wurde auf dem zweiten Output der Popfaktor der Refrains zurückgeschraubt und auch etwas metallischer gearbeitet...

Was den „Popfaktor“ betrifft so stimme ich dir zu. „Munich Valor“ ist wesentlich härter ausgefallen als „Munich Angst“. Das lag hauptsächlich daran dass der gesamte Songwriting & Recording-Prozess sehr kompakt und aus dem Bauch heraus war. Die Song aus „Munich Valor“ haben weniger Schnörkel und sind mehr nach Vorne. Dafür sind auf „Munich Angst“ mit „Regret in Stereo“ und „The Fastbreak“ zwei der wohl intensivsten Songs, die wir jemals geschrieben haben und schreiben werden, enthalten. Ich mag beide Releases gleichermaßen, wobei ich natürlich als Musiker dazu tendiere das neue Material, zumindest live, ein wenig zu bevorzugen.


Was wird einen denn auf „Decisions“ erwarten? Kann da schon was verraten werden?

Der große Unterschied von „Decisions“ zu den beiden MCDs wird sein, dass das Album auf jeden Fall abwechslungsreicher ist. Auf eine Länge von fast 40 Minuten macht es einfach keinen Sinn die Songs alle im selben Stil durchzuholzen. Auf „Decisions“ befinden sich einige sehr poppige Nummern, ein Akustik-Song, ein Spoken-Word Track, reine Hardcore-Songs, schnelles Zeug, etc. Ich denke „Decisions“ ist ein Album das nicht so schnell langweilig wird und auch nach dutzenden Malen anhören noch Spaß macht.


Wie sieht es mit Live-Aktivitäten dieses Jahr aus? Jetzt geht’s ja erstmal mit BOYSETS FIRE um die Häuser... wie kam es eigentlich dazu?

Genau, wir spielen derzeit viele Einzel-/Wochenend-Shows und im Mai geht es mit BOYSETSFIRE auf Tour worauf wir uns tierisch freuen! Robert, der Bassist von BSF hatte den Bass auf „Munich Valor“ eingespielt da unser Bassist zu diesem Zeitpunkt gerade in Australien verweilte. Er mochte die Songs und auch menschlich hat es super geklappt so, so dass er uns ein paar Wochen später unerwartet fragte, ob wir Lust haben BSF auf ihrer letzten Abschiedstour in Europa zu begleiten. Wir haben natürlich sofort zugesagt und können es kaum erwarten mit BSF die Bühne zu teilen!


Den Fans welcher Bands würdest Du THE BLACKOUT ARGUMENT wärmstens ans Herz legen?

Ich denke Fans von STRETCHARMSTRONG, IGNITE, BANE, IT DIES TODAY, EVERGREEN TERRACE, CALICO SYSTEM, FREYA, ALEXISONFIRE oder STORY OF THE YEAR könnten viel Spaß mit unserer Musik haben…


So, das war's schon! Ich danke Dir für Deine Zeit und dieses Interview! Die letzte Worte sind die Deinen...

Vielen Dank für das Interview und den Support! Wir laden jeden ein, uns E-Mails zu schreiben, auf MySpace zu posten oder uns auf Shows anzulabern. An alle Kids aus Süddeutschland: Am 1.6. ist unsere Releaseparty in München / Kafe Kult und es wird ne riesen Feier, also hinkommen!!


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Metal News

Germany
Date: 2007-04-25

Dein momentaner Aufenthaltsort, während Du diese Fragen beantwortest?


Delistar Coffee-Bude Amalienstrasse München, der Tisch rechts hinten mit Stromanschluss und Blick auf die Straße.


Was hast Du gestern Abend/Nacht gemacht?


Ziemlich mies geschlafen! Mir war viel zu heiss, ich habs aber erst am Morgen gecheckt, dass das das Problem war. Davor hab ich gearbeitet, Tourvorbereitung.


Was machst du morgens nach dem Aufstehen als erstes?


Heute hab ich als erstes geduscht weil ich aufgrund der schweißtreibenden Nacht nicht mehr so ganz frisch gerochen habe. Ansonsten versuch ich morgens so schnell es geht an die frische Luft zu kommen.


Wie bist Du zur harten Musik gekommen?


Ein Bekannter der Familie der eine Zeit bei uns gewohnt hat, hörte Punk und da ich fand dass er ein total cooler Typ war, hab ich auch angefangen mich für die Musik zu begeistern. Damals war ich sieben Jahre.


Auf wem würdest du beim Stagediven gerne mal "notlanden"?


Am ehesten auf unserem Drummer Philip, der ist gut gepolstert, hahaha!


Welche ist die peinlichste Platte in Deiner Sammlung?


Mir eilt der Ruf voraus, einen extrem bunten [die Leute sagen deshalb oft „miesen“] Musikgeschmack zu haben, von daher ist mir eigentlich nix peinlich. Hm, vielleicht BUSHIDO - „Vom Boardstein bis zu Skyline“?


Die größte Peinlichkeit in Deinem Leben?


Mir ist nix mehr peinlich.


Die größte Dummheit, die Du je begangen hast?


Mit Steffi Färber Schluss zu machen als ich 14 war.


Dein Lieblingsessen?


Langweilig aber wahr: Pizza.


Dein Lieblingsgetränk?


Espresso Doppio Machiato.


Hast Du ein Vorbild?


Mein Bruder.


Das Cover welcher Platte ist definitiv das coolste?


ABSIDIA | SIX REASONS TO KILL - „Morphology of Fear“


Und welches Cover welcher Platte ist definitiv das beschissenste?


AS WE FIGHT - „Black Nails and Bloody Wrists“ [beschissenster Titel noch dazu.]


Welche drei Sachen würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?


iPod, Victorionix Multitool und eine Zahnbürste.


Mit wem würdest du gerne mal auf der Bühne stehen?


Musiker: Greg Bennick [TRIAL]. Band: BOYSETSFIRE.


Wen würdest Du gerne mal treffen?


George A. Romero.


Das bizarrste Erlebnis mit Fans?


Ich finde es jedes ma „bizarr“ wenn man mich nach einem Autogramm fragt.


Bis dato unerfüllter Lebenswunsch?


Frau, zwei Kinder, Haus am Meer.


Dein Lebensmotto?


To live is to learn.


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Allschools

Germany
Date: 2007-04-12

1. Bitte stellt euch (dich) doch kurz unseren Lesern vor und was euer (dein) Aufgabenbereich bei THE BLACKOUT ARGUMENT ist.

Chris: Hey, ich bin Chris, spiele Gitarre bei Blackout Argument und hab mehr oder weniger das Band-Management übernommen. Ich hab im Februar mein Studium abgeschlossen und seitdem widme ich mich voll und ganz der Musik.

2. „Munich Angst“ liegt mir vor und natürlich springt mir sofort der Titel ins Auge und erinnert mich an das damalige Attentat in München auf israelische Sportler, während der Olypmiade. Liege ich hier richtig? Warum gerade dieser Titel?

Chris: Ich finde es sehr cool dass der Titel bei fast allen Leuten unterschiedliche Assoziationen / Reaktionen hervorruft. Die Verbindung zum Olympia-Attentat höre ich das erste mal, aber es ist nachvollziehbar. Als mir der Titel eingefallen ist dachte ich an ein allumfassendes, bedrückendes Gefühl der Einengung basierend auf der Isolation des Individuums welche durch eine Großstadt wie München hervorgerufen wird. Gerade München ist hierfür ein gutes Beispiel, da die Stadt fast schon „klinisch“ darauf achtet, dass Andersartigkeit keine oder nur wenig Chance hat. Als Teil einer Subkultur, vollkommen egal welcher, wird man durch konservative Kräfte immer wieder darauf aufmerksam gemacht dass man „verkehrt“ ist und nicht reinpasst. Das Wort „Angst“ steht also für ein Gefühl der Isolation und Ausgrenzung.
Der Titel unserer neuen EP „Munich Valor“ knüpft genau hier an und beschreibt die Initiative des Individuums sich gegen diese Isolation zu wehren, nicht zu stagnieren sondern sich für die Dinge an die man glaubt stark zu machen und sie, auch gegen Wiederstand, lautstark zu artikulieren und zu leben.

3. Ihr erwähnt auf eurer Homepage, dass ihr nicht über denselben Herz-Schmerz-Kram schreiben wollt, wie andere Bands, zwar über die unangenehmen Seiten des Lebens, aber auch, wie man es verändern kann. Habe ich das richtig verstanden? Seid ihr eine dieser Bands, welche ausnahmsweise nicht nur plakative Vorwürfe ins Mikro brüllen, sondern auch gleichzeitig Alternativen vorlegen?

Chris: Eine Sache die wir mit dem emo/screamo-genre, dem wir uns sonst nicht zugehörig fühlen, gemeinsam haben, ist dass wir emotionale Texte schreiben. Sinan (Sänger) und mir ist es wichtig dass unsere Texte nicht nur aus leeren Worten bestehen sondern dass wir sie wirklich FÜHLEN. Jede Zeile entsteht aus unseren (guten und schlechten) Lebens-Erfahrungen und will früher oder später zu Papier gebracht werden. Der große Unterschied zu eben erwähnten Musik-Genre ist jedoch, dass sich unsere Texte nichts mit Selbstmitleid und „Oh mir geht’s so schlecht, dir auch?“ zu tun haben, sondern immer beide Seiten zeigen, die schmerzhafte / dunkle und die lebensbejaende, sowie den Weg der dort hinführt. Genau wie unsere Musik schreiben wir unsere Texte aus dem Bauch heraus und machen sie somit „greifbar“ für alle Leute die sich dafür interessieren.


4. Ihr bewahrt euch trotz „modern ausgerichteter“ Songstrukturen (sprich Geschrei, klarer Gesang und melodiöse, teils rythmisch orientierte Gitarren) eine sehr charmante und rocklastige Schiene, wie ich finde. Folgt ihr da einem bestimmten Grundkonzept oder ist euer Songwriting eher zufallsbedingt?

Chris: Ich freue mich immer wenn sich leute unsere Songs genau anhören und (so wie du) die Vielschichtigkeit erkennen. Ein wirkliches Grundkonzept gibt es nicht, die Songs entstehen wie schon erwähnt so gut wie alle aus dem Bauch heraus und sind in der Regel auch nach 1-2 Proben im Kasten. Dennoch war es uns wichtig einen Stil zu spielen der den Hörern die Möglichkeit gibt ihr Schubladendenken mal außen vorzulassen und eine Band, unabhängig von ihrer „Genre-Zugehörigkeit“ einfach nur cool zu finden. Wir sehen das am besten an einigen Hardcore-Kids die sonst niemals melodische Sachen hören würden, aber trotzdem Blackout Argument gut finden. Aber auch an emo-kids die sonst nur sehr softe musik hören und trotzdem mit unserer Band etwas anfangen können.


5. Ihr seid eine der glücklichen Bands, die BOY SETS FIRE dieses Jahr begleiten dürfen, was wohl ihre Abschiedstournee ist. Wie kam es zu diesem beneidenswerten Umstand?

Chris: Stimmt, wir werden zusammen mit Dear Tonight aus den USA Boy Sets Fire auf ihren letzten Europa-Dates begleiten und freuen uns riesig auf diese Shows! Robert Ehrendbrand, der Bassist von BSF hat uns gefragt ob wir Bock drauf hätten mitzukommen und wir haben natürlich sofort ja gesagt. Ich kenne Robert schon einige Jahre da er ja ursprünglich aus München kommt (wo er jetzt auch wieder wohnt). Er hat sich Anfang Februar das erste mal mit Blackout Argument auseinandergesetzt als der den Bass für „Munich Valor“ eingespielt hat (unser fester Basser war zu dieser Zeit in Australien). Die Songs haben ihm gut gefallen und auch menschlich hat das super funktioniert. So kam das wohl dass er an uns gedacht hatte bezüglich des Support-Slots für die BSF-Abschiedstour. An dieser Stelle geht ein fetter „Chuck“ raus an Robert für seinen Support!!

6. Wie beurteilt ihr im Moment die Trendbewegung der Massen zu harten Gitarrenmusik? Einmal als Musiker, der sich an wachsenden Umsatzzahlen zurecht freuen darf und einmal aus der allseits angestrebten und leidenschaftlich verteidigten Integrität eines „Underdogs“.

Chris: Du hast recht, das sind zwei unterschiedliche Sichtweisen die gerade am Punkt „Kommerzialität“ oftmals konträr laufen. Müssen sie aber meiner Meinung nach nicht. Erstens weil gute Musik einfach gute Musik ist, egal auf welchem Label und egal mit welchen Verkaufszahlen und zweitens weil es gerade die punk/hardcore-community bisher IMMER geschafft hat sich durch Abspaltung eine gewisse Integrität gegenüber dem Mainstream zu bewahren. Dieser Selbstschutz-Mechanismus funktioniert seit jeher ganz hervorragend und ist eines der charakteristischsten Merkmale der hardcore-szene. Seit ca 2000 ist Metalcore richtig groß geworden, Bands wie Unearth, As I Lay Dying, Killswitch Engage und Bullet for My Valentine verkaufen Schubkarren-weise Platten. Die Reaktion der Hardcore-Szene darauf war ein großes 80er-Hardcore Revival. Natürlich auf einem Underground-Level und auch nicht bewusst als Gegenbewegung zum Metalcore, aber es ist dennoch Hand in Hand gegangen mit der Mainstream-Etnwicklung. Ich denke man sollte sich nicht allzuviel den Kopf zerbrechen über Verkaufszahlen und Co., jeder der sich für, sagen wir mal „härtere Gitarrenmusik“ begeistern kann erkennt früher oder später den Unterschied zwischen Bands die mit Herzblut dabei sind und Bands die nur versuchen schnell ein bischen Geld zu verdienen.


7. Mit „Munich Valor“ habt ihr eine neue EP in den Startlöchern stehen, deren Songs ihr in sechs Wochen aufgenommen habt. Meint ihr nicht, es wäre an der Zeit euren Fans zwöfl Wochen zu gönnen und ein ganzes Album auf den Markt zu bringen?

Chris: Hahaha, da hast du recht! Das Album war zum Zeitpunkt der „Munich Valor“-Recordings bereits komplett im Kasten. Die Idee hinter „Munich Valor“ war die Zeit bis zum Album-Release mit einer weiteren MCD zu überbrücken damit die Hörer nicht so lange auf neuen Stuff von uns warten müssen. Das Album heisst „Decisions“ und erscheint im September auf Lifeforce Records.


8. Was ist euch an dieser Band und am musizieren, selbst verständlich an der Musik selbst, das Wichtigste?

Chris: In meiner vorherigen Band Paint the Town Red hatten wir den Fokus primär auf das live-spielen gelegt. Wir haben irre viele Shows und Touren gespielt und waren eigentlich ständig unterwegs. Bei Blackout Argument spielen wir auch viele Shows, allerdings ist uns das Songs schreiben und Platten rausbringen mindestens genauso wichtig. Ich habe gemerkt dass das eine ohne das andere keinen Sinn macht. Weder die Konzerbesucher noch die Musiker auf der Bühne freuen sich darüber immer die gleichen Songs zu spielen / zu hören. Ich bin froh dass das Songwriting bei Blackout Argument so gut läuft und am Ende alle mit den Songs glücklich sind.
An den Songs selbst ist mir am wichtigsten, dass sie einen Teil von mir wiederspiegeln. Ich will in 10 Jahren „Munich Valor“ aus dem Regal ziehen, einen Song wie „Matchless“ oder „Forever Yours“ hören und genau das Gefühl haben das ich hatte als ich den Song / Text geschrieben habe. Das ist wie eine Art Tagebuch oder Photoalbum, nur eben inform einer CD.


9. Währt ihr bereit euer bisheriges Leben über Bord zu werden, um auf Tour zu gehen und alles daran zu setzen, unter Umständen, eines Tages halbwegs durch die Musik finanziell auszukommen?

Chris: Hier muss man unterscheiden zwischen Dedication und Hirnlosigkeit. Jeder in der Band ist bereit große Einschnitte in ihrem „alltäglichen Leben“ hinzunehmen um die Band so professionell zu betreiben wie wir das gerade tun. Das hat man beispielsweise an der Boy Sets Fire Tour sehr deutlich gesehen. Es gab nicht eine einzige Diskussion in Richtung „Oh, da muss ich erst schauen ob ich Urlaub bekomme“ oder „Im Mai wollte ich eigentlich was anderes machen“. Alle bei Blackout Argument ziehen da an einem Strang was ich sehr zu schätzen weiss. Hirnlosigkeit fängt jedoch dort an wo man einfach ins Blaue hinein seinen Job kündigt und einen auf Rocker macht. Das geht, vor allem in Europa, in der Regel nach Hinten los. Man muss als Band schon SEHR etabliert und erfolgreich sein damit das funktioniert, und selbst dann reichen die Einnahmen gerade um die Miete zu bezahlen. Ich hab keine Ahnung wo das mit Blackout Argument hinführen wird, aber im Moment wäre es dumm alles über Board zu werfen und die Band zum Lebensmittelpunkt zu machen.

10. Was sind eure Pläne für das verbleibende Jahr 2007?

Chris: Oha da steht noch einiges an hahaha. Am Samstag werden wir eine Live-Show mit 5 Kameras filmen die dann eventuell irgendwann auf DVD erscheinen wird. Am Sonntag drehen wir das Video zu „Remain in Silence“, einem Song vom kommenden Lifeforce Records Album. Danach werden wir uns auf die Boy Sets Fire Tour vorbereiten, die dann im Mai statt findet. Am 1.6. haben wir unsere offizielle „Munich Valor“ Releaseparty in München zusammen mit unserne Freunden von Teamkiller, Come Closer und Roger Rekless. Im September kommt wie bereits erwähnt unser Debut-Album „Decisions“ raus, was wir im Oktober / November dann im Rahmen einer weiteren Tour supporten werden. 2007 wird mit Sicherheit ein erfülltes Jahr für The Blackout Argument aber wir freuen uns drauf!!

Vielen Dank für eure Geduld und ich wünsche euch alles erdenkliche Gute für die Zukunft!

Chris: Vielen Dank für das Interview und euer Interesse an Blackout Argument. Wir freuen uns über jedes Feedback, also schreibt uns, quatscht uns auf Shows an oder postet was auf myspace.


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Joining Forces

Germany
Date: 2007-04-01

Zum Anfang das Übliche... stellt euch bitte kurz vor, woher kommt Ihr, wer spielt bei euch was?

Chris: The Blackout Argument sind seit Tag eins: Sascha (Bass, München), Philip (Drums, München), Chris18 (Gitarre, München), Sinan (Gesang, Wangen) und ChrisX (Gitarre, München). Wir haben ende 2005 angefangen zusammen zu spielen und hatten am 25.3.2006 unsere erste Show.


Ihr seid ja keine unbeschriebenen Blätter mehr in der Musikszene. Die einzelnen Bandmitglieder haben bereits in diversen anderen Combos gelärmt. Wie habt Ihr zusammengefunden und was unterscheidet The Blackout Argument von Euren vorherigen Combos?

Chris: Stimmt, alle von uns haben vorher schon in diversen anderen Bands gespielt. Philip bei Flyswatter, ich bei Paint the Town Red, Chris18 bei Semana Santa, Sinan bei For Heaven’s Sake und Sascha bei… na das behalten wir mal lieber für uns ;-).
Ich denke für Chris18 und Sinan ist der größte Unterschied zu ihren vorherigen Bands, dass Blackout Argument wirklich viele Shows spielen und professionell arbeiten. Philip, Sascha und ich kennen diese Arbeitsweise zwar schon zum Teil aus unseren alten Bands, so intensiv wie bei Blackout Argument war es aber bei keinem von uns zuvor. Wir waren uns seit Anfang an einig dass wir mit der Band Gas geben wollen und ziehen seitdem alle am gleichen Strang.
Musikalisch gibt’s natürlich auch einige Unterschiede zu unseren bisherigen Bands. Für mich ist es zum Beispiel meine erste Band in der melodiöser Gesang einen Platz hat. Für Sascha und Philip ist es sicherlich ein Stück härtere Musik als sie bisher gemacht haben.

Wenn man Euren Sound so hört möchte man Euch schnell in die Emo-Core Schublade packen, hört dann aber immer wieder klassische Hardcore Zitate oder auch Metalparts heraus. Wie würdet Ihr Eure Musik als Band selbst einordnen und welche Bands haben Euren Sound beeinflusst?

Chris: Du hast recht, wenn man sich nicht wirklich mit unserer Musik auseinandersetzt packt man uns sicher schnell in die Emo-core oder Screamo Schublade. Leider haben wir da keinen direkten Einfluss drauf, deshalb freue ich mich immer wenn sich Leute unsere Songs genau anhören und (so wie du offensichtlich) die Vielschichtigkeit erkennen. Eine Genre-Einordnung ist schwierig bis unmöglich, die Songs entstehen alle aus dem Bauch heraus und sind in der Regel auch nach 1-2 Proben im Kasten. Dennoch war es uns wichtig einen Stil zu spielen der den Hörern die Möglichkeit gibt ihr Schubladendenken mal außen vorzulassen und eine Band, unabhängig von ihrer „Genre-Zugehörigkeit“ einfach nur cool zu finden. Wir sehen das am besten an einigen Hardcore-Kids die sonst niemals melodische Sachen hören würden, aber trotzdem Blackout Argument gut finden. Aber auch an emo-kids die sonst nur sehr softe musik hören und trotzdem mit unserer Band etwas anfangen können.
Bands die uns beeinflussen gibt es sicher eine Menge, wobei das bei jedem von uns andere sind. Ich für meinen Part bin seit jeher, egal in welcher Band ich spiele vom Hardcore der 90er Jahre beeinflusst. Bands wie Strife, Trial, Unbroken, Outspoken, Snapcase oder Earth Crisis haben mich und meine Gitarrenriffs massiv geprägt.


Eure Text sind sehr persönlich, klingen fast schon nach Eigentherapie. Was beeinflusst Euch und wird darin verarbeitet?

Chris: Die Texte bei Blackout Argument schreiben Sinan und Ich. Uns ist es wichtig dass unsere Texte nicht nur aus leeren Worten bestehen sondern dass wir sie wirklich FÜHLEN. Jede Zeile entsteht aus unseren (guten und schlechten) Lebens-Erfahrungen und will früher oder später zu Papier gebracht werden. Unsere Texte haben jedoch nichts mit Selbstmitleid und „Oh mir geht’s so schlecht, dir auch?“ zu tun, sondern zeigen immer beide Seiten, die schmerzhafte / dunkle und die lebensbejaende, sowie den Weg der dort hinführt. Insofern sind die Texte schon so eine Art Eigentherapie. Genau wie unsere Musik schreiben wir unsere Texte aus dem Bauch heraus und machen sie somit „greifbar“ für alle Leute die sich dafür interessieren.

Euren beiden bisherigen Releases sind betitelt mit "Munich Angst" und "Munich Valor". Inwiefern beeinflusst Eure Heimatstadt München Euren Sound, Texte etc.

Chris: Man könnte München ebenso gegen den Namen anderer Großstädte austauschen. Als mir die Titel eingefallen sind dachte ich an ein allumfassendes, bedrückendes Gefühl der Einengung basierend auf der Isolation des Individuums welche durch eine Großstadt wie München hervorgerufen wird. Gerade München ist hierfür ein gutes Beispiel, da die Stadt fast schon „klinisch“ darauf achtet, dass Andersartigkeit keine oder nur wenig Chance hat. Als Teil einer Subkultur, vollkommen egal welcher, wird man durch konservative Kräfte immer wieder darauf aufmerksam gemacht dass man „verkehrt“ ist und nicht reinpasst. Das Wort „Angst“ steht also für ein Gefühl der Isolation und Ausgrenzung.
Der Titel unserer neuen EP „Munich Valor“ knüpft genau hier an und beschreibt die Initiative des Individuums sich gegen diese Isolation zu wehren, nicht zu stagnieren sondern sich für die Dinge an die man glaubt stark zu machen und sie, auch gegen Wiederstand, lautstark zu artikulieren und zu leben.


Eure erste EP erschien auf dem englischen Engineer Records Label. Die aktuelle Scheibe kommt über Bastardized Recordings, während das für September angekündigte Album auf Lifeforce Records erscheinen wird. Drei Releases, drei Labels, was ist der Grund dafür?

Chris: Im Nachhinen betrachtet würde ich sagen dass sich die Band einfach sehr schnell entwickelt hat und wir deshalb einige male das Label gewechselt haben. Dass wir mit Engineer nur über ein Release zusammenarbeiten würden war von Anfang an klar und auch für beide Seiten ok. Dann kam relativ bald der Deal mit Lifeforce zustande, was für uns einen großen Schritt nach vorne bedeutete. Da Lifeforce jedoch einen sehr tighten Release-Plan haben konnten sie unser Album erst für September 2007 einplanen. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken wollten wir bis dahin noch eine MCD veröffentlichen. Da wir eh schon mit Bastardized in Kontakt waren und echt Bock drauf hatten mit ihnen was zu machen kam es zu dieser Zusammenarbeit.

Habt Ihr bei Lifeforce Records einen Vertrag über mehrere Alben unterschrieben oder seht Ihr diese Firma lediglich als Durchgangsstation für größere Weihen? Mit Caliban, Heaven Shall Burn, Fear My Thoughts oder The Destiny Program gibt`s ja genügend Beispiele die den Sprung von Lifeforce hin zu Majors wie Roadrunner, Century Media oder Nuclear Blast geschafft haben.


Chris: Bei Labels der Größe Lifeforce ist es üblich für mehrere Alben zu unterschreiben. Wir haben aber ein sehr gutes Gefühl was die Zusammenarbeit betrifft und haben uns somit guten Gewissens darauf eingelassen. Dass Lifeforce für viele Bands ein Sprungbrett zur Semi-Major-Liga ist stimmt, ich denke jedoch nicht dass eine der Bands den folgenden Labelwechsel schon im Hinterkopf hatte als sie bei Lifeforce unterschrieben haben. Die von dir genannten Bands gehören zu den besten und bekanntesten Acts die die Europäische Szene derzeit zu bieten hat und deren Wechsel zu noch grösseren Label als Lifeforce ist wohl eher die Ausnahme. Ich denke wir sind bei Lifeforce sehr gut aufgehoben und haben keine Pläne uns anderweitig zu orientieren.

Chris hat mit Let It Burn Records ja ein eigenes, feines Hardcore Label am Start. Wäre dies keine Option gewesen The Blackout Argument hier zu releasen?


Chris: Die Frage wurde ich gerade in der Anfangszeit von The Blackout Argument oft gefragt. Der Hauptgrund warum ich das nie in Erwägung gezogen habe war, dass ich nicht in eine Doppelrolle als Labelboss und Bandmitglied gedrückt werden wollte. Ich stelle mir das sehr schwierig vor, besonders wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen oder einen Deal auszuhandeln. Außerdem denke ich dass Labels wie Bastardized und Lifeforce wesentlich mehr für uns tun können als mir das mit Let it Burn möglich gewesen wäre.

Ihr seid ja mit Roger Rekless aus München bezüglich eines gemeinsamen Tracks in Kontakt. Erzähl mal etwas mehr über diese zugegebenermaßen ungewöhnliche Cooperation.

Chris: Stimmt, wir arbeiten gerade mit Roger Rekless an einem gemeinsamen Track. Das ganze soll von beiden Seiten das beste vereinen. Rekless ist ein hammer guter MC und DJ und der Basistrack den er vorgelegt hat allein ist schon brutal gut. Wir sind gerade dabei Blackout Argument-typische Gitarrenspuren darüber aufzunehmen. Danach überlegen wir uns was wir mit Gesang, Shouts & Rap-Parts machen werden.
Sinan, Chris18 und Ich hören selbst auch viel Hip Hop & Rap weswegen es für uns keine Frage war zur Coop mit Roger Rekless „Ja“ zu sagen. Wir werden am 1.6. im Rahmen unserer Munich Valor Releaseparty in München / Kafe Kult auch mit Rekless die Bühne teilen. Wenn alles gut läuft werden wir da schon den gemeinsamen Song präsentieren.


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Metal Rage

Netherlands
Date: 2007-04-01

Recently there was yet another band from the Bastardized Recordings-roster that convinced me with their new re-release, The Blackout Argument. I didn’t have to think twice when I got the opportunity to ask them some questions about their upcoming releases. Here are ChrisX’ honest answers.

Hey, how are you?

‘Hey Erik, I am doing fine, thanks. I just woke up and went to this café where I usually start my day. Your interview is the first thing on the schedule for today.’

Please tell us something more about your band.

‘The Blackout Argument started in late 2005. We played our fist show in March 2006 and since then things went very well for us. We played a whole bunch of amazing shows all over Europe, released our debut mcd Munich Angst on Engineer Records, got signed to Bastardized Recordings who are just about to release our new mcd Munich Valor along with a re-release of Munich Angst and in September our debut album Decisions will be out on Lifeforce Records. In addition to that we’re gonna support Boy Sets Fire on their farewell tour in May, which is the coolest thing I can think of right now. The line up of The Blackout Argument has been since day one: Sinan (vocals), Sascha (bass), Philip (drums), Chris18 (guitars) and me, ChrisX (guitars).’

How did you end up signing with Bastardized Recordings?

‘We have already been in touch with them since our first recordings and they always showed interest in us. When we had the idea to release a second mcd before the album they were our first choice. Stefan, Marco and Flo are dedicated hardworking folks who know exactly what they want and run their business very professional. It’s a great thing to work with them!’

The lyrics on Munich Angst are all about certain relationships with other persons. From this I draw the conclusion that the lyrics are influenced by your personal lives. Am I right or are there other influences (as well)?

‘Yes you are right, all our lyrics are influenced by our own experiences. In my opinion it is the most honest and upright way to write song-texts, none can take away or negate how you feel inside. It is just there and writing it down makes you vulnerable and untouchable at the same time. Hard to explain… I personally regard my lyrics as some kind of therapy, a way to express my inner-self without a direct response from a certain person but with the knowledge that they will be heard / read.’

Some songs party remind me a bit of Atreyu. Is this band an influence for you guys? What are other musical influences for The Blackout Argument?

‘Holy hell, I definitely do not know where this comparison comes from but we got it a couple of times in the past. It might be the vocals in ‘Regret in Stereo’ that sound a bit Atreyu-ish but musically I don’t see any parallels. From my point of view Atreyu mix pop with metal while The Blackout Argument is more some kind of hardcore-rock mixture.
There are so many musical influences that it is hard to tell which ones shape our sound most but here’s a couple of bands we ALL like: Stretcharmstrong, Coheed and Cambria, Thrice, Ignite, Alexisonfire, Snapcase, Boy Sets Fire, It Dies Today, etc…’

So back to Munich Angst again, on April 27th it will be re-released on Bastardized Recordings, your new label. Why did you choose to re-release it?

‘The first press of the Engineer version of Munich Angst was sold out pretty fast so we asked them to repress it. Unfortunately they were not able to do this due to financial problems they were going through at that time, so we agreed with them to find another label who runs the repress. Since we did not want to have 4 releases on 4 different labels the idea came up to do the repress via Bastardized. We redesigned the artwork, added a bonus video and some lyric-explanations to up value the mcd a bit. Munich Valor and Munich Angst are a perfect match (not only the title), so we decided to release them as a special 2-disc-set as well.’

You decided to produce the album yourself, why?

‘Yes, we do most of the recordings at our drummers studio. He’s a real maniac when it comes down to powerful and professional productions. We all really like his style of mixing, which is pretty “upfront” and aggressive. Munich Angst and Munich Valor have been recorded, mixed and mastered at his studio, our upcoming album Decisions has been recorded there but has been mixed and mastered at Kohlekeller Studios since we did not want all our releases to have a similar sound.’

Besides Munich Angst, you will also release Munich Valor on April 27th, what’s the link between these two EPs?

‘While Munich Angst lyrically (and if you listen carefully also musically) deals with a certain feeling of alienation and oppression, Munich Valor is more aggressive and straight forward. Both mcd's match together perfectly and show all aspects of an individual's life in a society that denies uniqueness and tries to destroy all concepts of alternative lifestyles.’

And what’s the biggest difference between the two?

‘Musically I would say that Munich Valor is a little more “hardcore” than Munich Angst. There’s less singing-parts and the songs are all heavier, maybe even a little more “to the point”. Munich Angst in contrast has 2 of the best songs we will probably EVER write, which are ‘The Fastbreak’ and ‘Regret in Stereo’.’

How are the reactions to both EPs so far?

‘The reactions have been amazing so far. We got some awesome reviews but even more important, a lot of kids came up to us after the show or wrote to tell us how much they loved a certain song or song-text. We are really happy that we had such a good start with the 2 mcd's and hope that the kids will equally embrace our upcoming album.’

Which do the people seem to like more? Why do you think that is?

‘That’s a tough question… I think some hardcore-kids, who normally do not listen to melodic stuff that much, will prefer Munich Valor while other kids might say that Munich Angst has the better, more catchy songs. I really don’t know, I would definitely check out both releases.’

Now that you’re on a bigger label and your new EP's are about to be releases, please tell us something more about the upcoming touring plans.

‘As I mentioned above we’re gonna hit the road together with Boy Sets Fire, which is a great honor to us! The tour is going to take place in May, just the perfect time to support our 2 Bastardized releases. In September / October we’re gonna have another tour but nothing concrete has been confirmed yet. In the meantime we play a lot of single- and weekend-shows.’

Why should people go out and see The Blackout Argument live?

‘First of all to make US happy hahaha! Just kidding… I think a Blackout Argument live show can be an intense event for everyone, no matter what music-styles they usually prefer. We’ve had metal-kids going crazy to our music as well as hardcore- and emo-kids. We even have some friends who listen to straight hip hop or electronic music who told us that they love seeing The Blackout Argument on stage, simply because it is a great thing to see how much fun we have and how much energy our show contains.’

What’s the most precious thing you would give up to become a #1 band in the world?

‘Nothing. It is neither my personal goal nor the band’s goal to become a #1 band, not in the underground-scene and not in the world. We love what we do and we are thankful for everyone who listens to our songs or comes to our shows. I have seen a lot of bands trying to become a #1 of whatever and most of them lost their focus. We love playing music, we love expressing ourselves through it, that’s the central element of the band’s existence.’

There’s this DVD called: “Metal: A Headbangers Journey”. It’s a documentary I think every metalfan should check out at least once. The question the documentary is based on is: “Why is metal music consistently stereotyped, dismissed and condemned?” Why do you think it is that way?

‘That a tough question for me, since I have been raised with punk-music and later on socialized with the hardcore-scene. I have always listened to metal but never was a part of the scene. I can only describe what I see as an outsider and that is that the metal-scene is very “genre-orientated”. If you take Black Metal for example, there are certain rules and styles you have to follow to be accepted by Black Metal fans. Same goes for straight Death Metal or even Heavy-Metal. It’s some kind of image-thing I think. Outside of the scene I agree with the statement. The mainstream regards the metal-scene as some kind of weird, long-haired outsiders who listen to awful music and dress black all the time. I have deep respect for all metal kids, compared to the “hardcore-style” (fashion-wise spoken) it is way more of a statement of rebellion.’

Stupid question: In movies, who do you prefer? Arnold Schwarzenegger or Sylvester Stallone? Why?

‘Years long I would have answered “Schwarzenegger” simply because he was the Terminator but a couple of weeks ago I read an interview with Sly and he completely destroyed the picture I had of him. I always thought he is a stupid dumbass redneck American nationalist who got lost in the role of “Rambo” (that description obviously fits Arnie better hahaha) but he said some really cool things in that interview and made me watch the new Rocky movie. A great movie and a great actor. He might only be able to play this one character but he does a great job. To sum it up: I prefer Sylvester Stallone!’

That was my final question, anything to add?

‘Thanks for the interview, it was fun answering your questions. I want to invite everyone to write us or say “hi” at one of our shows.’

Thank you very much for your time and good luck in the future!

‘Thanks! Good luck with the Metalrage!!’


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Rock ´n´Riot

Germany
Date: 2007-04-01

Hi, stellt euch doch mal kurz vor!

Hey Norbert, Chris hier. The Blackout Argument sind seit ihrer Gründung Sascha (Bass), Sinan (Gesang), Philip (Drums), Chris18 (Gitarre) und ich, Chris Z (Gitarre). Jeder von uns hat vorher schon in anderen Bands gespielt, ich bei PAINT THE TOWN RED, Philip bei FLYSWATTER, Chris18 bei SEMANA SANTA, Sascha bei den SQUOVILLES und BANK und Sinan bei FOR HEAVEN’S SAKE. Wir haben uns Ende 2005 zusammengefunden und im März 2006 unsere erste Show gespielt. Seitdem geht es drunter und drüber, ständig passiert was neues. Gleich geblieben ist der Spass den wir an der Sache haben.

Die Tage erschien eure neue EP Munich Valor bei Bastardized Recordings. Seid ihr zufrieden damit?

Ja wir sind sehr zufrieden mit „Munich Valor“! Um ehrlich zu sein hat das Ergebnis unsere Erwartungen sogar noch ein Stück übertroffen. Als Musiker sieht man seine eigenen Songs / Veröffentlichungen ja immer eher kritisch aber mit „Munich Valor“ ist einfach jeder in der Band glücklich. Alles passt super zusammen, die Musik, die Texte, das Artwork, die Verbindung zu unserer ersten MCD „Munich Angst“ ist da und die Zusammenarbeit mit Bastardized Recordings läuft hervorragend. Es hätte also nicht besser laufen können mit „Munich Valor“.

Munich Angst war ja schon ein sehr gelungenes Debüt, und nun habt ihr das ganze noch mal um einiges getoppt. Woher nehmt ihr die Motivation, nochmal ordentlich eins draufzulegen und euch auch hörbar zu verändern?

Ich denke das passiert ganz von alleine. Auch wenn jedes Mitglied bei Blackout Argument vorher schon einiges an Erfahrungen als Musiker sammeln konnte, lernen wir mit jedem neuen Song den wir schreiben dazu. Wir sind an „Munich Valor“ vollkommen unverkrampft herangegangen, alle Songs und Texte sind in nur 6 Wochen entstanden und aufgenommen worden. Direkt aus dem Bauch / Herz heraus.

Warum habt ihr Munich Angst und Munich Valor als Titel gewählt? Ihr seid aus München, aber steckt da noch mehr dahinter?

Stimmt, wir sind bis auf Sinan alle aus München, das war aber nicht der primäre Grund. Man könnte München auch durch jede andere beliebige Stadt ersetzen. Bei den Titeln geht es weniger um die Stadt selbst sondern um ein allumfassendes, bedrückendes Gefühl der Einengung basierend auf der Isolation des Individuums welche durch eine Großstadt hervorgerufen werden kann. München ist hierfür ein gutes Beispiel. Hier wird in vielerlei hinsicht schon fast „klinisch“ darauf geachtet, dass Andersartigkeit keine oder nur wenig Chance hat. Als Teil einer Subkultur, vollkommen egal welcher, wird man durch konservative Kräfte immer wieder darauf aufmerksam gemacht dass man „verkehrt“ ist und nicht reinpasst. Das Wort „Angst“ steht also für ein Gefühl der Isolation und Ausgrenzung.
Der Titel unserer neuen EP „Munich Valor“ knüpft genau hier an und beschreibt die Initiative des Individuums sich gegen diese Isolation zu wehren, nicht zu stagnieren sondern sich für die Dinge an die man glaubt stark zu machen und sie, auch gegen Wiederstand, lautstark zu artikulieren und zu leben. Man kann das ganze auch auf einen sehr persönlichen Leven runterbrechen: „dedicated to everyone who has been broken but not killed“ (Zitat aus dem Booklet). Jede Enttäuschung, jeder Rückschlag, egal wie tough und schmerzhaft, zieht eine Chance auf einen Neuanfang nach sich. „Valor“ bedeutet in diesem Zusammenhang sich wieder aufzurichten und den Mut zu haben sich zu wehren. Dieser Zyklus aus Rückschlag und Neuanfang beschreibt einen Großteil unseres Daseins. In dem Moment wo man den Mut verliert, aufhört sich zu wehren und neue Kraft zu schöpfen ist man quasi schon tot.

Wie würdet ihr eure Musik eigentlich beschreiben? Erstaunlich oft fällt da ja der mit Vorurteilen ziemlich belastete Begriff Emo, könnt ihr damit leben oder nervt euch dieses Schubladendenken?

Ich finds viel schlimmer wenn uns die Leute dem Metalcore-Genre zuordnen. Nicht weil ich den Musikstil nicht mag sondern weil diese Beschreibung schlichtweg falsch ist. Wir sind so Metal wie Johnny Cash hahaha!  Mit dem Begriff „Emo“ ist es ähnlich. Die Leute hören einen clean gesungenen Refrain und Gitarren-Harmonien und schon sind wir in ihren Augen „Emo“. Natürlich sind wir „Emo“, unsere Musik ist emotional, unsere Texte sind emotional und jeder der uns kennt weiss, dass wir auch alle sehr emotionale Charaktere sind. Dennoch haben wir mit mit Emo-Bands wie Underoath, Taking Back Sunday, Thursday etc. nur wenig gemeinsam. Unsere Wurzeln liegen eher im Hardcore der 90er Jahre und klassischem Rock, was auch sehr deutlich wird wenn man sich unsere Songs genauer anhört.

Könnt ihr schon gewisse Höhepunkte in eurem doch noch recht kurzen Bandleben verbuchen?

Puh, ich glaube das empfindet jeder ein bischen anders aber ich denke für uns alle war unsere Show 2006 in Berchtesgaden ein Schlüsselerlebnis. Das war unsere 4. oder 5. Show aber bis heute eine unserer besten. Ich denke die anstehende Tour mit Boy Sets Fire wird einen ähnlichen Höhepunkt markieren, wenn auch auf eine andere Weise.

Was kann man in der nächsten Zeit von euch erwarten? Habt ihr für 2007 irgendwelche Ziele, die es zu erreichen gilt?

Jetzt erstmal steht die bereits ewähnte Tour an, dann werden wir am 1.6. in München / Kafe Kult unsere „Munich Valor“ CD-Releaseparty zelebrieren. Mit dabei sind TEAMKILLER, COME CLOSER und ROGER REKLESS. Den Sommer über werden wir dann einige Single/Woe-Shows spielen und im September / Oktober wieder auf Tour gehen um unser Lifeforce Album-Debut „Decisions“, welches im September erscheinen wird zu supporten.

Habt ihr eigentlich eine politische Message? Oder überlasst ihr sowas lieber den Theoretikern, Kritikern und Querulanten?

Seinem Herz zu folgen und 100%ig hinter dem zu stehen was man tut ist ebenfalls eine starke Message. Das lässt sich auch auf politische Themen übertragen, wir sehen Blackout Argument jedoch nicht als Medium um politische Messages zu verbreiten, ich denke dazu ist Musik allgemein nicht übermäßig gut geeignet. Die meisten politischen Diskurse sind sehr komplex und lassen sich nur schlecht in einem Songtext zusammenfassen. Meisten wird man dabei nicht allen Aspekten der Sache gerecht worunter die Message stark leidet, sie klingt dann platt und unüberlegt.

Welche Platten rotieren derzeit bei euch?

Im Moment läuft im Ipod THE KILLING TREE „The Romance of Helent Trent“.

Habt ihr ein paar Tipps in Sachen Comics, Bücher oder Filme, die unsere Leser interessieren könnten?

Children of Men ist jetzt auf DVD erschienen, ein unglaublich guter Film. An Büchern kann ich nur den „Zombie Survival Guide“ empfehlen. Informiert euch rechtzeitig, man weiss nie wann es los geht!!! ;-)

Wir wünschen euch viel Erfolg und danken für das Interview!

Ebenfalls vielen Dank für das Interview und den Support!!


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Stardust

Germany
Date: 2007-04-01

Was ist in der letzten Zeit passiert, gab es irgendwelche Veränderungen außer dem Signing?


Eigentlich waren es ja zwei Signings, einmal bei Bastardized für die beiden MCDs („Munich Angst“ Re-Release und „Munich Valor“) und dann der Deal mit Lifeforce, die im September unser Album mit dem Titel „Decisions“ veröffentlichen werden.
Neben diesen großartigen News hat es uns echt umgehauen als uns Robert von BOY SETS FIRE fragte ob wir Lust haben sie auf ihrer Abschieds-Tour im Mai zu begleiten! Es war natürlich keine Frage für uns und wir haben sofort zugesagt! Wir sind alle riesen BO SETS FIRE-Fans und BSF zählen zu den wenigen Bands von denen man sagen kann, dass sie unseren Sound direkt geprägt haben.
Neben vielen Einzel-Shows haben wir vor 2 Wochen auch unser zweites Musik-Video abgedreht. Der Song dazu heisst „Remain in Silence“ und wird auf unserem kommenden Lifeforce Album drauf sein. Das Shooting war verdammt anstrengend aber zugleich eine super Erfahrung. Wir haben das zusammen mit den Jungs von Raise Your Horns Productions gemacht, denen wir noch mal für ihre Geduld und ihren Einsatz danken wollen.
Ansonsten ist alles beim alten, das Line-Up ist seit Tag 1 stabil und wir haben immernoch eine Menge Freude an dem was wir tun auch wenn die Band immer mehr zu einem Fulltime-Job heranwächst.

Beschreibt euren Sound doch bitte in 5 Worten.

5 Adjektive: Ehrlich. Tough. Melodisch. Emotional. Direkt.
[5 Substantive: Hardcore. Rock. Mosh. Zombies. Espresso Doppio.]

BLACKOUT AGUMENT sind interessant für Fans von..

Boy Sets fire. Alexisonfire. Stretch Armstrong. Bane. Ignite. Evergreen Terrace. It Dies Today. Story of the Year.


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The Insider

Belgium
Date: 2006-10-29

Hi, how are you doing?
Chris: Hey Kevin, I’m doing fine thanks. Just enjoying my Sunday afternoon, doing some stuff for my band and my label.

Can you start with a brief introduction of the band? When you got together, who plays in it… the usual kind of stuff.
Chris: The Blackout Argument is Philip (drums), Chris17(metal guitar), Sinan (scream/sing), ChrisX(hc guitar) and Sascha (bass). Philip and me founded the band in late 2005 from the ashes of our former bands Paint the Town Red and Flyswatter. We completed the line up in early 2006 and started playing shows right away. In August 2006 we released our debut MCD and we are currently working on our album which will be out in Spring 2007.

How did you come up with the band name? Because I think that there was done some thinking about it?
Chris: The name was inspired by a fierce quarrel I was in. The result was a complete blackout on both sides. I will proably never forget this situation.

You guys are from Germany, Germany is known for it’s huge amount of bands. What makes you stand out of all the other bands around?
Chris: Well I think basically we don’t do anything special compared to other bands in Germany. Maybe we just try to push things a little bit harder and work more professional than some others. We try to play as many shows as possible and as many countries as possible. We want to record profesesional records and have them available to as many kids possible. Musically I think there’s a strong divinding line between hardcore bands and emo/screamo-kind of bands. Most hardcore kids don’t listen to emo/screamo bands and the other way round. With The Blackout Argument we made the experience that we can attract both sides. We are able to tear down some barriers which makes us really happy.

When did music become a part of your life? What are your best memories about it? And what were some embarrassing moments?
Chris: Music was my first love ha ha ha. I developed a passion for music and what it has to offer at the age of 7. A friend of the familiy introduced me to punk-music by then. Since that day I have addicted. I got in touch with hardcore with 16. These days I listen to all kinds of music-styles because I think every genre has got something to offer. Some of the best memories I have are connected with the first hardcore shows I went to in the mid 90s. The bands seemed to be so real and honest and the whole events were so powerful and meaningful. Most embarassing moment? That’s tough, let me think… Well being on stage with your band and having your singer leave in the middle of the set can be really embarassing ha ha ha! Happened with PTTR in the UK. Fortunatelly friends of us filled in and we played 2 more songs plus a cover song, so I guess everything was cool in the end.


Hardcore is becoming more and more popular. Can we still call it underground, call it a counterculture? Or is it nothing more than music?
Chris: well there’s always gonna be a part of the so-called hardcore-scene that is going to stay underground. There’s been many waves of commercialism in the past. The music industry has picked up a lot of artists to sell them to a bigger audience. I think there’s nothing wrong with it as long as the bands keep their integrity and the labels at least try not to exploit the fans. On the other hand I think it is essential that the hardcore-scene sticks to its own rhythm its own way of playing, releasing and promoting music. I think both “systems” can co-exist and the kids can decide for themselves which one they prefer.


How big do you think the band can become, and what would your ambitions be?
Chris: We don’t have a certain goal in mind. We just try to do everything we do in a way that satisfies us. Since we’re all really picky about things we invest a lot of time and energy in The Blackout Argumeng. Kinda as a “reward” for that the band developes pretty fast. We are thankful for everything we have accomplished so far.


Does The Blackout Argument have a message? Who writes the lyrics and about what does he write?
Chris: Sinan and me write the lyrics. They all deal with the one thing that noone can take away, the one thing that is always honest and true: Our own experiences. We’re not into preaching, we’re into sharing our anger, hope, fear, desperation and hardships with the listeners. I could not write any other lyrics than about myself and the things I see and feel. Most of my newer lyrics deal with the process of making crucial decisions and dealing with the consequences.


Not so long ago you recorded a new album called Munich Angst. Can you tell us what people can expect from it?
Chris: Nope, “Munich Angst” was the name of our 5-song debut EP. Our upcoming album has no name yet. We are currently trying to figure something out. There’s gonna be 12 Songs on the album which have the same ratio of heaviness and melody like the “Munich Angst” EP, with the difference that the songs are more to the point. The sound of the record is going to be massive and we’re gonna have some amazing guest musicians.


When you look back at the recording process, was it great fun, stressy work or a bit of both? And more important, are you fully satisfied with the outcome of the album?
Chris: Writing the songs was fun but I experienced the recording-process as extremely stressy and exhausting. I had to write my final term paper during the same time and could only enter the studio at 9 pm to stay there until 1 am while I had to get up at 7 am again the next morning. Pretty annoying but it was definitely worth it. I am looking forward to mixing the record at Kohlekeller Studios in November.


The production of the album is very well done, do you still believe in a DIY-production for this genre or do you think a ‘perfect’ sound is more important?
Chris: For everyone in The Blackout Argument and heavy and powerful sound is essential. Especially for the kind of music we play. If I listen to punk music or trash / crust bands such a sound would be totally displaced, though.


Did you already receive some feedback on the new songs?
Chris: Yes, we sent the songs out to some labels since we’re not gonna release it on Engineer Records but on a new label. The feedback was extremely good and we got some great offers.


The band is signed to Engineer Records. Was singing that label an obvious choice or did you also get some other requests?
Chris: That’s right for the “Munich Angst” EP we signed to Engineer Records. Although we also had other offers at that time we decided to work with them because they are an international operating label who put a lot of effort in pushing especially their smaller bands. In addition to that they were the only label that could release the MCD as quickly as we wanted to.


Do you think it’s necessary to have a label as a band?
Chris: There’s so many things you can and have to do on your own as a band but some are just impossible. As a band you will never have the abilities of distributing and promoting your record as good as a label. Most labels have a year-long experience and know exactly how to handle bands and records.


If I’m not mistaken the artwork for your album was done by Angry Blue, who also done some stuff for Lamb Of God, Throwdown and Poison The Well. How did you get in contact with the guy?
Chris: Yes that’s right, Justin from Angry Blue did the artwork. I just got in touch with him and he liked the concept of the bands and the ideas I introduced him to. He did us a band-logo, a shirt design and contributed most of the graphics for the “Munich Angst” EP. As for our album artwork we’re gonna work with him again.


About downloading music, a lot of people have already albums from bands before it ever came out. How do you feel about that… or downloading music in general?
Chris: I think there’s absolutely nothing wrong with downloading music from the internet. It is the labels own fault, if they hadnt missed to inform and serve the fans during the past years they would not have such a problem now. Most friends of mine check out the songs in the internet and buy the album later on when they like it. CD’s are still way to expensive especially in regard of the fact that most music that is published by labels is total crap.


This is a question we ask to every non-Belgian band. What is the first thing that comes in your mind when you hear ‘Belgium’?
Chris: Hägan Dasz Belgian Chocolate Icecream.


Can we expect the band over here someday soon?
Chris: I hope so! The release of our album in spring 2007 will be followed by a European Tour and we hope that we pass by your country as well.


What can we expect from a The Blackout Argument show?
Chris: Broken bones, bottles and hearts, ha ha ha. Just kidding. Live shows are extremely important to us and they’re always intense. For me it is a personal outlet that is not comparable to anything else I have in my life. I couldn’t live without it.


Last question, what does the rest of 2006 bring for the band?
Chris: We’re gonna play a couple of single shows till the end of the year including a big christmas event in Munich and a short mini tour with our friends in Estate and Crash My Deville. In addition to that we’re gonna mix our album and release a video for the song “the fastbreak”.


Ok, this was it for the interview. I wish you the best of luck in the future with the band! Any last words you want to tell us?
Chris: Thanks a lot for the interview Kevin, we really appreciate it. We wish you all the best for “The Insider”. To everyone reading this right now, feel free to get in touch with us for whatever reason and make sure to check out the links below. Thanks a lot.


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Pitfire

Switzerland
Date: 2006-09-19

Die Frage, die mir einfach auf der Zunge liegt, möchte ich dir als erstes stellen. Gibt es denn deiner Meinung nach Argumente für einen Blackout? Und definier doch mal bitte, wie ein BLACKOUT denn für dich aussieht.  Die berühmte Frage nach dem Bandnamen… ;-)

Nun, „argument“ heisst im englischen eher „streit“ als wörtlich „argument“. Und so ist der Bandname auch gemeint, ein Streit der so sehr eskaliert dass er letztendlich in einem Blackout einer der beiden / oder beider beteiligter Personen endet.

Warst Du selber schonmal in einer Situation, in der du eine Art BLACKOUT erlebt hast und keine Kontrolle mehr über dich selber hattest?

Der Bandname nimmt tatsächlich bezug auf ein Ereignis aus meiner Vergangenheit. Ich will da nicht so sehr ins Detail gehen, aber ich war mal in einen Streit verwickelt der so sehr aus den Fugen gelaufen ist, dass ich am Ende nicht mehr wusste was passiert ist. Erst ein paar Stunden später habe ich den Schaden (physisch, psychisch und materiell) realisiert.

Die erste MCD heisst ja „Munich Angst“. Wem ist denn dieser Name eingefallen und was hat es damit auf sich? Die bayrische Metropole steht ja sonst eher für Sicherheit, Luxus und Wohlstand. Wovor hat ein Münchner denn im Jahre 2006 Angst? Sind es Stoibär und Konsorten oder eher zwischenmenschliche Missstände die da ins Gewicht fallen?

Die Idee zum Titel stammt von mir. Und du hast die „Angst“ schon ziemlich treffend beschrieben. Es ist eben genau diese scheinbare Sicherheit, der Luxus und der unglaubliche Wohlstand dieser Stadt die einem Angst machen können. Als Individuum das sich Gedanken über sich selbst und seine Umwelt macht fühlt man sich in so einer könstlichen Welt sehr schnell isoliert. Dazu kommt natürlich noch dass München eine Millionenstadt ist, in der Anonymität an der Tagesordnung ist. Jede Form der Subkultur hat es in so einer Umgebung schwer und sieht sich einer ständigen Bedrohung ausgesetzt. Das ist die „Munich Angst“.

Hast Du schonmal daran gedacht, dem Freistaat den Rücken zu kehren oder bist du gerne in München?

In letzter Zeit denke ich viel darüber nach wo mich mein zukünftiges Leben hinbringen wird da ich gerade dabei bin mein Studium hier in München abzuschliessen. Ich wohne jetzt seit 5 Jahren hier und habe mich mit den positiven und negativen Seiten der Stadt arrangiert. Emotional verbunden fühle ich mich nicht mit München. Ich denke ich würde mich an einem anderen Wort genauso wohl oder noch wohler fühlen.

Die Band THE BLACKOUT ARGUMENT kam ja im Prinzip aus der Asche von PAINT THE TOWN RED und FLYSWATTER zustande. Wie sind derart unterschiedliche musikalische Interessen eigentlich unter einen Hut zu bringen?

Da war ich auch überrascht. Letzendlich waren es Philip unser Drummer (ex-Flyswatter) und ich (ex-PTTR) die die Band gestartet haben und musikalisch hat es sofort gematcht! Wir wussten beide genau was wir wollten und unsere Vorstellung harte und zugleich eingängige und melodische Musik zu machen haben prächtig harmonisiert. Ich sehe da auch gar keinen Wiederspruch, ganz im Gegenteil. Hardcore ist für mich eine extrem emotionale Musikrichtung. Diese Emotionen werden z.T. übe die Texte transportiert, aber auch über die Musik. Ich sehe den Gesang, genau wie die geschrieenen Vocal Parts als perfekten Ausdruck unterschiedlicher Gefühle.

Weinst Du der Zeit bei PAINT THE TOWN RED eher nach oder hast du mit dem Kapitel schon völlig abgeschlossen?

Als wir uns aufgelöst haben war ich natürlich schon ein wenig traurig. Wir hatten es als Band weit gebracht und es haben sich uns einige sehr coole Optionen eröffnet. Mir war klar dass wenn wir jetzt einen Schlussstrich ziehen muss ich mit der nächsten Band noch mal ganz von Vorne anfangen. Aber darin lag auch eine große Chance. Und zwar dieses mal alles richtig zu machen was bei PTTR schief gelaufen war. Zum Beispiel ein konstantes Line-Up. Das war bei PTTR immer ein großes Problem und bei The Blackout Argument sieht es bisher prima aus, wir spielen seit unserer ersten Show im gleichen Line-Up und es passt einfach super.

Euch gibt es jetzt in der Formation seit Januar 2006. In dieser kurzen Zeit habt ihr bereits etliche Songs geschrieben und die MCD „Munich Angst“ rausgebracht. Ihr seid sozusagen regelrecht ausgehungert danach, neues Material zu basteln, oder?

ha ha, ja das könnte man so sagen! Das Song-Writing geht bei uns sehr schnell da wir, wie oben bereits erwähnt, eine sehr genaue Vorstellung davon haben wir die Songs zu klingen haben. Ideen sind haufenweise vorhanden und manchmal bedarf es nur einer konzentrierten Bandprobe bei der jeder voll bei der Sache ist um das Grundgerüst für einen Song fertigzustellen. Viele Feinheiten und Verbesserungen ergeben sich dann mit der Zeit, insbesondere im Studio fallen einem noch sehr viele coole Sachen ein wie man den Song noch optimieren kann.

Woher rührt diese Schaffenskraft? Was inspiriert Dich persönlich?

Zunächst mal ist das natürlich meine eigene Leidenschaft für Musik. Seit ich denken kann spielt Musik für mich die größte Rolle und ich kann mir mein Leben nicht mehr ohne sie vorstellen. Dazu gehört natürlich ein enormer musikalischer Input. Ich höre mir fast alles an was gut ist, vollkommen undabhängig davon um welche Musikrichtung es sich handelt. Oftmals inspirieren mich Hardcore-Bands /-Songs weniger zum Songwriting als andere Musikstile / Bands. Was die Texte betrifft so gibt es natürlich nur eine riesige Inspirationsquelle: Mein eigenes Leben. Ich bin jetzt 27 Jahre alt und noch weit davon entfernt ohne Rückschläge und Fehler durchs Leben zu laufen. Aber genau das ist der Punkt, mit jedem Fehltritt und jeder schmerzhaften Erfahrung wachse ich als Mensch und bekomme die Chance es beim nächsten mal besser zu machen.


Du betreust nebenbei ja noch jede Menge andere Projekte wie Let it Burn Records u.v.m. Wie bringst du das alles unter einen Hut? Da müsste der Tag doch sicher auch 42 Stunden haben...

Ha ha ha, nein der Tag hat wie bei jedem anderen Menschen exakt 24 Stunden. Aber das ist VERDAMMT VIEL ZEIT! Die Leute unterschätzen das nur meistens. Nehmen wir zum Beispiel meine jetzige Situation. Ich schreibe gerade an meiner Magisterarbeit die ich in 10 Tagen fertig haben muss. Ich stehe morgens um Halb acht auf, und bin um 8 uhr in der Bibliothek. Da arbeite ich konzentriert an meiner Magisterarbeit. Die Pausen nutze ich um wichtige E-Mails zu beantworten und anderes Zeug für Band & Label zu machen. Das geht prima so bis Abends um 20 oder 21 Uhr. Dann gehe ich nach Hause, mach noch ein bischen Distro-/Promo-Stuff, was halt so an Post anfällt und eventuell noch anderen Labelkrams bis ca. 23 Uhr. Dann knall ich mich noch eine Stunde vor die Glotze und geh um 12 pennen. Und jetzt kommt das beste: Da bleiben mir sogar noch ganze 7,5 Stunden schlaf! Ha ha ha. Nein mal im ernst, im Moment ist es ja aufgrund der Magisterarbeit eine absolute Extremsituation, aber selbst unter diesen Umständen ist es möglich alles unter einen Hut zu kriegen. Ich denke es ist nur eine Frage der Organisation und vor allem der Priorisierung.

Hast Du nebenbei noch einen Job, bei dem Geld reinkommt oder trägt sich das alles?

Nein das label reicht nicht um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Das ist mehr oder weniger eine Null auf Null Geschichte. Ich habe noch einen regulären Job als Internet-Fuzzi bei der Uni-München.

Die MCD wurde über Engineer Records veröffentlicht. Wieso habt ihr die nicht über Let it Burn Records rausgebracht? Erzähl doch auch noch ein bisschen mehr über das Label Engineer Records bitte.

Ich hatte keine Lust auf die Doppelrolle als Label-Boss und Band-Mitglied in Personalunion. Das wirft viele Probleme auf, besonders wenn es darum geht einen Deal auszuhandeln. Deshalb war von vornherein klar, dass ich die MCD nicht über Let it Burn rausbringe. Engineer ist ein cooles Label aus England bzw. USA. Sie haben die Songs gehört und waren sofort begeistert. Obwohl noch einige andere Labels interessiert waren haben wir uns letztendlich für Engineer entschieden da sie das Release erstens sehr zeitnah rausbringen konnten und zweitens von uns keine Verpflichtungen für weitere Releases forderten. Uns war es wichtig zunächst mit einem Kleinformat zu starten und uns als Band erstmal einen Namen zu machen bevor wir uns fest binden.

Ihr habt ja angeblich schon genug Songs gemacht, um ein Full-Length Album zu veröffentlichen. Wann kann man damit rechnen?

Nun wir sind derzeit im Studio und schliessen die Aufnahmen zum Album ab. Es fehlen nur noch ein paar Vocals. Wenn alles glatt läuft wird das Album mitte / ende Oktober in den Kohlekeller Studios gemischt. Wann es veröffentlicht wird hängt letztendlich von der Label-Situation ab. Wir sind mit einigen Labels im Gespräch, aber entschieden ist noch nichts.

Wird das auch über Engineer rauskommen?

Nein.

Beim Song „So much you and me“ ist Zoli von BRIDGE TO SOLACE mit von der Partie. Wie kam es zu der Kooperation?

Ich kenne Zoli ja schon seit Jahren und auch den Rest der Band aufgrund der Zusammenarbeit mit Let it Burn Records. Ich hab ihn einfach gefragt ob er bock drauf hätte etwas beizusteuern und er war sofort begeistert von der Idee. Als BTS dann eine Show in München hatten haben wir Zoli einfach mit ins Studio genommen und er hat uns ein paar Zeilen eingesungen.

Welche konkreten Ziele verfolgt ihr mit Eurem neuen Projekt „The Blackout Argument“? Wollt ihr reich und berühmt werden oder ist das eher eine Herzenssache?

Unser Drummer fragt mich immer wann es endlich Nutten und Koks gibt ha ha ha! Nein im ernst, wir wollen mit der Band auf jeden Fall voran kommen und sehen wie weit wir das pushen können. Reich zu werden ist mit dieser Musik auf jeden Fall absolut uptopisch und auch nicht unser Ziel. Wir wollen viele viele Shows auf der ganzen Welt spielen, Alben veröffentlichen an die man sich erinnert und Songs schreiben die wir irgendwann mal stolz unseren Kindern vorspielen können.

Der aufmerksame Leser findet im Booklet einen schönen Text von Marianne Williamson, der zum Nachdenken anregt und sich „Our Greatest Fear“ nennt. Was ist denn deine persönliche grösste Angst im Moment?

Im Moment ist meine größte Angst dass ich die scheiss Erkältung nicht weg bekomme und noch mal einen Tag vor der Magisteraggabe einbüßen muss, ha ha ha.

Soweit ich gesehen hab ist es ja nicht nur der Sänger, der bei Euch die Lyrics schreibt, sondern du bist daran auch beteiligt.

Ja, Sinan unser Sänger und ich teilen uns die Lyrics. Wir haben beide einen großen Output was das betrifft. Jedoch wird jeder Text der für einen Song verwendet wird vom anderen immer gegengelesen und durchgesprochen.

Was belastet oder beschäftigt Dich denn am meisten, wenn man die allgemeine Weltlage so betrachtet?

Also die größte Faszination geht derzeit vom islamischen Fundamentalismus aus. Das ist wirklich ein Thema was mir viel zu denken gibt. Es ist unglaublich mit wie viel Effektivität es den Taliban und anderen radikalen Gruppen gelingt die Welt in Schach zu halten. Ich will nicht sagen dass ich Fan bin von dieser neuen Form des Terrorismus, dennoch fasziniert es mich.

Stell dir mal vor, dass du jemandem der Euer Album noch nie gehört hat und nichts von Euch weiss, Euren Stil beschreiben müsstest.

Wenn er / sie Ahnung von Punk/Hardcore hat würde ich einfach sagen, „emotionaler rockiger hardcore mit melodie“. Für Außenstehende wäre wohl „so wie Bon Jovi nur härter“ eine treffende erklärung ha ha ha. Nur Spass. Das ist immer schwierig bei Außenstehenden. Selbst wenn man populäre Bands wie FUNERAL FOR A FRIEND, BOY SETS FIRE oder BILLY TALENT zu einem extrem hinkenden Vergleich bemüht, sieht man im Gesicht seines Gegenübers immer nur ein Fragezeichen. Da ist es einfacher mal einen Song vorzuspielen.


Hier gibt’s noch ein paar Schlagworte, zu denen du noch Stellung nehmen darfst:
-Ratzinger in München 

Was für ein Aufwand für so eine nuschelnde, grenzdebile Nervensäge.

-Stoiber 

hält sich wacker aber in die Fußstapfen vom Strauß wird er niemals steigen ha ha ha!

-Oktoberfest 

Sodom und Gomorrah! Es hat wieder begonnen!

-PETA 

Machen viel, sind sehr präsent, allerdings bezweifle ich dass es allzuviele Menschen gibt, die aufgrund von Flugblättern das Fleischessen bleiben lassen.

-Wintersport 

noch bevor ich Radfahren konnte, konnte ich Ski-Fahren. Mein Dad war früher Ski-Lehrer. Ich nehme mir jedne Winter vor wieder mehr zu fahren aber irgendwie klappts nie 

-Religion 

Organzied Crime.

-Straight edge 

eine extrem coole sache die mein Leben jeden Tag aufs neue sehr bereichert. Für eine Medienberichterstattung jedoch einfach zu langweilig wie die Vergangenheit gezeigt hat.

-Schulhof-CD der NPD

Marketing-strategisch eine genialer Schachzug. Das sollten die Linken auch mal machen. Mein Vorschlag: „Schlachtrufe BRD I-III“ !!

Besten Dank für das Interview und ganz viel Erfolg für Euch!!!

Hey, wir haben zu danken für das Interview. Hat Spass gemacht, waren sehr coole Fragen. Wer lust hat uns zu schreiben oder mal auf einem Konzert vollzuquatschen soll das auf jeden Fall tun. Bis bald!


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Shredder Mag

Germany
Date: 2006-08-20

M ü n c h e n - Heute nehmen wir uns die Herren von The Blackout Argument genauer unter die Lupe. Stellvertretend für die Band antworten uns ChrisZ (Git.) und Sinan (Voc.) per E-Mail.

Ihr habt die Band vor ca. einem Jahr gegründet, heute steht ihr mit festem Line-Up und einer ordentlichen EP auf den Bühnen Süddeutschlands und Österreichs. Ging ja ganz schön schnell, was?
C: Ja irgendwie ging in der Tat alles sehr schnell. Die Bandgründung ist noch nicht mal ein Jahr her. Unsere erste Show haben wir am 25.3. in München gespielt und in den darauf folgenden 2 Monaten gleich 20 weitere, u.a. in Österreich, Italien, der Schweiz und natürlich D-Land. Die EP ist auch raus und wir arbeiten gerade am Album. Für uns war von Anfang an klar dass wir mit der Band Gas geben wollen. Natürlich freuen wir uns trotzdem sehr darüber dass es auch so klappt wie wir uns das vorgestellt hatten.

Wie seid ihr auf Engineer Records gekommen?
C: Wir haben die Songs an einige Label geschickt mit denen wir uns vorstellen konnten zusammen zu arbeiten. Das Feedback war sehr positiv, allerdings wollten die meisten Labels sofort ein Album machen und keine EP. Hinzu kam das Problem dass viele Labels erst gegen Ende 2006 hätten veröffentlichen können, was uns zu lange war. Engineer Records hatten Lust ein Kleinformat zu veröffentlichen und auch die Ressourcen es sofort zu machen, weshalb wir uns letztendlich für sie entschieden haben.

Gab es Gründe, die EP nicht auf deinem eigenen Label Let It Burn Records, zu veröffentlichen?
C: Der Hauptgrund war, dass ich keine Lust hatte/habe in eine Doppelrolle zu schlüpfen, also zugleich Label-Boss und Band-Mitglied zu sein. Gerade wenn es darum geht einen Deal zu vereinbaren ist das eine schwierige Situation und Konflikte sind vorprogrammiert. Außerdem ist es für mich spannend zu sehen wie andere Labels arbeiten und das ganze einfach mal vom "anderen Ende" aus wahrzunehmen, ich denke ich kann für mich und Let It Burn Records da viel rausziehen.

Mir ist von Anfang an euer gelungenes Artwork aufgefallen, wer ist dafür zuständig?
C: Vielen Dank! Die Grafiken für die Website wurden von einem schwedischen Designer namens Burning West erstellt, das CD-Artwork ist eine Kooperation von Angry Blue aus den Staaten und Dirk von Independent Intensio.

Grundsätzlich macht ihr auf mich einen sehr motivierten und entschlossenen Eindruck, was wollt ihr mit der Band erreichen?
C: Entschlossen ist ein gutes Wort, ha ha ha. Nein im Ernst, wie bereits bei der ersten Frage erwähnt war es für uns immer klar dass wir mit der Band vorankommen wollen. Es gibt viele Bands für die es cool ist 4-5 Shows im Jahr in der Region zu spielen und halt zu proben/Songs zu schreiben. Für uns ist das nichts, wir wollen raus kommen, spielen spielen spielen, professionell Musik aufnehmen und unters Volk bringen etc. Ein konkretes Ziel haben wir uns nicht gesteckt und im Endeffekt macht so etwas auch wenig Sinn, da sich die Dinge eh immer von alleine entwickeln. Uns ist es nur wichtig dass wir nicht stagnieren und uns die ganze Sache immer Spaß macht, wobei diese beiden Dinge eng miteinander verknüpft sind.

Ab wann kann man mit einem Full-Length Album rechnen?
C: Wir sind jetzt gerade dabei den Songs den letzten Schliff zu verpassen und werden im Juli/August aufnehmen. Gemischt wird das ganze dann im Oktober. Vorab wird es schon eine kleine Pre-Production geben wovon wir auch ein oder zwei Songs ins Internet stellen werden. Was den tatsächlichen Veröffentlichungstermin angeht kann ich überhaupt nichts sagen da das definitiv vom Label abhängt und wer das sein wird steht noch nicht fest. Ich denke aber mal Ende 2006/Anfang 2007 ist realistisch.

Ihr seid teilweise aus Bands wie Flyswatter und Paint The Town Red hervorgegangen, was ist mit den jeweiligen Bands passiert?
C: Paint The Town Red haben sich letztes Jahr aufgelöst. Nachdem wir um die 15 Line-Up Wechsel hinter uns hatten war irgendwann die Luft raus und wir haben im September 2005 unsere Abschiedsshow gespielt. Marco der ehemalige Gitarrist von PTTR hat mit Heartbreak Kid eine coole neue Band an den Start gebracht, genau wie Seb (ehem. Bassist) mit Within Walls. Beide unbedingt auschecken! Bei Flyswatter hat sich (außer dem Line-Up) nicht viel geändert. So weit ich weiß arbeiten sie auch gerade an einem neuen Album.

In der letzten Ausgabe berichteten wir über das Demo deiner anderen Band Jaws! Was ist daraus geworden, bzw. bleibt dafür überhaupt noch Zeit?
C: Ha ha, ja vielen dank noch mal für das Review! Jaws haben sich aber auch aufgelöst. War sozusagen ein kurzes Vergnügen. ;-)

Laut der Bandinfo ist euer Sänger "one of Germanys youngest scenestars", was macht ihn denn dazu?
C: Wer hat DAS denn geschrieben!!?? ;-) Spaß... Sinan unser Sänger ist halt ein kleines Multitalent und macht extrem viel für die Szene. Neben seinem Sänger-Job bei The Blackout Argument spielt er noch Gitarre bei For Heavens Sake, macht coolen Grafik-Shit, hat eine kleine Booking Agentur (Penguins Collapse) und veranstaltet in Wangen Shows. Er ist mit vollem Herzblut und viel Leidenschaft dabei was sich inzwischen auch rumgesprochen hat. Vielleicht deswegen "scenestar" ;-)

Hat euer Bandname irgendeinen speziellen Hintergrund, bzw. gibt es ein Schlüsselerlebnis, dass ihr als euer/dein persönliches "Blackout Argument" bezeichnen könnt?
C: Der Bandname bezieht sich tatsächlich auf ein persönliches Erlebnis. Ein Streit/Konflikt an den ich mich sicher mein ganzes Leben erinnern werde.

Was ist eure "Munich Angst"?
C: "Munich Angst" drückt ein Gefühl der Bedrücktheit und tiefer Verunsicherung aus, das eine Großstadt wie München bei einem Individuum hervorrufen kann. Besonders als Anhänger einer Subkultur sind Gefühle wie Ausgrenzung und Isolation in einer konservativen Gesellschaft quasi vorprogrammiert. Unsere Texte setzen sich mit diesen und anderen Emotionen und der Art und Weise damit umzugehen auseinander.

Zum Thema München: Die meisten Leute schimpfen ständig auf die Stadt, ich finde aber, hier ist schon einiges an Konzerten, Bands, Kneipen geboten. Wie seht ihr das?
C: Ich stimme dir zu, und selbst wenn es nicht so wäre, wäre drüber schimpfen nicht die richtige Strategie. Gerade wenn man unzufrieden ist mit dem was um einen herum passiert sollte man nicht rum-meckern sondern etwas daran ändern. Keine coolen Shows in deiner Stadt? Dann lad doch einfach deine Lieblingsbands ein und veranstalte Shows! Keine coolen Bands? Dann such dir ein paar Leute die das genauso sehen und starte was! Ich denke gerade München ist ein super Beispiel dafür dass es funktioniert. Wenn ich zurückdenke, vor 2-3 Jahren sah es in München echt mau aus. Inzwischen gibt es einfach eine ganze Menge coole Bands, neben den bereits erwähnten Heartbreak Kid noch Ghostchant, Pequod, Blank Promise, No God Innocent, From Constant Visions, Lofi-Inferno, etc. Außerdem sind jede Woche Shows aus allen denkbaren Sparten und jede gute Band macht früher oder später mal in München Stopp. Aber auch was Gastro betrifft kann sich München inzwischen echt sehen lassen. Kneipen wie das Kings'n'Queens oder Restaurants wie das Cafe Kopfeck sind ein gutes Beispiel für Leute die nicht nur lamentieren sondern tatsächlich etwas auf die Beine Stellen!

Wie steht ihr zu anderen Münchner Hardcorebands, kann man untereinander die im Hardcore so oft zitierte "Unity" spüren, oder macht jeder sein eigenes Ding?
C: Also es ist auf jeden Fall besser als früher, und ich habe auch das Gefühl dass die "Segregation" was die Clubs betrifft langsam ein wenig aufbricht. Früher gab es halt "Kafe-Kult"-Bands, die dann nur im Kafe-Kult gespielt haben und "Backstage-Bands" die nur dort Shows bekommen haben. Inzwischen geht es kreuz und quer, egal ob Kafe-Kult, Sunny Red, Backstage oder sonst wo. Das spricht auf jeden Fall auch für das Publikum, man ist einfach mehr "open minded" und schaut auch mal über seinen Tellerrand hinaus was bei einer kleinen Szene wie hier in München wirklich wichtig ist.

Wollt ihr überhaupt in die Hardcore Schublade gesteckt werden? Zum Teil geht ihr ja doch sehr melodisch und emotional zu Werke.
C: Ich sehe The Blackout Argument auf jeden Fall als Hardcore-Band nachdem sich der Begriff "Hardcore" ja nicht über eine bestimmte Musikrichtung sondern über eine gewisse Ideologie definiert. Unsere Arbeitsethik und unser Selbstverständnis sind eng mit der Idee "Hardcore" verknüpft. Und Emotionen und Hardcore schließen sich in keinster weise aus, ganz im Gegenteil. Für mich war "Hardcore" immer auch die Möglichkeit Gefühle egal ob positiv oder negativ zu kompensieren und mit anderen Leuten zu teilen. Musikalisch halte ich nicht viel von Schubladen und ich hoffe auch dass die Leute unsere Songs mit offenen Ohren und Herzen anhören und sich nicht durch irgendwelche Reviews, Artworks, Scenetalk oder sonst was abschrecken lassen.

Wie stark orientiert ihr euch an traditionellen Hardcore Werten, wie z.B. D.I.Y., Veganismus, Straight Edge...?
C: Bei solchen Fragen kann man immer schlecht für die ganze Band sprechen, da würdest du sicherlich von jedem eine andere Antwort bekommen. Deshalb schreibe ich jetzt mal nur von mir. Für mich sind Dinge wie Vegetarismus oder Straight Edge nach wie vor präsent und spielen in meinem Leben auch eine große Rolle. Auch der DIY-Gedanke ist, gerade wenn man eine Band neu startet, von zentraler Bedeutung. Ich bin froh dass ich diesen ganzen Shizzle kennen gelernt habe und dass es mich als Mensch und Musiker geprägt hat.
S: Den DIY-Gedanken habe ich glücklicherweise früh von meinen Brüdern eingetrichtert bekommen. Als ich 10 war glaube ich, waren sie Vorstände des örtlichen JuZe's. Sie waren türkische Punks, die ihr Ding durchgezogen haben, Grenzen brachen und dennoch ihr Abi zu Ende brachten. Das hat mich sehr geprägt und mich immer wieder gepusht. "Punk" hieß für mich auf eigenen Beinen stehen zu können, sich selbst zu informieren, kreativ zu sein. Es besser machen zu können als die Masse. Die Erfahrungen daraus bewahren einen vor der totalen Abhängigkeit. Etwas selbst zu erschaffen ist einfach ein Super Gefühl und geben einem die Chance eigene Vorstellungen einfacher zu realisieren.

Was hälst du von der Gorilla Biscuits Reunion und der bevorstehenden Tour? Ausverkauf? Alter Aufguss?
C: Frag mich noch mal wenn ich die Show gesehen habe. Es ist immer schwierig im Vorfeld zu sagen ob so was Sinn macht oder nicht, das entscheidet sich tatsächlich auf der Bühne. Ich habe schon eine Menge Reunion-Shows/Touren gesehen und es war eigentlich jedes Mal eine Überraschung. Von Youth Of Today hatte ich mir zum Beispiel einiges erwartet und war dann extrem enttäuscht. Bold waren so ein Zwischending, auf der einen Seite haben sie es sehr cool rüber gebracht, auf der anderen Seite war's aber irgendwie nicht so richtig überzeugend. Was aber auf jeden Fall echt der Hit war: Die Path Of Resistance Tour! Meine Fresse, das war einfach der pure Spirit und hat richtig Spaß gemacht! Auf Gorilla Biscuits bin ich wie gesagt sehr gespannt. Die Band zählt nach wie vor zu meinem absoluten Favourites, was natürlich die Gefahr in sich birgt, dass es ne Enttäuschung wird sie live zu sehen. Na ja, abwarten!

Die Lyrics sind sehr persönlich ausgefallen und handeln von Verlusten und verhängnisvollen Erlebnissen, hängt das irgendwie mit eurem Privatleben zusammen?
C: Natürlich tut es. Alle Texte die ich schreibe (und ich kann da auch für Sinan unseren Sänger sprechen) sind mit persönlichen Erlebnissen verknüpft. Anders könnte ich das auch nicht. Ich denke auch dass der Lese/Hörer das merkt. Nehmen wir zum Beispiel mal eine Band wie Bullet For My Valentine. Mal abgesehen davon dass die Typen einfach unsympathisch sind, kaufe ich ihnen nicht eine einzige ihrer Textzeilen ab. Für mich sind das nur beliebig aneinandergereihte Phrasen die nur einen einzigen Zweck erfüllen und zwar dass sie zur Musik passen. Wenn man dagegen eine Band wie Most Precious Blood anhört dann spürt man in jeder Zeile und mit jedem Wort dass er Sänger seine Texte LEBT. Auch wenn man MPB live auf der Bühne sieht gibt es keinen Zweifel daran dass die Inhalte der Songs authentisch sind. Für mich ist das unglaublich wichtig wobei es da keine Rolle spielt ob eine Band persönliche/emotionale Texte hat, politische oder von Szene-Kram singt. Wenn ich das Gefühl habe dass es ehrlich und von ganzem Herzen ist habe ich großen Respekt davor.
S: Texte schreiben gleicht irgendwie einer Form der Eigentherapie. So fühlt es sich zumindest jedes Mal an ;) . Es hilft bestimmte Vorkommnisse anders zu betrachten und das geht einfacher wenn man über sich und seine Erlebnisse schreibt.

Im Booklet zitiert ihr Marianne Williamsons "Our greatest fear", die christlichen Passagen habt ihr schön unter den Tisch fallen lassen. Sollte man den Text also eher philosophisch verstehen?
C: Die Textzeilen von Marianne Williamson passen wie die Faust aufs Auge zu dem was wir mit "Munich Angst" sagen wollen. Wir haben darüber gesprochen ob wir den Text in seiner ursprünglichen Form belassen und somit riskieren missverstanden zu werden oder ob wir die christlichen (oder besser spirituellen) Passagen rauszulassen. Nachdem es für die Essenz/Message des Textes keinen Unterschied macht, haben wir uns für letzteres entschieden.
S: Die Worte geben einem ohne die fehlenden Passagen mehr. Es ist einfacher sich damit auseinander zusetzten als wenn Religion mit ins Spiel kommt. Das war bei der Entscheidung ausschlaggebend. Den Text habe ich das erste Mal, leicht abgeändert, in dem Film "Coach Carter" gehört. Er hat mich bewegt und passte einfach in meine damalige Verfassung. Ich habe Chris davon erzählt, er fand es richtig gut und schon war's geritzt.

Welche 5 Platten nehmt ihr mit ins Grab?
C: Da kann ich wieder mal nur für mich sprechen: Life Of Agony "Rive Runs Red", Strife "Through and Through", Therapy? "Troublegum", Bad Religion "No Control" und Trial "Are these our lives?". S: Poison The Well "The Opposite Of DecemberÓ , auf jedenfall. AnsonstenÉpuh! From Autumn To Ashes "Too Bad, You're BeautifulÓ , Underoath "The Changing Of TimesÓ , Hopesfall "No Wings To Speak Of/The Satellite YearsÓ und It Dies Today ÓThe Caitiff ChoirÓ. S: Eine letzte Message an unsere Leser? C: Erstmal vielen Dank für das Interview und den Support. Den Lesern wünsch ich einen guten Schiss da sie wahrscheinlich das Schredder Mag (genau wie ich) am ehesten auf dem Klo lesen! ;-) Nein im ernst, ist cool dass es noch Zines in Papierform gibt, das hat einfach eine komplett andere Qualität als die ganzen Online-Fanzines! Wer bock hat uns zu schreiben, aus welchem Grund auch immer soll das einfach tun! Peace Out!
S: Danke für den Support und checkt unbedingt die unten aufgelisteten Bands aus: www.theblackoutargument.com, www.myspace.com/theblackoutargument EAT THIS: www.engineerrecords.com, www.thesake.net, www.letitburnrecords.com, www.chainway.de, www.ghostchant.com, www.crisisneverends.de, www.heartbreak-kid.com, www.ephenrian.com, www.estatemusic.net, www.myspace.com/withinwalls


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RBTL Mag

Germany
Date: 2006-08-10

1) Hallo THE BLACKOUT ARGUMENT, mit wem habe ich das vergnügen dieses Interview zu machen?
Sinan: Hey Mö! Du hast es heute mit ChrisZ (Gitarre) und mir, Sinan (Gesang), zu tun. Alles klar bei dir?

Mö: Bei mir ist alles Top soweit, danke.

ChrisZ: Hallo RBTL-Magazin! Obs ein Vergnügen wird sehen wir noch ;-)

2) Könnt ihr uns einmal einen kleinen Rückblick geben, wie eure Band entstanden ist, usw.?
ChrisZ: Die Idee für die Band hatten ich und der Drummer bereits 2005, als sich meine damalige Band PTTR aufgelöst hatten und er bei FLYSWATTER ausstieg. Wir wollten unbedingt beide was neues starten und haben schnell gemerkt dass wir ähnliche Vorstellungen haben was den Sound betrifft. Wir haben zu zweit ein paar Songs gechrieben, aufgenommen und uns dann mit den Demos auf die Suche nach Musikern gemacht. Sascha fand die Songs sehr geil und ist als Bassist eingestiegen, Chris18 dann kurze Zeit drauf als zweiter Gitarrist und Sinan dann Anfang 2006 als Sänger. Das Line-Up war komplett und wir haben uns sofort an die Aufnahmen zur Munich Angst EP gemacht. Gleichzeitig haben wir viel geprobt um fit für live zu werden. Unsere erste show haben wir dann am 25.3.2006 in München zusammen mit unseren Freunden von GHOSTCHANT und HEARTBREAK KID gespielt. Gleich im Anschluss folgten 20 weitere Konzerte bis wir im Juni / Juli eine Pause genommen haben um uns an die Arbeiten zum Album zu machen. So weiter der Stand der Dinge. Ach ja, in der Zwischenzeit ist unsere Debut EP auf Engineer Records erschienen.

3) Was habt ihr euch damals für Ziele gesetzt, als ihr angefangen habt zu musizieren?
Sinan: Wir haben uns von Beginn an das Ziel gesetzt, wenn möglich, die Band immer in Bewegung zu halten. Das hat bisher auch wahnsinnig gut geklappt. Wir haben Anfang des Jahres unsere EP-Aufnahmen beendet, von Ende März bis Anfang Juli jedes Wochenende Shows gespielt, die EP ist raus und wir arbeiten jetzt an der ersten Full-Length. Ein Ziel, das wir anfangs ebenfalls hatten, haben wir uns glücklicherweise schon erfüllt.
Wir wollten ein cooles Label das unsere EP veröffentlicht und mit Engineer Rec. haben wir genau das gefunden.

4) Jetzt kommt eine Frage die ihr wahrscheinlich schon oft gehört habt. Wie seid ihr zu eurem Bandnamen THE BLACKOUT ARGUMENT gekommen?
ChrisZ: Der Name bezieht sich auf einen persönliches Erlebnis. Auch wenn ich mich nicht gerne daran zurück erinnere hat es mich doch geprägt wie kein anderes. Es war ein Streit zwischen mir und jemandem der mir sehr nahe stand der dann vollkommen eskaliert ist. Eine schmerzhafte, für mich aber zugleich ungemein wichtige Erfahrung.

5) Ich bin damals über Freunde und Verwandte zu dieser Musik gekommen, deshalb frage ich euch wie ihr dazu gekommen seid?
ChrisZ: das fing bei mir schon ziemlich früh an. Genau wie bei dir war es ein Bekannter der Familie der Punk gehört hat. Über ihn bin ich mit Musik in Kontakt gekommen und vom Radio-Hörer zum Fan mutiert. Er hat mir immer Tapes überspielt die ich dann bis zum Erbrechen immer und immer wiedera gehört habe. Da waren Bands drauf wie die MIMMIS, TOY DOLLS, SEX PISTOLS, 999, THE ADVERTS, SHAM 69, SLIME, TOXOPLASMA, DIE ÄRZTE etc. Damals war ich 7 oder 8 Jahre. Vom Punk bin ich dann irgendwann über den Ami-Punk (BAD RELIGION, PENNYWISE, NOFX, ALL, DESCENDENTS, LAG WAGON, etc.) zum Hardcore gekommen. Ich bin froh dass ich die Musik schon so früh für mich entdeckt habe, es ist nach wie vor die schönste Sache der Welt für mich

Sinan: Bei mir fing vieles über meine Brüder an. Sie waren zwar fast nur unterwegs aber sie hatten eine wahnsinnig große Plattensammlung, die ich immer schön unerlaubt durchstöbern konnte.
Meine Brüder sind auch definitiv mein Ansporn gewesen Musik zu machen. Sie haben mich auf die ersten Konzerte mitgenommen, mir versucht Instrumente beizubringen, auf die Art hier hast ne Gitarre mach mal und mir gezeigt was man als Punk alles auf die Reihe bringen kann. Die erste Band kam dann mit 13/14, als derzeit einer meiner besten Freunde mich fragte, ob ich in seiner neuen Band singen möchte. Wir schafften innerhalb von 2 Monaten einen Song ;) und haben uns dann später mit einer anderen Band zusammengetan. War ne coole Zeit.

6) Was waren damals eure Vorbilder und welche sind es immer noch?
Sinan: Als Sänger beeindruckten mich damals und jetzt vor allem Mike Patton, Daryl Palumbo und Brandon Boyd. Kris Norris seit einem Jahr an der Gitarre. Allerdings möchte ich keinen von den genannten als Vorbild betiteln, eher als Antrieb.

ChrisZ: Vorbilder ist immer ein schwieriges Wort, ich würde es wie Sinan auch eher als Antrieb oder Motivation bezeichnen. In Bezug auf mich als Musiker waren das auch weniger Einzelpersonen sondern eher bands. Die hardcore-bands der Mid-90er haben mich geprägt wie keine anderen. STRIFE, TRIAL, UNBROKEN, MEAN SEASON, OUTSPOKEN, CULTURE etc. Jedes mal wenn ich die Gitarre in die Hand nehme und ohne zu denken einfach drauf los spiele klingt das nach den 90ern ha ha ha.

7) Was für unterschiedliche Musik Geschmäcker gibt es in der Band, oder hören alle das gleiche?
ChrisZ: Oha, ich glaube es gibt nur wenige Bands bei denen der Musikgeschmack der einzelnen Mitglieder teilweise so weit auseinander geht wie bei uns! Das liegt aber auch daran dass jeder von uns für sich ALLEIN schon einen sehr breitgefächerten Musikgeschmack hat. Es ist aber jedes mal sehr cool wenn wir eine Band finden die JEDEM gefällt, auch wenns nicht oft passiert ha ha ha.

8) Wie fühlt ihr euch nachdem ihr bei ENGINEER RECORDS unterschrieben habt?
ChrisZ: Genau wie vorher, ha ha ha. Natürlich freuen wir uns ein Label gefunden zu haben dass unsere Musik mag und bereit ist Zeit und Geld in uns zu investieren. David und Craig sind auch zwei sehr coole Typen was meiner Ansicht nach sehr wichtig ist für eine zusammenarbeit.

9) Hattet ihr noch andere Möglichkeiten bei anderen Labels, oder weshalb habt ihr ich euch für ENGINEER RECORDS entschieden?
Sinan: Wir haben mehrere Labels angeschrieben und waren auch sehr erfreut als viel Zuspruch zurückkam. Was für uns allerdings feststand war, dass wir als erste CD eine EP releasen wollten. Das war bei vielen nicht drin, da die meisten eine Full-Length wollten um die üblichen Vertriebswege einzusetzen, was bei einer EP leider selten bis gar nicht drin war.
ChrisZ war dann mit den Jungs von Engineer im Kontakt. Hat sie uns beschrieben, ihre Philosophie geschildert. Ihre und unsere Vorstellungen von der EP haben übereingestimmt und für uns war es entschieden.

10) Was glaubt ihr wie eure Zukunft im Musik Business aussehen wird? Werdet ihr der neue Topakt Deutschlands? (Wollt ihr das überhaupt)
Sinan: Über so etwas denken wir nicht nach. Wir wollen unser Ding durchziehen, eine gute Zeit haben und das ganze solange vorantreiben wie wir gefallen daran finden. Wir sehen uns in keiner Konkurrenz zu anderen Bands. Was die Zukunft sonst noch alles bringt soll sich zeigen.

ChrisZ: Wie sinan schon sagt, über so etwas nachzudenken oder gar darauf hinzuarbeiten macht keinen Sinn. Ich kenne viele Bands deren Existenz nicht auf Leidenschaft für die Musik sondern einzig und allein auf Erfolgszwang beruht und das hat negative Einflüsse auf die Musik und auch auf die Musiker selbst. Wenn man permanent damit beschäfitg ist sich gedanken darüber zu machen möglichst erfolgreich zu werden verliert man den Fokus für das Wesentliche, für das Hier und Jetzt. Erfolg definiert ja jeder Mensch anders, für mich ist es schon ein riesen-Erfolg wenn ich mit meinen Jungs einen coolen Song schreibe der jeden zufrieden stellt. Oder eine Show auf der wir viel spass haben und das Publikum mitreissen können. Solche Dinge sind viel Wert und letztendlich der Grund warum ich Musik mache.

11) Wolltet ihr schon immer Musiker werden, und was macht THE BLACKOUT ARGUMENT wenn sie nicht gerade auf der Bühne oder im Proberaum stehen?
Sinan: Ob wir alle Musiker werden wollten kann ich dir nicht beantworten. Das müsste jeder für sich sagen.
Ich wollte zuerst Torwart werden hehe!
Off-Stage sind wir Zombies und sehnen uns nach Zuneigung, wie jeder andere auch.
Sascha und Chris18 sind Programmierer vom Fach, Philip hat sein kleines Studio, ChrisZ schreibt momentan seine Magisterarbeit, jobbt und führt sein Label und ich schaue das ich mit Grafik-Aufträgen und Nebenjobs genug für die Miete zusammenkratze.

12) Würdet ihr eure Berufe für die Musik aufgeben?
ChrisZ: Die Frage stellt sich ja in der Regel nur wenn es um lange Touren geht die den Rahmen eines normalen Jahresurlaubes sprengen. Sollte sich so ein Angebot auftun würde ich meinen Job dafür aufgeben im Moment. Musik ist einfach das was ich tun möche. Ich werde noch 40 Jahre meines lebens arbeiten, die chance allerdings mit einer Band Gas zu geben werde ich in dieser form nicht wieder haben.

Sinan: Darauf zu antworten ist nicht leicht. Momentan würde ich Ja sagen - Morgen vielleicht nicht.
Bisher sind wir zufrieden mit der Auslastung die wir haben und können mit beidem umgehen. Sowohl Band als auch Job. Aber wenn wir nächste Woche ein Angebot bekommen würden ob wir bei einer coolen Tour vier Wochen supporten wollen, GO!

13) Was war das peinlichte und was das Beste was jemals auf der Bühne passiert ist?
Sinan: Peinlich, oh je, hehe. Peinlich und gleichzeitig irgendwie lustig ist beim Drehen in der Luft auf der Fresse zu landen. Oder auf dem Kabel ausrutschen. Textpassage vergessen, wenn Leute mitsingen. Erst superschlechte Ansagen zwischen den Songs bringen, sich selbst dann als Depp hinstellen und keiner lacht.
Umkippen und ins Schlagzeug fallen.
Sehr gut waren im Gegensatz zu den Peinlichkeiten vor allem die Shows im Sunny Red und die Wahnsinnsshow in Berchtesgaden. Die Leute sind mitgegangen und haben mit uns gefeiert, einfach den Abend genossen. Das waren sehr positive Momente. Danke an alle die das lesen und bei einer der zwei Shows waren.

ChrisZ: Ich denke wenn man spass hat an dem was man tut ist nix peinlich ha ha ha. Obwohl THE BLACKOUT ARGUMENT schon die richtigen Kandidaten für unerwartete Aktionen sind! So Strassenhütchen auffm kopp etc. ;-)

Sinan: Erwähnenswert noch der Stromausfall in Milano nach den ersten 20 Sekunden des Sets. Wir haben dort unserem Namen teilweise alle Ehre gemacht.

14) Macht es dennoch Spaß wenn auch nicht immer alles Glatt läuft?
Sinan: Auf alle Fälle! Klar passieren teilweise Dinge die einem die Laune tierisch runterziehen können aber dann startet der nächste Song und du bist wieder in diesem Live-Ding gefangen. Die eigenen Songs zu zocken ist doch der Hauptgrund auf der Bühne zu stehen, diese Leidenschaft und den Spaß sollte man sich auf keinen Fall vermiesen lassen. 30 Minuten die nur dir und deinen Freunden gehören.

15) Mit welchen Bands wolltet ihr schon immer mal auf Tour gehen und warum?
ChrisZ: Früher dachte ich immer dass die coolsten bands zum touren die sind, bei denen ich die Musik liebe. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Letztendlich muss es MENSCHLICH stimmen, das ist viel wichtiger. Mit meiner alten band PAINT THE TOWN RED waren wir viel auf tour und ich erinnere mich dass die Stimmung auf manchen Touren eher kühl war, auf anderen wiederrum sehr herzlich. Es ist also das coolste mit einer Band auf tour zu gehen die man schon kennt und mag. ESTATE zum Beispiel wären ein feiner Kandidat!

16) Mit welchen Bands habt ihr schon alles die Bühne geteilt, waren die oben genannten auch dabei?
ChrisZ: Zu viele ha ha ha.

Sinan: Vor allem aber auch viel mit befreundeten Bands, deshalb checkt bitte unbedingt die Links unten!

17) Was könnt ihr uns über das neue Album erzählen, an dem ihr ja gerade arbeitet? Könnt ihr uns einen kleinen Vorgeschmack geben?
ChrisZ: Also es wird 12 oder 13 Tracks geben. Die Songs sind insgesamt besser strukturiert und mehr auf den Punkt. Es wird VIEL Abwechlsung geben auf dem Album, einige Songs werden extrem hart ausfallen, andere sehr melodisch. Das ganze wird am ende von Kohlekeller Studios gemischt und gemasterd, der sound wird also unglaublich fett werden. Ansonsten bin ich selbst gespannt wies wird, bisher haben wir nur die Drumtracks im kasten!

18) Was machst eure neue Scheibe kaufenswert, gibt es etwas was man sonst bei keiner CD finden kann?
Sinan: Klar ist sie kaufenswert haha.
Songtitel die noch keine Band zuvor benutzt hat, Themen der absoluten Neuzeit, gebannt auf einer schwarzen CD mit rot-weißem Aufdruck. 5 Songs schnell, lebendig, persönlich und ehrlich.
Wir haben das Rad nicht neu erfunden, nur eine andere Form für einen interessanten Platten. ;)
Am besten ihr geht auf unsere Seite www.theblackoutargument.com und hört euch zwei Songs an. Danach kann jeder für sich entscheiden ob er das liebe Geld sinnvoll investiert hahaha.

19) Was ist euer Lieblingssong von euch selbst?
ChrisZ: Regret in Stereo Ich denke dass er am coolsten unseren Stil repräsentiert und alles hat was ein guter Song braucht: er geht nach vorne ohne viel geschnörkel, eine rockig-treibende Strophe, einen eingängigen Refrain, nen Mosh-Part und coole Übergänge. Hammer Song ha ha ha Und der Text ist mir auch sehr wichtig bei Regret in Stereo, ich hatte das Gefühl dass ich es gut in Worte fassen konnte was ich sagen wollte.

Sinan: Regret In Stereo.


20) Was denkt ihr wie wichtig das Internet für euch und andere Bands heutzutage ist?
ChrisZ: Das Internet ist Chance und Bürde gleichermaßen. Es ist wichtig als Band da den Mittelweg zu finden zwischen sinnvoller Promo-Arbeit und Kontakt zu den Hörern, auf der anderen Seite sich nicht komplett auf dieses Medium zu verlassen. Musik passiert immernoch auf der Bühne und im CD Player.

Sinan: Das Internet hat für kleine Bands viele positive Seiten. Es ist so vorteilhaft per Mail kurz wegen einer Show anzufragen anstatt das ganze per Post und Telefon durchzuziehen. Du machst dir deine Homepage, haust alle Infos drauf und bist immer präsent. Falls dir dein gemachtes irgendwann nicht mehr gefällt oder zu alte Infos drauf sind; löschen, neu machen, bisschen digitaler Abfall, wenig Aufwand.
Du hast die Möglichkeit den Leuten, fast weltweit, deinen Sound anzubieten.
Ein kleiner, einfacher Klick auf den Add-Button und dein (vielleicht) neuster, größter Fan für die nächsten 24 Stunden, wohnt irgendwo am Himalaja.
Es ist einfacher sich nach außen zu präsentieren und Eigenwerbung zu machen. Es ist nicht wie bei vielen Bands vor Jahren, das man mit Walkman durch das Schulhaus laufen musste und jedem die Kopfhörer ins Ohr gesteckt hat, nur damit mehr Leute zu der ersten Show kommen. Für uns auf der anderen Seite des großen Teichs ist es wesentlich einfacher nach unbekannten Bands zu suchen, sich auszutauschen. Das ist schon alles cool.
Es gibt aber auch die Kehrseite. Das ganze wird größtenteils sehr lieblos und belanglos.
Durch die Möglichkeit so viele Bands in kurzer Zeit zu entdecken, geht die Liebe zum Detail verloren. Es ist kein Vergleich mehr zur Variante Ich gehe jetzt in den XY-Musikladen, stöbre mich durch die Stapel und gebe am Ende mein Geld für die Platte aus, die mich die nächsten Wochen oder Monate begleitet. Die Wertschätzung an dem Werk geht etwas verloren. Heute saugt man sich kurz 10 Platten pro Nacht runter, hört sich pro Platte einen Song an und wiederholt dieses Spiel alle paar Tage. Das ist ziemlich schade, denn jede gute Platte braucht einfach ihre Zeit, bis sie sich richtig entfaltet.

21) Viele Bands werden ja öfters Genres zugeordnet, besonders in die des Metalcore. In welches Genre ordnet ihr euch selbst zu?
Sinan: Musikalisch vermischen wir Elemente aus den Genres Hardcore, Rock, Metal und Pop.
Ums aber kurz zu halten, haben wir uns auf die simple Hardcore/Rock Bezeichnung gehalten. Da steckt von allem etwas drin und es bleibt genug Raum um unsere Einflüsse geltend zu machen.
Letztendlich ist es aber egal in welche Ecke wir geschoben werden. Wir waren vor der ersten Show sehr gespannt was alles für Kategorisierungen folgen würden. Das hat durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Rein von unserer Einstellung und unserem Background sind wir eine Hardcore-Band.

22) Als Schlusswort möchte ich mich für das Interview bedanken und gebe auch noch mal die Gelegenheit den Lesern und Fans zu sagen was ihr sagen wollt?
ChrisZ & Sinan: Mö, vielen Dank für das Interview und dein Interesse an uns!
Wir wünschen dir und RBTL viel Erfolg. Wir sehen uns demnächst hoffentlich mal auf einer Show, dann wird mal Tacheles gesprochen ;)
An alle da draußen: Schreibt uns, fragt uns, egal was. Wir brauchen Kommunikation!!
Cheers


The Blackout Argument
ChrisZ, Chris18, Sinan, Sascha, Philip
www.theblackoutargument.com
info@theblackoutargument.com
www.myspace.com/theblackoutargument
www.engineerrecords.com

Best chicks:
www.heartbreak-kid.com
www.myspace.com/withinwalls
www.thesake.net
www.ghostchant.com
www.chainway.de
www.crisisneverends.de
www.ephenrian.com
www.estatemusic.net
www.semanasanta.de
www.deadkeenon.de


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Trueside Music

Germany
Date: 2006-06-11

TSM: Hallo Jungs, alles klar bei euch? Stellt euch doch mal bitte kurz vor, von wo kommt Ihr und wer spielt bei euch was?

ChrisZ: Hey Marco, hier im Süden ist alles im Lot! THE BLACKOUT ARGUMENT sind 5 Rocker die es wissen wollen, ha ha! Sinan am Gesang kommt aus Wangen und ist derzeit freischaffender Grafiker und Lebenskünstler. Chris18 spielt Gitarre, wohnt in München und arbeitet als DVD-Authoring-Sklave. Sascha, der Bassist, arbeitet als Selbstständiger Web-Entwickler und wohnt in München. Philip spielt Drums und hat ein kleines Studio in München am laufen. Und ich wohne, studiere und arbeite in München und spiele bei THE BLACKOUT ARGUMENT Gitarre.

TSM: Ihr seit ja nicht ganz neu auf der Bühne, manche bzw. alle von euch haben vorher in Bands gespielt bzw. tun dies auch im Moment, wie habt Ihr zusammengefunden? Wer hatte die Idee zu THE BLACKOUT ARGUMENT? Und wie sahen die ersten paar Schritte dieser Idee aus?

ChrisZ: Die Idee zu THE BLACKOUT ARUGMENT hatte ich nach dem Split meiner Ex-Band PAINT THE TOWN RED. Ich wollte eine neue Band starten die zwar eine ähnliche Arbeitsweise haben sollte wie PTTR aber musikalisch in eine komplett andere Richtung gehen sollte. Mein Wunsch war es etwas Melodisches zu machen und als ich hörte dass Philip nicht mehr bei FLYSWATTER spielte hab ich ihn kontaktiert und gefragt ob er Bock hätte was Neues zu starten. Er fand meine Ideen ziemlich cool und wir haben zusammen die ersten 5 Songs zusammengeschustert mit denen wir dann auf Bandmembers-Suche gegangen sind. Mit Sascha war relativ schnell ein fähiger Bassist gefunden, die Suche nach Sänger und zweitem Gitarristen war ein wenig schwieriger. Chris18 und Sinan fanden den Sound jedoch ziemlich gut und hatten bock bei THE BLACKOUT ARGUMENT einzusteigen obwohl sie beide noch andere Bands am start hatten. Nachdem das Line-Up komplett war haben wir die Aufnahmen zur „Munich Angst“ EP fertig gemacht und neue Songs für ein Live-Set geschrieben. Die erste Show haben wir dann am 25.3.2006 in München gespielt, worauf ca. 20 weitere in den Monaten April und Mai folgten. Die Band war also „up and running“.

TSM: Ich höre gerade eure Debut-EP MUNICH ANGST, wer hatte die Idee zu diesem Titel, gefällt mir gut? Ebenfalls das Artwork, fein fein…

ChrisZ: Die Idee zum Titel hatte ich. Das sollte ursprünglich das Motto unserer ersten Live-Show werden da diese in München und zusammen mit 2 befreundeten Münchner Bands ( HEARTBREAK KID und GHOSTCHANT ) statt fand. Sinan hat dazu ein hammer-stylishes Logo entworfen welches letztendlich fast „zu schade“ war um es lediglich für einen Show-Flyer zu verbraten, also entschieden wir uns die Debüt EP so zu betiteln. „Munich Angst“ drückt ein Gefühl der Bedrücktheit und tiefer Verunsicherung aus, das eine Großstadt wie München bei einem Individuum hervorrufen kann. Besonders als Anhänger einer Subkultur sind Gefühle wie Ausgrenzung und Isolation in einer konservativen Gesellschaft quasi vorprogrammiert. Unsere Texte setzen sich mit diesen und anderen Emotionen und der Art und Weise damit umzugehen auseinander.

Sinan: Als wir uns näher mit dem Titel ‚Munich Angst’ befassten, haben wir uns drei Überbegriffe genommen, die es für uns am besten festigen: Isolation, Depression und Stagnation.
Es ist nicht neu das sich die meisten Leute voneinander bewegen und mehr vor „sich“ hin leben, dennoch ist es uns wichtig das noch mal zu erwähnen, weil das ganze gefährlicher ist als es scheint. Der Titel ‚The Fastbreak’ fasst sich von den Songs wahrscheinlich am meisten damit auseinander. Er beschreibt den Frust gegenüber Leuten ( speziell meines Alters ) die sich einen Dreck um andere scheren und ist gleichzeitig eine Bitte und eine Aufforderung aufzuwachen. Vielen in meinem Alter ist es egal was um sie herum geschieht, so lange sie ihren Spaß haben und dieser nicht gestört wird. Für diese Leute ist Ausbeutung genauso interessant wie mein selbst gebastelter Kerzenständer. Ich meine damit erstmal nicht direkt den Aufbau armer Regionen, es fängt schon hier bei uns an. Wir sind Jammeraffen die beispielsweise alles billig wollen, die sich dringend dafür einsetzten wie Marionetten behandelt zu werden ohne sich bewusst zu machen, das sie sich ins eigene Fleisch schneiden. Wir kürzen unsere eigenen Jobs nur um einen Moment lang unsere Raffgier befriedigt zu bekommen. Die Wirtschaft, Politik und die Medien haben uns eine Welt geschaffen in der uns Unterhaltung, Spaß und Selbstdarstellung garantiert werden. Im TV, Internet, in Büchern und sogar in der „realen“ Welt. Das reicht um sich keine Gedanken machen zu müssen. Ich denke, keiner verlangt eine Friede-Freude-Unity-Welt in der alles klappt und sich jeder lieb hat. Es kann nur einfach nicht richtig sein, sich damit zufrieden zu geben, für 50 Cent im Sparmarkt einen Eierwärmer zu kaufen ohne sich zu fragen wieso dieses unnötige Instrument so billig ist. Aber das ist ein sehr umfassendes Thema, das ein Song, eine Platte und auch eine Interview niemals aufarbeiten kann. Ich hoffe einfach das sich zumindest ein paar Leute Gedanken machen, auch wenn es nur um ihre Scheiß Frisuren geht.

TSM: Wow, da muss ich erst mal schlucken... Was machst du mit einem Eierwärmer, ha ha ...Wo wir gerade beim Thema ‚Inhalt’ sind, in eure HP wurde ebenfalls sehr viel Liebe investiert, ich glaub Ihr habt einen Designer in der Band… right?!

ChrisZ: Wir haben sogar EINIGE Designer in der Band, ha ha ha. Nein im Ernst, besonders Sinan, aber auch Chris18 haben was das betrifft einiges auf dem Kasten und wir greifen auch gerne und oft auf ihre Skills zurück wenn es um Flyer, Plakate, Web etc. geht. Was jedoch die grundlegenden Grafiken der Website ( und auch des CD-Artworks ) betrifft, haben wir uns entschieden die Sache aus der Hand zu geben. Gerade in Punkto Design ist es wichtig die Betrachtungsweise von Außenstehenden in Erwägung zu ziehen, da diese ihre Ideen „freier“ Umsetzen können. Als Mitglied der Band ist man in gewisser Weise „betriebsblind“ und verliert leicht eine gewisse Objektivität die für künstlerische Arbeit ( egal in welcher Form ) notwendig sein kann. Lange Rede kurzer Sinn: Die Grafiken für die Website wurden von einem schwedischen Designer namens BURNING WEST erstellt, das CD-Artwork ist eine Kooperation von ANGRY BLUE aus den Staaten und Dirk von INDEPENDENT INTENSIO.

Sinan: Ja, richtiges Thema – Hey wer braucht einen Grafiker? Ich such einen Job!!! ;-) Und vielen Dank von hier aus noch mal an Dirk von Independent-Intensio. Er hat das Zeug so cool und schnell mit uns erarbeitet. Empfehlenswert und dringend auschecken ( [URL]www.independent-intensio.de[/URL] ).

TSM: Ich sag es mal so, den Mix den Ihr macht ist echt feurig, aber auch sehr gängig, was war euer ersten Ziel was das Songwriting betraf? Und was hat euch maßgeblich bei diesem beeinflusst?

ChrisZ: Also bisher haben sich die Leute immer relativ schwer getan uns musikalisch klar zu klassifizieren und auch der Vergleich mit anderen Bands hatte immer einen Haken. Ich denke dass unser Stil zwar nicht die Neuerfindung des Rades ist, trotzdem würde mir derzeit keine Band einfallen die ihn so umsetzt wie wir. Vordergründig ist da natürlich „harte Musik“ mit „Geschrei und Gesang“ zu hören, was erstmal die Emo-Core, Screamo Schublade auf den Plan ruft. Bei einer genaueren Betrachtung kann man allerdings hören dass wir mit Bands wie UNDEROATH, SILVERSTEIN oder THE USED so viel gemeinsam haben wie Charles Manson und Edmund Stoiber. Trotz des Einsatzes von Gesang liegen die Wurzeln von THE BLACKOUT ARGUMENT definitiv im klassischen Hardcore der 90er Jahre. Besonders die Songstrukturen und Gitarren-Riffs lassen Bands wie STRIFE, TRIAL, EARTH CRISIS, SNAPCASE, alte IGNITE oder OUTSPOKEN durchscheinen. Alles Bands die mich auch stets beim Songwriting beeinflussen. Das gleiche was auf die Emo-Core Schublade zutrifft, gilt für das Metalcore-Genre. Natürlich haben wir auch Double-Bass-Parts und verzerrte Gitarren, der Metal-Anteil unserer Musik ist jedoch verschwindend gering. Mit Metalcore Bands wie KILLSWITCH ENGAGE, IT DIES TODAY oder UNEARTH haben wir wenn dann die Hardcore-Roots ( zum Teil in den Moshparts hörbar ) gemeinsam, nicht jedoch den Metal-Einfluss. Uns ist natürlich bewusst dass wir schlechte Karten haben den musikalischen Schubladen komplett zu entfliehen. Wir hoffen einfach dass sich die Leute unsere Songs genau anhören und dann frei von Klischees und Genre-Vorurteilen entscheiden ob es ihnen gefällt oder nicht.

TSM: So, ich würde sagen jetzt kann ich mir die Review zu eurer EP fast sparen ...Wo habt Ihr die Songs den eingespielt?

ChrisZ: Wir haben die Songs in unserem Proberaum in Germering, einem Vorort von München eingespielt. Wie schon gesagt, unser Drummer hat ein mobiles Tonstudio, was die Entscheidung, wo wir die „Munich Angst“ EP aufnehmen und mischen, sehr einfach gemacht hat.

TSM: Das gute Stück kommt aus dem Hause ENGINEER RECORDS, wie kam es zu diesem Kontakt?

ChrisZ: Wir haben die Songs an einige Label geschickt mit denen wir uns vorstellen konnten zusammen zu arbeiten. Das Feedback war sehr positiv, allerdings wollten die meisten Labels sofort ein Album machen und keine EP. Hinzu kam das Problem dass viele Labels erst gegen Ende 2006 hätten veröffentlichen können, was uns zu lange war. ENGINEER RECORDS hatten Lust ein Kleinformat zu veröffentlichen und auch die Ressourcen es sofort zu machen, weshalb wir uns letztendlich für sie entschieden haben.

TSM: THE BLACKOUT ARGUMENT …kurz genannt TBA, ha ha …könnte das auf Show zu Verwirrungen führen, wer kennt Sie nicht die gute alte Frage nach dem Club mit dem Namen TBC oder TBA, ha ha

ChrisZ: Ha ha ha, ja da hast du recht! Ist uns auch erst danach eingefallen. Wir versuchen dem ganzen entgegen zu wirken indem wir THE BLACKOUT ARUMENT als „BOA“ abkürzen und nicht als „TBA“! ;-)

TSM: Ha Ha, das habt Ihr gefickt eingeschädelt!!! Sinan spielt ja noch bei FOR HEAVEN’S SAKE, und bei so manch anderen sieht es ja ähnlich aus glaube ich, Chris ist ja noch bei SEMANA SANTA zu Hause, könnte es da zu Problemen kommen, immerhin spielt Ihr ja in Zukunft eine Menge…

Sinan: Zu allererst spielt Chris mittlerweile nicht mehr bei Semana Santa, da es für ihn zeittechnisch wirklich nicht mehr hingehauen hat und in seinem Job neue Perspektiven geboten bekam. Dementsprechend suchen die Jungs noch einen Gitaristen. Falls sich jemand von euch da draußen berufen fühlt sollte er sich bei toemmi@semanasanta.de melden, die Jungs sind Gold und der Proberaum ist frisch aufgeräumt.
Für mich war die Situation anfangs schwer, da es die Leute mir nicht abkaufen wollen und wollten, dass ich beide Bands machen will und durchziehen werde. Das hat immer wieder für Spannungen gesorgt. Mittlerweile ist die Situation entspannter. Gerade BOA und FHS haben viele von den letzten Shows miteinander gespielt, den Bus und die Pennplätze geteilt, Thomas hat bei BOA in Heidenheim ausgeholfen und beide Bands sich gegenseitig gepusht. Es ist zwar anstrengend aber wie du sicher selbst weißt gehen Live andere Adrenalin-Stöße umher, die geben einem genug Kraft. Ich müsste allerdings lügen, wenn ich behaupte, es klappt immer wie geleckt. Die letzten 4 Doppel-Shows war ich krank, da hat es teilweise den Spaß und auch die Show für mich gebremst, vorsichtiger mit der Kraft umgehen zu müssen. Ich denke es ist einfach wichtig mit Gefühl und Überzeugung in so eine Aufgabe einzusteigen und sich auf die anderen Verlassen zu können, das sie ihre Positionen etwas auf mich abstimmen. Das klappt nicht immer, ist auch verständlich und kann ich auch nicht immer erwarten. Letztendlich bin ich froh dass beides geht.

TSM: Stichwort München... Fussball-WM, das ganze Spektakel ist ja nun Gott sei Dank vorbei, und mit der Heimat München wart Ihr ja hautnah dabei, was haltet Ihr von dem Ganzen Trubel und den vielen Fahnen an den Autos??? Ich weiss ja nicht genau was so ein Ding kostet, aber ich könnte mir vorstellen da bekommt sicher ein paar Eierwärmer dafür, ha ha
ChrisZ: Ha ha, Eierwärmer und andere unnütze Dinge. WM ist vorbei und das ist auch gut so. Auf der einen Seite fand ichs spannend zu sehen wie ein ganzes Land aufgrund eines solchen „Großevents“ komplett austickt, auf der anderen Seite hat es fast ein wenig überhand genommen. Die Dinge haben sich oftmals verselbstständigt,was man spätestens gesehen hat als Deutschland ausgeschieden ist: Die Leute haben trotzdem wie blöde weiter gefeiert / gegröhlt. Mir hat sich das Gefühl aufgezwungen dass er hier nicht mehr primär um Fußball geht sondern eigentlich nur drum ENDLICH MAL offiziell die Sau raus lassen zu können. Oder wie sonst würden sich total alkoholisierte Bierleichen erklären lassen die bis zum Anpfiff nur noch am Rand von irgendeiner Fanmeile lagen und NIX mehr vom Spiel mitbekommen haben. Ich hatte halt das gefühl dass es viel zu viele Leute gibt die ihr trauriges Dasein fristen und nur drauf warten alle 10 Jahre mal was zu erleben bei dem sie komplett die Sau rauslassen können und ihren jahrelang unterdrückten Emotionen freien lauf lassen. Nähere Erläuterungen zum neugewonnenen Nationalstolz im Kontext von „jahrelang unterdrückten Emotionen“ erspar ich mir jetzt mal, das würde den Rahmen sprengen.
Und zur WM selbst: Es waren ein paar ECHT spannende spiele dabei und ich habe selbst immer gerne geguckt. Auch die Organisation scheint ja ganz gut gewesen zu sein. Ich hoffe aber dass es Südafrika 2010 schafft das noch zu toppen!!

TSM: Ich habe gelesen Ihr plant gerade eure Full-Length, gibt es schon Pläne wann und wer das Biest auf uns losjagen wird? Was haben wir zu erwarten?

ChrisZ: Das stimmt, wir sind gerade mit den Arbeiten an unserem Album beschäftigt. Die Drum-Tracks sind bereist im Kasten und im Juli/August werden wir den Rest einspielen. Gemischt wird das ganze dann voraussichtlich im Oktober von Christian Kohle / Kohlekeller Studios ( A TRAITOR LIKE JUDAS, UNDER SIEGE, 6 REASONS TO KILL, DESTINY etc. ). VÖ-Termin steht noch in den Sternen weil das natürlich von der jeweiligen Label-Situation abhängt. Ich denke aber Ende 2006 / Anfang 2007 ist realistisch. Was es zu erwarten gibt? 12-13 Tracks die genau wie die Songs auf der Debüt EP nach vorne gehen und versuchen Melodie mit Härte ein Einklang zu bringen. Das Material ist jetzt schon ausgereifter und ausgefeilter als unsere frühen Songs ohne jedoch den „Aus-Dem-Bauch-Spirit“ einzubüßen. Ich bin selbst sehr gespannt auf das Album und freu mich riesig drauf wenn es irgendwann fertig ist!!

TSM: Zurück zum wilden Süden …SEMANA SANTA, FOR HEAVENS SAKE, COMECLOSER und Ihr …Ihr haut ja ganz schön auf den Putz da unten!!! Wie sieht es denn bei euch im Hood so aus? Was wäre für euch ein Wunschline-Up? …und wie sehr hat es eigentlich auf eurer Release-Show gescheppert?

Sinan: Also Marco, die Hood ist ziemlich kontrolliert und pasteurisiert. Madball kommen nächste Woche ( 07.07. ) nach Wangen – ein Fest. Die Dornbirner Within Walls rocken bald ihre erste Scheibe ins Studio. Heartbreak-Kid, das große Loch-Munich Breakdown Monster gehen im Herbst auf US-Tour. For Heaven’s Sake nehmen im Herbst die erste Full-Length auf. Chainway ballern ja bald schon neues Material, worauf ich mich wahnsinnig freu, total unterbewertete Band!! Ghostchant haben ihre erste Demo aufgenommen. Crisis Never Ends - Hits, Hits, Hits. Oh Mann, hier geht doch was ;-) Und checkt unbedingt Estate und Ephen Rian noch aus!!! Austria vom feinsten. Zum Wunsch-LineUp: Du kommst mit deinen Jungs vorbei, wir spielen alle und ChrisZ schmeißt den Grill an ;-) Dabei?
ChrisZ: Die Release-Show war richtig cool. Das Sunny Red war brechend voll, die Leute haben gefeiert und ich habe eine menge strahlender Gesichter gesehen, auf und vor der Bühne. Wir haben das ganze mit 5 Kameras gefilmt und bald wird es von diesem Material im Netz was zu sehen geben.

TSM: Jo, CHAINWAY sind echt fett, die anderen Jungs auch, und ESATE sind echt ein Brecher, die werden sich auch bald in aller Munde sein ...was den Grill angeht ...kein Problem ;-) ...aber sagt Ihr da von 5 Kameras? Ich habe auf eurer Myspace-Seite eine Image mit etwas DVD-Ähnlichem erhascht, erzähl doch mal genau was da los ist, klingt nach mehr als nur einem Clip bei You Tube...
ChrisZ: Das Bild auf der Myspaceseite ist das Cover unserer auf 80 Stück limitierten „Home-DVD“ mit 2 vollkommen sinnentlehrten Blackout Argument Video Clips! ;-) Wir haben zum Spass mal 2 Musik-Videos geschnitten, natürlich ohne passendes Material zu haben, einfach drauf los und das ist das Ergebnis. Die DVD gabs dann für Freunde und an leute auf der Releaseparty für umme. Das hat aber nix mit der 5-Kamera-Aktion zu tun. Das material von der Releaseparty haben wir noch nicht verwurstet, sind aber dran. Wir sind uns noch unschlüssig was am ende bei raus kommen soll, entweder eine Live-DVD oder das live-material für einen Video-Clip, oder beides… wir werden sehen!

TSM: Tja, ich denke mal das war’s für heute, vielen Dank für die netten und ausführlichen Antworten, hoffe euch bald mal live zu sehen ...und das mit dem Grillen ist gespeichert!!! He he, noch ein paar letzte Worte?

ChrisZ/Sinan: Vielen Dank für das Interview und den Support, wir wissen das zu schätzen. Schreibt uns, kommt auf unsere shows, quatscht uns voll, wir stehen drauf! Rein Haun... THE BLACKOUT ARGUMENT


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FFM Rock

Germany
Date: 2006-06-06

F-R:Hi Chris! Danke, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen nimmst. Ganz aktuell steht mit eurer EP wieder fetter, musikalischer Nachschub auf der Tagesordnung und wartet darauf, in die Welt entlassen und abgefeiert zu werden. Wie und wo lief die Produktion ab und warum wurde es nur eine EP?

TBA: Hey Sebastian! Eine halbe Stundeh hab ich noch, dann geh ich ins Kino und guck mir ”Revenge of the Warrior” an, ich hoffe die Zeit reicht für alle Fragen ha ha ha. Let’s go. Schon bei Bandgründung waren wir uns einig dass wir mit einem Kleinformat anfangen wollen. Ich finde ein Album muss eine gewisse Reife haben und eine Band muss sich selbst und ihren Stil erst einmal finden bevor sie in der Lage ist eine anständige Full Length CD aufzunehmen. Deshalb erst einmal 5 Songs. Ich denke auch dass es ganz cool ist um eine Band mal auszuchecken, gerade wenn sie neu ist. Aufgenommen haben wir die Songs im Studio unseres Drummers, der auch die letzten FLYSWATTER und CASHLESS Platten gemacht hat. Das hat sich natürlich angeboten.

F-R.:Wie würdest du eure Musik einem Fremden in einem Satz beschreiben?

TBA: Was meinst du mit Fremd? Szene-Fremd oder einfach jemand der unsere Songs noch nicht gehört hat? Also jemandem der keine oder wenig Ahnung von Musik hat würde ich sagen dass es ”Harte Rockmusik” ist mit ”extremen Gesang”, aber auch ”melodische Elemente” hat. Jemandem der so Musik hört würde ich sagen, THE BLACKOUT ARGUMENT ist eine Hardcore Band, mit melodisch-rockigen Einflüssen, das triffts ganz gut denke ich.

F-R.:Was ist dein Lieblingstrack auf der Platte? (Warum?)

TBA: Also von diesen 5 Songs bedeutet mir der opener ”Regret in Stereo” am meisten. Ich denke dass er am coolsten unseren Stil repräsentiert und alles hat was ein guter Song braucht: er geht nach vorne ohne viel geschnörkel, eine rockig-treibende Strophe, einen eingängigen Refrain, nen Mosh-Part und coole Übergänge. Hammer Song ha ha ha  Und der Text ist mir auch sehr wichtig bei ”Regret in Stereo”, ich hatte das Gefühl dass ich es gut in Worte fassen konnte was ich sagen wollte.

F-R.:Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Engineer Records? Wäre ein deutsches Label nicht praktischer gewesen?

TBA: Wir haben die Songs an einige Label geschickt mit denen wir uns vorstellen konnten zusammen zu arbeiten. Das Feedback war sehr positiv, allerdings wollten die meisten Labels sofort ein Album machen und keine EP. Hinzu kam das Problem dass viele Labels erst gegen Ende 2006 hätten veröffentlichen können, was uns zu lange war. ENGINEER RECORDS hatten Lust ein Kleinformat zu veröffentlichen und auch die Ressourcen es sofort zu machen, weshalb wir uns letztendlich für sie entschieden haben. Ich denke dass ENGINEER hier in Europe sehr gute Arbeit machen. Dass das label auch in den USAS einen Sitz hat ist eine zusätzliche Chance für uns auch dort gehört zu werden. Bisher sind wir sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit.

F-R.: Kommen wir zur Touristikecke. Wo sollte man als Freund der härteren Klänge in München unbedingt mal hingehen?

TBA: Naja wie in jeder anderen Stadt auch, einfach auf ne Show, ha ha. Also hardcore bands spielen bei uns entweder im Kafe Kult, Sunny Red oder (die grösseren) im Backstabe. Alle drei Läden haben vor und Nachteile, letztendlich entscheidet aber immer die auftretende Band darüber ob es eine coole Show wird oder nicht.

F-R.: Wer sind deine persönlichen musikalischen Vorbilder und wer glaubst du, könnte euch als Band beeinflusst haben?

TBA: Ich tu mich immer ein bischen schwer von Vorbildern zu sprechen, aber Bands die mich sicherlich extrem beeinflusst haben in der Art und Weise wie ich Songs schreibe sind STRIFE, TRIAL und JUDGE. Das hat dann natürlich auch dementsprechend Einfluss auf THE BLACKOUT ARGUMENT, allerdings muss man schon genau hinhören da ich es ziemlich drauf habe die geklauten Riffs zu vertuschen, ha ha ha ;-)

F-R.:Was sind die kommenden Pläne mit dem frischen Release?

TBA: Die ”Munich Angst” EP befindet sich gerade in der Promo und es trudeln langsam die ersten Review und Interviews rein. Offizielles Release-Date ist Ende Juli, dann geht die EP in den Vertrieb und wir überall erhältlich sein. Wir selbst dürfen sie schon früher verkaufen, was recht cool ist.

F-R.: Haben die Frankfurter auch die Möglichkeit, euch mal live zu Gesicht zu bekommen?

TBA: Wir hoffen es! Im Augst gehen wir erstmal auf Osteuropa Tour zusammen mit unseren Freunden von ESTATE und für den Rest des Jahres steht die Arbeit an unserem Album im Vordergrund. Wir werden zwar noch einige Shows spielen, in der Region Frankfurt ist allerdings (noch) nichts geplant.

F-R.: Erinnerst du dich an eine lustige oder kuriose Anekdote aus eurer Bandgeschichte?

TBA: Puh, die Bandgeschichte ist ja noch nicht so lange aber unser Drummer ist eine einzige lebende kuriose Anekdote!! 

F-R.: So, am Ende unseres Interviews angelangt, hast du nun noch die Möglichkeit, ein paar warme Worte an eure Fans und die Leute, die zum ersten Mal von Euch lesen und hören, los zu werden.

TBA: Erstmal bedanken wir uns für das Interview und den Support. Wer bock hat uns zu schreiben der soll das einfach tun. Wir freuen uns über jede Form von Feedback / Kontakt. Wer da keinen Bock drauf hat sollte wenigstens folgende Websites / Bands auschecken:

www.theblackoutargument.com
www.myspace.com/theblackoutargument
www.engineerrecords.com
www.thesake.net
www.letitburnrecords.com
www.chainway.de
www.ghostchant.com
www.crisisneverends.de
www.heartbreak-kid.com
www.ephenrian.com
www.estatemusic.net
www.myspace.com/withinwalls


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